Nachgehakt: Trump-Jump, Trump-Crash, Trumpflation

25. März 2017 | Kategorie: RottMeyer, Videoblog

von Frank Meyer

Es läuft fast wie auf Schienen… Nach dem Trump-Jump könnte als Nächstes der Trump-Crash folgen. Und dann später die Trump-Flation. So jedenfalls der Tenor eines Interviews mit Hannes Zipfel vor drei Monaten. Heute nun ein Update zu seiner steilen These…

Sind die Tage von Donald Trump gezählt? Und wenn ja, was passiert dann an den Börsen und bei den Edelmetallen? Auffallend ist die aktuell niedrige Volatilität bei Gold und Silber. Das kann sich schnell ändern, meint Hannes Zipfel – genau wie die bisherige Reaktion der Finanzmärkte auf Donald Trump…

Hannes Zipfel managed das Wikifolio „Aussis Gold und Silber Minen“

Auf der Metallwoche sendeten wir am Freitag den ersten Teil unseres langen Interviews mit Hannes Zipfel, ob denn die Tage eines Donald Trump als Präsident der USA gezählt sein könnten. Und wenn ja, was dann? Im zweiten Teil, den wir am Montag senden, geht es speziell um die Aktienmärkte, Edelmetalle und Minen.

Letzter Marktkommentar (15.3.2017)

Die US-Notenbank Fed hat soeben ihren Leitzins um 1/4 Prozentpunkt auf eine Range von 0,75-1,0% angehoben (Fed Fund Rate). Dies war von den Märkten mit über 90% Eintrittswahrscheinlichkeit auch so erwartet worden. Die Entscheidung wurde jedoch nicht einstimmig getroffen (es gab eine Gegenstimme), was die Marktteilnehmer überraschte.

Laut Statement der Fed-Präsidentin Janet Yellen sind bis zu zwei weitere Zinserhöhungen in gleichem Umfang für dieses Jahr denkbar, abhängig von der konjunkturellen und inflationären Entwicklung. Die harten Konjunkturdaten schwächten sich zuletzt deutlich ab, was die Fed-Niederlassung in Atlanta heute dazu veranlasste, ihre Wachstumsprognose für das 1. Quartal für die gesamte USA auf nur noch 0,9% (annualisiert) stark zurückzunehmen.

In Anbetracht der Tatsache, dass im Jahr 2016 die US-Wirtschaft trotz der Neuaufnahme von über 2 Billionen USD privater und öffentlicher Schulden nur um magere 1,6% wuchs (weniger als die Eurozone), lässt jede Zinsanhebung wie einen geldpolitischen Kamikazeakt aussehen.

Allein die Hoffnung auf die schuldenfinanzierten Stimulusprogramme der neuen Trump-Administration lassen überhaupt Konjunkturoptimismus für die USA zu. Zweifel daran, dass diese Stimulusprogramme schnell und ohne Gegenfinanzierung (Prinzip rechte Tasche, linke Tasche) durch den Kongress kommen, sind in Anbetracht der just heute erreichten US-Schuldenobergrenze angebracht.

Der Goldpreis kann sich nach der nicht einstimmigen Zinsentscheidung sowie der recht nüchternen Einschätzung der US-Konjunktur durch die Fed deutlich erholen, ebenso wie die Weißmetalle und die Minenaktien. Sehr interessant war die Antwort der Fed-Präsidentin auf eine Journalistenfrage nach dem Gleichgewichtszins, den die Fed nun anstrebe. Yellen antwortete darauf, dass dieser Gleichgewichtszins sich über die Jahrzehnte immer weiter nach unten bewege (die explodierenden Schulden lassen grüßen) und aktuell real zwischen null und einem Prozent liege. Für alle nicht zinsbringenden Anlageformen (z.B. Edelmetalle) bedeutet dies ein weiterhin freundliches (niedriges) Zinsumfeld.

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