Muss man sich denn Sorgen machen?

14. Februar 2016 | Kategorie: RottMeyer

von Frank Meyer

Na, endlich! Nach langer Suche wurden jetzt die Gravitationswellen entdeckt. Ich hatte sie immer unter der DAX-Tafel vermutet. Dort schepperte es jeden Tag. Kein Wunder, dass sie nun gefunden wurden…

Allein in diesem Jahr ging es mit dem DAX bis zu 19 Prozent abwärts. Wenn das so weitergeht, dann steht der DAX Ende Mai rechnerisch bei Null. Dabei geht es uns doch so gut: Vollbeschäftigung, Export-Rekorde, Konsumrausch. Der Optimismus der Experten bleibt unerschütterlich. Eine Stunde im Regio-Express reicht zur Überprüfung der Faktenlage, warf Kollege Rott neulich ein.

Die Bankaktien fallen wie ein Stein. Ihr Geschäftsmodell hat durch die Null-Zinsen bzw. Strafzinsen einen Knacks bekommen bei gleichzeitiger Frage, an wen sollen sie denn die frischen Billionen als Kredit vergeben? Dazu noch die neuen Regularien, wo Banken lieber kein Geschäft machen…

An den Kreditmärkten rumpelt es. Zum Glück aber beteuert die Deutsche Bank ihre Zahlungsfähigkeit. Die… D e u t s c h e B a n k! Weitere Spekulationen drehen sich darum, dass sich marode Banken zusammentun. Das ist so, als ob man zwei oder mehrere Misthaufen zusammenschiebt, damit es dann weniger stinkt.

Unser Finanzminister macht sich ja keine Sorgen wegen der Deutschen Bank. Man stelle sich nur einen Moment vor, er würde sich öffentlich besorgt zeigen, dann wäre eine Rettung alternativlos, aber der Name bliebe – eine Bank aller deutschen Steuerzahler, vielleicht sogar mit Andrea Nahles an der Spitze. Helau!

Sollte man sich bei Aktien auf die Lauer legen? Sicher! Aber wann schnappt man zu? Keine Ahnung. Aber wo ist eigentlich Mario Draghi?

Ich weiß, ich nerve Sie jetzt schon jahrelang mit dem Gold. Das üble Ekelmetall mutiert in solchen Zeiten gerade wieder zum edlen Metall. Wohin mit dem Geld, wenn selbst das nicht mehr sicher ist? Eine Bargeld-Obergrenze und ein mögliches Verbot machen ebenso die Runde und die Zweifelhaftigkeit an der Werthaltigkeit von dem, was wir landläufig als „Geld“ bezeichnen. Gold wurde um 17 Prozent teurer in diesem Jahr. Man braucht es aber nicht, da man es nicht essen kann. Okay, Euros schmecken auch viel besser. Oder ein Bündel Bankaktien, wegen der Dividenden.

Zumindest ist das „Blech“ nicht weg, wenn alles andere weg sein sollte. Klar ist Gold überflüssig. Im Ernstfall ist man dennoch flüssig. Und wenn es mal vorbei sein sollte, kann man Gold immer wieder verflüssigen. Steigt das Gold weiter? Das wäre kein gutes Signal. Vielleicht spricht ja Merkel dem Gold demnächst ihr Vertrauen aus.

Frank Meyer, Kolumne aus den Lübecker Nachrichten (Langfassung)

 

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