Giftige Geschenke: Kostet sehr viel – für Hamburg und Kiel

13. Dezember 2015 | Kategorie: RottMeyer

von Frank Meyer

Stimmen die Gerüchte, so hat Hamburg dem Olympischen Komitee eine neue olympische Disziplin vorgeschlagen: „Gutes Geld dem schlechten hinterherwerfen“. Da es mit Olympia nichts wurde, ist es doch schön zu wissen, dass man andere adäquate Verschwendungsmöglichkeiten für frische Milliardenkredite gefunden hat…

Zudem musste man die Leute diesmal nicht erst fragen. Mit einer Kreditermächtigung in Höhe von 16,2 Milliarden Euro sorgte der Senat für ein tolles Weihnachtsfest bei den unterbezahlten Verlustbringern der HSH Nordbank und den Bürgern des Nordens. Der Weg ist fast frei, um den giftigsten Finanzschrott der HSH Nordbank in die Finanzbücher der Stadt Hamburg und des Landes Schleswig Holstein zu schaffen, wo er unter hohen Kosten und Verpuffungen ausbrennen darf.

Dass Schleswig Holstein in der kommenden Woche dieser Bankenrettung zustimmen wird, gilt als so sicher wie die künftigen Milliardenverluste für den Steuerzahler. Klar, Olympia wäre zwar billiger gewesen, aber irgendwo muss das viele Geld doch hin.

Bankenrettung? Die HSH Nordbank will sich hübsch machen für einen Verkauf. Deshalb behält sie die besseren Kreditpapiere im Töpfchen, Hamburg und Schleswig Holstein den stinkenden Abfall.

Vorstandschef Constantin von Oesterreich sagte…

„Wir müssen die Lösung finden, die der Bank am meisten nutzt.“

„Die Stimmung ist grundsätzlich besser, weil wir jetzt wissen, wo es lang geht.“

Der Finanzchef legte noch einen nach…

„Wenn sie ein Auto verkaufen wollen, treten sie nicht vorher noch eine Beule rein.“

Tut mir leid an dieser Stelle… Das lässt sich nicht kommentieren, ohne justiziable Begriffe benutzen zu müssen…

Dazu singt leise das Radio vor sich hin: „Freuet euch!“ Freuet euch, liebe Bürgen, pardon, Bürger des Nordens! Schließlich sind das für jeden der 4,5 Millionen Leute geschenkte 3.600 Euro Euro – bloß mit umgekehrten Vorzeichen.

Das Präsent ist hübsch gepackt, mit reichlich Lametta verziert und brennt schon jetzt wie ein Adventskranz. Kein Wunder, bei Flaute auf hoher See und endloser Dauerkrise in der Schifffahrt faulen die Kredite ganz automatisch. Nein, einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul. Selbst einem nicht, dem die brennende Zündschnur aus selbigem hängt.

Und mal ehrlich: Was sind sind schon 16,2 Milliarden Euro? Übrigens, das Budget des Welternährungsprogramms für 800 Millionen Hungernde auf der Welt umfasst rund 4,5 Milliarden Euro. Wozu sich aufregen?
© Frank Meyer, Kolumne aus den Lübecker Nachrichten

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