Most Wanted! Troika

10. Februar 2012 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

(von Frank Meyer) Nein, es ist nicht der 1. April. Aus Griechenland wird Erstaunliches gemeldet. So will die griechische Polizeigewerkschaft die „Troika“ verhaften…Vor dem griechischen Regierungsgebäude versammeln sich derzeit wieder Demonstranten. Das Land befindet sich im Streik. Die Stimmung ist gereizt. Wahrscheinlich wäre dem auch hierzulande so, wenn die EU-Regierung auf die Finanzen des Landes zugreifen könnte – bedingungslos. Das Thema „Sparkonto“ ist noch nicht vom Tisch, hieß es gerade im Radio.

Unterdessen meldet dpa, dass der Vorstand der Polizeigewerkschaft (POESY) damit droht, die Kontrolleure der „Troika“ festzunehmen. Diese Kommission aus EU, IWF und EZB stellen bekanntlich die Bedingungen, nach deren Erfüllung ein weiteres Kreditpaket in Höhe von 130 Milliarden Euro vergeben wird.

Nach Ansicht der Gewerkschaft versucht die Troika durch die Sparmaßnahmen die demokratische Ordnung umzuwerfen, und die nationale Souveränität» zu verletzen. Vom Raub griechischer Güter ist die Rede.

Die Gewerkschaft vor einer sofortigen Ausgabe von Haftbefehlen, hieß es in einer schriftlichen Erklärung, die an die Troika-Vertreter verschickt wurde.  Zudem gibt es Berichte, wonach ein Flugblatt die Runde macht, auf dem zu lesen steht: WANTED! Für die Festnahme der Troikaner wird eine Belohnung von einem Euro in Aussicht stellte.

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4 Kommentare auf "Most Wanted! Troika"

  1. der Herold sagt:

    Lustiger Weise hatte ich das Thema heute Mittag. Da hab ich noch gedacht, es würde ca. zwei Wochen dauern. Dass die Griechen so schnell sind, überrascht selbst mich….

  2. crunchy sagt:

    Frank Meyer: WARUM? Nein, ich schreie nicht. Aber merkt denn niemand, was hier den Gang sich bricht?: Man hat doch die Öffentlichkeit solange weichgekocht! Die Forex zeigt es gerade an,
    dass es mit Griechen-Euro so, nicht weitergehen kann.
    Das Wochenend, verspricht der Drache:
    Frisst Griechen-Euro und kackt die Drach(m)e.
    Und was macht Mr. Eurobond, von seiner Gnaden:
    Er träumt von der Rupie: hoffentlich geht er im Ganges baden! Nein, nicht ertrinken soll er, auch seine Asche nicht verstreuen, einfach uns nur gut beraten, er wird es nie bereuen.
    Denn auch ein Portugieser, ein guter Wein, sorgt in narrengeilen Zeiten für geselliges, europäisches Zusammensein und edle Metalle, die uns begleiten.

  3. […] Nach Ansicht der Gewerkschaft versucht die Troika durch die Sparmaßnahmen die demokratische Ordnung umzuwerfen, und die nationale Souveränität» zu verletzen. Vom Raub griechischer Güter ist die Rede. Die Gewerkschaft stehe vor einer sofortigen Ausgabe von Haftbefehlen, hieß es in einer schriftlichen Erklärung, die an die Troika-Vertreter verschickt wurde. (wir berichteten auf http://www.rottmeyer.de) […]

  4. samy sagt:

    Hi,
    wirklich nur die Troika? Oder gleich die Politiker?(Gefunden im BÜ):

    http://www.seite3.ch/Athen+Unruhen+Polizei+droht+Regierung+mit+Haftbefehl+/529304/detail.html

    Zu der angesprochenen EUROGENDFOR einmal die WIKI:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Eurogendfor#Streitkr.C3.A4fte

    Was würde geschehen, wenn die griechische Polizei sagt, wir schiessen nicht auf unsere Landsleute, lasst die Stadt brennen? Das könnte ja viele Gründe haben. Dann stünde der griechische Staatsapparat de Facto am Abgrund, er hat keine Exekutive mehr.
    Könnte die o.g. Truppe da helfen? Nein, weil zu schwach aufgestellt. 3000 Mann im Athener Hexenkessel bei unklarer logistischer Unterstützung, dass ist der berühmte Tropfen auf dem heißen Stein. Aber schauen wir uns einmal das juristische Konstrukt an, dass der Artikel beschreibt, denn dieser könnte als Blaupause dienen, so nach dem Motto, wir, die anderen europäischen Länder taufen unsere Einheiten auf den Namen „EUROGENDFOR“ und ab geht die Post.

    Im Artikel steht:

    „… Die Soldaten dieser paramilitärischen EU-Truppe müssen sich zwar beim Einsatz an das geltende Recht des Staates halten, in dem sie eingesetzt und stationiert werden, aber: Alle Gebäude und Gelände, die von Truppen in Beschlag genommen werden, sind immun und selbst für Behörden des Staates nicht zugänglich. Die EU setzt damit nationales Recht auch bei der Aufstandsbekämpfung ausser Kraft. Oder anders gesagt: Griechenland gibt’s bald nicht mehr.“

    So, und nun spinne ich das Szenario mal weiter. Ähnlich wie in der Türkei dürfte das konservative griechische Militär durchaus der Ordnungsfaktor im Hintergrund sein. Der letzte Putsch ist nicht lange her.
    Würde der Staat die EU-Truppe um einen Einsatz bitten, wäre es das Signal für mich, dass das Militär sich raushalten will. Was geschieht aber wenn ein EUROGENDFOR Soldat, also ein Ausländer, einen griechischen Demonstranten erschiesst? Ich habe nicht vergessen wodurch die Proteste vor geschätzten 3 Jahren ausgelöst wurden. Oder wenn die eigenen Truppen kein freien Zugang zu Regierungsgebäuden erhalten.

    Wie verhält sich dann das Militär? Die werden nicht zuschauen können. Also müssten sie jetzt bald selbst eingreifen, falls die Proteste nicht abeben, oder aber zum gegebenen Zeitpunkt putschen, um sich keine fremde Truppen ins Land zu holen.

    Nur ein Szenario, mal zur Diskussion…

    VG

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