Morgen Kinder, wird`s nix geben!

31. Dezember 2012 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

(von Frank Meyer)  Es lief nicht so gut, klagt der Einzelhandel. Seltsam. Alle Jahre wieder verpuffen die Durchhalteparolen der Konsum-Experten. Ihre Begründungen für die Ebbe in der Ladenkasse sind erheiternd, alles andere aber nicht…

Da liegen oft die Feiertage ungünstig oder es ist zu warm oder zu kalt. Diesmal aber war es die Konkurrenz durch den Internethandel. Erstaunlich, dass niemand der Experten auf die Idee kommt, dass die Leute jeden Euro nach Steuern und Abgaben nur einmal ausgeben können. Noch erstaunlicher sind aber die sich hartnäckig haltenden Gerüchte über zuversichtlich gestimmte Verbraucher hinsichtlich ihres Arbeitsplatzes und etwaiger steigender Löhne. Dabei liegt das reale Einkommen nach statistischer Lesart so hoch wie vor rund 20 Jahren.

November und Dezember sind die umsatzstärksten Monate. Der Einzelhandelsverband rechnet 2012 mit Umsätzen von 80,4 Milliarden Euro. Das wäre im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von nominal 1,5 Prozent, aber unter der offiziellen Inflationsrate liegt. Real wird es wohl wieder ein Minus, trotz aller Anstrengungen, den Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen.

Aber nach dem Fest ist vor dem Fest. Und so freut man sich heute schon über den Kaufrausch zu Ostern, wenn Weihnachten überhaupt jemals endet. Die Hoffnung stirbt immer nach dem Fest, aber das Nächste steht schon an. Und auch morgen, Kinder, wird’s nix geben. Woher soll es kommen? Bei einem Anteil von 22,2 Prozent Niedriglohnempfänger unter allen Arbeitnehmern, die brutto weniger als 10,20 Euro pro Stunde verdienen, sollte auch 2013 die Kaufregung ausbleiben, Dabei waren umgerechnet 20 D-Mark brutto vor nicht allzu langer Zeit recht fürstlich. Soviel zu angeblich den stabilen Preisen aus Taka-Tuka-Land bzw. dem Märchen aus dem Sektor statistischer Fehlleistungen einer Knall-Ökonomie. Die besten Märchen gibt es halt immer noch zu Weihnachten.

©Frank Meyer, Kolumne aus den Lübecker Nachrichten


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6 Kommentare auf "Morgen Kinder, wird`s nix geben!"

  1. cubus53 sagt:

    Gemach, Gemach ! Besserung ist in Sicht. Herrn Steinbrück von der SPD meint, der Lohn der Arbeit sei zu niedrig. Hurra ! Und er wolle mal bei seinem mickrigen Kanzlergehalt von 200000 EUR / Jahr anfangen.

    Eben, denn jeder Paketausfahrer bei Hermes verdient mehr, also relativ gesehen, wenn man die Verantwortung im Job als Messlatte nimmt. Der Paketausfahrer muss doch nur dafür sorgen, dass Pakete den Empfänger erreichen.

    Der Kanzler dagegen hat die Verantwortung für das Bankwesen, die Lobby und die Profite der Industrie. Und gleichzeitig muss der Arme auch noch langweilige Vorträge halten.

    Kein Vergleich !

    Endlich einer, der sozial handelt und die Gehälter erhöht. Endlich einer, der bei sich selbst anfängt, und nicht bei den anderen.

    Respekt, das kann nur einer von der SPD. Klasse Peer, Dich wähl ich !

    • wolfswurt sagt:

      Steinbrück handelt halt nach dem Motto: Wenn man immer selbstlos ist, ist man sich bald selbst los.

    • Lickneeson sagt:

      Veehrter Herr „Cubus“…

      Ich hoffe sehr, das ihr Kommentar als spöttische Satire zu verstehen ist.Ansonsten würde ich empfehlen besonders die „sozialdemokratischen Fehllleistungen“ der letzten 10 Jahre zu betrachten.

      Einen norddeutschen Geldsack wie Steinbrück mit dem Feingefühl eines Jacob Fugger als Initiator des sozialen Wandels darzustellen ist grotesk.

      Wenn ich an Peter Hartz und seine Genossen denke rollen sich mir die Fussnägel hoch.

      Wie sagte Dieter Hildebrandt vor langer Zeit: „Die SPD pinkelt in jede Hose die man ihr hinhält“!

      WISO-Tip: Wählen Sie nur noch an der Eisdiele…

  2. katzbuckel sagt:

    In der Tat. Langsam dämmert’s.

    Wer (vor allem) seinen (südländischen) Kunden unter dem Strich das nötige Kleingeld gibt, damit er seine Waren produzieren und verkaufen kann, dem wird es an Arbeit nicht mangeln.

    Die Nachfrage nach Deutschen Waren, für die letztlich -außer dem bundesgermanischen Steuerzahler- niemand aufkommt, ist gigantisch.

    Merke: Wer (genau besehen) umsonst arbeitet, genießt Vollbeschäftigung und wird „Exportweltmeister“.

    Unsere Vorfahren in der Jungsteinzeit hingegen arbeiteten angeblich 4 Stunden am Tag. Den Rest der Zeit verbrachten sie mit so unsinnigen Dingen, wie der Gründung und der Pflege von Familien. Und natürlich dem Ausbau derselben. Selbstverständlich auch der Sorge für diese.
    Zudem ist zu befürchten, dass man zeitweise sogar rein gar nichts tat. Oder sich künstlerisch betätigte.

    Na, wenn wir unter dem Strich schon dafür bezahlen, arbeiten zu dürfen, dann ist der Kreislauf wenigstens bewegt und wir sind von der Straße. Dem Ordnungsgedanken wird entsprochen.

    Und zum Schluss werden wir -angesichts weitgehend entwerteter Ersparnisse und gigantischer Steuerlasten- – feststellen, dass wir uns von Sklaven eigentlich nur durch unsere Illusion unterscheiden, frei zu sein.

    Dabei wir werden eine Gesellschaft alter Sklaven sein.

  3. pedrobergerac sagt:

    ***gelöscht*** vom Blogwart. Hatten Sie schon einmal eingestellt.

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