Moneten, Krach und Gaunerei

25. Mai 2015 | Kategorie: RottMeyer

von Frank Meyer

Wenn ein Ostdeutscher die (Bahn)Reisefreiheit einschränkt, ist das ein Aufreger. Wenn aber Banken Milliardenstrafen wegen Manipulation zahlen, ist das fast schon Routine bzw. etwas für`s Abstellgleis…

Weil die armen Großbanken bislang mit 200 Milliarden US-Dollar zur Ader gelassen werden, kommt es doch ganz recht, wenn sie nebenbei ein paar Extra-Milliönchen verdienen können. Man muss nur die richtigen Leute zur richtigen Zeit am richtigen Ort wissen, um marktrelevante Informationen zu bekommen.

So gab es auf einer Abendveranstaltung der EZB geldwerte Tipps für hochrangige Finanzakrobaten. Ein EZB-Direktoriumsmitglied plauderte von stärkeren Anleiheaufkäufen vor den Sommermonaten, weil dann wenig los ist an den Märkten. Am Morgen schlug das beim Euro ein wie ein Bahnstreik in einen Terminkalender und die Glücklichen konnten ihre Gewinne einsacken.

Es war ja nur ein „interner Verfahrensfehler“, so die EZB. Dann sind wir ja beruhigt. Doch seinen wir beruhigt. Vor dem „Markt“ sind wir jetzt alle wieder gleich, so wie es theoretisch sein sollte. Nur manche sind etwas gleicher, auch in Zukunft, wäre zu vermuten.

Nein, die Informationen wurden von den Marktteilnehmern garantiert nicht genutzt. Sicher nicht! Versprochen! Ehrlich!

Ach ja, die Preismanipulationen bei den Zinsen oder auch beim Goldpreis waren neulich noch alte Verschwörungstheorie und die Verschwörungstheoretiker galten immer schon als hoffnungslose Spinner, die sich dringend einem Arzt vorstellen sollten. Wie es scheint, sind die alten Verschwörungstheorien lange Zeit gängige Praxis. Wo es rauchte, war immer auch ein Feuer. Schade eigentlich, dass viele Verschwörungstheorien zur Praxis geworden sind. Aber keine Sorge, es gibt immer Nachschub an neuen Dingen, die nicht zusammenpassen und sich daraus eine neue Verschwörungstheorie entwickelt – die dann ebenfalls Praxis wird.

Bei den vielen Schlagzeilen wächst bald Gras über die Sache mit der Manipulation. Die Strafzahlungen der Großbanken sind im Verhältnis zum entstandenen Schaden vermutlich nur Peanuts, denn wer eine Milliarde zusätzlichen Gewinn macht und ein paar Millionen Strafe zahlt, hat am Ende immer noch gewonnen – vermutlich mehr als mit hanseatischer Kaufmannsehre.

© Frank Meyer, Kolumne aus den Lübecker Nachrichten (Langfassung)


 

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2 Kommentare auf "Moneten, Krach und Gaunerei"

  1. bluestar sagt:

    Beim Bahnstreik konnte man wieder ganz genüsslich die Propaganda der Staatsmedien und ihr gleichgeschalteten Vasallen genießen. Die üblichen Angstszenarien von massivem Wirtschaftsschaden bis Arbeitsplatzverluste wurden von EXPERTEN hochgefahren. Und immer schön die kritischen Stimmen des Volkes als systemkonforme Begleitmusik darunter gemischt. Endlich wurden einmal Leute auf Bahnhöfen und Straßen befragt. Warum gibt es das nicht zu den Themen NSA, TTIP, Monsanto, EU, Asylanten, Kriegstreiberei usw. ?
    Wo sind die EXPERTEN bei Analyse der massiven Schädigung Deutschlands durch GROKO-Zentralkomitee, Brüsseler Politbüro und EZB ???
    Der Mut und die Unbeugsamkeit dieses Herren aus Ostdeutschland verdient meinen vollsten Respekt. Dafür steige ich auch gern in den Flieger oder fahre mal wieder mit dem Auto.

    • Habnix sagt:

      Es ist nur Schade das nicht Leute von einem Neutralen Ort befragt wurden.Wie zum Beispiel an einem Marktplatz.So kommt es mir leider vor das die Mainstream-Medien mal wieder ordentlich in die Manipulationskiste gegriffen haben und so mit der besten Lüge gelogen haben die es gibt und das ist Halbe Wahrheit.

      Die andere Hälft der Wahrheit haben die Mainstream Medien auf dem Marktplatz oder Öffentlichen Plätzen liegen gelassen.

      Ein Bahnhof ist kein Öffentlicher Platz,da treffen sich verschiedene Menschen mit dem gleichen Interresse,nämlich den Reisen von A nach B.

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