Mit Vollgas in die Inflation

9. September 2012 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

(von Frank Meyer) Was ist die Lieblingssport der Notenbanker? Amok laufen. Sie strecken Zinsen nieder, metzeln Renditen ab, schalten den Markt aus und zerstören die Kaufkraft des Geldes. Die EZB gab jetzt den Startschuss für noch unbegrenztere Anleihekäufe. Not macht eben erfinderisch – auch verbal…

Regierungen machen Schulden und die EZB finanziert alles. Willkommen in der Planwirtschaft. Finanzminister Schäuble ehrte EZB-Chef Draghi für sein Werk, gegen das sich die Bundesbank so vehement stemmte – und dabei in dieser Woche verstarb. Niemand brauchte sie mehr. Amen. Aber die Märkte jubeln. Sie haben endlich das wieder bekommen, was sie immer forderten: Zucker gegen Diabetes.

Europa wächst zusammen – in Abhängigkeit. Die EZB hat die Risiken vom Rand der Eurozone in deren Kern getragen. Nein, es ist gar keine Staatsfinanzierung über die Notenpresse, betonen Politik und Zentralbank. Was ist es dann? Das ist so, als ob mich der Nachbar beschimpft, ich hätte sein Fahrrad geklaut, was ich verneine – und dann mit dem Rad durch die Gegend fahre und ihn grüße. Bald kauft die EZB alte Fahrräder auf – gegen Papiergeld. Super! Mario. Eigentlich macht Draghi die Drecksarbeit für die Politik, nur besser. Er hat geliefert – wie damals bei Goldman Sachs. Jubel bei der Hochfinanz.

Der Weg in die Zukunft wird gepflastert sein mit guten Absichten und noch mehr leichtem Geld. Kein Staat wird pleite gehen, eher schon seine Bürger. Es wird ein Alptraum, was die Notenpresse zukünftig mit den Preisen anstellen wird. Inflation ist nur ein anderer Begriff für Pleite. Gold als Antichrist von Notenbanken und Regierungen sprang wie auch die Aktien in die Höhe. Inflation, wir kommen! Lästiges Münzgeld sollte irgendwann dann auch ausgedient haben.

©Frank Meyer, Kolumne aus den Lübecker Nachrichten


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15 Kommentare auf "Mit Vollgas in die Inflation"

  1. Dagobert sagt:

    “Das allgemeine Wohl verlangt Lügen und Verrat. Mit etwas Zynismus würde auch ich behaupten, dass das ganze kapitalistische System eine Illusion, sogar ein Schwindel ist – aber eben ein gut gemachter. Gott soll geben, dass er noch lange besteht.”

    André Kostolany [Börsenseminar, 1987, Seite 171]

  2. katzbuckel sagt:

    Geschockt, im Gange schwankend, stieren Blickes und kuren Atems vermag man da nur noch heiser vor sich hinzubrabbeln: „Silber!“

    Denn mehr ist nicht mehr zu vermelden.

  3. JayJay sagt:

    Was soll man noch dazu sagen, außer:

    Gold & Silber Ahoi 🙂

  4. 4fairconomy sagt:

    Der Markt wird ausgeschaltet, weil der Markt sonst schon längst die Profiteure und Machthaber in der Finanzindustrie weggefegt hätte. Die Goldmänner wissen schon warum ihre Leute an den Schalthebeln der Macht sitzen.

    Regierungen machen Schulden. Regierungen retten aber auch das Finanzsystem. Mit dem Geld, welches sie sich eben gerade von diesem Leihen. Und dieses Geld bekommt das Finanzsystem zinsgünstig oder fast für lau von den Notenbanken. Diese garantieren nun auf dem Sekundärmarkt den Besitzern von Staatsanleihen zusätzlich, dass sie in jedem Fall ausbezahlt werden. Wo kämen wir ja sonst hin, wenn der Staat plötzlich das Spiel nicht mehr mitmachen und ausfallen würde.

    Es ist ein Irrsinn, ein perpetuum mobile der Bereicherung für diejenigen, welche eigentlich pleite sind aber am Tropf der Staaten und der Zentralbanken hängend diese unter Kontrolle haben.

    Und da eine (Hyper)Inflation nicht in derem Interesse wäre, werden sie dies auch zu verhindern wissen. Nämlich in dem die Kaufkraft der breiten Bevölkerung reduziert wird. Es muss nur den Leuten genügend lang eingetrichtet werden, sie würden über ihre Verhältnisse leben und nun sei sparen angezeigt. Das ist der nächste argumentative salto mortale aus der Machtzentrale. Unverfrohrener geht’s nimmer.

    Nur, der Krug geht zum Brunnen, bis er bricht.

  5. FDominicus sagt:

    „Der Markt wird ausgeschaltet, weil der Markt sonst schon längst die Profiteure und Machthaber in der Finanzindustrie weggefegt hätte. “

    In der Tat nur kann man den Markt eben nicht auf Dauer ausschalten (man kann es versuchen, die Ergebnisse sind aber immer katastrophal)

    Es gibt aber eben kein „perpetuum mobile“ auch nicht für die derartigen Nutznießer des durchweg korrumpierten Systems.

    Mit der Hyperinflation liegen sie richtig, das wäre allzu störend aber ein bisschen mehr Inflation so im Bereich 10 – 15% bei Zinsen zu 0.1 – 1 % darf es schon sein.

    Wer dem Staat seinen kleinen Finger reicht, darf sich über den Armverlust nicht wundern.

    Es steht aber NOCH jedem frei Staatsanleihen nicht zu kaufen. Ich wiederhole daher meine Empfehlung, alles was eine Anleihe ist und wo irgendetwas staatliches dahinter steht zu verkaufen. Besser heute als morgen denn den letzten werden die Hunde beißen. Wie „gut“ das geht hat uns die Umschuldung Griechenlands gezeigt.

    In diesem Sinne stimme ich mit Ihnen überein. Anleihen für Firmen sind allemale besser als die für Staaten.

    • stephan sagt:

      „Es steht aber NOCH jedem frei Staatsanleihen nicht zu kaufen. “

      Das ist leider ein Irrtum.

      Für die private Geldanlage mag das stimmen.

      Ich MUSS aber zur Altersvorsorge in eine Versorgungswerk einzahlen (ebenfalls 19,6 Prozent vom Brutto). Dieses unterliegt den gleichen Bestimmungen zur Geldanlage, wie auch Versicherungen, Pensionskassen etc. Dreimal dürfen Sie raten, was ein Hauptbestandteil der Protfolios sein MUSS…

      P.S.: Ich hätte auch in der gesetzlichen Rentenversicherung bleiben können. Aber da sieht es noch düsterer aus, wie die schon jetzt künftig auszuzahlenden Rentenansprüche zeigen. Die Inflation wird aber auch die derzeit nominal besser aussehende Versorgungswerk-Rente weitgehend auffressen, so dass womöglich am Ende die gesetzlichen Rentner (im umlagefinanzierten System) besser dastehen, als die Einzahler in ein Versorgungswerk (im weitgehend kapitalgedeckten System).

      • FDominicus sagt:

        Sie haben wohl recht manche werden zwangseingezahlt. Nur ändert das ja nichts an der Möglichkeit es privat anders zu handhaben. Es wir sich auch zeigen, die großen Anleger werden sich Alternativen suchen. Die werden Ihnen natürlich erst mal verwehrt werden. Aber da kommt eben die Dauer hinzu. Auf Dauer kann dieses Ausweichen nicht verhindert werden.

  6. John Doe sagt:

    “ Anleihen für Firmen sind allemale besser als die für Staaten.“

    Wieso? Was ist an dieser Masche der signifikante Unterschied?

    • FDominicus sagt:

      @JohnDoe.
      Wenn Sie diesen Unterschied nicht sehen können, dürfte Ihnen der Unterschied zwischen Steuer und freiwilligen Spenden ebenfalls nicht auffallen.

      Nur soviel kaufen Sie eine Staatsanleihe geht die Bezahlung zu Lasten Dritter (der Steuerzaler) bei Industrieanleihen ist der Kreditnehmer derjenige der die Lasten zahlen muß.

      Industrieanleihen dienen produktiven Zwecken, Staatsanleihen können immer nur konsumtiven Zwecken dienen. Ein Staat kann nicht investieren, weil er eben keine Erfolgsrechnung durchführen kann. Das gilt sogar für so Dinge wie Autobahnen. Unzweifelhaft bringen Sie etwas nur wieviel kann Ihnen keiner sagen.

      Wäre der Straßenbau privat könnten Sie es an der Bilanz ablesen. Ein ziemlich großer Unterschied.

  7. John Doe sagt:

    Tenor: Inflation droht, wenn die Notenbanken=der Staat noch mehr Geld ins System pumpen!

    Hi Frank,

    Hyperinflation, according to the business dictionary http://www.businessdictionary.com/definition/hyperinflation.html is a „ruinously high increase (50 percent or more per month) in prices.“

    Nachgerechnet kommt bei 50 % Inflation mehr als 12.000 % per Jahr raus, korrekt, hm? Zu Weimarer Zeiten lag die Inflation bei rund 322 %, das war die Steigerungsrate. Glauben Sie wirklich, dass die USA, Europa oder Deutschland in der Gefahr ist, dass die Preise von 2 % Inflation auf 322 % oder sogar 12.000 % springen werden, weil die Notenbanker zusätzlich die volle Summe aller Staatsschulden in Höhe von rund 3.000 Mrd. € ins System pumpen? Welche Preise sind betroffen und um wieviel Inflation geht es denn nun tatsächlich, wenn die EZB die volle Summe ins System pumpt? Auf welcher Grundlage wird jetzt mein Bäcker um die Ecke seinen Brötchenpreis erhöhen?

    Richtig ist, das langfristig Geldmengenwachstum mit dem Preisniveau korreliert, aber nur dann, „caused by tight markets — both labor and commodities.“ Welches System ist heute adressiert?

    Die EU hat zwischen 2007 und 2010 rund 4.500 Mrd. € ins System gepumpt. Welchen Einfluss hatte dieses Volumen bisher auf die Inflation, die Preise des täglichen Bedarfes, gehabt? Wenn es keinen signifikanten Einfluss gibt, wohin ist dann dieses Volumen verschwunden?

    Nachvollziehbar ist Inflation für mich, wenn die Wirtschaft am Überkochen wäre, oder dieses Volumen in voller Höhe in die Hände der Kunden geriete, die jetzt Geld wie Heu haben und einen auf finanziell „in den Verhältnissen“ leben könnten. Es geht auch, wenn Banken den Kunden Kredite zu Hauf auf drängen, obwohl deren Einkommen seit Jahren stagniert oder rückläufig ist. Die Kunden den knappen Gütern mit viel Geld im Beutel hinterher jagen würden, aber nicht, wenn die Wirtschaft auf dem Weg in die Rezession ist, in der es bekanntlich schwer ist Güter bei den Kunden unter zu bringen. Mein FORD-Händler bot mir den voll ausgestatteten Fiesta zu 10.500 Euro an, Händlerpreis 15.000 €. In London, Westminster, sind 15.000 Pfund Monatsmiete, Steigerung gegen unendlich, gerade en vogue. Dort herrscht Inflation!

    Solange dieses Volumen im aberwitzig nimmersatten Schlund der Finanzindustrie verschwindet, das ist aber ein anderes Thema, und nicht in der Realwirtschaft auftaucht, wird nur hyperventiliert.

    But, what I can’t figure (can you?) is why people stay so mixed up? Ich schnall´s einfach nicht, heisst meine Übersetzung.

  8. pluesch sagt:

    Hinsichtlich Inflation und anderer Plagen,
    bin ich mir nicht sicher was für mich wirklich zum tragen kommt.

    Als interessierter Laie kann ich aber immer nur das aufnehmen was mir direkt im Auge liegt.
    Ob ich daraus dann die richtigen Schlüsse ziehe steht auf einem anderen Blatt.
    Obwohl ich oft das Gefühl habe, daß einige Ökonomen auch nicht besser dastehen und auf Deutungen kommen die ehr ihrer Ideologie entspringen.

    Nach den üblichen Interpretationen besteht eine Inflationsgefahr dann, wenn in der Realwirtschaft viel Geld schnell unterwegs ist.
    Seit den H4 Regelungen sind aber gefühlt 2/3 der Bevölkerung abgekoppelt von Einkommenszuwächsen.
    Wo soll das Geld für eine Inflation herkommen ?

    Die Probleme im System sind so mannigfaltig,
    daß einfache Lösungen eigentlich nicht mehr in Frage kommen.

    Andere Szenarien sind ja auch noch im Spiel.
    Rezesion, Defaltion, Währungsreform, Euroaustritt von Deutschland.

    Hier wird es dann verdammt schwierig für kleine Zahlungsmittelanhäufungen geeignete Anlageformen zu finden.

    Wie ich hier auf den Seiten schon öfter lesen konnte scheint Gold ein geeignetes Wertaufbewahrungsmittel zu sein, das in allen Szenarien eine brauchbare bis sehr gute Figur macht.

    Dennoch bleiben auch hier Zweifel.
    Die Spanne von Kauf zum Verkauf erscheint mir recht groß.
    Der Gold und Silbermarkt sind relativ klein und könnten „dauerhaft
    manpuliert“ ? werden.
    Der Staat könnte ja….

    Wie auch immer es bleibt anspruchsvoll. 😉

    Gruß

  9. John Doe sagt:

    Guten Morgen FDominicus,

    ich fange mal beim letzten Absatz an:
    „Wäre der Straßenbau privat könnten Sie es an der Bilanz ablesen. Ein ziemlich großer Unterschied.“ Was kann ich an der Bilanz ablesen? Anknüpfungspunkt soll sicherlich eine Einnahmen- Ausgabenrechnung sein, die den G oder V aus weist.

    „Ein Staat kann nicht investieren, weil er eben keine Erfolgsrechnung durchführen kann.“ Deshalb liegen konsumptive Ausgaben vor. Würde jetzt der Staat seine Bilanz, meinetwegen auch nach fair-value-Prinzip (jeder legt für sich selbst fest, wann er was und wieviel angibt und/oder bewertet), auf eine G+V-Rechnung umstellen, dann läge eine Investition vor. Der verwendeten Methodik, Kameralisik oder nicht, ist es sicher völlig wurscht, ob dabei ein G oder V erzielt wird. Ich halte es für sehr gewagt den Unterschied einzig von der Anwendung der Methodik abhängig zu machen, um dann das Urteil zu fällen, es läge konsumptiv=schlecht oder Investition=gut, vor, weil jetzt Gewinn erwirtschaftet wird.

    Abgrenzung Gewinnerzielung oder nur dessen Absicht. Wenn kein Gewinn erzielt werden kann, weil der Staat ihn nicht nachweisen kann („Unzweifelhaft bringen Sie etwas nur wieviel kann Ihnen keiner sagen.“) dann liegt, bildsprachlich gebraucht, Konsum=Prassen vor. Würde bei einer Umstellung von Kameralistik zu HGB, meinetwegen auch IRS, der Nachweis gelingen, ob Gewinnerzielungsabsicht oder tatsächlich ein Nachweis für G oder V vorliegt, gelingen? Wenn dem Staat jetzt dies gelänge, dann greift doch die gewählte Unterscheidung nicht mehr; plötzlich verwandelt sich Konsum in Investition, hä?

    Privat finanzierter Autobahnbau. Um Ihren Ansatz ROI zu erreichen brauchen sie zwingend Ausgaben und EINNAHMEN, sprich, sie müssen für die Nutzung einen Obulus an den Betreiber entrichten, d´accord? Momentan zahlen Sie den Obulus für die Nutzung in Form von Steuern, meinetwegen auch an Dritte, wegen der Fremdfinanzierung, ohne dass dabei der Betreiber Staat den für ihn mglw. erzielbaren Gewinn von Ihnen einfordert, bsphaft die DB mit ihren 25 % Eigenkapitalrendite. Würde der Staat jetzt diese Rendite einfordern und zudem nachweisbar machen, dann wäre doch ihre Welt in Ordnung, allen Ausgaben steht ein Gewinn gegenüber, d´accord?

    Steuern und freiwillige Spenden. Sie wollen im Kontext gesehen, ob Staatsausgaben konsumptiv oder nicht sind, weil sie ja keinen nachweisbaren ROI haben, zusätzlich mit der Frage nach der Staatsform, die ihnen ggü. repressiv auftritt, verknüpfen, um zu bewerten, ob Staatsausgaben konsumptiv sind oder nicht. Würden Sie, statt repressiv behandelt zu werden, freiwillig spenden, dann dürfte sich doch die Frage nach konsumptiv oder nicht ein für alle Mal erledigt haben, d´accord? Wie klassifizieren Sie dann aber das zu entrichtende Nutzungsentgeld für die privat finanzierte Autobahn, freiwillige Spende oder nicht? Diesen parforce-Ritt überlasse ich gerne grösseren Geistern, denn die kennen sich ja aus (ist zwar Tautologie, so what)! Zahlen müssen Sie in jedem Fall.

    Reizvoll die Vorstellung statt Schuldner jetzt Gläubiger zu sein und den ROI aus der gezeichneten Firmenanleihe zu ziehen. Nur, woher hat die Firma das Geld aus dem Sie ihren ROI ziehen wollen? Angebotstheoretisch argumentiert aus dem bloßen hinstellen der Anlage, mit der zukünftig Gewinn erzielt werden soll, der aber sofort fällig ist. Ohne deren Kunden, die die Produkte abkaufen, passiert rein gar Nichts, d´accord? Die Abgrenzung treffen zu wollen, ob Konsum vorliegt oder nicht, weil sich der Schuldnerstatus zu einem Gläubigerstatus gewandelt hat, halte ich für logisch nicht vertretbar. Sie endet wohl letztlich in der Aussage: Ich glaube, also bin ich!

    P.S. Wenn Sie dem positiven Geist der Privatisierung, weil ja gewinnorientiert, den Vorzug geben, dann müssen Sie in jedem Fall auch die Manipulation des LIBOR/EURIBOR Referenzzinssatzes für nicht tadelswert halten. Tun sie das?

  10. FDominicus sagt:

    „P.S. Wenn Sie dem positiven Geist der Privatisierung, weil ja gewinnorientiert, den Vorzug geben, dann müssen Sie in jedem Fall auch die Manipulation des LIBOR/EURIBOR Referenzzinssatzes für nicht tadelswert halten. Tun sie das?“

    Das ist doch keine automatische Folgerung. Fakt dürfte auch sein einige der Manipulateur hätten sich vor 4 Jahren schon „strecken “ dürfen.

    Und zu den Möglichkeiten der Rechnung von Staaten verweise ich auf Human Acton und „Die Bürokratie“ von von Mises.

    Ich frage aber einfach mal anders herum.
    – Wie kann BW mal eben 4.7 Mrd für ENBW ausgeben?
    – Wieso kann Herr Beck ungestraft 300 Mio am Nürburgring versenken?

    Wessen Geld wurde den verloren. Sicher nicht das von Herrn Beck somit, haben Politiker egal wieviel Mist Sie auch bauen ein nur minimales Risiko.

    Und ja ich wäre gerne bereit für Straßennutzung zu bezahlen. Nur wäre das sicherlich weitaus billiger als Kfz-Steuer + Steuern auf Benzin.

    Und nein woran soll der Staat seinen Erfolg messen? Machen Sie doch einfach einen Vorschlag. Der Staat kann es nicht messen eben weil er keine Gewinn/Verlustrechnung braucht und das schon gar nicht macht. Also woran messen wir den „Erfolg“ einer „Investion“. Auf Ihre Vorschläge bin ich gespannt.

  11. John Doe sagt:

    Ich dachte, dass das Thema die Systematik sei, wann eine Staatsausgabe als konsumptiv bewertet werden soll oder nicht, die Frage nach Kameralisitk oder HGB/IRS. Wozu jetzt das nachgeschobene Thema vom Versenken von Steuergeldern?

    Ich bin wirklich etwas irritiert, was das Versenken von Gelder durch CDU/SPD Ministerpräsidenten mit der Frage nach der Systematik einer Investition zu tun hat. Ich gehe nur kurz auf dieses zusätzliche Thema ein.

    Lt. EU wurden 4,5 Billionen € zur Rettung des europäischen Finanzmarktes an nicht vorhandenen Euros aus gegeben. Wären diese Geschäfte nicht schiefgegangen, wäre es doch nicht nötig gewesen, den Finanzmarkt zu retten, d´accord? Die auf summierte Staatsverschuldung aus der selben Quelle liegt aber nur bei 3,2 Billionen €. Wozu waren die nicht dokumentierbaren 1,3 Billionen nötig? Was unterscheidet systematisch die Rettungsaktion der Finanzindustrie vom angeblichen Versenken von Steuergeldern eines Herrn Mappus? Der Mappus hat den heutigen Rückkaufgegenwert ENBW in Höhe des EDF Anteils erhalten. Wenn der Wert zu hoch sei, dann ist doch nicht einfach eine Frage der anzuwendenden Buchhaltung, sondern was mglw. der verantwortliche Herr Mappus für Fehler gemacht haben könnte.

    Dem Staat jetzt die ihm anzurechnenden Fehler seiner Vertreter an lasten zu wollen, ihn deshalb abschaffen zu wollen und alles zu privatisieren, weil es der privatrechtlich organisierte Unternehmer viel besser könne, halte ich schon von der Begründung her für sehr gewagt. Was hat die Finanzindustrie so viel besser gemacht, wenn sie Rettungsgelder für schiefgegangene Geschäftsmodelle vom unbeteiligten Dritten=Steuerzahler braucht? Sie wollen doch nicht ernstlich die Berechtigung der Existenz des Staates an schiefgegangen Geschäften bewerten? Würde der Vorschlag ernst gemeint sein, dann schliesst sich für mich die Frage an, wie die Exitenzberechtigung der Finanzindustrie zu begründen sei, wenn noch die Rettungssumme der US-Finanzindustrie in Höhe von rund $ 15 Trillion=rund 12 Billionen € berücksichtigt wird. Konsequentes handeln würde ja hier bedeuten: haben Mist gebaut, dashalb Abschaffen und verstaatlichen?

    Lösen Sie doch einfach die Kameralistik durch Rechnungslegung nach HGB/IRS ab. Sie können dann im nachlaufenden Verfahren Controlling den Wert feststellen. Da werden dann auch die vielen Derivate, wie Zinsswaps, die Absicherung gegen Risiko des Scheiterns gegengerechnet. Wenn das Argumentatiosnpaar Dystopie/Utopie, privat=gut, Staat=schlecht, gilt, sind dann die Derivate zur Absicherung des Scheiterns per se, eo ipso nicht völlig unnötig? Jetzt daraus ab zu leiten, „Geld zu versenken“ sei damit ein für alle Mal ausgeschlossen, liegt, mit Verlaub gesagt, jenseits der Realität.

    Mises uam., sie Alle verwenden die Dystopie um ihre Utopie zu begründen, die den Abschluß der menschlichen Entwicklung per se und par Dauz dar stellen soll. Ein durchaus gängiges Verhalten. Wer an die Utopie als Realität glaubt, die nur noch erweckt werden muß, der begibt sich aber auf die Ebene einer Quasi-religiosität. Verkürzt, in allen Religionen zu finden: „Wer an mich glaubt, der wird erwecket!“

    Da haben doch gerade ein Stahlkonzern rund 1,5 Mrd. €, auch von Anleihegläubigern, aufgelöste „geschlossene Fonds“ uvam. Mrd. € in den Sand gesetzt. Es kommt aber niemand auf die Idee deswegen den Kapitalismus in Frage zu stellen. Warum hier Ja, und dort aber ein Nein?

    Also: Kameralistik durch HGB/IRS ersetzten. Schlußfrage: Wie wollen Sie die Leistung des Pflegeperesonals, des Lehrers in dieses betreibswirtschaftliche Schema pressen? Anektotischer Analogieschluss: Wer minderwertiges Rohmaterial, WTI-Öl ab bekommt, statt höherwertigem Brent-Öl, der hat dann wohl Pech gehabt.

    • FDominicus sagt:

      Das gemeinsame ist. Bürokraten verspielen das Geld andere Leute und im nicht Banken und nicht staatsnahen Sektor verspielt man „eigenes“ Geld. Daher kann man eben im Privaten den Erfolg messen und nicht im staatlichen Bereich. Leistungen des Pflegepersonals? Nun man stelle sich vor dies wären „freie“ Berufe und jeder Pfleger könnte seine Gehalt selber aushandeln. Dann ist es ziemlich einfach. Diejenigen die im Geschäft sind sind die, denen die Leute offenbar mehr zutrauen.

      Ich gehe im Gegensatz zu Ihnen nicht davon aus, das staatliche Angestellte eine bessere Dienstleistung erbringen als Private.

      Zu den geschlossenen Fonds ist nur zu sagen. Dort verliert nicht jeder Geld sondern nur diejenigen die in den Fond einbezahlt haben. Kann ich mich vor den versenkten Steuermilliarden drücken? Nein. Investiere ich trage ich das Risko „investiert“ der Staat trage ich das Risiko auch. Kann mir aber den Nutzen nicht auf mein Konto gutschreiben.

      Ihre Folgerungen sind unzulässig. Die Finanzindustrie hätte sich schon lange ausgedünnt wenn Staaten nicht eingesprungen werden. Und natürlich bin ich dafür das derartige schlechte Finanzdienstleister verschwinden müssen.

      Ich habe nirgendwo geschrieben Staaten müssen diese „Firmen“ stützen. Ich bin ganz im Gegenteil dafür, daß derartige Firmen verschwinden sollen. Aber genauso bin ich dafür das Bürokraten für Ihre Tun verantwortlich sind und das gibt es mal gar nicht.

      Und wer noch sehen kann, was Staaten Gutes tun. Der sieht offensichtlich etwas anderes als ich. Und damit klinke ich mich aus.

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