Der ultimative Jahres-RÜCK-blick für 2015

2. Januar 2015 | Kategorie: RottMeyer, Zeitlos

von Frank Meyer

Das Jahr hat kaum angefangen, ist es auch schon wieder vorbei. Folglich senden wir an dieser Stelle den ersten Jahresrückblick 2015. Was war passiert? Wie erwartet, 2015 wurde turbulent. Aber lesen Sie selbst…

Wir lebten auch 2015 wieder in Zeiten und in einem Land, wo Milch und Honig fließen, wir sind 2015 regelrecht darin ersoffen oder lagen zumindest damit verklebt auf unserer Couch herum, wo der Honig aus einer besseren Welt ungeniert aus dem Fernseher spritzte. Die Zeitungen lieferten dazu das passende Konfetti. Helau!

Die Ertrunkenen im Mittelmeer hatten es da besser, denn es ging dort schneller mit dem ewigen Leben. Man hat wenig über sie berichtet, ebenso wenig wie über die „Opfer“ gezielt eingesetzter Drohnen irgendwo in Krisengebieten. Wer 2015 einfach nur verhungert ist, der hatte sich die unauffälligste Variante des irdischen Ablebens gewählt. Dann doch lieber Ebola. Da zählt der Betroffene wenigstens noch in der Statistik.

2015 wurde wieder viel gestorben in der Welt – und auch getötet, aber wenn, dann wie immer für einen guten Zweck. Nicht wahr? Und wer sein Leben nicht für eine vermeintlich bessere Welt hergeben musste, der kam auf andere Weise um, gerne auch im Altenheim, voll sediert und schlief dort besonders friedlich ein. (Sorry, das musste hier sein!) Und neues Leben entstand, um das sich künftig die Bildungsindustrie kümmert, dass es an gebrauchsfertigen Human-Werkzeugen der Welt nicht mangelt. Besser noch, dass ein gewisser Überschuss von diesem Human-Kapital trotz offiziellem Mindestlohn für den nötigen Preisdruck auf die Arbeitskosten sorgt. Und dass sie das wählen, was ihnen gesagt wird. Nein, darum soll es in meinem Jahresrückblick 2015 weniger gehen – jetzt, wo 2015 hinter uns liegt – ein Jahr der Superlative… Super-Benzin kletterte erstmals über die 2-Euro-Marke.

Lebe zynisch, habe Spaß! Ja, das war auch das Motto der Blogbetreiber in 2015. Nicht, dass wir etwas besser wussten, nein, wir haben es nur nicht ernst genommen. Von daher störte es uns auch nicht, dass die GEZ bzw. der „Ihr Rundfunk-Brei-Tag“ im Jahr 2015 sein Ende fand, kurz vor dem Börsengang mit Goldman Sachs als Konsortialführer. Die Sache war aber etwas dramatischer, allein schon wegen der Entzugserscheinungen der älteren Herrschaften, als Sörian Filbereisen seinen Abschied für immer bekannt gab.

Rundfunk: Sendet nicht mehr rund

Die GEZ… Schon Anfang 2015 hat sie es öfters in die Schlagzeilen geschafft als PEGIDA. Nachdem der „Ihr Rundfunkbeitrag“ monatelang zehntausende Mahnschreiben mit Androhung von Beugehaft verschickt hatte kam es für Zehntausende zur Beugehaft, ausgelöst durch Uneinsichtigkeit über das „Ihr“ in Sachen Rundfunkbeitrag. Im Frühjahr 2015 war halb Deutschland in Beugehaft, was die Lage in den Gefängnissen etwas unübersichtlicher machte. Als dort ein Schwarz-Seher während der Tagesschau in seiner Zelle einen Zuckerschock erlitt und starb, kam es zu landesweiten Demonstrationen. Aus PEGIDA wurde PEDGEZIDA, der Abkürzung einer Sache, deren Vollschreibweise die Kapazität dieses Blogs hier sprengen würde.

Die Politik reagierte umgehend. Zum 1.1.2016 wird das Öffentlich Rechtliche Fernsehen auf einen einzigen Kanal beschränkt, der dann aus Steuermitteln finanziert wird. Chefredakteur: Karl Eduard von Schnitzler. Nein, er lebt noch. Mit einem „Ich werde gebraucht!“ erschien er wie der heilige Geist in der 15 Millionsten Jubiläumsausgabe des Morgenmagazins. Der Herr sprach: Und so solle es sein.

Der Rest wurde abgeschaltet und abgewickelt. Die früheren jährlichen Einnahmen von 7,7 Milliarden Euro über die GEZ werden mit künftig 17,5 Milliarden Euro aus der Steuerkasse beglichen. Die Ersparnis für den Bürger beträgt 17,98 Euro im Monat oder 216 Euro im Jahr. Dafür gibt es dann eine Marken-Jeans oder 48 Döner. Die ARD startete am 1. November eine 500 Millionen Euro teure Werbekampagne: Wir senden weiter! Gut und Richtig! (mit großem R!**) Vom ZDF hat man nichts mehr gehört. Nachdem am 24.12.2015 eine alte Weihnachtsansprache von Helmut Kohl versehentlich gesendet wurde, blieb der Bildschirm schwarz und die Mainzelmännchen begingen kollektiven Selbstmord. Soweit wir in Erfahrungen bringen konnten, ist Lanz gut versorgt.

Die letzte Gardine – Eine Lederhand packt ein: WortArt

Übrigens, alle Buchstaben werden ab 2016 groß geschrieben. „Wir wollen nicht kleckern, sondern klotzen!“ sagten die beiden Vorsitzenden des EU-Ethik-Rates Klaus Zumwinkel und Thomas Middelhoff. „Wir sind wer in der Welt und das darf man groß schreiben.“ Die 89. Rechtschreibreform wurde initiiert. Das Minuszeichen wurde verboten und auch der Binde-Strich, wegen der Verwechslung mit dem Minuszeichen. Im Zweifelsfall setzt man künftig einfach ein Plus, Doppelplusgut, denn doppelt hält ja besser. **

Aus dem Deutschlandfunk wurde der Europafunk und aus Deutschlandradio-Kultur „Europaradio Unkultur“ (EU) mit halbstündlichen Ansprachen der EU-Kommissare. Beethoven erstand wieder auf und wurde gemeinsam mit Erich Honecker mit einer Sense bewaffnet in der Feinkostabteilung des letzten Karstadt-Warenhauses beim Diebstahl einer Flasche Schnaps erwischt. Man kann nur vermuten, was beide vorhatten.

Draghisch!

china-katzeMitte März trat auf draghische Weise auch EZB-Chef Mario Draghi zurück. Mit einem „Print Off“ verabschiedete sich der frühere Goldman Sachs-Mitarbeiter von der öffentlichen Bildfläche der EZB. Eine asiatische Winke-Katze übernahm kommissarisch den EZB-Vorsitz. Wenige Tage später kam es in Italien zu einer Regierungskrise. Italiens Regierungschef Matteo Renzi musste sich im Kampf gegen die Statistik geschlagen geben und trat zurück. Neuwahlen wurden ausgerufen.

Die Furza Italia gewann haushoch mit 106% der Stimmen. Furza-Chef Mario Draghi übernahm im Juni 2015 die Regierungsgeschäfte und verkaufte Italien für 2,50 Euro an Goldman Sachs. Er wurde nicht nur heilig gesprochen, sondern auch zum Ehrenbürger des Universums gewählt. Die Laudatio hielt Jean Claude Junker, also Gott selbst. 

Für Hans Werner Sinn („Mister Target“)  war 2015 eine Herausforderung. Zum einen wurde aus seinem ifo-Institut durch unglückliche Umstände das UFO-Institut und damit aus Mangel an Beobachtungsobjekten seine Arbeit obsolet. Er bewarb sich als Ausländerbeauftragter der Bundesregierung und wurde Ende Juli 2015 feierlich ernannt. Damit sich die Sache mit der Migration auch rechnet, führte er den Kosten-Nutzen-Vektor ein. Dieser KNV wird seit August monatlich erhoben und steigt wie vom Finanzministerium befohlen. Auf der Basis griechischer Erfahrungen kommt es im Herbst 2015 zum ersten Primärüberschuss. 

Apropos Griechenland… Dort wurde am 25. Januar gewählt. Die linke Partei Syriza, hat nichts mit Syrien zu tun, denn die Syrer fielen erst im November in Griechenland ein, übernahm die Macht. Der Schuldenschnitt kam. Griechenland verließ die Eurozone und ging nach Südamerika. Als Ersatz für Griechenland wurde Brasilien in die Eurozone aufgenommen. Angola, Simbabwe, Ghana und die Elfenbeinküste stellten ebenso Anträge auf Aufnahme im Euroverbund, welche von EU-Chef und Gott J.C.Juncker umgehend bewilligt wurde… (Seite 2)




 

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19 Kommentare auf "Der ultimative Jahres-RÜCK-blick für 2015"

  1. Michael sagt:

    Die Schwarzer kauft die Insel Lesbos….
    Einfach wieder Klasse, Herr Meyer! Vielen Dank.

  2. Julie sagt:

    Lieber Frank,
    Du hast dich wieder einmal selbst übertroffen. Mache weiter so im Jahr 2015. Die Welt braucht Deine Beiträge!

  3. Voelker sagt:

    Super, ein humoristische Feuerwerk mit jeder Menge Lachsalven.
    Fröhliche Farbtupfer in das so oft journalistische schwarzgraue Einerlei.
    Bleiben Sie uns recht lange erhalten!
    Wünsche erfolgreiches und gesundes Neues Jahr!

  4. denny sagt:

    Gesundes Neues Herr Meyer!
    Ich hatte wieder einmal viel Spass beim Lesen Ihres Beitrages.
    Einfach nur gut. Bitte weiter so!!

  5. Michael sagt:

    Uli Hoeneß – Ohne Bargeld hätt ich nicht soviel zocken können 🙂

    Genial. Was ich ich heuer schon alles habe versäumt. Wo ist der Sommer nur geblieben? Das Jahr verging wie im Fluge.

    Die Frau Merkel die ist dort wo sie immer war … aber wir …. bald wird’s gut warm.
    https://www.youtube.com/watch?v=XAcj_armFos

  6. Sandra sagt:

    Vielen Dank! Während des Lesens war ich glücklich. Also das ganze Jahr 2015 sozusagen.

  7. Frank Meyer sagt:

    Herzlichen Dank für den Zuspruch und ….
    passt gut auf in diesem grandiosen 2015.
    Ales Gute und viele Grüße von
    Frank

  8. Avantgarde sagt:

    Chapeau !

    Da haste die Latte für nächstes Jahr aber hoch gelegt 🙂

  9. Michael sagt:

    Herrlich! Ich musste einige male herzhaft lachen… wenn es denn nicht so traurig wäre.
    Schonungsloser Artikel über den Irrwitz in unserer Wirtschaft und Politik. Hat wirklich Spaß gemacht Ihren Text zu lesen, vielen Dank.

  10. cubus53 sagt:

    Hier mein persönlicher Nachtrag zum Jahresrückblick :

    – Frau Merkel warnt davor, an den PEGIDA Demos teilzunehmen.
    – Die CSU dagegen hat Verständnis für PEGIDA Anhänger.
    – Frau Merkel findet die SPD erbärmlich, wegen der Koalition mit den Linken.
    – Die Generalsekretärin der SPD dagegen meint, 12 Jahre Merkel seien genug.
    – Der Deutsche Bundestag „bittet“ Herrn Draghi, keine weiteren deutschen Steuergelder nach Griechenland zu überweisen.
    – Herr Schäuble feiert die Schwarze Null und versinkt gleichzeitig in 2 Billionen Euro Schulden.
    – Herr Sinn meint, es seien in Wirklichkeit noch mehr Schulden. Wäre ja nicht das erste mal, dass sich die Leute im Finanzministerium verrechnet haben.

    Ist aber auch schwierig, bei so vielen NULLEN.

  11. Sandra sagt:

    Eine persönliche Jahresvorausschau

    Das Jahr der Entscheidung und Wahl/ vertreten eines Standpunktes im Spektrum zwischen Freiheit und Abhängigkeit (keiner der Begriffe ist positiv oder negativ).

    Es wird vermehrt scharf geschossen. Richtungsentscheidungen werden fallen – individuell und kollektiv.

    Unter besondere Beobachtung ist die ‚Gruppe‘ derer zu stellen, die Einfluß und Bedeutung auf hoher Abhängigkeit aufgebaut haben. Diese sind in einer Patt-Situation, da egal in welche Richtung sie sich bewegen, sie Einfluß und Bedeutung verlieren. Bewegen müssen sie sich leider, um zu überleben.

    Jeder muß selbständig entscheiden, welchen Abhängigkeiten er akzeptiert, vorübergehend folgt ggfls. sich unterwirft oder nicht. Die Qual der Wahl – Investition, Erfahrung, Ertrag, Rendite innerhalb des oben genannten Spektrums sowie die Frage des eigenen Willens (Durchsetzung und Umsetzung) werden den weiteren Weg bestimmen.

  12. gilga sagt:

    „Genosse Rott, der Chef der „Bank Rott“ wird enttarnt und taucht mit Lloyd-Blankfein-Maske wieder unter.“

    Vorerst wäre es besser dies unterbleibt noch… man hat sich an die bissigen und dennoch stets zutreffenden Analysen doch ziemlich gewöhnt. Ich hoffe aber, irgendwann in ruhigeren Zeiten wird man auch mal ein Video Interview Meyer/Rott in Farbe bestaunen dürfen. So als krönender Abschluss einer langen Karriere… und zur Befriedigung meiner Neugier… 😉

  13. bluestar sagt:

    Hallo Herr Meyer,
    vielen Dank für diesen brillanten Jahresrückblick.
    Große Klasse kann ich da nur sagen, das ist Kunst.
    Ich wünsche Ihnen ein gesundes 2015 mit Freude, vielen Glücksmomenten und natürlich weiteren grandiosen Ideen.
    Auch für die gesamten Fan-Gemeinde ein gesundes, glückliches 2015 mit guten Nerven und den richtigen Entscheidungen. Vielen Dank für die vielen guten Kommentare und vor allem für den Respekt untereinander. Nach meinem Geschmack ist das Spitze in Deutschland.

    LG aus Sachsen

    PS: Wurde 2015 nicht auch die NATO mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet ???

  14. Spectateur sagt:

    Sehr gelungen, Chapeau, fast alles richtig, bis auf zwei Kleinigkeiten. Habe lediglich Zweifel bzgl. Rosa Luxemburg (aka Rozalia Luksenburg) im Karstadt ……. eher unwahrscheinlich, weil das nicht ihr Heimathafen war. Aber dass sie mit der Flasche Schnaps ein zweites Mal tot im Landwehrkanal unter dem nach ihr benannten Steg lag, könnte hinkommen. Es muss bei aller Heiterkeit auch die tragische Duplizität mancher Fälle bedacht werden. Und über irgendwas muss die Vereinigte LinksGRÜNE Werte-, EURO&pa-ranoia-Jubel-Elite- und Gutmenschengemeinschaft sich auch in diesem Artikel aufregen dürfen, wenn sonst schon alles so zutrifft.
    Dass Frau Merkel spurlos verschwunden ist, wäre die schönste, aber am wenigsten glaubhafte Nachricht. Von manchen derartigen, mit dem Weltraummaterial Teflon beschichteten Findlingen – von denen manche behaupten, sie wären gar nicht von dieser Welt, sondern aus der Uckermark – könnte sich das Jahr 2015, aus welchen Gründen auch immer, trennen, gewiss. Tatsächlich werden sie allerdings, auch wenn sie keine Schatten mehr werfen, von ihren ehemaligen Ein-Flüsterern nach dem Ende ihrer irdischen Laufbahn auf der AREA 51 mit weiteren auf der Erde gelandeten und tätig gewesenen Aliens alimentiert, bis ihr Mutterschiff sie wieder nach Alpha Zentauri zurückbringt. Erst dort wird sich ihre Spur verlieren.

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