Meyers Satirischer Jahresausblick: Was uns 2013 erwartet hat

24. Dezember 2013 | Kategorie: Gäste, Zeitlos

 Ein Jahr alt: Mein Ausblick 2013… Na? hatte ich Recht?

(von Frank Meyer) Hier die Schlagzeilen für 2013… +++ Aufschwung überholt sich selbst+++ Aus Verbraucherstimmung wird Konsumwut +++ DAX erreicht 10.000 Punkte +++ Propagandaaktien im Hausse-Modus +++ Druckmaschinen-Hersteller am Limit +++ Sommerbeginn im Winter+++ Benzinpreis eingebremst +++ Schuldenbremse verölt +++ Haushaltsloch mit guten Worten gestopft +++ Der Jahresausblick…

Noch im alten Jahr fragt Butler James Miss Sophie: „The same shit as every year?“ „The same shit as every year“, sagt die alte Dame. Und beginnt zu weinen.

2013 beginnt schon 2012 – und das mit Pannen. In den GEZ-Sendeanstalten wird versehentlich die FSK-18-Version bzw. die Urfassung von „Dinner for One“ gesendet. Peinlich, denn das öffentliche Trinken von Alkohol, Stürze über Tigerköpfe und Trinken von Vasenwasser wurden von der EU-Kommission als bedenklich eingestuft, der Klassiker auf einen EU-Index gesetzt und „Dinner for One“ extra europatauglich neu aufgenommen.

Doch das war noch nicht alles: In der Neujahrsansprache der Kanzlerin weht aus Versehen die Europafahne mit einem Pleitegeier im Hintergrund. Mit der neuen GEZ bzw. dem „Rundfunkbeitrag“ bleibt dann aber alles besser. Versprochen.

Jahr der Vollbeschäftigung

Am 1. April ruft die Bundesregierung etwas verspätet das Jahr der Vollbeschäftigung aus. Erstmals seit Bestehen der Bundesrepublik sinkt die Arbeitslosenquote in den Minus-Bereich. Deshalb wird aus der Arbeitslosenquote kurzerhand die Arbeits-Such-Quote (ASQ) mit verheerenden Folgen: Der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung derdoppelt sich und die ARGE schafft sich ab, was rund drei Millionen in den Agenturen dösenden Arbeitskräfte „freisetzt“.

Nach dem Ende der Praxisgebühr sitzen seit Januar vorwiegend Unternehmer in deutschen Arztpraxen. Sie haben so händeringend nach Arbeitskräften gesucht, bis ihre Handknochen splitterten und medizinische Eingriffe notwenig wurden.

Jahr des Konsums

Da der medial gefeierte Konsumrausch nicht mehr in den Griff zu bekommen war, wurde Weihnachten jetzt bis Ostern verlängert. Zudem beginnen die Grünen kurz nach der Bundestagswahl mit der Etablierung sinnloser Feiertage.
Die OECD ruft 2013 als Jahr des Konsums aus. Motto: KONSUM: Kaufe Ohne Nachzudenken Schnell Unsern Mist. Aus Begeisterungswellen werden Begeisterungsstürme – wenn nicht gar Konsum-Tsunamis.

Wirtschaft brummt

Zeitenwende: Die Wirtschaftsdaten werden im Frühjahr auf Wunsch-Modus umgestellt. Im Statistischen Bundesamt und auch bei Eurostat werden die Minuszeichen endlich verboten und deshalb auch neue Schulbücher für Mathematik gedruckt. Die 1.000-Euro-Note mit Herman van Rumpoy auf der Rückseite erblickt das Licht der Welt. In der Bevölkerung wird dieser Schein als „Grusel-Euro“ gemieden. Trotzdem wird er weiter gedruckt. An der Börse gehen die Papiere für Heidelberger Druck und König & Bauer durch die Decke.

An der Börse erreicht der DAX Ende April die Marke von 10.000 Punkten. Kurz darauf verbietet die EU-Kommission nach den Leerverkäufen jetzt auch die Minuszeichen an der Börse. Bei den Börsenreportern auf dem Parkett versagt für Wochen ihre Grinseeinrichtung in der Mundwinkelgegend. Doch es soll noch schlimmer kommen.

Grimms Märchen verboten

EU-Familienministerin Kristina Schröder verbietet Grimms Märchen bis zum Einigung auf eine diskriminierungsfreien Version des Artikels 23 der EU-Charta, einer Richtlinie zur geschlechterspezifischen Harmonisierung gesellschaftlich relevanter Themen (GSHGRT). „Das Gott“ wird zum Wort des Jahres. „Der“ und „Die“ kommen auf den EU-Index. Aus dem Weihnachtsmann wird das Solidaritäts-Männchen und -frauchen, unverwechselbar, mit dem roten Band der Eurokratie. Und Frau Schröder erhält rückwirkend sämtliche nicht vergebenen Friedensnobelpreise.

Unterdessen hat die Biene Maya ihre zehnjährige Haftstrafe angetreten. „Das Flip“ kam aufgrund einer Amnestie glimpflich davon. Pumuckls Haare bleiben dauerhaft Kommunismus-Rot. Das Teletubbi wird zur europäischen Leitkultur.

Revolution in der Literatur. Das Jahr der Jean Claudes

„Warum konsequentes Handeln konsequentes Handeln bedeutet“, so der Titel eines viel umjubelten Buches – des Best-Schenkers“ auf Amazon. Geschrieben vom Duo Infernale Jean Claude Junker und Jean Claude Trichet, hat es beste Aussichten, als Jean-Claude-Bibel die Welt besser bzw. anders zu machen. Jedem EU-Bürger wird kostenlos ein Exemplar zugestellt. Brennwert: Drei Briketts aus Bitterfeld. Und die Rente wird auf Einheiz-Wert umgestellt.

Auch die Titel „Leben in der wutbürgerfreien Zone“ und „Warum Gott noch kein iPhone nutzt“ belegen 2013 vordere Plätze, weit vor der eigentlichen Bibel. Um Gottes Werk kümmert sich weiterhin Goldman Sachs.

Tabaksteuer beendet Klimawandel und Eurokrise

Im Mai werden die Risikohinweise auf den Zigarettenschachteln durch „Rauchen hilft dem europäischen Integrationsprozess!“ ersetzt. Kurz darauf weiß der ESM nicht, wohin er die sprudelnde Tabaksteuer verklappen soll. Die durch den kollektiven Rauch aufsteigende Tabakwolke beendet den Klimawandel und die Eurokrise.

Das Jahr der Preise

Der Gewinner 2013 wird der Euro. Ihm werden Bambi, Oscar, Goldener Löwe und im Herbst auch Wirtschaftsnobelpreis und Karlspreis verliehen. Zudem wird die Währung endlich auch auf Mars und Venus als gesetzliches Zahlungsmittel eingeführt. Der Literaturpreis geht in diesem Jahr an Jean Claude und Jean Claude. Die Atombombe erhält 2013 den Friedensnobelpreis.

Weitere Schlagzeilen des Jahres 2013

+++ Rating-Agenturen stufen Winter ab +++
+++ Klimawandel nicht nur an den Polen – auch in Polen +++
+++ Versehen: Staatsschulden mit Null multipliziert. Macht nichts! +++
+++ Verkehrssünder: Aufschwung überholt sich selbst +++
+++ Absurdistan gewinnt den Eurovision Song Contest +++
+++ Umbenennung: Aus Sandmännchen wird Euromännchen +++
+++ Monstersturm „Peer bedroht Deutschland +++
+++ Merkel gewinnt Bundestagswahl mit 116 Prozent +++
+++ Goldener Oktober nun Kernkapital in Banken+++
+++ Deutsche Bahn bedauert verbale Entgleisung +++
+++ Skandal! Wahlurnen auf Friedhof gefunden +++


 

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7 Kommentare auf "Meyers Satirischer Jahresausblick: Was uns 2013 erwartet hat"

  1. samy sagt:

    +++ Sandmännchen stößt bei der Beschaffung von RHB-Stoffen auf Öl, setzt sich zu Ruhe+++Peak Oil verschoben+++Sandmännchen schreibt Memoiren, outet sich als reuiger Bilderberger+++Sandmännchen musste den Menschen gezielt Sand in die Augen streuen-Skandal!+++ HB-Männchen scheitert kläglich als Sandmännchen Ersatz, Kinder rauchen morgens Kippen zum Kakao+++Billige asiatische Sandmännchenkopien streuen Kindern Reis in die Augen – Hungersnöte in China+++Jim Rogers: „Das ist gut für den Reispreis“+++US-Waffenlobby warnt vor Werwölfen, Amerikaner kaufen Silberkugeln +++ Eric Sprott: „Das ist gut für den Silberpreis“+++Sandbefreite Grundschulkinder singen in Woodstock neues Protestlied „Gooooold bleeessssss Americaaaaa“ +++ Ben Bernanke dazu:“ Das finde ich überhaupt nicht gut“+++Sylveser Stalone dreht „Cliff Hanger II“, in den Hauptrollen sehen wir Barak Obama und John Boehner. Vorbereitungen für Teil III laufen schon, Sandmännchen erwirbt Filmrechte+++

    2013 halt.

  2. DukeNukem sagt:

    Na das sind ja ein paar entzückende Prognosen fürs kommende Jahr! Ich bin sicher dass die hohen Herren und Herrinnen in Brüssel das noch toppen können 😉

  3. rolandus sagt:

    Eindrucksvoll genial!!! nur bei der Merkelwahl wahrscheinlich um 30 % verschätzt…denn 150% müßten es schon werden, immerhin will sie ja nicht mehr als Steinbrück fordert.

    Dem einzig wahren Journalisten einen guten Rutsch
    rolandus

  4. neuheide sagt:

    Ein wirklich ausgewogener Jahreausblick ohne Sportteil?

    -totale Dominaz:
    Schalke,Bayern,Dortmund Cl.Sieger 2012/2013-
    -Klimawandel mal anders:
    Aufgrund günstiger Wetterprognose.Winterspiele 2030 in Saudie-Arabien-
    -erfolgreicher Börsenstart:
    Messi teurer als Griechenland.

  5. katzbuckel sagt:

    Wer in diesen Zeiten keinen Dachschaden davonträgt, der ist verrückt.

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