„Metallwoche Extra“ – Große Umverteilung von Gold und Silber

26. September 2011 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer, Slideshow

In Anbetracht der Lage beim Gold und Silber senden wir erneut eine „Metallwoche Extra“ – ein Update zum Gemetzel am Markt. Die Leute flüchten aus Edelmetallen, heißt es. Seien Sie vorsichtig, sollten Sie von einem aus dem Fenster fliegenden Barren getroffen werden! Legen Sie das „Zeug“ am besten vor die Tür und rufen Sie den Sondermüll-Entsorgungsdienst. Nix mehr wert!

Gewinnmitnahmen? Flucht? Zur gleichen Zeit bilden sich Schlangen bei den Edelmetallhändlern, wo Leute nicht etwa verkaufen, sondern kaufen diesen Pluder. Seltsam. Die Charts sind zerrissen, im Papierhandel gibt es Ausschläge bei den Preisen wie bei Patienten mit einem Herzinfarkt. Was wird dort gespielt? Wahrscheinlich ein etwas größeres Spiel. Und damit schalten wir nach Düsseldorf zu Michael, dem „Düsseldorfer“ Am Mikrofon: Frank Meyer.


©Frank Meyer

 

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44 Kommentare auf "„Metallwoche Extra“ – Große Umverteilung von Gold und Silber"

  1. guarneri sagt:

    Dies ist meine erste mail bei euch, nachdem ich regelmäßig dankbar eure Metallwoche verfolgt habe. Ich habe eine Verständnisfrage die ihr vielleicht beantworten könnt: Deflationisten argumentieren immer so dass die Schulden dieser Welt nicht weginflationiert werden können, wenn es richtig dick kommt. Robert Prechter (http://www.elliottwave.com/club/deflation-ebook/) und Prof.F.Malik (http://blog.malik-management.com/tag/deflation/) sind genau dieser Meinung und sagen genau wegen der Schulden kommt es knüppeldick und dagegen sind die ZBen machtlos. Nun ist es so, dass ein Inflationist wie Gary North argumentiert, dass die Deflationisten nicht zwischen Consumer- und anderen Preisen unterscheiden, aber gleichzeitig zugibt, dass eine Rezession die Edelmetallpreise unter Druck setzt. D.h. wenn es den ZBen gelingt, gegen die Probleme „anzudrucken“, wird es höchst-wahrscheinlich Inflation geben und dann sind EM das Mittel der Wahl.
    Vielleicht könnt ihr (noch mal?) erklären warum die ZBen potentiell die kollabierenden Schulden weginflationieren können und wie ein Prechter und Malik das Gegenteil behaupten können… Warum sind die Experten hier so unsicher? Ich erinnere mich immer an das Zitat von Jefferson: „If the American people ever allow private banks to control the issue of their currency, first by inflation, then by deflation, the banks and corporations that will grow up around them will deprive the people of all property until their children wake up homeless on the continent their Fathers conquered…“. Ist es nicht so, dass wir uns AUCH auf Deflation vorbereiten und eine Menge Bargeld bereithalten müssen?

    • Avantgarde sagt:

      „Warum sind die Experten hier so unsicher?“

      Sie sind sich nicht unsicher.
      Die Deflationisten denken systemisch und die Inflationisten spielen ein unter bestimmten Umständen mögliches Szenario.

      Wobei ersteres sehr viel wahrscheinlicher ist als zweiteres.

      Bisher haben die Inflationisten mit ihren Thesen jedenfalls keinen Stich gemacht.

      • guarneri sagt:

        Verstehe ich das richtig: das Deflationsszenario ist wahrscheinlicher? Wozu dann EM? Speziell Silber?

        • Avantgarde sagt:

          Das Deflationszenario ist wahrscheinlicher und vom Geldsystem aus gesehen sogar zwingend.
          Das beste Szenario für D sehe ich noch in einer Art Bilanzdeflation wie in Japan. Ich hoffe nicht, daß es ganz schlimm wird.

          Weil Gold erstens Geld IST und zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Spirale die Buchgelder aus höchste gefährdet sind – und zwar dann wenn die Aktiva der Banken nicht mehr ausreichen um die Verbindlichkeiten zu garantieren.
          Aber auch an dieser Stelle: Nicht alles auf eine Karte setzen.
          Gold ist ein Teil, das sonst so geschmähte Papiergeld ein anderer Teil, selbst Anleihen sind nicht unattraktiv.

          Silber ist in erster Linie Industriemetall.
          Es ist Spekulation, daß dieses Metall auch wieder eine monetäre Seite bekommen könnte – die ich und ohne Gewähr und wissend der Gefahr teile.

      • Frank Meyer sagt:

        Stimmt. Steigende Preise allerorten sind tatsächlich deflationär. Die Inflationisten kennen die Geschichte.

        • Avantgarde sagt:

          @guarneri

          Gold ist Geld – das sagt übrigens auch Robert Prechter.
          Und ich kann dieser Ansicht wie gesagt auch nicht widersprechen.

          • guarneri sagt:

            Ok, hatte die bärischen Aussichten von Prechter/Malik mit Maliks „Gold ist nicht Geld, da es von keiner Bank als Währung entgegengenommen wird“ vermischt.

            Kannst du präzisieren, welches Szenario du mit „…die Inflationisten spielen ein unter bestimmten Umständen mögliches Szenario“ meinst?

    • mfabian sagt:

      Es gibt da verschiedene Szenarien und auch auf Ebene von Nobelpreisträgern den Streit zw. Inflationisten und Deflationisten.

      Inflationisten sehen die stark ausgeweitete Geldmenge, die einer konstanten Gütermenge gegenübersteht und sehen über einen Wertverfall des Papiergeldes steigende Preise.

      Deflationisten sehen die steigende Geldmenge auch, sehen aber, dass das Geld in einer Liquiditätsfalle bei den Banken gefangen ist, nicht in den Wirtschaftskreislauf kommt, somit nicht nach Gütern und Dienstleistungen jagt und entsprechend die Preise stabil bis sinkend sein werden.

      Um die Verwirrung komplett zu machen, gibt es mindestens 2 Definitionen von Inflation:
      Einerseits die monetäre Inflation (Auswertung der Geldmenge)
      Andererseits Inflation als Synonym für „Teuerung“. Also steigende Preise.
      Wir könnten also, falls die Deflationisten recht bekommen, das Paradoxon bekommen: Einerseits Inflation der Geldmenge andererseits Deflation der Preise.

    • Johannes sagt:

      Nun, Geld gedruckt wird meiner Meinung nach, nach wie vor nicht. Es wird lediglich um- und aufgeschuldet, unter Zuhilfenahme der Zentralbanken, der wohl letzten Bastion in diesem Spiel.

      Griechenland zum Beispiel wäre schon längst in einer gewaltigen Deflation, würde nicht massiv auf die EZB umgeschuldet werden.

      Ebenso verhält es sich mit den USA (FED), PIIGS und Konsorten.

      Die Kredite/Staatsschulden werden nicht ausgebucht, sondern umgebucht, daher noch keine nennenswerte Deflation.

      Es wird derzeit versucht, das Ausbuchen um jeden Preis zu verhindern, um einen Status Quo zu erhalten.

      Evt. gibt es bei Insidern schon das Wissen um eine Ausbuchung der Griechenlandschulden und deswegen fallen von Bankaktien bis hin zu den Edelmetallen sämtliche Notierungen um sich Liquitität zu beschaffen. Zumindest eine Teilausbuchung der Griechenlandschulden ist im Gespräch, was natürlich deflationär wirkt.

      Inflation kann im Grunde nur entstehen, wenn mehr aufgeschuldet wird, als ausgebucht werden muss.

      In wie weit das den ZB`s möglich ist, kann ich nicht beurteilen, scheinbar sind diesen aber Grenzen gesetzt, sonst hätte Benni wohl umgehend QE 3 ins Leben gerufen. Die letzte Grenze ist wohl das Vertrauen der Bürger in das Geldwesen.

      Denkfehler dürfen gerne aufgedeckt werden. 😉

    • auroria sagt:

      Die Deflationisten sagen:
      Um die Schulden weg zu inflationieren, müsste man einige Jahre lang die Inflation so auf ~ 6 bis 10% heben. Und das sei nicht möglich, weil bei der hohen Staatsverschuldung dann die Zinsen nicht mehr bezahlbar wären.

      Sie Inflationisten „vertrauen“ auf die Gelddruckmaschienen der Zentralbanken. Die können jederzeit in unbegrenzter Menge Geld drucken und dieses dem Staat (ggf über EFSF/ESM dazwischen) als Kredit zur verfügung stellen. Und damit alles weginflationieren.

      • samy sagt:

        Ja, aber die Staatsschulden können nur dann weginflationiert werden, wenn die Ausgaben, also die Neuverschuldung, nicht mitinflationiert.

        Das ist aber zumindest unwahrscheinlich und sowieso nur zu erreichen, wenn der Staat massiv während einer Inflation Ausgaben kürzt. Das geht aber nicht, weil in der Endphase, wenn also Haushalte und Unternehmen überschuldet am Boden liegen, der Staat durch seine künstliche Nachfrage und Stützungen ja selbst die Inflation in die Welt bringen muß. Er „ist“ selbst die Inflation und kann somit Schulden nicht weginflationieren.

  2. timesystem sagt:

    Juhu, der Server hat gehalten. Danke, Ihr Beiden, wie immer, erstklassiger Service.

  3. deshaunw sagt:

    Hallo Zusammen!
    Zuerst mal ein großes Kompliment an die Autoren, ich habe schon einen Link auf meinem Blog angebracht!
    Zu Defla Infla Verständnisfrage kann ich euch ein wunderbares Spiel empfehlen, ich spreche wirklich von einem Brettspiel;-). Man braucht dazu nur ein Monopoly und die dazugehörige Erweiterung:
    http://www.kopp-verlag.de/Infla:Defla.htm?websale7=kopp-verlag&pi=113840&ci=000041
    Übringes findet man diese Erweiterung auch in dem Buch von Reinhard Deutsch – Das Silberkomplott, das ist auch sehr zu empfehlen.
    Aber unterm Strich fällt trotzdem jegliche Prognose enorm schwer. Während der Infla sollte man Schulden machen und EM kaufen und somit sollte man dann in der Defla liquide sein und billig Häuser und Grundstücke kaufen. Problem ist nur, wenn Defla zuerst kommt und der Schuldenberg scho da ist^^^ …Aufjedenfall spannende Zeiten

    Gruße
    Deshaun
    fieblog.wordpress.com

  4. Andre sagt:

    Vielen Dank an euch beide, und schön, dass ihr endlich wieder Online (das war der Grund für die fehlenden Leser!) seid. Was ich mich frage ist, warum geben viele Händler ihr wertvolles Metall zu diesen Konditionen ab? Ich würde meine Hütte schließen, und wenn die „Märkte“ wieder „normal“ laufen – öffnen!

  5. konnt_ja_keiner_ahnen sagt:

    Auch von mir ein Dankeschön für die vielen -ja- eigentlich kann man nicht mehr von Metall-„Wochen“ sprechen, sondern eher von Metall-„Tagen“.
    Und exakt so betrachte ich auch die derzeitige Situation. Es sind Metalltage!
    Und während die Massenflucht aus den Edelmetallen einsetzt (siehe focus.de. welt.de, etc.pp.), werden die Händler leergekauft.
    Komischer Satz… gell? Ich verstehe ihn auch nach 10maligem Lesen noch nicht so wirklich.
    WOW – was für ein Run auf die Händler. Und KEIN Wort darüber in der Mainstreampresse. Das ist doch nahezu lächerlich.

    EDIT: Kurzer Gedankenblitz während die Nudeln vor sich hin kochen. Das erinnert doch exakt an die Situation, als das Touchpad von HP für nen Hunni rausgehauen wurde.

  6. Hal 9000 sagt:

    Das geht ja Schlag auf Schlag, Danke!

    Hier noch mal der Link zu Hellmeyer, ab 3:03 min.
    http://www.n-tv.de/mediathek/sendungen/teleboerse/Teleboerse-von-14-15-Uhr-article2998806.html

    Nutzen wir die Subventionen 😉

  7. holger sagt:

    Moinsen

    mal zu dieser Deflation/ Inflation. In den Schulbüchern steht ja immer was von der Geldmenge. Viel Geld viel Inflation. Frank du fragtest wegen dem Land, welches an einer Deflation zugrunde ging. Ich sags mal so, es war das west-römische Reich. Man hatte zu viele Menschen zu sich eingeladen, und das Metall für die Münzen ging zur Neige. Ebenso war das Geld ähnlich wie dato zu konzentriert gerafft und vieles davon in Ost-Rom.

    Die Frage liegt ja nicht in der Höhe der Geldmenge, sondern wo die sich befindet. Das Ende einer Kapitalakkumulation, muss eine Deflation sein. Der Unterschied den wir jetzt erleben liegt in den Bit und Bytes, die es in den 20ern nicht gegeben hat. Wo schwirren denn diese ganzen Un-Summen rum, viele davon sind im virtuellen Raum unterwegs. Und nun kommt die Frage: Wann werden diese real auf den Markt kommen? Doch erst dann, wenn Gates und Buffet oder stellvertretend die Forbes-Liste ihre Konten auflösen und es im Volk verteilen. Nur dann, kann es zu einer Inflation kommen. Aber wer vernichtet schon freiwillig sein Vermögen?

    Schauen wir uns doch mal die ganz normale Einkaufswelt in Germany an. 90% Discounter evtl.? Die ganzen Konsumtempel sind auf Deflation aufgebaut. In der BWL nennt sich das: Kostenoptimierung. Können die Leute mit 5 bis 15 Euronen Stundenlohn eine Inflation auslösen? Wohl kaum. Viele kennen ja vermutlich die Bedürfnis-Pyramide Maslow. Ordnen wir die Einkommensverteilung noch dazu, und welche Quantität an Produkten, wie verteilt sind, tja… wo soll die Inflation herkommen? Eine Inflation geht nur, wenn das vorhandene Geld im unteren Bereich kreiselt, was in den 20ern noch der Fall war. Wenn es aber konzentriert on Top sich befindet, wird die kreisel Bewegung zunehmend weniger.

    Und nun haben wir es nicht mehr nur mit einer Pyramide zu tun, sondern mit dem Computer ist noch eine virtuelle Pyramide dazu gekommen. Ganz einfach… weil die Kröten on Top wieder mehr Platz zum kreiseln bekommen konnten. Und da ditschen die im HFT Modus den ganzen Tag hin und her, verpackt in lustige Abkürzungen. Tja, um Angst und Schrecken nun zu verbreiten, erzählen die Fürsten, dass diese Pyramide Systemrelevant sei und ständig gerettet werden muss. Womit sie ja auch recht haben. Die großen Institutionen können diese Pyramide nicht aufgeben. Weil, wenn die ihnen um die Ohren fliegt, allen „Riester“ Anhängern die Augen aus dem Kopf treten werden und die Halsschlagader etwas dicker wird.

    Nun tritt aber noch etwas auf. Die meisten Eigentumsrechte, sind verbrieft und verschachtelt ebenfalls in der virtuellen Pyramide. Ab und zu müssen die faulsten Papiere da aber wieder ausgebucht werden. Dazu braucht man die reale Pyramide. In Form von Steuerzahlern. Diese befinden sich aber wie oben beschrieben im Deflationären Modus. Und müssen auch noch deflationäre Papiere absichern. Dieses wird dann, wie im Fall Griechenland geschehen, durch fleißiges Konsolidieren (Sparen) und Einkommesverzicht aufgefangen. Dh die Menge an Geld wird dem realen Markt entzogen und fließt in den virtuellen. Gleichzeitig wandern die Eigentumsrechte durch Privatisierung mit. Dh hier kommen wir ebenfalls nicht zur Inflation.

    Und nun wird eines ganz deutlich. Es fehlen die verbriefbaren Sicherheiten. Wie oft will man denn ein Grundstück als Sicherheit hinterlegen? Gut… in Spanien (Costa Blanca) habe ich es persönlich erlebt, dass eine Ferien-Villa fünf getrennte Eigentümer hatte, die von einander nix wussten. Kein Scherz. Da war was los. 😀 Aber in einem „normalen“ Wirtschafts-Verschuldungssystem kommt der Verschuldungsmarkt irgendwann an seine Grenzen. Dann redet man von Kreditklemmen. Genau das Gegenteil ist aber der Fall. Es fehlen ganz einfach verbriefbare Sicherheiten. Auch in diesem Fall, kann es zu keiner Inflation kommen. Es muss eine Deflation eintreten. Und zwar auf dem Kreditmarkt. Nicht umsonst sind die Zinsen für Immos im Keller.

    was darüber hinaus noch erfolgt, kann man hier lesen:

    w-w-w.n-tv.de/panorama/Immer-mehr-Kranke-ueberschuldet-article4389171.html
    Auszug:
    Eine schwere Krankheit ist einer Untersuchung zufolge immer häufiger der Auslöser für eine Überschuldung. Der Prozentsatz der Betroffenen habe sich seit 2005 etwa verdoppelt und im ersten Quartal 2011 bei 10,5 Prozent gelegen, zitierte die „Welt“ aus dem Überschuldungsreport 2011 des Hamburger Instituts für Finanzdienstleistungen (IFF). Damit seien schwere Krankheiten mittlerweile fast genauso häufig Auslöser von Überschuldung wie Scheidungen oder Trennungen (12,5 Prozent) und eine gescheiterte Selbstständigkeit (12,1 Prozent). Der häufigste Grund sei aber weiterhin Arbeitslosigkeit, die in 31,2 Prozent der Fälle Hauptauslöser von Überschuldung gewesen sei.

    Der Grund liegt nicht in der Überschuldung, sondern in der Bereitstellung von Sicherheiten. Hier ist das Einkommen die Sicherheit. Und wenn man sich die Situation im Gros mal vor die Augen führen würde, brauche ich kein Institut dafür, zu erkennen, wo das alles Enden muss. Das müsste selbst der mächtigste Hosenanzug der Welt erkennen können. Diese ganze Situation ist einfach nur noch Pervers und an Zynismus nicht mehr zu überbieten.

    • samy sagt:

      Hi Holger, bin leider gerade nicht zu Hause und habe meine Unterlagen nicht zur Hand. Ich denke was du sagst stimmt nicht. Der Denarius, eine römische Währung, wurde in seinem Silbergehalt soweit reduziert, bis er nichts mehr wert war, die Geldmenge wurde inflationiert. Mehr „Zahlen“ aber weniger Silber im Umlauf, der EM-Standard wurde weich.

      Hingegen war die byzantinische Währung, der Solidus, ich glaube 800 Jahre lang eine stabile Goldwährung, weil sein Goldgehalt fast immer gleich blieb. Daher auch das wort „solide“. 800 Jahre!

      VG

      PS: Mein Termin heute, witzige Chaostruppe 😉

    • guarneri sagt:

      Danke für diese „Lektion“. Ich kannte die Maslow Pyramide nicht und hatte sofort die umgedrehte Pyramide aus http://www.creditcontraction.com/images/affiliate/Great-Credit-Contraction-Liquidity-Pyramid-Large.jpg vor Augen. Könnte man nicht sagen, dass diese umgedrehte Pyramide wunderbar in deinen Vortrag passt, nämlich auf die virtuelle, speziell in den immer weiter oben liegenden Schichten speziell den Derivaten? Der Autor argumentiert noch mit einer dritten Variante, nämlich weder Deflation a la Mish oder Inflation a la North (http://www.runtogold.com/2009/07/inflation-with-gary-north-or-deflation-with-mish/) sondern im Sinne einer Evaporierung, die darin endet, dass Gold und Silber das Mass aller Dinge sind…
      Ausserdem gibt es da noch das Video von M.Keiser und N.Foss (http://www.youtube.com/watch?v=cTdLgtzD9eU) das zu deiner spanischen Immobilie passt und in der sie genau über Deflation als diese mehrfach vergebenen Real-Ansprüche (ab ca 13:00) diskutieren welche am Ende die meisten Anwärter leer ausgehen lassen.

      Ja es ist pervers, wenn diese Verluste dann sozialisiert werden.

      • holger sagt:

        Moinsen

        @ samy

        —>>>. Der Denarius, eine römische Währung, wurde in seinem Silbergehalt soweit reduziert, bis er nichts mehr wert war, die Geldmenge wurde inflationiert“

        Nein… kann leider lt. Lehrbuch nicht stimmen. Weil das Geld (hier EM) in der Menge (Gramm) nicht mehr wurde, sondern man musste es strecken. Aufgefallen ist mir das in der CH in Windisch/Brugg bei einer Austellung über die Römer. Wusstest Du, dass sich die Legionen vor Ort selber das „Geld“ „gestempelt“ haben? Ist so. Und die Größe war im Durchmesser ungefähr so groß, wie ein heutiges 50 Rappen Stück.

        P.S. fang in der Truppe an, wenn möglich 😀

        @ guarneri

        Vielen Dank für die Links. Max und Nicky (edit: Stacy natürlich 😀 ) sind schon so ein paar Vögel (positiv gemeint) 😀 Sitzen auch in der Geschlossenen. Man kann alles geometrisch darstellen. Und lt. Leonardo da Vinci und zB Goethe, sollte man es sich angewöhnen, spiegelbildlich zu denken und zu Zeichnen. In einem muss ich aber widersprechen. Es wird nicht auf EM zurück fallen bzw. Reduzieren. Dann müsste man in der Tat, 90% der Menschheit reduzieren. Rund 6 Milliarden. Das ist viel Arbeit und mE „Zeitverschwendung“. Wir müssen ein System finden, was sich mehr an der Realität orientiert. Dh den so genannten Geldkreislauf under Control zu bekommen. Dazu gehört aber auch, Gönnen zu können. Und besonders eines: Wir müssen uns damit abfinden, dass die Arbeit für die Menschen natürlich weniger wird. Wozu haben wir denn sonst Computer und Maschinen gebaut? Warum machen wir jeden Tag den Planeten ein Stück smarter und exkludieren dann die Überflüssigen? Für mich ist das nicht Logisch. Mein Gefühl oder mein Bauch sagt mir, wir befinden uns vor einer Entscheidung. Wollen wir weiter in der Technisierung, oder wollen wir zurück. Wie die Auswahl ausgeht, weiß ich nicht. Ich bin für das erste. Weil ich ne faule Socke bin. Aber wenn ich für die Technisierung bin, dann muss ich mich damit beschäftigen, das Geld eben nicht Arbeit bedeutet und immer mehr Menschen aus dem Arbeitsprozess exkludiert werden müssen. Was wollen wir aber dann mit denen machen? Also ich schieße nicht. Ich mach mir halt Gedanken darüber, weil ich in der Industrie „groß“ geworden bin und eines Tages in der „Enterprise“ sitzen möchte und endlich nach Hause darf.

        LG wiadG

  8. Jochen sagt:

    Es wäre der größte Unterwasserschatz aller Zeiten: US-Schatzsucher haben im Atlantik ein im Krieg versenktes Frachtschiff wiederaufgespürt. Silberbarren im Wert von 150 Millionen Euro sollen an Bord sein. Mehr…
    image
    Neu: vor 31 Min. Quelle Handelsblatt

    Die Blase platzt! Jetzt taucht sogar Metall aus Regionen auf, die niemand auf dem Radar hatte.

    Im Ernst: Schön,dass Ihr wieder da seid. Danke für die Sonderschicht.

  9. rolandus sagt:

    Das gibs doch gar nicht! Solche Infos frei Haus nach so einer Malaise als Silber und Server zusammenbrachen.
    An alle Zuhörer hier, ich denke wir sollten den beiden mindestens 2 Unzen aus dem Ausverkauf zukommen lassen, die haben sie sich echt verdient. …also ran!

    Und wer diese Zeiten in impresionistischer Art betrachteen will, dem empfehle ich dieses video

    http://www.worldpaintings.eu/

    Besten Dank nach D’dorf und ins Ried
    rolandus

  10. HermannLoens sagt:

    Im Jahr 1941 torpedierte ein deutsches U-Boot ein britisches Handelschiff vor der irischen Küste. An Bord: 240 Tonnen Silber. Jetzt will die US-Bergefirma Odyssey Marine Exploration den Millionenschatz aufgespürt haben. Im Frühjahr soll er gehoben werden.

    http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,788483,00.html

    Ich denke, dieser Fund wurde bereits am Donnerstag eingepreist. Dann kann es ja wieder aufwärts gehen.

    Hat seine Vorteile, auf die Chinamünzen zu setzen, aber trotzdem blöd, wenn man sein Pulver etwas zu früh verschossen hat.

    • Frank Meyer sagt:

      Und wo blieb der Schatzfund am Freitag und heute? Ach, was war das?
      Vier Milliarden Tonnen Silber auf dem Mars gefunden. Das war der Grund für den Absturz am Freitag.

      Und heute waren es wohl Spekulationen,dass RumpelBenni Stroh zu Silber spinnen kann.
      Lachende Grüße 🙂

  11. HermannLoens sagt:

    Daß den Schützen und ihren Nachkommen das große Jagdrecht zusteht, muß ja nicht eigens erwähnt werden, aber wir leben in einer gesetzlosen Welt. Auf der anderen Seite würde die Bundesregierung sowieso nur Quatsch damit machen; ja es ist manchmal besser, nichts zu haben.

  12. auroria sagt:

    Ich frage mich ob sich die Comex damit nicht selbst zum Anschuss freigibt.
    Man hat in den letzten Monaten doch immer wieder von Lieferschwierigkeiten gehört (Sprott z.b.)

    Wenn da jetzt jemand ordentlich Kontrakte kauft und auf Lieferung besteht, is doch Schicht im Schacht?
    Bei 30 Millionen Unzen auf Lager muss man bei derzeitigen Preise weniger als 1 Milliarde hinlegen um das Lager auszuräumen. Das wären z.b. 2% von Bill Gates Vermögen.

    Wollen die lieber weiter in kleinen Happen physisches Material aufsammeln, oder haben die Angst vor einem „Autounfall“ ala Andrew Maguire?
    http://www.nypost.com/p/news/business/jpmorgan_chase_story_in_uk_DsMN4PnXFoQG5KdevIsQ7N

  13. Hans Moog sagt:

    Innerhalb eines Tages 15% runter und dann wieder 18% rauf 😛

    Und die Aktienhändler regen sich über schizophrene Intraday-Preisbewegungen von +-7% auf.

    Das ist in meinen Augen nur ein kleiner Vorgeschmack dessen, was man erwarten kann, wenn die Masse (oder auch nur ein Teil) anfängt aus dem Papier zu flüchten. Dann gibts solche Bewegungen nach oben – und das wahrscheinlich um eine Größenordnung höher.

    Bis es soweit ist, freut man sich doch immer wieder über günstige Einkaufskurse.

    Und zu den Deflationisten: Lieber ein paar Silberbarren zuhause als ein Konto bei einer Bank, die ihre Pforten nicht wieder öffnet.

    • guarneri sagt:

      Ich versuche zu verstehen, warum es Szenarien gibt in denen Euro Scheine, die ich vorher (wie das Silber / Gold) zu Hause in die Matratze getan habe (weil es auf der Bank nicht mehr sicher war) wesentlich wertvoller sind als EM.

      • auroria sagt:

        Dann, wenn es einen „Bankfeiertag“ / „verlängertes Wochenende“ gibt und die Bankautomaten (wie Anfang 2010) nicht funktionieren.

        Dann werden in den ersten Tagen die Scheine noch gefragt sein und das ist der Zeitpunkt, wo diese Scheine in den Läden gegen ein paar Vorräte tauschen sollte.

  14. HermannLoens sagt:

    Ja, in der Tat bizarr. Dabei sagt es doch der Name: er ist ja nur ein Schein, aber die meisten Menschen wollen eben lieber das, was sie kennen. Sie gehen ja auch in den Zirkus oder schalten Lindenstraße, dsds oder big brother an. Bücher sind ihnen zuwider, weil diese ihnen ihre Grenzen aufzeigen. Sie wollen betrogen werden und das anscheinend zu jedem Preis. Als kleiner Bub wurde mir ein sog. Jeanssparbuch angelegt. Also eines, das so in einem supermodernen Jeansstoffimitat eingeheftet war. Habe die Kohle dann natürlich sofort in Spielzeugpistolen und ein Gewehr angelegt. Wenn ich mit 9 schon gesoffen hätte, wären bestimmt auch ein paar Dosen Hansa (ein paar Jahre später 27 Pfennig 0,33- heute 39 Cent 0,5l – habe vorgestern vor den Bierkisten über Geldentwertung nachgedacht) mit dabeigwesen, so aber blieben dazu nur ein paar Zigaretten aus dem Automaten und das Abklappern der Schießbuden auf Schützenfesten.
    Jedenfalls habe ich damals alles richtig gemacht und heute wird es wieder so sein.

  15. paul4711 sagt:

    Vielen Dank Euch Beiden für das „Extra“.

  16. DonTrader sagt:

    Heute wollte ich bei proaurum im Internetshop Silber bestellen. Denkste, Seite funktionierte nicht. Nun lese ich auf der Seite folgendes:

    … nach den starken Kursrückgängen beim Gold und Silber in den vergangenen Tagen sehen wir erneut eine enorme Zunahme von Kaufaufträgen im Onlineshop von pro aurum. Die Anzahl der Orders übersteigt mittlerweile das Niveau der Jahre 2008 (Pleite der Bank Lehman Brothers) und 2010 (erste Berichte über die in Zweifel gezogene Liquidität Griechenlands). Auch im Münchner Goldhaus und in den Lokationen von pro aurum hat sich die Kundennachfrage sehr stark erhöht. Über 99 Prozent der Kunden sind derzeit auf der Käuferseite.

    Hieraus ergeben sich Verzögerungen in der Orderkette (Zahlungseingang, Verpackung, Logistik). Wir garantieren zwar, dass trotz des hohen Aufkommens alle angenommenen Orders zum zugesagten Kurs rechtsverbindlich ausgeführt werden, wir wollen aber auch explizit darüber informieren, dass es momentan zu Lieferverzögerungen von ein bis zwei Wochen kommen kann. Zudem kann es momentan vorkommen, dass unser Onlineshop aufgrund des hohen Aufkommens schwerer zu erreichen sein wird.

    http://www.proaurum.de/lieferzeit.html

    Der „Papiermarkt“ passt doch überhaupt nicht mehr zum physischen Markt!!!

    Morgen fahre ich mal persönlich zu proaurum.

  17. Dreamer sagt:

    Zum Thema Inflation/Deflation..

    Was die ständige Ausweitung der Geldmenge durch Kreditexpansion betrifft, kann man durchaus von einer Inflation (der Geldmenge) sprechen. Ein größeres Kreditvolumen bedeutet nominell höhere Zinszahlungen. Das Geld für diese Zinszahlungen ist jedoch gesamtwirtschaftlich betrachtet schlichtweg nicht vorhanden, muß also erst durch weitere Kredite (an irgendeiner Stelle im Wirtschaftskreislauf) neu geschaffen werden! Ein Teufelskreis.

    Die Teurung hingegen ist nur eine Folge der nominell steigenden Zinslast, welche von Staaten und Unternehmen gebuckelt wird. Unternehmen legen diese Mehrbelastung auf ihre Preise um, was deren Produkte verteuert. Staaten hingegen erhöhen Steuern und Abgaben, welche davon betroffene Unternehmen ebenfalls auf ihre Preise umlegen.

    In Folge der höheren Zinslast für Unternehmen und Staat bieten höhere Steuern sowie stagnierende oder sogar sinkende Arbeitseinkommen und Sozialleistungen für die breite Masse der Konsumenten zusätzlichen Zündstoff. Die in Folge immer tiefer sinkende Binnenkaufkraft lässt die Wirtschaft in eine Depression schlittern. Wenn zudem die oben erwähnte Kreditexpansion nicht mehr aufrechterhalten werden kann (beispielsweise mangels ausreichender Sicherheiten), kommt es zu einem massiven Geldmangel in der Realwirtschaft!

    Bei einer genaueren Betrachtung der Situation kommt es vor allem darauf an, in welchen Assetklassen sich die großen Geldvermögen tummeln. Derzeit sind das in erster Linie die Anleihenmärkte, was in Anbetracht der massiven Kreditexpansion nicht weiter verwunderlich ist. An den Termin- und Aktienmärkten werden ebenfalls riesige Geldmengen hin- und hergeschoben. Wehe, wenn nur ein kleiner Teil dieser Gelder in reale Werte (wozu auch physisches Silber und Gold zählen) flieht. Das wäre der Beginn einer Hyperinflation!

    Derzeit erleben wir die akute Gefahr einer „Deflation“ (der Geldmenge im realen Wirtschaftskreislauf) bei gleichzeitig steigenden Preisen, wobei die Wirtschaft über kurz oder lang einen totalen Zusammenbruch erleiden muss, sofern sich nichts Grundlegendes ändert! Und dafür, daß die großen Geldvermögen in den Anleihen-, Termin- und Aktienmärkten bleiben, kann man nur beten.

  18. samy sagt:

    Nanu, ist es wert, diese Meldung genauer unter die Lupe zu nehmen?
    http://www.goldseiten.de/content/diverses/artikel.php?storyid=17414

    Titel:Schweizer Börse führt Handel in Goldwährung ein
    Hieraus: „Die Schweizer Börse will ab Oktober eine Goldwährung einführen, in der Kunden ihre Börsengeschäfte abrechnen können. Dazu sollen Produkte in XAU Goldeinheiten aufgesetzt werden. … Gold würde dann wie eine Währung fungieren, in der sich Investoren ihre Gewinne aus Spekulationsgeschäften auszahlen und gutschreiben lassen könnten…“
    Ja, ja, XAU! Von wegen Gold habe keine Währungscharakter. Hm, wie soll das laufen?

    VG

    • auroria sagt:

      „Investoren, die von der neuen Goldwährung Gebrauch machen wollen, müssen bei dem Finanzdienstleister Six Securities Services ein Konto eröffnen. Alle über dieses Konto getätigten Transaktionen werden in der Folge in XAU Goldeinheiten berechnet, die genauso funktionieren, als wären bei dem unterliegenden Geschäft Dollar, Euro oder andere Papierwährungen benutzt worden.“

      Hört sich so an als ob man so eine Art GoldMoney Konto hat, das in Gold läuft und über das die Transaktionen dann abgerechnet werden.

      PS Hier die Original Nachricht:
      http://www.swissinfo.ch/eng/business/Swiss_stock_exchange_bets_on_gold.html?cid=31202904

      Eigentlich ein logischer Schritt der Schweizer, nachdem die Notenbank den CHF an die Kette gelegt hat.

      Eigentlich fehlt nur noch, dass Goldmoney direkte Überweisungen in Gold zu solchen Konten anbietet …

  19. MARKT sagt:

    @avantgarde
    Deinem Beitrag vom 26.09 19.21h kann ich nur zustimmen. Cash, das vielgeschmähte „Papiergeld“ ist bis auf weiteres King. Natürlich sind Bestände in Edelmetallen insbesondere Gold eine Alternative aber nur in verträglicher Dosis. Nächste Kaufchance zwischen 1.260 und 1.480$. Viel erträglicher werden aber Sachwerte Short sein, Dax ab 6660 voraussichtlich im November. Auch andere Sachwerte wie Immobilien dürften die nächsten zwei bis drei Jahre erheblich an Wert verlieren.
    Vorsicht vor Kreditfinanzierten Immobilieninvestition.

    • DonTrader sagt:

      Dax bei 6660 im November? Also, als Elliottwaver sehe ich aktuell ein mögliche Kurserholung bis 6000. Dann steht uns noch die letzte Welle (Welle 5) nach unten bevor und die kann den DAX in die Bereiche 4060, 3090 bringen.

  20. hughunter sagt:

    UNGLAUBLICH!!!!!!!!!!!

    Silber ist anscheinend so billig wie nie in der gesamten Menschheitsgeschichte….
    Wie auf http://www.teleboerse.de/marktberichte/Rohstoffe-billiger-article4412791.html berichtet wird: „Silber ging dagegen erneut auf Talfahrt und verbilligte sich um 1,2 Prozent auf 31,50 Dollar je Tonne.“

    Das entspricht in etwa 0,00097965 € je Feinunze Silber…

    Das hängt höchtwarscheinlich mit dem Fund des Silberschatzes vor der irischen Küste zusammen…

  21. King_Midas sagt:

    Howdy Community, hi Frank Meyer, hi Michael, der Düsseldorfer,

    seit geraumer Zeit höre ich mir Eure Metallwochen an und bin ein großer Fan geworden. Auf langen Spaziergängen mit meinem Hund seid ihr ein fester Bestandteil. Teilweise bin ich nicht ganz so pessimistisch, was das Weltfinanzsystem angeht, aber Eure Perspektive ist insgesamt schon die richtige, wie ich inzwischen finde. Ich bin wirtschaftswissenschaftlich ausgebildet, aber Praxis und Theorie laufen freilich stark auseinander. Die theoretischen, volkswirtschaftlichen Grundlagen für Eure Standpunkte, die ich in der Österreichischen Schule zurechne, kamen beispielsweise in keiner einzigen Vorlesung dran.

    Es gibt ein paar zentrale Fragen zum Thema Edelmetalle, die teilweise durchaus auch in Blogs diskutiert wurden, aber selbst nach intensiver Recherche finden sich im Netz nur unzureichend Antworten. In Euren Metallwochen höre ich heraus, dass ihr die Antworten kennt, aber die Themen werden in der Regel nur angeschnitten oder tauchen nur kurz in einem anderen Kontext auf.

    Sorry, wenn ich daher bei meinem ersten Posting gleich mit Fragen flute; aber für Antworten auf die unten stehenden Fragen wäre sehr dankbar. Vielleicht kann mir die geneigte User-Community weiter helfen. Vielleicht kennt jemand ein gutes Sachbuch (bitte keine einseitigen, dramatisierenden). Oder aber – und da würde beim nächsten Metallwochen-Gassi-Gehen mein Herzerl einen Hüpfer machen – sprecht ihr den einen oder anderen Punkt ja vielleicht sogar mal in einer Metallwoche an. Ich denke, die unten stehenden Fragen bewegen nicht nur mich. Im Web gehen die Meinungen zu den einzelnen Punkten sehr weit auseinander. Mich würde Eure interessieren…

    1. Offenbar ist die physische Nachfrage derzeit sehr hoch, während „Papiersilber“ verkauft wird. Wie groß ist der physische Anteil am Markt, wie groß der Papiersilbermarkt? (Die Annahmen gehen hier teilweise weit auseinander.)

    2. Zurzeit scheint es dem Silberpreis egal zu sein, ob die Nachfrage in den Schwellenländern oder in deutschen Edelmetall-Läden steigt, denn statt dass die Preise wegen der gestiegenen Nachfrage nach oben gehen, kommt es zu Lieferverzögerungen. Inwieweit beeinflusst die physische Nachfrage überhaupt den Preis?

    3. Treibt eine erhöhte physische Nachfrage den Preis ggf. erst zeitlich verzögert nach oben?

    4. Es gibt an der COMEX Short-Kontrakte und Long-Kontrakte, die stets im richtigen Verhältnis zueinander stehen müssen. So interpretiere ich zumindest Aussagen wie „jetzt wo der Preis unten ist, können Short-Positionen glattgestellt werden“. Wie funktioniert das in der Praxis?

    5. Greifen Argumente wie „Silber wird im Gegensatz zu Gold verbraucht, daher wird es später knapper und damit teurer“ in einem derart von Papiersilber durchsetzten Markt überhaupt? Kann man davon ausgehen, dass der Silberkurs in fünf oder zehn Jahren weiter oben sein muss? Oder wird vielleicht nur die Papiersilbermenge erhöht, was den Preis noch weiter nach unten drücken könnte?

    6. Durch den hohen Anteil an Papiersilber im Markt – so hört man – würde der Preis für physische Edelmetalle künstlich unten gehalten. Ist dieser Zusammenhang so eigentlich richtig?

    7. Das Problem beim Silber ist derzeit, dass es nicht so sehr als Krisenmetall wie Gold, sondern eher als Industriemetall verstanden wird. Während Gold wegen der Währungsturbulenzen tendenziell steigt, könnte Silber noch weiter abtauchen, wenn mit einer Rezession gerechnet wird. Allerdings ist immer wieder von Gold-Silber-Ratio die Rede, das tendenziell zu Gunsten steigender Silberpreise interpretiert wird. Ist das nur ein mathematisches Konstrukt, oder zog es den Silberpreis aufgrund dieses Verhältnisses schon mal nach oben?

    8. Beginnt jetzt nicht die Zeit, in der in Schwellenländern aufgrund verschiedener Festivitäten mehr Edelmetall geordert werden sollte? Müsste das nicht kurzfristig das Abwärtspotenzial bei Gold und Silber abbauen? Wie sieht es langfristig aus? Der Lebensstandard in diesen Ländern steigt und in Handys, Autos und anderen elektronischen Produkten ist Silber verbaut. Wie schätzt ihr die Entwicklung ein?

    Zum Schluss möchte ich mich ganz herzlich für Euer Engagement und den journalistisch sehr hochwertigen Podcast bedanken. Ihr macht da ganz wichtige Aufklärungsarbeit! Weiter so!

    King_Midas

  22. crunchy sagt:

    Guter Kommentar.
    Zunächst, bin ich darüber bestürzt, das auch heute
    von der Östereichern noch nichts in den VWL-Vorlesungen zu hören
    ist. Wegen dieses Mankos habe ich vor gut 30 Jahren mein
    VWL-Studium hingeschmissen. Die Uni zu wechseln war mangels
    Masse nicht drin.
    Zum Thema Silber ist mir kein Sachbuch bekannt. Lediglich die
    Einsichten des Silberjungen sind aufschlussreich.

    Die Argumente, die langfristig für Silber sprechen,(zb. Knappheit)
    können, da es eben zu 60 v.H. Industriemetall ist, von dem
    begonnenen Konjunktureinbruch und der dadurch hervorgerufenen
    Volatilität, auch auf ihre Gültigkeit hinterfragt werden.
    Gegenwärtig war die Investmentnachfrage preisblidend.
    Die Industrielle hat bis ca. USD 39,- zwangsweise mitgezogen.
    Der Preisdruck der preisblidenden Nachfrage( i.e. spekulatives
    Angebot) bringt zunächst die ind. Händler in Stornierungszwang.
    Die Spekulanten halten, soweit möglich (besonders die Besitzer
    pysisches Materials), durch.
    Erst, wenn diese liquidieren, wird die ind. Nachfrage die Preis-
    bildung wieder übernemen.
    Welche Theorien sich dann entfalten, wer weiss?

    Persönlich halte ich meine Unzen, die ich mit druchschnittlich
    € 14,- einstehen habe und verbillige sie nur in dem unwahrscheinlichen Fall(-50%), der heisst,
    „If you are in Trouble: Double!“

    Und für mich ist Silber, wie es historisch gesehen wurde: Kleingold.

    Zur Gold-/Silberratio: Ich kaufe jenseits von 60 und bin ab 40
    Verkäufer – irgendwann, wenn ich es nicht vorher einsetzen musste,
    um was zum Beissen zu kaufen.

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