„Metallwoche Extra“ – Aufstand der Goldpreise

13. Juli 2011 | Kategorie: Auf die Ohren, Kommentare, RottMeyer, Slideshow

Die Sonne steht hoch, die Goldpreise auch. Wegen der Rekordpreise in Euro und jetzt auch in US-Dollar senden wir einen kleines Update über die Entwicklungen am Goldmarkt. Gold wird derzeit wie Geldund als Ersatzwährung gehandelt, während Silber sich wie ein Industriemetall verhält…

 

 

Und damit schalten wir nach Düsseldorf zu Michael, dem „Düsseldorfer“ Am Mikrofon: Frank Meyer. Viel Spaß!

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26 Kommentare auf "„Metallwoche Extra“ – Aufstand der Goldpreise"

  1. holger sagt:

    Wenn man die goldene Zeit von ca. 1871 bis 1910 wieder machen möchte, dann brauchen wir in Deutschland Nerven. Erstens sollte man die Mark wieder einführen. Die Mark war immer das „Gold“ der Deutschen selbst ohne Gold. Selbst nach WKII konnten sich die deutschen Ingenieure/Wissenschaftler/ das Volk selber etc.pp. wieder in Europa behaupten. Und man muss sich mal vorstellen was nach 1945 noch vorhanden war. Patente weg… Gold über den Teich geschippert… Infrastruktur zerstört. Wenn also das „geraubte“ Gold wieder hier ist. Dann können wir nach der Mark, die für Deutschland eine phantastische Währung wäre, auch über die Goldmark reden. Das sage ich… bin selbst überrascht.

    Deutschland wäre nicht zu toppen in Europa. Egal wie stark und dominant die Mark dann wäre. Und alle anderen würden dicke Augen machen. Unsere Waren und Dienstleistungen sind immer noch die gefragtesten der Welt. Egal wie teuer sie sind. Unsere Einkaufspreise würden soweit sinken, dass all dieses Gefasel mit globaler Wettbewerb Makulatur ist. Und dann bitte schön, wird keine andere Währung als Gold für unsere Waren und Leistungen akzeptiert (edit bzw. Mark bzw. Goldmark). Und dann wollen wir mal hoffen, dass sich 1918 und 1945 nicht wiederholen.

    • Fnord23 sagt:

      Hallo Holger,
      „Oui, d’accord !“ Gehe ich voll mit. Sehe ich auch so. 1918 und 1945 geht ja nicht mehr. Leider keine Armee. Und wer ist hier noch gedient. Ich nicht. Ich hab Knie. Dieses ist also ganz weit weg.

      Wenn hier einer den besten Start hat nach dem Absturz, dann ist das Deutschland.

      Darum finde ich das auch gar nicht so schlecht, was unsere Regierung zumindest geopolitisch und wirtschaftstrategisch macht.
      Das darf man aber fast nicht mehr sagen. Gibs böse Blicke für.

      VG aus Sachsen

  2. EDE sagt:

    Hallo an alle Metallwöchler,
    der steile Anstieg in den letzten Minuten beim Silber hängt wohl mit dem Auftritt von Ben Bernanke zusammen?
    Gruß EDE

  3. Berliner sagt:

    Hallo Herr Meyer,

    vielen Dank für den Stream. Das war wieder sehr interssant.

    Könnten Sie und der Düsseldorfer nicht auch einmal einen Stream mit dem Thema „Was passiert mit den Hypotheken/Immobilienschulden des Normalbürgers wenn der Euro/Dollar crasht“ machen?

    Was passiert mit den Schulden in Euro, wie würden sich die Zinsen entwickeln und verlieren dann viele Bürger Ihre bei weitem noch nicht abgezahlten Immobilen usw.?

    Das würde sicher auch viele andere interessieren.

    Herzlichen Dank und schöne Grüße
    vom Berliner

    • stonefights sagt:

      Ein Blick in das Kleingedruckte des (Immobilien-)Kreditvertrags hilft da vielleicht schon mal.
      Meine „Schuld“ ist (zum Glück) mittlerweile vernachlässigbar.
      Meine Hypotheken-Einträge in den Grundbüchern mittlerweile ALLE angepasst (Das vergessen viele !)
      Wenn du mit „crashen“ „eine Nacht“ meinst, da glaube ich nicht daran.
      Vielmehr glaube ich an einen „geordneten“ Übergang von physischen Werten in die (geld-)sytemmächtigen Hände dieser Welt…
      DEFLATIONSSZENARIO:
      Viele Menschen verlieren ihre Arbeit und damit ihr geregeltes Einkommen, die (z.B. Steuer-)Last steigt zusätzlich, da sie auf immer wenigere Schultern aufgeLASTet werden muss.
      Häuserpreise fallen, da das Angebot immer weiter steigt und die Nachfrage immer weiter fällt.
      An Deflation glaube ich weniger, da der Staat so lange wie möglich durchhalten will/muss, somit ja auch seinen Zinsleistungen nachkommen will/muss.
      INFLATIONSSZENARIO:
      Wenn das Papier nix mehr wert ist, werden gerade auch die Im-Mobilen Werte wie Wohnhäuser in nicht Best-Lagen fallen.
      Jetzt sagt jeder, „hä, der spinnt wohl, keine Ahnung hat der, Inflation=physische Werte wie Immobilien steigen…“.
      Das ist Bank-VERKAUFSberater-Gequatsche. Das wurde auch der mexikanischen Putzfrau ohne Einwanderungsgenehmigung beim Verkauf der besseren Holzlegehütte in Nevada erzählt.
      Wer in einem Inflationsszenario noch bei einem Fremdfinanzierungsanteil von – sagen wir mal – 70% ist, wird immer schwieriger seiner Schuld nachkommen können, weil die Löhne nicht so schnell steigen werden und können, ausserdem jede Lohnerhöhung nicht aus der Tasche des CHEFs erschaffen wird, wie manche scheinbar glauben, sondern letztendlich wieder früher oder später auf die Produktpreise umgeschlagen werden. „Linke Tasche, rechte Tasche“…
      D.h. immer mehr gebrauchte Häuser kommen auf den Markt bei fallender Nachfrage (immer mehr Papier muss für das Tägliche genutzt werden). Immer weniger „inflationiert teurer “ werdenden Neubauten (Ausfall von Bauwilligen…) entstehen, was für „stabile Nominalpreise“ der Gebrauchten helfen würde. Wer dann noch beruflich zusätzlich in der Baubranche für Wohnhäuser unterwegs ist, der hat noch weitere „Herausforderungen“ in einer solchen Phase zu bewältigen .-)
      Der 70%-Häuslesbauer bekommt irgendwann einmal ein Briefchen von seinem „Finanzier“ zur „Nachsicherung“ (Kreditvertrag – AGB, ALLES GENAU lesen), d.h. für den Fall, dass die Hypothek höher ist, als der „Marktwert“. Den Marktwert legt nicht der Wunsch des Hausbesitzers fest (SELBSTKRITISCH sein !)
      Viele (ich brauch nur auf meinem jährlichen Strassenfest bei den „Neugebauten“ etwas genauer hinzuhören) finanzieren bereits mit 80%, und erzählen noch ganz stolz, dass sie gar nicht gedacht hätten, sich so etwas „leisten“ (!!!) zu können, Sätze wie, „naja, da darf uns(meistens beide arbeitende Eltern… !!!) halt nix passieren, die nächsten 30(!!!) Jahre…“ .-) Ich glaube, „Gottvertrauen“ nennt man sowas.

      Ich glaube eher an eine „Art“ von de.wikipedia.org/wiki/Stagflation .
      Wer weiss, Columbus scheint mir gerade wieder da hinzusegeln.
      lg, stonefights

      • Der Duesseldorfer sagt:

        @stonefights

        herzlichen Dank für Deine wichtigen Erläuterungen zu Hypotheken und Immobilien.

        @All

        Speziell die letzten beiden Absätze in „stonefights“ Kommentar sollten höchste Aufmerksamkeit erhalten:

        „Der 70%-Häuslesbauer bekommt irgendwann einmal ein Briefchen von seinem “Finanzier” zur “Nachsicherung” (Kreditvertrag – AGB, ALLES GENAU lesen), d.h. für den Fall, dass die Hypothek höher ist, als der “Marktwert”. Den Marktwert legt nicht der Wunsch des Hausbesitzers fest (SELBSTKRITISCH sein !)

        Viele (ich brauch nur auf meinem jährlichen Strassenfest bei den “Neugebauten” etwas genauer hinzuhören) finanzieren bereits mit 80%, und erzählen noch ganz stolz, dass sie gar nicht gedacht hätten, sich so etwas “leisten” (!!!) zu können, Sätze wie, “naja, da darf uns(meistens beide arbeitende Eltern… !!!) halt nix passieren, die nächsten 30(!!!) Jahre…” .-) Ich glaube, “Gottvertrauen” nennt man sowas.“

        Vielleicht noch eine Ergänzung:
        Einige Immobilienportale stellen dem Eigentümer oder Kaufinteressenten ein Tool zur Selbstberechnung für Häuser oder Wohnungen in „ihrer Region“ bereit. Der sich daraus ergebende „theoretische Wert“ ist maximal ein Anhaltspunkt, hat aber mit einer realen Bankbewertung nicht das Geringste zu tun. (auch wenn Makler das gerne anders darstellen)

        Nochmals Dank an Stonefights für die Mühe

        Michael

      • wondahbwoy sagt:

        Hi, ich hätte eine Frage zu dem Kommentar von Stonefights.
        „Meine Hypotheken-Einträge in den Grundbüchern mittlerweile ALLE angepasst (Das vergessen viele !)“

        Kann mir jemand diese Aussage kurz erklären? Wäre sehr nett!
        Ach ja, vielen Dank auch für das Metallwochen Extra…immer wieder ein großes Vergnügen.
        Grüße Wondahbwoy

  4. mfabian sagt:

    Ich weiss gar nicht, was ihr alle habt: Für mich als Schweizer ist in den letzten Wochen und Monaten weder Gold noch Silber gross gestiegen 🙁

  5. holger sagt:

    @ Frank @ Michael

    —>>>Die Sonne steht hoch, die Goldpreise auch. Wegen der Rekordpreise in Euro und jetzt auch in US-Dollar“

    Rein Hypothetisch die Frage: Wo meint ihr, würde ohne amtlichen Wechselkurs (zu Euro) eine Uz. Au (in DM) stehen, wenn es den Euro nicht geben würde. Könnte man das einschätzen? Wirtschaftliche Entwicklung seit 1990 mal mit eingeschlossen. Also das Trigonverhältnis USD-DM-Au. Kann man wohl nicht wirklich, so denke ich mal. Die Frage geht dahin, ich denke darüber nach, wie es wohl aussehen wird, wenn dieser Euro platzt. Und eben was neues kommen würde. Was ich gerne hätte steht ja oben. Wie würdet ihr das dann bestehende Trigon bewerten wollen. Nehmen wir an, DE machts alleine, oder eben auch zB DE A NL Suomi unter neuer Währung. Habt ihr da mal ne Idee?

    • mfabian sagt:

      Ich meine, die Frage lässt sich relativ einfach beantworten, wenn man den Schweizer Franken zum Vergleich heranzieht.
      Die DM war von etwa 1983 bis zu ihrem Ende recht stabil zum Schweizer Franken mit einem Kurs von 120 DM. Ich meine, wir können davon ausgehen, dass sich CHFDEM auch in den letzten 12 Jahren nicht weit von diesem Kurs entfernt hätte.
      Demnach komme ich auf folgende Rechnung:

      Die Unze Gold kostet im Moment Fr. 1280, was dann DM 1536 entspräche.

      Link zum DM/Fr. Chart: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:DM-SFR.svg&filetimestamp=20110115100631

      Ein Dollar wäre entsprechend heute für 97,2 Pf. zu haben.

  6. rolandus sagt:

    und ich dachte, ich sehe eben nach dem Mittagsschlaf wieder mal nicht richtig, aber als der d’dorfer die 37 bestätigte wusste ich wieder: Kein Mittagsschlaftraum, sondern wieder der sterbende US Alptraum.

    Vielen Dank nach Malle und D’dorf den beiden Wachen
    rolandus

  7. Andre sagt:

    Frank was ist das denn für ein Urlaub? 🙂
    Schön, dass Ihr beide bei brisanten Geschehnissen schnell reagiert – DANKE!
    Vielen Dank auch speziell an Michael! Vor ein paar Monaten riet Michael zum „Umschichten“ einiger Silbervorräte in Gold. Dies habe ich aus Unsicherheit nicht getan – schön dumm! Nun packte mich ein wenig die Panik (zu noch ungünstigeren Konditionen kaufen zu müssen), war jedoch unsicher und dann kommt promt die ersehnte Antwort. Danke Michael! Dieses Mal befolge ich deinen Rat(Rückgänge kaufen). Lehrgeld habe ich ja jetzt bezahlt! Trotdem kann ich mir eine Frage nicht verkneifen. Michael würdest du zu diesen Konditionen Gold (sobald es ein wenig nachgibt)kaufen?

    • Andre sagt:

      So langsam wird mir echt übel! Gestern bei Mainstream Illner – Aufruf zur Edelmetall Investition! Ich bin fast vom Stuhl gefallen – ist es schon so weit? Da klingeln sofort alle Alarmglocken bei mir. Sofort waren meine Gedanken antizyklisch zu agieren. Wie deutet Ihr derartige Meldungen?

  8. Frank2 sagt:

    Nette Überraschung am Abend – danke!
    Eben fragte Ron Paul den Bernank, ob Gold Geld wäre. Nein, das sei ein Asset. Und warum die Fed dann keine Diamanten hätte…
    QE3 kommt wohl. Sparen heute sei ganz schlecht, sagte BB, lieber später mal. Deswegen sparte ich wohl heute und das gar nicht schlecht. 😉

  9. samy sagt:

    Guten Morgen und auch von mir ein Danke für die Extrawoche aus Malle und D-dorf,

    wenn auch sehr unwahrscheinlich, so wäre ich mir nicht so sicher, dass wir überhaupt eine Einigung in Sachen Schuldendeckel erleben. Ich meine damit, die Diskussionen in den USA über den neu entdeckten Verfassungszusatz, dass der Präsident dies eventuell eigenmächtig kann. Folgende Vorteile ergeben sich aus dieser Variante.
    Die Republikaner verhindern durch Standhaftigkeit ein zersplittern ihrer Partei, die erzkonservative Tea-Party-Bewegung sitzt in den Startlöchern. Die Demokraten geraten im Wahlkampf nicht in eine Situation, in der sie vorgeführt werden (vorübergehende Anhebung). Und zu guter Letzt, beide Parteien gewinnen Handlungsfreiheit in Sachen Schulden. Die Zahnpasta bekommen beide nicht mehr in die Tube zurück, keine der Parteien will sich durch regelmäßige Diskussionen über die Staatsschulden in seiner Regierungszeit hemmen lassen. Beide profitieren von so einer Lösung.

    VG

  10. stonefights sagt:

    DANKE für die Metallwoche (MW).
    Wirkliche basics durfte ich ja heute gleich zu Anfang lernen 🙂
    In der virtuellen Welt der Einsen dachte ich über 2 Jahre, dass Bankhaus Rott = Ponzi = Michael.
    Nun bin ich um EINEN schlauer nach dieser MW.
    Ob virtuell oder real, was spielt das heute für eine ROLLE.
    lg, stonefights

  11. wondahbwoy sagt:

    Hi, ich hätte eine Frage zu dem Kommentar von Stonefights.
    “Meine Hypotheken-Einträge in den Grundbüchern mittlerweile ALLE angepasst (Das vergessen viele !)”

    Kann mir jemand diese Aussage kurz erklären? Wäre sehr nett!
    Ach ja, vielen Dank auch für das Metallwochen Extra…immer wieder ein großes Vergnügen.
    Grüße Wondahbwoy

    • stonefights sagt:

      Bsp.
      Deine Bank steht mit einem Hypotheken-Betrag von 150.000,- EUR im Grundbuch. (z.B. weil der Baukredit in dieser Höhe geflossen ist)
      Die tatsächliche Restschuld beträgt jedoch nur noch 25.000,- EUR. (z.B. du hast bereits einen Grossteil durch laufende Tilgung abgetragen.
      Wenn du nun keine weiteren Verpflichtungen gegenüber der Bank hast (z.B. dein Giro-Kto. wäre mit 10.000,- EUR überzogen, vergessen viele .-), kannst du darauf bestehen, dass der Hypotheken-Betrag auf 25.000,- EUR angepasst wird.
      Ich habe dies über die Notare gemacht. Vorher bei den Banken ein „Schriftstück“ (Genehmigung mit Betragsangabe für Notar) besorgt.
      Notarkosten habe ich (gerne!) übernommen.
      Das kannst du natürlich auch schon bei einer Noch-Rest-Schuld im o.g. Beispiel von z.B. 100.000,- etc. machen, je nach „Bank-Phobie“ .-)
      Aufgewacht bin ich vor ca. 2 Jahren, als ich Beiträge im Öffentl.RECHTLICHEN TV über Sparkassen (glaube,im hohen Norden) gesehen hatte, welche innnerhalb der „damaligen“ 🙂 Bankenkrise Darlehensansprüche „verpackt“ zu mehreren nach UK verkauft hatten, und diese neuen Inhaber auf Basis eines (damals !) noch wirksamen Gesetzes aus der Reichszeit die kpl. Hypotheken-Schuld (also die SUMME, welche im GRUNDBUCH stand = Hypotheken-Schuld !!!) eingefordert (Vertrag aufgekündigt) hat. Die sind damals damit teilweise „durchgekommen“ ! (von Zwangsversteigerungen bis hin zu Suizid wurde damals berichtet). Das Gesetzt in der damaligen Form ist mittlerweile „einkassiert“ worden, war mir aber trotzdem zu gefährlich, wer weiss, was aus dem alten römischen Reich im Germanen-Gebiet noch so alles an „aktivem Recht“ 🙂 kursiert.
      Ich glaube, hier steht noch was von damals „wiwo.de/finanzen/immobilienkredite-die-tricks-der-banken-305481/2/“… Einfach mal googlen.
      lg, stonefights

  12. tizian sagt:

    Mensch, Stonefights!
    Das ist mit Abstand der beste (wertvollste) Tip ever! Vielen Dank für Deinen Beitrag auch vom 14.Juli hier weiter oben.

    Meine Eltern haben sich August 2001(dummer Weise kurz vor der EURO Währungsreform) für einen Hauskauf incl. Baukredit hochverschuldet.
    Dises Jahr ist der Zehnjährige ausgelaufen. In diesen 10 Jahren wurde nichts getilgt (war Bankseitig so festgelegt) sondern nur bedient. Als Sicherheit diente der Münchner HypoVb. die zu sanierende Immo, eine extra abgeschlossene Kapitalbildende LV, sowie diverse Aktienfonds.
    Die LV sowie die Aktienfonds sollten aus damaliger Sicht zur Einmaltilgung der gesamten Kreditsumme genügen.
    Daraus wurde aber nichts!

    Anm.:Aus heutiger Sicht äusserst fragwürdige Sicherheiten, da stimmt mir glaube ich Jeder zu.

    3 Monate vor Ende des Kreditvertrags kam von der Hypo ein Schreiben das der Vertag ausläuft incl. ein Vorschlag für eine Anschlußfinanzierung. -Unmögliche Konditionen, mehr sag ich nicht dazu.
    Drei Monate Zeit! Jetzt war schnelles Reagieren gefragt. Ein anderes Kreditinstitut muss her, Bonitätsprüfung, Kreditsumme musste um 33% runter, weil sonst keine Kreditvergabe, also Fonds auflösen, 10Tausend EUR Sondertilgung per anno vereinbaren und so weiter und so fort. Geschafft.
    Keiner hat daran gedacht: Hypothekeneintrag im Grundbuch anpassen!

    Da mir die Hälfte der Hütte sowie Hälfte der Schulden gehört, ich aber andererseits „all in“ Edelmetallen und Minen bin, hoffe ich wie jeder Bug auf fulminante Preisexplosionen (ergo: Geldinflationierung) in den nächsten Jahren.
    Und nun die Gretchenfrage:
    Wie verhält sich der Kreditgeber, wenn in einem inflationären Umfeld der Schuldner einen mit „harter Währung“ aufgenommenen Kredit von Nominal 1000 nach X Jahren mit „weicher Währung“ von Nominal 1000 zurückzahlt?
    Viele Grüsse, tizian

    • holger sagt:

      Nur mal zum Verständnis eine Frage:

      Redet ihr von wirklichen „Hypotheken“ oder von einer „Briefgrundschuld“ ? Das sind nämlich zwei verschiedene paar Schuhe. Wie ich feststellen durfte. Ist für gewisse Verfahren nicht unerheblich und kann echt nervig werden. Spätestens dann, wenn man mal eine Pleite anmeldet und der Brief für die Grundschuld (eines voll erschlossenen Baugrundstücks) ist nicht auffindbar… seitens der Bank. Kein Witz und kein Scherz. Der Gläubiger meines Baulands, Rangstelle 1; Grundbuch dritte Abteilung ist nicht ausfindig zu machen. Wer weiß auf welche Insel das Dingen gesegelt ist. Nun muss ich abwarten, wie das Gericht entscheidet. Dazu ein Auszug aus Wiki:

      „Der Briefausschluss ist im Grundbuch einzutragen. D.h.: Eine Grundschuld ist grundsätzlich eine Briefgrundschuld, es sei denn der Briefausschluss ist eingetragen − dann handelt es sich um eine Buchgrundschuld (§§ 1192 Abs. 1, § 1116 Abs. 1, Abs. 2 BGB).
      Der Grundschuldbrief ist ein Wertpapier; er verkörpert im Rechtsverkehr die Grundschuld. Während beispielsweise für die Übertragung der Grundschuld auf einen anderen Gläubiger bei der Buchgrundschuld im Regelfall die Eintragung im Grundbuch erforderlich ist, reicht bei einer Briefgrundschuld ein Abtretungsvertrag und die Übergabe des Briefes aus. Die Briefgrundschuld lässt also aus dem Grundbuch nicht immer erkennen, wer der Gläubiger ist; die Gläubigerstellung kann sich außerhalb des Grundbuchs geändert haben. Die Abtretung einer Briefgrundschuld kann privatschriftlich oder aber in notariell beglaubigter Form erfolgen. Nachteil der privatschriftlichen Abtretung ist die fehlende Vollzugsfähigkeit im Grundbuch.“

      Und nun schaut mal was im Grundbuch eingetragen worden ist.

      MFG holger

      • samy sagt:

        Hi,

        natürlich ohne jede Schadenfreude und ich wünsche dir auch gute Nerven, so muß ich doch trotzdem blöd grinsen. Das weil ich nicht gedacht hätte, dass das auch hier läuft. Erinnert es doch stark an das Thema „foreclosure fraud“ aus den USA. Hier weiß auch niemand mehr wer wem was schuldet.
        Ist schon alles zum heulen.

        VG

      • stonefights sagt:

        @holger
        „Nur mal zum Verständnis eine Frage:
        Redet ihr von wirklichen “Hypotheken” oder von einer “Briefgrundschuld” ?“

        ==>
        Asche über mein Haupt. Notarauszug nachgelesen. Mit dem eher umgangssprachlich verwendeten Begriff „Hypothek“ können viele voraussichtlich nur beim Spiel „Monopoly“ etwas anfangen, was ja immer mehr der Realität entspricht 🙂
        „…Der Begriff Hypothek stammt aus dem griechischen und bedeutet soviel wie „Unterpfand“. Die Belastung eines Grundstückes, egal ob bebaut oder unbebaut, mit einem Pfandrecht, wird als Hypothek bezeichnet…“.

        Der korrekte Begriff in unserem diskutierten Falle (Achtung, jetzt kommt deutsche Begriffs-Verwirrung par excellence) wäre natürlich „Buchgrundschuld“:

        Bei der Buchgrundschuld handelt es sich um eine Grundschuld, die lediglich im Grundbuch eingetragen wird, im Gegensatz zu der Briefgrundschuld, bei der zusätzlich ein Grundschuldbrief erstellt wird. Durch die schriftliche Abtretung und der Eintragung der Abtretung im Grundbuch erfolgt die Übertragung der Buchgrundschuld. In der Grundschuldbestellung ist die Buchgrundbestellung die übliche Form heutzutage. Durch die Eintragung einer Grundschuld einsteht auf dem Grundstück eine Belastung. Für die Darlehnsgeber dient die Grundschuld als Sicherheit. Kann der Darlehensnehmer, die Schuld nicht zurückzahlen, so hat der Darlehensgeber die Verwertungsrechte an dem Grundstück. Er kann dieses dann Veräußern und mit dem erzielten Kaufpreis das Darlehen begleichen. In den meisten Fällen kommt es dann zur Zwangsversteigerung. Die Grundschuld besteht bereits mit der Eintragung der Grundschuld, auch wenn das Darlehen noch nicht in Anspruch genommen wurde – es ist somit nicht von dem Bestand einer Forderung abhängig, im Gegensatz zur Hypothek.

        lg, stonefights

  13. samy sagt:

    Hi Tizian,

    zur Gretchenfrage, es gilt im Grundsatz das Nominalwertprinzip und nicht das Realwertprinzip. Du schuldest also einen Betrag und keine Kaufkraft. Sollte dir jemand etwas anderes erzählen wollen, dann lass dich von einem Anwalt beraten, ob das wirklich so im Vertrag steht.
    (In den USA sind viele Hausbesitzer wegen der Lehmankrise pleite gegangen, weil sie eine Klausel hatten in der stand, dass der Hypothekenzins dem Zinssatz im Interbankengeschäft (libor???) angepasst werden musste. Das zerschoss jede Kalkulation und die Häuslebauer sassen und sitzen im Zeltlager 🙁 )

    VG

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