Meine Schulden, Deine Schulden.

31. Mai 2011 | Kategorie: RottMeyer

„Sozialisierungsfahrplan“ für griechische Staatsschulden

Wenn es ernst wird, muss man lügen.“, beschrieb der Vorsitzende der Eurogruppe Jean-Claude Juncker seine Vorstellung vom Umgang mit der EU-Schuldenkrise rechtzeitig vor Ostern und stellte dies wenige Wochen später gleich unter Beweis. „Es gibt kein Treffen in Luxemburg. Das sind Gerüchte ohne Substanz.“,während tatsächlich zeitgleich ein Geheimtreffen der Eurogruppe und EZB-Chef Trichet zur außer Kontrolle geratenen Schuldenkrise Griechenlands stattfand!

Dass es, wenn es ums Geld geht, notwendig wird die ~330 Mio. EU-Bürger zu ihrem „eigenen Wohl“ zu belügen, sagt schon alles über den Zustand der EU, den des Euro und den eines aus den Fugen geratenen Kreditgeldsystems insgesamt.

Wie es zu erwarten war, sind die Griechenland vor einem Jahr als Bedingung für eine „alternativlose“ Kreditgewährung verordneten Sparmaßnahmen so „erfolgreich“, dass das Land nicht mehr vor dem Abgrund steht, sondern inzwischen schon einen großen Schritt weiter ist, wie der Anstieg der Staatsschulden trotz aller „Sparanstrengungen“ binnen Jahresfrist um 44,2 Mrd. Euro auf nunmehr 354,5 Mrd. Euro zum Ende des 1. Quartals 2011 belegt.

Denn die hellenische Wirtschaft, die ihre in der Euro-Zeitrechnung verloren gegangene Wettbewerbsfähigkeit nach Planspielen der EU und des IWF einfach nur über nie zuvor gesehene Lohnkürzungen hätte wiederherstellen sollen, ist weiter im freien Fall begriffen (BIP: -4,8% zum 1. Vorjahresquartal). Das Ansparen der entmündigten griechischen Regierung gegen den Offenbarungseid, welches sich in der deutlichen Reduzierung der Neuverschuldung im Jahr 2010 auf immer noch untragbare 10,5% vom BIP (2009: 15,4%) widerspiegelt, kann die Überschuldungssituation des Landes offensichtlich nicht mehr ändern.

Dafür könnte angesichts der jüngst von der EU und dem IWF zusätzlich geforderten dritten „Kaltpressung“ der Bürger nun eine Eskalation der griechischen Krise drohen. Es ist damit überhaupt nicht mehr auszuschließen, dass bereits bei der Umsetzung dieses 6 Mrd. Euro-Zusatzsparprogramms in 2011 aus den bis dato überwiegend friedlichen Massenprotesten der Bevölkerung nun die erste „Olivenzweig-Revolution“ auch in einem EU-Land resultiert. In diesem Zusammenhang erscheint die Aussage von Jean-Claude Juncker in einem völlig neuen Licht: „Wir wollen nicht, dass der Euro-Raum ohne Grund explodiert.“… (weiter auf Seite 2)

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7 Kommentare auf "Meine Schulden, Deine Schulden."

  1. Andre sagt:

    Was soll man dazu noch sagen! Freeman vom Blog ASR schreibt es passender, als ich es könnte. Hier der Auszug

    „Die Vergewaltigung Griechenlands“

    Der Oberbilderberger Henry Kissinger hat in Washington vor einer Gruppe von Geschäftsleuten im September 1974 gesagt:

    „Das griechische Volk ist anarchistisch und schwer zu bändigen. Deshalb müssen wir tief in ihre kulturellen Wurzeln stoßen. Vielleicht können wir sie dann zur Konformität zwingen. Ich meine natürlich in ihre Sprache, ihre Religion, ihrer Kultur und historischen Reserven stoßen, damit wir ihre Fähigkeit sich zu entwickeln neutralisieren können, um sich zu unterscheiden, oder sich zu erhalten, um sie damit als Hindernis bei unseren strategisch wichtigen Plänen im Balkan, im Mittelmeer und im Nahen Osten zu entfernen.“

    Griechenland war in den Augen der globalen Elite schon lange ein Angriffsobjekt, das vernichtet werden muss. Einfach weil sie von Natur aus sich nichts von Außen sagen lassen und rebellisch sind. Schließlich haben sie viele Jahrhunderte der Herrschaft durch das Osmanische Reich auch überstanden, ohne ihre Kultur aufzugeben.

    http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2011/05/die-vergewaltigung-griechenlands.html

  2. rolandus sagt:

    @ Andre : Vielen Dank für den Kommentar, da wird auch etwas klarer warum die vielen kleinen Vergewaltigungen (DSK ; Kachelmann u.a) so eine Aufmerksamkeit erlangen oder sind die etwa nur Analogien zu eben jener Vergewaltigung???

    rolandus

  3. Meine Schulden, Deine Schulden. Sozialisierungsfahrplan für griechische Staatsschulden sagt:

    […] und Bericht: http://www.rottmeyer.de/meine-schulden-deine-schulden-sozialisierungsfahrplan-fur-griechische-staats… Blog this! Recommend on Facebook Buzz it up Share via MySpace Tumblr it Tweet about it Buzz it up […]

  4. rolandus sagt:

    si , habe ich auch eben mit staunen gesehen, und bin mal gespannt, ob der gemeine michel dasauch mitbekommt.

    cu
    rolandus

  5. blaueelise110 sagt:

    Aristoteles Onassis….. der alte Fuchs hat es sicher damals schon gewusst. Spruch von Ihm: Hast du 100.000 $ Schulden, dann hast Du ein Problem. Hast Du 100.000.000 $ Schulden, dann hat die Bank ein Problem.
    Wie sieht das denn dann bei 350.000.000.000 € Schulden aus…..?
    Die Griechen sind nicht doof. Die führen uns alle vor, und der Michel merkt es nicht und zahlt…..

  6. stonefights sagt:

    Von Hausfrauenlogik und Bauchgefühl.
    Gerade lese ich in der WamS (Paper!) etwas über ‚Wer hat da von wem Ideen geklaut ?‘.(http://www.welt.de/print/wams/wirtschaft/article13412798/Wer-hat-da-von-wem-Ideen-geklaut.html)

    Da steht sowas „Komisches“, das wie folgt bei mir ankommt:

    Die Privaten (Banken) machen nur bei ner Umschuldung mit, wenn sie die neuen (vorrangig zu bedienenden) Anleihen bekommen, während die EZB und anderen „(H)azard (R)eal (E)conomic(s)“ nur mitmachen sollten, wenn sie die alten (nachrangig zu behandelnden) Anleihen behalten dürfen, weil sie sonst sozusagen per ‚default‘ gleich die Folgen tragen muessten. Zugegeben, etwas frei kommentiert von mir…
    Ich als Hausfrau mit Bauch kann das verstehen…
    Zuerst begehe ich Anleihen mit wahnwitzigen Renditen, gebe sie dann als (nachrangige) Sicherheit an die EZB und andere, verzichte dann grosszügig auf einen Teil meiner Rendite (in welcher Form ist für die Hausfrau irrelevant, da eh „default“ nach dem Bauch kommt), um dann noch grosszügiger die neuen (vorrangigen) Staatsanleihen – als Retter sozusagen – zu erwerben.
    Ich bin immer wieder begeistert von den Tellerwäschern der Nationen. lg, stonefights

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