Mein Plan gegen die Finanzkatastrophe

24. September 2013 | Kategorie: Gäste

von Bill Bonner

Mein Plan zur Abwendung der drohenden Finanzkatastrophe lautet: Sofort das von Präsident Nixon eingeführte Währungssystem widerrufen. Dieses wurde 1971 eingeführt, und es lebt jetzt von geliehener Zeit und geliehenem Geld…

Der Dollar sollte ans Gold gebunden werden, zum gerade aktuellen Goldpreis.

Stoppt QE, ZIRP und alle andere Versuche, die Preise, Zinsen und Märkte zu manipulieren.

Ich würde von meinem Kurs nicht durch politischen Druck abgehalten werden. (Nicht, dass ich hohe Ideale hätte. Ich würde mich einfach nicht um politischen Druck kümmern, wenn ich an der Spitze der Fed stezen würde.)

Ich würde nicht warten, bis Humpty Dumpty höher auf der Mauer klettern würde. Ich würde ihn stoßen. Es hinter uns bringen.

Also, wenn Sie Amerikaner sind, dann schreiben Sie an Ihren Kongressabgeordneten, Ihren Senatoren, Ihren Präsidenten…und an den Weihnachtsmann. Sagen Sie denen, dass Sie meine Kandidatur als Fed-Vorsitzender unterstützen.

Ich garantiere keine besseren Ergebnisse. Aber ich garantiere, dass es mehr Spaß machen wird, mir zuzuschauen. Präsident Obama sollte die NSA rufen. Die werden wissen, wie sie mich kontaktieren können.

Ich erwarte nicht, sofort vom Präsidenten zu hören. Ich werde ihm einige Tage geben, um herauszufinden, dass die führenden Kandidaten für den Posten des Fed-Vorsitzenden ihre Talente anderswo nutzen sollten. Vielleicht indem sie das Silber im Weißen Haus polieren.

Ich würde nicht die Einschätzungen Obamas vernachlässigen für Dinge, die nicht zählen. Er könnte alleine aus anatomischen Gründen für Yellen stimmen. Wie ich erklärte, sollte ein Zentralbanker, der seiner Pflicht Nummer 1 nicht nachkommt – das Geld der Nation zu schützen – kastriert werden. Zumindest in diesem Sinne hat Yellen einen Vorteil.

Normalerweise würde es niemanden kümmern, wer Vorsitzende(r) der Fed ist. Aber jeder sagt, dass wir nicht in normalen Zeiten leben. Sie scheinen alle zu denken, dass außergewöhnliche Zeiten eine außergewöhnliche Person an der Spitze der Fed verlangen.

Wer würde sonst fähig sein, die Mission auszuführen, welche Präsident Obama skizziert hat: Die Wirtschaft wachsen lassen, die Inflation unter Kontrolle halten und sicherstellen, dass wir keine neuen Instabilitäten schaffen. Ein großer Auftrag.

Aber mehr Schulden für eine Wirtschaft, welche bereits unter zu viel Schulden leidet, hilft nicht wirklich.

Daran ist auch nichts Unnatürliches. Die Wirtschaft hat sich nicht belebt. Diese Politik hat nur die Preise für Vermögensanlagen reicher Leute nach oben getrieben.

Die meisten Leute haben von diesem monetären und fiskalischen Hullabulla erhalten. Es gab 116 Mio. Arbeitnehmer in den USA im Jahr 2008. Heute sind es 113 Mio. Und die Bevölkerung ist in der Zwischenzeit um 8 Millionen gwachsen. Und viele der heutigen Jobs sind im Niedriglohn-Sektor entstanden.

Was ist nicht normal? Und was für brillante Innovationen soll der nächste Fed-Vorsitzende bringen, um zu maskieren, dass die Aktivitäten der Fed nicht funktionieren?

Wir brauchen normale Geldpolitik für eine normale Periode des Schuldenabbaus.

Bis jetzt hat nur ein Kandidat für den Fed-Vorsitz demonstriert, dass es ihm an Brillianz mangelt, und genau das ist ein Kriterium. Er alleine versteht, was 2005-2007 passiert ist, und er erkennt die Grenzen des Aktivismus der Fed an. Sie wissen, wer dieser Kandidat ist: Ich selbst.

Ich habe wiederholt gewarnt, dass dieser Vesuv der Schulden himmelhoch ausbrechen wird (oder ähnliche Worte).

Dann, als die Lava in den Jahren 2008-2009 floss, da sah ich die Antwort der Fed voraus und prognostizierte, dass sie nichts Gutes bewirken würde.

Und jetzt weiß ich, was zu tun ist. Die Fed sollte sich zurückhalten. Und die Märkte ihre Arbiet verrichten lassen.

Es ist Zeit für einen Wechsel. Mr. Obama, ich stehe neben dem Telefon…

Quelle: Kapitalschutz Akte
Mein Plan gegen die Finanzkatastrophe (von Bill Bonner)
Weitere Informationen: Investor Verlag

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8 Kommentare auf "Mein Plan gegen die Finanzkatastrophe"

  1. FDominicus sagt:

    Ok, damit hat sich meine Frage von Ihrem letzten Eintrag erübrigt. Also wenn es nach mir ginge könnten Sie den Posten gestern angetreten haben 😉

  2. 4fairconomy sagt:

    Wie soll der Schuldenabbau vor sich gehen, wenn fast die Hälfte der Bevölkerung nahe am Existenzminimum lebt und wenige Prozente über 60 % des Volksvermögens besitzen? Die Schulden sind übrigens andernorts als Vermögen verbucht. Sollen nun die Reichsten durch die Ärmeren ausbezahlt werden? Wer konsumiert dann noch? Die Reichen könnten ja das Geld, welches sie ausbezahlt bekämen, gar nicht verwenden, ausser zum Kauf von Firmen, ganze Städteteile usw. Das würde sich aber nicht rentieren, wenn die Unterschicht nichts mehr konsumieren kann ob des Schuldenabbaus. Also werden sie es sein lassen…

    Es besteht eine gravierende, im Ausmass wohl kaum je dagewesene Verteilungskrise. Die, die fast alles haben, wollen nicht ausgeben, was sie ausgeben könnten und die, die wenig bis nichts haben, werden die Schulden niemals bezahlen können. Das System ist völlig festgefahren.

    Eine friedliche Lösung gibt es nur mit einem Schuldenschnitt, bei dem sich jeder gemäss seiner wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit bzw. Vermögen beteiligt. Die „oben“ angehäuften Vermögen wurde eh nur dank Leistungen anderer möglich (um 1 Mrd. sparen zu können, müsste jemand während 4 0 Jahren 12’000 pro Arbeitsstunde auf die hohe Kannte legen können – also nach Steuern, Lebenshaltungskosten usw.). Die Schuldenkrise ist mindestens ebenso eine Vermögenskrise, wobei wenige unglaublich erfolgreich leistungslos Vermögen anhäufen konnten. Das Reichtum auf der einen Seite sind die unbezahlten Leistungen auf der Anderen, weshalb die Leute arm und der Staat hoch verschuldet ist.

    Und angesichts der Rettung der Finanzmärkte nach 2008, wobei Reichtum entsprechend der Verteilung gerettet wurde, wäre es nichts als naheliegend, dass sich jeder gemäss seinem Reichtum an der Beendigung Schulden- und Vermögenskrise beteiligt.

    Die Einführung einer Golddeckung würde natürlich eine fürchterliche Krise ausbrechen lassen mit verheerenden Konsequenzen und mit einer Depression bis auf unbestimmte Zeiten. Whs. könnte erst die Aufhebung der Golddeckung wieder helfen, aus der Depression herauszufinden. Politisch könnte die Golddeckung mit aller Wahrscheinlichkeit nach ohnehin nicht gehalten werden – Parteien und Politiker, welche diese verteidigen würden, hätten keine (Wieder-)Wahlchance, zu Recht.

    • Michael sagt:

      Deswegen wird ja auch dahingewurstelt.

      • bluestar sagt:

        Vermögenskrise, Schuldenkrise, Wirtschaftskrise, Immobilienkrise, Finanzkrise, Energiekrise, Politkrise usw. usf.
        Alles nur Symptome einer globalen Krise des gesamten Systems, welches auf der Verwertung von Kapital als Dreh-und Angelpunkt beruht und sich nach einer langen Periode des dynamischen Wachstums und Produktivitätsfortschritts mittlerweile in einer Phase der Selbstzerstörung befindet. Natürlich sind solche Gedanken ein öffentliches Tabu.
        Deshalb wird sich auch nichts ändern und dahingewurschtelt bis es knallt.

        • FDominicus sagt:

          „welches auf der Verwertung von Kapital als Dreh-und Angelpunkt beruht und sich nach einer langen Periode des dynamischen Wachstums und Produktivitätsfortschritts mittlerweile in einer Phase der Selbstzerstörung befindet.“

          Welches Kapital meinen Sie? Unser Schuldgeldsystem? Das dazu noch beliebig manipuliert werden kann? Also ist es wohl kaum ein Kapitalproblem sondern ein Kreditproblem.

          Und wie man sehen kann ist unser Banksystem so schlecht gestrickt, daß der Ausfall von 10 % der Kredit den Untergang der Banken bedeutet.
          http://www.rottmeyer.de/sommer-sonne-rentenloch/#!prettyPhoto

          Und Sie schreiben es sei ein Problem des Kapitals? Wohl ehere das Fehlen von etwas was den Namen „Kapital“ verdient.

          • bluestar sagt:

            @FDominicus
            „Also ist es wohl kaum ein Kapitalproblem sondern ein Kreditproblem“
            Beide Probleme sind untrennbar miteinander verbunden. Durch die Kreditaufblähung wurde die Entwertung von überschüssigem Kapital in die Zukunft verschoben. Konsumtion durch Kreditaufnahme von Staaten und Privathaushalten
            ist nichts anderes als ein Vorgriff auf zukünftig zu erwartende Wertschöpfung, die aber heute schon als Nachfrage wirksam wird und dadurch die Produktion anregt. Somit hatten Schulden die Funktion eines Krisenaufschubes. Sie verschaffen überflüssigem Kapital Anlagemöglichkeiten und kurbeln die Nachfrage an. Allerdings
            sind natürlich die Widersprüche des Systems dadurch nicht gelöst sondern
            spitzen sich auf höherem Niveau in Form einer noch viel größeren Krise zu.
            Dieser drohende Kollaps wird nun wiederum mit noch mehr Schulden und wertlosem Papiergeld „bekämpft“. Aber Manipulation geht nicht dauerhaft- ich glaube da sind wir uns einig. Obwohl ich den Staaten im Hinblick auf den Systemerhalt noch einige Repressionsmaßnahmen zutraue.
            Letztendlich wird wohl der globale Schuldenschnitt ( auch in Form von Inflation ) und damit eine finale Kapitalentwertung unumgänglich sein.
            Die bereits im Gang befindliche Vermögenspreisinflation-also die Aufblähung von Preisen ohne Wertsteigerung- kann wohl getrost als Ouvertüre bezeichnet werden.

  3. Gandalf sagt:

    Die (Wieder-)Einführung einer goldgedeckten Währung würde tasächlich das Betrugssystem der „Gottspieler“ auffliegen und ihre (Falsch-)Geldquelle versiegen lassen (Daher wird das wohl auch nicht so schnell passieren, solange sie noch die Menschen dumm halten können und es genügend „monetary cranks“ gibt, die dieses auch befördern.

    Das bei einer Einführung werthaltigen Geldes sämtliche unsoliden Geschäftsmodelle („Furzinvestitionen“) , die nur auf Grund des (zu) billigen Geldes entstanden sind, zusammenbrechen ist ja unvermeitlich. Aber aus diesem „Dung“ der korrigierten Preisrelationen lässt sich was neues, solides aufbauen.

    Das größte Problem wird jedoch das psychologische sein: Wir ALLE müssen uns womöglich nach diesen „cut“ neu ausrichten, – mit all den möglichen Unannehmlichkeiten, von denen wohl jeder hofft verschont zu bleiben, die aber – so oder so – unausweichlich sind. ( wie z.B zeitweiser Lohnverzicht mit Auswirkungen auf die private Sphäre) Nach dem „Schock“ wird aber imho schnell die Neuorientierung folgen, die Chancen in einem System aufzeigt, in dem Geld wertbeständig bleibt und Kräfte zum Neuanfang freisetzt. (u.a auch weil dann z.B Pleite- Immobilien und Unternehmen deutlich billiger – und gegen Gold – zu haben sein werden)

    Wie gesagt: „wollen“ wird das niemand. Es wird aber passieren, so sicher wie ein hochgeworfener Stein wieder runterfällt.

    Das schlimmste was bis dahin passieren kann ist, das man durch gezielte Geldentwertung den Kapitalstock noch weiter und unter Vortäuschungen von noch mehr billigem, zinslosen Geld abschmilzt. Dann werden wir eines Tages hinter einem Zaun aufwachen und es wird kein „Westen“ da sein, der uns „rettet“.

    • bluestar sagt:

      @Gandalf
      „Das größte Problem wird jedoch das psychologische sein“
      Das sehe ich genauso. Und: Die Volksmasse wurde korrumpiert und verdummt, wie wird sie reagieren ? Alle haben sich an das wertlose Zwangsgeld und ein Leben auf Kosten der Zukunft gewöhnt. Was machen die ganzen Profiteure und Schmarotzer ?Welche Kräfte gewinnen die Oberhand ? Wird es friedlich ablaufen ?
      Ist schon ein sehr heikles Thema.

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