Abgesang auf Gold und Silber

16. Oktober 2013 | Kategorie: RottMeyer

von Frank Meyer

Ist das nicht eine passende Überschrift? Das Ende von Gold und Silber liegt im Trend. Mit ganz viel Platz nach unten. Ich lese so oft das Gegenteil – außer von den große Banken. Waren ihre Warnungen berechtigt? Kurz danach kam es immer zum Preiseinbruch. Die „Experten“ hatten doch recht! Niemand braucht das Zeug (jetzt). Deshalb wird es Zeit für den ultimativen Abgesang!

Das waren herrliche Zeiten, als es für 1.000 Euro noch 22,2 Gramm Gold gab. Heute bekommt man für die gleiche Summe 32,7 Gramm. Aber wozu? Als der Silberpreis im Jahr 2011 bei 50 US-Dollar stand, bekam man für 100 Euro drei Unzen Silber. Heute sind es sechs. Aber wozu?

Robert Schröder schreibt in seiner aktuellen Analyse auf den Goldseiten, Gold müsse jetzt schnell wieder zurück über 1.280 US-Dollar. Bis vorhin notierte es glücklicherweise darunter. Jetzt schon nicht mehr. Unentschieden. Die bullische Flagge wurde kürzlich nach unten aufgelöst. Ein Fehlausbruch? Oder werfen die Gold-Bullen jetzt das Handtuch, fragt Robert Schröder. Ich hoffe es! Bitte! 

Die (großen) Jungs können wie auch ich die Charts lesen. Und sie können diese auch noch malen. Ihre Technik ist wesentlich besser geworden, sagt Dimitri Speck auf der Metallwoche und in seinem neuen erweiterten Buch „Geheime Goldpolitik“. Das Buch gibt es jetzt auch im Englischen. Inzwischen sind die Computer und deren Programme wesentlich schneller als der Blitz.Da gibt es viel Stoff für die Akteure auf dem eigenen Kerbholz, nachzulesen auch in Englisch! Vielleicht meldet sich ja jemand bei Dimitri.

BITTE…. NICHT…. JETZT…!

Nein! Ich will nicht, dass Gold und Silber teurer werden. BITTE…. NICHT…. JETZT…!  Leider ist das dem „Markt“ völlig schnuppe, was ich möchte. Wünsch Dir was, findet wo anders statt. So isses! Ist angesagt. Auch für diejenigen, die seit zwei Jahren mit dem Fuß aufstampfen, weil die Preise steigen und nicht fallen sollen. Der „Markt“ hat dafür nicht einmal ein kurzes Lächeln übrig.

Und der schlechten Nachrichten nicht genug… Jetzt am Abend hat es Gold doch wieder über die 1.280 US-Dollar pro verflixter Feinunze geschafft. Mist! Mir bleibt nur wieder die Hoffnung auf einen weiteren nächtlichen Angriff auf der GLOBEX, wenn die Chinesen wach sind…

In diesem emotionalen Blutbad unter den Gold – und Silberbugs habe ich ein anderes Hobby gefunden… Kolumnen… getarnt als Nachrichten… kleine Spaßeinheiten aus den Nachrichtenagenturen … lustig geschriebene Dinge ohne Sinn und mit noch weniger Verstand. Am liebsten lese ich momentan Bloomberg. Da gibt es so schöne „Klopper“ wenn die Experten dort mit den Nullen durcheinander gekommen sind. Millionen, Milliarden, Billionen… 

So schrieb Bloomberg, die Zentralbanken kauften im letzten Jahr 535 Millionen Tonnen Gold (!). In diesem Jahr sollen es 350 Millionen Tonnen sein (!). Vielleicht hat man das mit den Daten aus der Kohle- und Eisenerzförderung verwechselt, obwohl Bloomberg sehr genau arbeitet. Jedenfalls war es so lustig wie vier Kugeln Schokoladeneis unter dem T-Shirt oder dem Stich einer Hornisse.

Humanoide Übersetzungsformen übernahmen den Bloomberg-Text ungeprüft und ohne großes Aufsehen ins Deutsche. Streichen wir darin sechs Nullen, werden die Zahlen richtig. So viele Nullen! Keine Sorge! Bei einer entsprechend hohen Rate an Finanz-An-Alphabeten in Deutschland fällt das nicht auf. Welcher Leser kann schon mit so vielen Nullen umgehen, wenn selbst englische Experten daran grandios scheitern. Früher habe ich mich über die kleinen Ungenauigkeiten erregt. Heute genieße ich sie. Früher habe ich mich auch manchmal über fallende Kurse geärgert. Heute freuen sie mich. Je mehr Müll geschrieben wird, desto lustiger wird mein Tag. Der Genuss an Müll ist heute eines meiner Hobbys. Mache ich etwas falsch? (Wahrscheinlich!)

Blut rühren!

Es sind harte Zeiten für die „Bugs“. Der DAX steigt aus den gleichen Gründen, was Edelmetalle auch nach oben tragen müsste, Und was sind es für gute Zeiten für eine Bereinigung. Diejenigen, die Gold als Spekulationsobjekt gekauft haben, werden samt ihrer Wünsche und Vermutungen aus dem Markt gekegelt, wenn sie es nicht schon sind. Ich weiß, das ist böse, aber Teil des Spiels. Edelmetalle sind doch langweiliger als gedacht – und vor allem nicht so schnell unterwegs wie erhofft.

Man kauft das Zeug doch nur, wenn man zu viele Verrechnungseinheiten auf den heute jederzeit zyperbaren Konten herum liegen hat. Und wenn, dann in der richtigen Form. Gold macht niemanden reich. Aber es garantiert einen guten Schlaf. Wer es sich leisten kann, nominale Zahlen außer Acht zu lassen, der wird sich kaum aufregen. Immer wenn ich mich schlafen lege, freue ich mich inzwischen auf das Ergebnis eines weiteren Kurssturzes im dünnen asiatischen Handel. Der Morgen war in den letzten Wochen immer wieder von großer Freude gekrönt.  

Ja, ich habe meine Meinung zum Edelmetall geändert. Es ist mir egal geworden. Korrigiere… die nominalen Preise sind mir egal geworden. Das ist ein Unterschied. Ich will viel tiefere! Ich will Masse für meine kleinen Ersparnisse und keine Almosen in Gramm. Deswegen bin ich inzwischen ein großer Anhänger des Goldkartells geworden. Uns verbinden die gleichen Wünsche – nur mit umgekehrten Vorzeichen. Uns verbindet das gleiche Interesse, nur meines ist entgegengesetzt zu dem der großen Jungs mit den tiefen Taschen. Ich habe Zeit. Die großen Jungs haben diese nicht. 

Je derber ihre Schläge sind – wie am letzten Freitag aus dünner Luft und ohne irgendwelche Nachrichten – desto stärker drängt mich das Bedürfnis, ihnen Postkarten des Dankes zu schreiben – so offen – dass bei der NSA Alarm ausgelöst wird. Leider kenne ich ihre Adressen nicht. Deshalb nutze ich jetzt die Gelegenheit auf unserem Blog.

Sollten Sie jemanden aus den Anstalten richten Sie ihm bitte meine herzlichen Grüße aus. Sollte zudem die NSA diesen Blog auf der Überwachungsliste haben, bitte leiten Sie ihr meinen Dank den zuständigen Interventionisten weiter. Wenn ich noch einen Wunsch äußern dürfte…  (Seite 2)

 

Seiten: 1 2

Schlagworte: , , ,

14 Kommentare auf "Abgesang auf Gold und Silber"

  1. stonefights sagt:

    Ach Frank, wer wird sich denn gleich verbal übergeben ?
    „Wünsch Dir was, findet wo anders statt.“
    Eben, z.B. in der CDU-Formation. Die kennst du bei deinen ganzen Analysen noch nicht ?
    Klar ! Die Beeinflussung unseres Lebens durch Quanten ist bereits nachgewiesen.
    Hm, ist die Mehrzahl Quanten, Quants oder doch Quandts ?
    „Bei einer entsprechend hohen Rate an Finanzanalphabeten in Deutschland“
    ist die Schreibweise egal, Hauptsache, das mit der Beeinflussung stimmt wenigstens 🙂
    LG, stonefights

  2. gilga sagt:

    Ach Frank, ich würde das auch ganz entspannt sehen (und so lese ich den Text auch). Wer den schnellen Zock erwartet hat wird (zu Recht) rausgekegelt… und das egal in welchem Mark. Wer mit 10% oder auch 20% seines Kapitals drin steckt und nicht den Fehler gemacht hat zu einem einzigen Zeitpunkt (vor 2 Jahren) das gesamte Kapital für den Einstieg einzusetzen liegt vielleicht nominal 20-30% im Minus. Real dürften es bei der Masse eher 10-15% sein. Selbst wer den Rest für die zwei Jahre nur aufs Tagesgeld gelegt hat, gleicht so rein Nominal die Verluste schon fast wieder aus (und hat insgesamt nur eine reales Minus von 2-4% auf seinen gesamten Assets). Aber so denkt der Mensch halt nicht. Eher so in der Art „Mist, Gold hat mich ein iPhone gekostet“.

    Bei einer Einzelaktie kann (und sollte man vielleicht) sich nun sorgen um das Unternehmen machen… die können nämlich durchaus pleite gehen. Da schlafe ich mit physischem Gold/Silber im Vergleich doch eigentlich noch ganz gut. Technisch orientierte Anleger die schon immer wussten „Ich kann es eh nicht besser als der Markt“ und nicht alles auf eine Karte setzen denken spätestens jetzt (eher in festen Zyklen) vielleicht so langsam an ein Rebalancing und werden dadurch auch „gezwungen“ wieder zu investieren…

    Ich tue mich mit den Manipulationsvorwürfen noch immer ein wenig schwer… klar gibt es Aktionen wie die nicht Mark-/Preisschonenenden massiven Verkäufe, die immer wieder auftreten. Aber wer sagt uns denn nicht das hier die Kollegen von den Hedgefonds etc. die einzigen Assets auf den Markt werfen (müssen) die gerade liquide sind? Bei den Aktien passiert das vermutlich auch, nur merken wir es aufgrund des Marktvolumens und der vermutlich besseren Streuung dort gar nicht (und man schaut wohl auch genauer hin; zugegeben).

    Fakt ist, das die Masse momentan eben kein Silber/Gold kaufen will. Ggf. haben wir auch eine Übertreibung nach unten, aber das wird die Zeit zeigen. Zumindest sind die „ich packe mein ganzes Geld in Edelmetalle“-Kollegen nun schon deutlich weniger in den Foren/Blogs unterwegs als noch vor 1-3 Jahren.

    Einfach technisch investieren, sauber verschiedene Risikoklassen und Verteilungen definieren, Diversifizieren, gelegentlich Rebalancen und vor allem nicht glauben man wüsste alles (besser). Dann klappt das langfristig auch. Und wenn nicht steht man zumindest zu geringen Kosten breitbeinig in der Welt, was in diesen Zeiten wohl das wichtigste ist.

  3. Avantgarde sagt:

    Be careful what you wish for,
    it might come true.
    🙂

    • Frank Meyer sagt:

      Yes! Du alter Haudegen! Hatte Dich schon wieder vermisst!

      • Avantgarde sagt:

        Merci – momentan bin ich leider etwas zu beschäftigt um mich länger hier aufzuhalten und mich mit den neoliberalen Gesellen hier zu streiten…
        Ich schreib Dir demnächst mal ne Mail zu was anderem.

        Aber um zum Gold zurückzukommen:
        Ich hatte mich ja vor einigen Monaten(als die Welt noch rosig war) schon sehr kritisch zum Goldpreis geäußert und so was um die 1200 durchaus in Betracht gezogen.

        Nun lehne ich mich erneut aus dem Fenster und würde sagen, daß die bisherige Korrektur falls sie denn nun vorbei sein sollte die beste aller Möglichkeiten war – und alle verdammt froh sein sollten, die hoch in Edelmetallen investiert sind.
        Denn das wäre die kleine Korrektur.

        Eine Preiszone für die finale Korrektur von um die 1000/900 Dollar indes wäre aus meiner Sicht nun aber alles andere als Überraschend.
        Ein Blick auf den 10-Jahres Chart hilft da vielleicht.

        Für die, die das aus „fundamentalen Gründen“ nicht glauben wollen werden die Goldverschwörungsgeschichtenerzähler sicherlich aber ein paar sehr wohlklingende Geschichten bereithalten.
        🙂

  4. mfabian sagt:

    Es ist die alte Leier. Was ist Gold? Rohstoff? Geld? beides?
    Es gibt grob drei Gruppen von Haltungen zu Gold:

    Gruppe 1: Gold ist kein Geld.
    Gruppe 2: Gold ist auch Geld.
    Gruppe 3: Nur Gold ist Geld.

    Gruppe 1 dürfte die Mehrheit der Menschen in Westeuropa und Nordamerika ausmachen. Die Haltung hat auch einen Namen. „Staatsgeldtheorie“. Demnach ist nur Geld, was vom Staat als solches anerkannt ist, das der Staat also zur Begleichung der Steuern akzeptiert. Das staatliche Geld ist entsprechend die Berechnungsbasis, in der alles bewertet wird. Lebensmittel, Energie, Aktien, Schulden … alles was zum Verkauf steht hat einen Preis in Staatsgeld. Keynesianer gehören auch in diese Gruppe. Gold ist deshalb ein reines Spekulationsobjekt wie jeder Rohstoff von Aluminium bis Zypressenholz. Sogar noch mit der Einschränkung, dass Gold a) nicht wirklich von irgend jemandem gebraucht wird und b) dass es mehr als genug davon gibt, denn die Lagerbestände (171’800t) sind 60mal so hoch wie die Jahresproduktion (2700t). Gold wird also nur gehandelt, um einen Gewinn in Staatswährung zu generieren.

    Gruppe 2 macht die Mehrheit in der übrigen Welt aus. Asiaten, Osteuropäer, Afrikaner, Araber, Südamerikaner betrachten Gold als Geld, das neben den Staatswährungen mindestens dieselbe monetäre Bedeutung hat. Zwar kurzfristig (seit 42 Jahren in den USA) ausgebremst aber langfristig und historisch bedeutungsvoller als die diversen Papiergeldsysteme. Auch die Zentralbanken (sogar aus Nordamerika und Westeuropa) gehören hierzu und grundsätzlich alle Anhänger der Österreichischen Schule. Sie bewerten die Welt nicht zwangsläufig in Währungen, weil sie der Überzeugung sind, dass auch Währungen Schwankungen von Angebot und Nachfrage unterliegen und es somit nicht immer sinnvoll ist, Preise in Währungen zu definieren. Sie stellen deshalb häufig auch Überlegungen und historische Vergleiche an, die Gruppe 1 nicht nachvollziehen kann: Wie viel Weizen kostet ein Haus? Wie hoch ist der durchschnittliche Monatslohn in Silber? Was kostet Öl in Gold? Wie lange muss ich für ein Brot arbeiten? Man kann es gut „Warengeld-Theorie“ nennen, denn im Vordergrund stehen Ressourcen und nicht die momentan gültige Währung. Es ist demnach nicht mehr so wichtig, wie viele Währungseinheiten man im Moment für eine Ressource eintauschen muss, denn die Währungseinheit ist höchstens kurzfristig das Mass aller Dinge.

    Gruppe 3 ist der Kontrapunkt zu Gruppe 1 und eine Minderheit zu der Walter Eichelburg sicherlich eben so zählt wie Jim Willie oder Prof. Hans Bocker. In abgeschwächterer Form auch Ron Paul und Peter Schiff. Als Leitspruch kann man die Aussage von J.P. Morgan nehmen: „Gold ist Geld, alles andere ist Kredit…“.
    Wenn man nur Gold als Geld betrachtet, kommt man unter dieser Prämisse zu ganz spannenden Schlussfolgerungen, wobei die erste davon ist, dass alle anderen Währungen, Dollar, Euros, Franken, eben kein Geld sind, sondern … Tja was? Falschgeld? Verrechnungseinheiten? temporäres Tauschmittel?
    Vor die Wahl gestellt, ob er als Lohn für seinen Vortrag lieber eine Unze Gold oder €1000 erhalten soll, würde Walter Eichelburg sich sicherlich für Gold entscheiden. Zumindest dann, wenn die Auszahlung erst in einer Jahr oder so erfolgen soll.
    Wer sich zu Gruppe 3 zählt, lebt in dem Dilemma, dass er für den täglichen Gebrauch gezwungen wird, das „staatliche Falschgeld“ zu verwenden, in dem er sein Gehalt bekommt und in dem er seinen Unterhalt zu bezahlen hat. Er würde jedoch nie seine Überschüsse in Währung anlegen und schon gar nicht in Forderungen, die in Währung lauten (also z.B. Anleihen).

    Diese Divergenzen der Haltungen dieser drei Gruppen machen die Golddiskussion so spannend, da hier Welten von Weltanschauungen aufeinanderprallen, die es in anderen Bereichen nicht gibt.

    Für einen Anhänger der Gruppe 1 ist jeder ein Idiot, der für so etwas sinnloses wie Gold bereit ist, das wertvolle staatliche Geld herzugeben.

    Für Anhänger der Gruppe 3 ist jeder ein Idiot, der das wertvoll der Erde entrungene heilige Metall der Götter gegen einen Stapel billiger bedruckter Zettel hergibt, die sich zwangsläufig irgend wann ihrem inneren Wert „Null“ annähern werden.

    Gruppe 3 ist von der Anzahl der Anhänger her unbedeutend. Der globale physische Goldhandel spielt sich deshalb zwischen den beiden dominierenden Gruppen 1 und 2 ab.
    Gruppe 1, die Amerikaner und Europäer sind zahlenmässig in der Minderheit, besitzen aber aus historischen Gründen das meiste Gold, das sie auch gerne bereits sind, abzugeben. Gruppe 2 wird finanziell immer bedeutsamer und drängt danach, ihre Währungsüberschüsse in Gold zu investieren. Entsprechend sehen wir seit gut 10 Jahren und ganz besonders seit Anfang diesen Jahres logischer Weise Flüsse von Gold von West nach Ost, von Gruppe 1 zu Gruppe 2 und Flüsse von Währungen und Schuldscheinen in die umgekehrte Richtung. So lange keine der beiden Gruppen ihre Haltung ändert und es in Händen von Gruppe 1 noch genügend Gold gibt, wird sich daran auch nichts ändern.

    Als logische Konsequenz der Weltanschauung und Verhaltensweise dieser drei Gruppen ergibt sich auch die Einstellung, Hoffnung bis Befürchtung, was einen Reset des Geldsystems (frei nach Dirk Müller) betrifft. Also eine Währungsreform:

    Gruppe 1: Da die staatliche Währung das Mass aller Dinge ist in dem alles andere bewertet wird und in das man sein Vertrauen setzt, wäre eine Währungsreform eine Katastrophe. Ein „den Boden unter den Füssen wegziehen“, ein kompletter Zusammenbruch der Welt und der eigenen Weltanschauung. Schliesslich hat man ein Leben lang in einer Währung gespart, die jetzt wertlos wird und somit gehen alle Ersparnisse (Bankkonto, Anleihen) den Bach runter.

    Gruppe 2: Dürfte einer Währungsreform eher gelassen gegenüber stehen. Grosse Vermögen in Währungen sind nicht vorhanden und auch nicht in Form von auf Währung lautenden Forderungen. Ausnahme sind Zwangssparen wie Rentenfonds, Pensionskasse, Lebensversicherung. Der Grossteil der Ersparnisse ist währungs-unabhängig angelegt. Sei es in Aktien, Immobilien, Gold oder anderen Sachwerten.

    Gruppe 3: Hat sich noch stärker als Gruppe 2 aus dem Währungssystem ausgeklammert und auch Pensionskassen und Lebensversicherungen eliminiert und voll auf Gold gesetzt. Sie gehört nun zu den eindeutigen Profiteuren. In den öffentlichen Foren und Medien dürfte sie auf die Häme der Gruppe 1 aus dem Frühling 2013 („Gold ist Scheisse, Gold ist tot, Gold ist sinnlos, Gold sinkt ins bodenlose …“) nun mit ähnlich aggressiver Häme im Stil „Selber schuld, wir haben es euch ja schon seit Jahren gesagt …“ reagieren.

    Es läuft also schlussendlich darauf hinaus ob wir „Westler“ die Asiaten davon überzeugen können, dass Gold nur ein Rohstoff ist (worauf hin Gold auf den Silberpreis abstürzen könnte).
    Oder ob diesmal der Osten gewinnt und mehr und mehr Westler auf die Seite jener überlaufen, die Gold wieder als Geld definieren oder ihm zumindest eine monetäre Bedeutung zugestehen.

    Meine persönliche Beurteilung nach rund 14 Jahren in diversen Börsen-Foren und Blogs lässt mich vermuten, dass im Zuge der globalen Gelddruckerei die letztere Variante gewinnt. Sprich: Gold wird vermehrt als Werterhalt, als Geld betrachtet, auch wenn diese Haltung durch die Medien und Banken bekämpft wird.

  5. quicksilver sagt:

    Sie schreiben, dass Sie Zeit haben, die grossen jungs aber nicht.. wie kommen Sie da darauf?
    So wie es aussieht, kann das gesamte Schauspiel der Gelddrucker noch Jahrzehnte weitergehen.
    Zeit habe ich auch.. Ich kann das gut aussitzen…seien wir mal ehrlich. Wer will sein Zeug schon mit ins Grab nehmen oder vererben?
    gruss

    • Frank Meyer sagt:

      Ganz einfach… Ich bestimme selbst meinen Zeithorizont, außer die Götter haben übergeornete andere Pläne mit mir.

      • Michael sagt:

        Ich denke wir zielen auf einen ähnlichen Zeithorizont ab. Da sind Realwerte unabdingbar. Meine Sicht auf die Dinge kommt nicht aus der Krisenzeit – die habe ich gar nicht mitbekommen. Ich habe mir die Frage gestellt, wie schaut die Welt in 30 Jahren aus und wo will ich zu dem Zeitpunkt sein. Was rechnet sich jetzt zu beginnen.

        Wenn man eher eine werteorienterte Sicht auf die Dinge hat, dann wird man in 20 Jahren vermutlich nicht mehr im Einzugsbereich der FED einen Ort finden am dem man Assoziationen mit positiven Erinnerungen an eine einem selbst sehr wertvoll erscheinende Schaffensperiode im Leben kann knüpfen (die negativen filtert das menschliche Hirn).

        Egal wo man sich hinbewegt. Wer etwas von Werten hält, der hat konvertible, bewegliche Güter zur Verfügung. Aus gutem Grund.

  6. Michael sagt:

    Günstige Preise sind immer besser. Die Chancen auf günstigere Preise sind noch intakt. Das scheint mir allein aus dem Bauch heraus eher der Fall. Ich sehe noch keine Übertreibung nach unten. Charttechnisch im Langfristchart schaut der letzte Rückgang durch seine Ausbeulung nach links gleicht er eher
    a) jener Formation beginnend mit Begin Q3resp.4/2008 oder Q4/2009 in einer Auflösung auf 5 Jahre sind die Bewegungsmuster ähnlich. Im Moment ist es das Abrutschen aus der Sicht entlang einer Schulter eher schon bei den Hüften bald. Tendentiell ist die grobe Richtung nach oben …

    Jetzt zu dem Spack an den Hüften…
    Was stimmt mich trotzdem bezüglich Aktien bedenklich. Eine unserer Banken warb mit Analgen in Aktien unter dem Hinweis, ‚Leute kauft dass, auch wenn nicht viel Reales drinnensteckt ein wenig doch‘. 🙂

    Eine Frage zu 60 Bio Dollar in den Aktienmärkten. Ist das die Summe über die Marktkaptialisierung der einzelnen Werte oder die Transaktionsvolumina übers Jahr. Ist es die Marktkapitlaisierung, die Summe über die Buchwerte, dann sollte man mal das Welt BIP von 70 Bio danebenstellen und sich fragen … woher kommt der Optimismus außer die pure Geldentwertung ist das Kalkül.

    Da hat die gute Ann Barhardt, die ist kein Gold Bug – eher angefressen auf die Großbanken, in einem der letzen Videos sinnesgleich etwas Nettes gesagt, ‚Nähme man die Hyperinflation in Ungarn 45 – 46 an als Muster für den Dollar, dann würde am Ende die Arbeitsleistung eines Einzelnen von einer 30tausendstel Sekunde genügen die Schulden der U.S. in China abzutragen – wird die Welt dabei zuschauen?‘. Worauf basiert der EURO – USD Anleihen … ?

    http://www.youtube.com/watch?v=Tkzly2lCpwU
    (Finale Statement ab Minute 41 in der Gegend)

    Die Spekulation selbst geht ja nurmehr dahingehend, dass keiner draufkommt. Technisch mag schon alles isoliert sein zumindest so halbwegs … glaubt man.

    Man könnte sogar die Meinung vertreten, die Besicherung der Anleihen mit Grund und Boden wäre eine Idee. Das kann aber jeder machen. Sie nehmen in Garten, geben sich selbst Geld raus und da es sonst keiner nimmt, leben sie von Früchten im Garten und machen sich alles selbst. Aus Sicht der Währung ist das der Kollaps. Ende der Arbeitsteilung.

    Der Dollar stößt im Moment eher an die kulturellen Schranken, die eine Ausbreitung des Einzugsgebiet der Zentralbank FED verhindern. Unterbringen könnte man die Summen noch. Afrika, Gehälter in Asien wie im Westen … usw. Es ist bei uns auch so – Staatsverschulden/Arbeitnehmer ist mehr als seine Arbeitskosten. Damit finanziert seine Arbeit selbst. Wenn man das Modell global ausbreitet in jeden Winkel und Scheinpreise regieren … Ob das geht, ich kann es mir nicht wirklich vorstellen. Sie sind ja von den Herstellkosten des eigenen Produktmix abhängig bei der Unterlegung mit Wirtschaftsleistung.

  7. rolandus sagt:

    Wie habe ich diese Kolummnen vermisst in den letzten Wochen 😉 Großartig !!!

    Schön‘ Gruß ins Ried
    rolandus

  8. Andres Müller sagt:

    Auf meinem Konto lagert eine Mischung aus Gold,Silber,Platin,Palladium. Ich habe das Zeug im schlechtesten Moment (aus heutiger Sicht) gekauft, also Mitte 2011. Trotzdem interessiert mich der Kurs der Metalle im Moment wenig, denn ich habe sie nicht zum Zocken gekauft. Ich habe gekauft weil es mir wichtig (und auch spassig) erscheint eine bestimmte Menge davon zu haben -und zwar so lange ich es nicht verkaufen muss. Und wenn ich wirklich verkaufen müsste, dann haben die Klunker mit Sicherheit mehr Bedeutung als jetzt. Fall ich es nie verkaufen muss, wird es eben vererbt, das wäre mir letztendlich der bestmögliche Fall der eintreten könnte. Es ist wie mit Mutters teuren Athmos Uhr, die wird wohl auch mich überleben, aber ich kann sie jederzeit betrachten und mich an Mutter erinnern. Hätte Mutter die Uhr aus Zockerei gekauft, wäre die Erinnerung wohl weniger amüsant.

    • bluestar sagt:

      @Andreas Müller
      Vielen Dank für Ihren Kommentar. Schön, dass es noch Menschen gibt, die genau wissen was sie tun, dazu stehen und nicht bei jedem Trend ( oder Kursstand ) zweifeln oder umfallen. Ich bin absolut sicher, Sie und Ihre Familie werden mit Ihrem Bestand noch viel Freude haben.

Schreibe einen Kommentar

Sie müssen eingeloggt sein, um einen Kommentar schreiben.