Mehr Waffen auf dem Weg in die Staatspleite

21. Dezember 2014 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

Vor dem Sicherheitsrat der Ukraine hat Präsident Poroshenko mehr Geld für Kriegsgerät gefordert um die Nato-Richtlinien für Militärausgaben gefordert. Fünf Prozent des BIP sollen es werden. Der EU Wirtschafts- und Währungskommissar Mosovici fordert gleichzeitig einen Beitrag Russlands um die Ukraine vor der Staatspleite zu bewahren.

Im Krieg ist jedes Mittel recht und jeder Wahnsinn darf formuliert werden. Die Ukraine macht da keine Ausnahme. So urteilte Poroshenko laut Bloomberg:

(Bloomberg) “The war made us stronger, but has crushed the economy,” Poroshenko said. “There’s one article of spending that we won’t save on and that’s security. Our financial plan should cover force majeure. Our enemy can start a full-scale offensive any minute.”

Während die Wirtschaft des Landes wie erwähnt von der neuen Stärke nichts abbekommen hat, die Währung des Landes so gut wie tot ist und das Rating mit CCC- einer ökonomischen Nahtoderfahrung gleichkommt, strebt der anderweitig frisch Erstarkte eine Ausweitung des bereits 17 Milliarden Dollar schweren Rettungspakets an.

Ukraine is finalizing next year’s fiscal plan after the monthslong conflict ravaged its industrial heartland near Russia’s border. As its economy shrinks and reserves languish at a more than 10-year low, it’s also racing to secure more international aid to top up a $17 billion rescue. Standard & Poor’s said Dec. 19 that a default may become inevitable, downgrading Ukraine’s credit score one step to CCC-.

Mittlerweile werden die zusätzlich benötigten Mittel auf noch einmal 15 Milliarden Dollar beziffert.

With official forecasts putting this year’s contraction at 7 percent, the government needs $15 billion on top of its bailout to stay afloat, according to the European Union. To unlock the next tranche of the International Monetary Fund-led package, it plans to submit a 2015 budget by Dec. 23. An IMF mission, which visited Kiev Dec. 9-18, will return early next year.

Geradezu putzig ist die Forderung von Herrn Moscovici an Russland.

The European Union and the U.S. are discussing $12 billion to $15 billion in aid to Ukraine and “there needs to be a Russian contribution to the package,” Pierre Moscovici, the 28-nation bloc’s economy commissioner, said at a Bloomberg Government event this week in Washington. A decision is needed in January, he said.

Russland soll nun also ein paar Milliarden zur finanziellen Rettung der Ukraine beitragen. Das klingt äußerst attraktiv. Immerhin erfährt der juristische Laie so einiges über die Nischen der Sanktionitis. Milliardenschwere Überweisungen aus Russland scheinen jedenfall ebenso nicht unter die Sanktionen der EU zu fallen wie frisches Erdgas zum Heizen.

Was wohl die Medien sagen, wenn Russland aus nachvollziehbaren Gründen dankend ablehnt? Sicherlich zeigt man dann nicht die Panzer und Artillerie, die man dann nicht kaufen kann. Vielleicht wird man titeln „Putin lässt Kinder in der Ukraine hungern“. Alternativ kann man einen rückdatierten Kaufvertrag über die Krim in den Akten finden. Damit wäre das Thema dann erledigt. Frohe Weihnachten …



 

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6 Kommentare auf "Mehr Waffen auf dem Weg in die Staatspleite"

  1. stonefights sagt:

    Der Insider erkennt wohl bankrotte Häuser hinter dem Beitrag, jedoch wäre eine Autorenangabe oder Quelle für den Gesamtbeitrag für andere vermeintlich aufschlussreicher.
    lg, stonefights

    • Bankhaus Rott sagt:

      Hallo Stonefights,

      vielen Dank für den Hinweis. Der Artikel ist, wie sie natürlich als langzeitiger Leser des Blogs richtig erkannt haben, von uns. Bei den kurzen Beiträgen in „Aufgelesen“ weisen wir meistens nur auf anderswo erschienene Inhalte hin. Der Eigenanteil hält sich folglich in Grenzen, daher verkneifen wir uns das Namensschild. Das können wir zukünftig gerne anders halten, wenn die Kommentierung etwas ausführlicher ausfällt. Bei Steilpässen à la Moscovici kann das natürlich vorkommen.

      Wir wünschen Ihnen schöne Feiertage.

      Beste Grüße
      Bankhaus Rott

      • Hans-J. sagt:

        Tatsächlich ist es eine Marginalie, doch ich muß „stonefights“ rechtgeben. Eine Quelle ist auch bei Eigenproduktionen sinnvoll (Vorschlag: „Hausmeister“, „Bankvorstand“, „Vorstandsintellektueller“ oder so).

        Ich wünsche allen Machern und Lesern besinnliche Weihnachten, ein kaltes Silvester sowie ein gesundes Jahr 2015! Bitte auch im nächsten Jahr dran denken: Kurse sind Schäume.

        PS: Danke, daß diese unsägliche GEAB nicht mehr zitiert wird. Ich hatte mich vor vielleicht zwei Jahren drüber aufgeregt…

        • Bankhaus Rott sagt:

          Hallo Hans-J.,

          wir werden den Vorschlag aufnehmen. Da auch weiterhin der Vorstand im Bankhaus Rott das ganze Spektrum der Tätigkeiten abarbeitet gibt es bei Bankhaus Rott & Frank Meyer auch weiterhin die beiden Autoren Frank Meyer und eben „Bankhaus Rott“. Dazu kommen natürlich die zahlreichen Gastautoren, die sehr viel zu den Inhalten unserer Seite beitragen.

          Ihnen und der gesamten Leserschaft wünschen wir ein gutes Jahr 2015!

          Beste Grüße
          Bankhaus Rott

  2. FDominicus sagt:

    Das Frustrierendste daran für mich ist: Die EU hat ohne irgendetwas schon ein paar Mrd. darunter geschickt. Ich bezweifele sehr, daß die EU weiß was mit dem Geld passierte. Es dürfte aber sicher sein, daß die Ukraine Teile dafür verwendete die Rechnung der Gazprom zu bezahlen. So im Endeffekt bezahlten wir die Schulden der Ukraine bei Rußland. Was soll man davon noch halten/schreiben?

  3. Susanne sagt:

    FDominicus das ist bestimmt so. Geld wird immer schön brav weitergereicht. Wenn der eine die Daumenschriaben etwas enger dreht, muss man eben jemanden finden, der sie wieder etwas lockert 🙂

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