Manipulation bei Gold bewirkt Kapitulation bei Minenaktien

25. Juli 2015 | Kategorie: RottMeyer

von Claus Vogt

Wer manipuliert den Goldmarkt? Dieser Frage sind Roland Leuschel und ich nachgegangen. Der Aufhänger dieser Analyse war der Kursrückgang vom 7. Juli 2015, der eindeutige Zeichen von Marktmanipulationen trug und als typischer „Bear Raid“ bezeichnet werden kann.

Ein „Bear Raid“ ist die illegale Praxis, durch konzertierte Verkäufe einen Kursrückgang auszulösen. Die Art und Weise, wie am 7. Juli eine riesige Verkaufsorder an den Terminmärkten zu einer besonders heiklen Zeit an den Markt gegeben wurde, lässt für mich keinen Zweifel daran, dass es sich um einen „Bear Raid“ gehandelt hat. Wer genau dahinter steckt, wissen wir nicht. Das herauszufinden ist eigentlich die Aufgabe der US-Aufsichtsbehörden, die das auch problemlos leisten könnten. Bisher machen sie allerdings keinerlei Anstalten, das zu tun. Ob das aus Faulheit, Desinteresse oder ganz anderen Gründen passiert, will ich hier nicht mutmaßen.

Zum Leidwesen der Manipulateure erreichte diese Attacke auf den Goldpreis allerdings nicht das erwünschte Ziel, nämlich den Kurs unter eine charttechnisch wichtige Trendlinie zu drücken, um Stop-Loss-Verkaufsorders und technisch orientierte Anschlussverkäufe auszulösen. Das legte die Vermutung nahe, dass der Goldmarkt bereits unten abgekommen und weitere Kursrückgänge nicht mehr zu erwarten seien. Ich habe jedoch nicht mit der Hartnäckigkeit der Manipulateure gerechnet.

„Bear Raid“ im zweiten Anlauf geglückt

Denn auf diesen erfolglosen Versuch, den Goldpreis künstlich unter Druck zu bringen, folgte am Montag, den 20. Juli eine weitere Attacke. Wieder wurden an den Terminmärkten riesige unlimitierte Verkaufsaufträge zu einer Zeit aufgegeben, an der die Liquidität am geringsten ist, weil die Amerikaner schon und die Europäer noch im Bett liegen und auch der japanische Markt bereits geschlossen ist.

Wer zu dieser Zeit wie am Montag geschehen eine unlimitierte Verkaufsorder in Höhe von 2,7 Mrd. Dollar aufgibt, der kann nur das Ziel verfolgen, einen möglichst großen Kursrückgang auszulösen. Denn seriöse Verkäufer agieren stets marktschonend, da sie ja einen hohen Preis erzielen wollen.

Wie Sie auf dem folgenden Chart sehen, ist dieser zweite Versuch, den Goldpreis unter eine wichtige Trendlinie zu drücken, gelungen. Wer immer das erreichen wollte, es ist ihm geglückt.

Goldpreis pro Unze in $, 2014 bis 2015

vogt-2015-07-25
Quelle: StockCharts.com

Die Manipulateure haben die Schlacht gewonnen, aber nicht den Krieg

Wurde mit dieser groß angelegten Marktmanipulation der Weg nach unten freigebombt? Das halte ich für ausgeschlossen. Vor allem, weil die fundamentalen und makroökonomischen Rahmenbedingungen in immer größerem Ausmaß dagegen sprechen. Die Welt steht vor einer gigantischen Pleitewelle à la Griechenland. Und die Wirtschaftsgeschichte spricht eindeutig dafür, dass die Regierungen in dieser Lage hemmungslos Geld drucken werden, um Staatspleiten de jure zu verhindern. Jeder, der eins und eins zusammenrechnen kann, weiß, dass er sich vor den Folgen dieser Machenschaften am besten mit Gold schützt.

© Claus Vogt – Krisensicher Investieren

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2 Kommentare auf "Manipulation bei Gold bewirkt Kapitulation bei Minenaktien"

  1. Avantgarde sagt:

    Der Fluch der Derivate und der sog. Deregulierung/Liberalisierung.
    Geht halt in beide Richtungen 🙂
    Mit Manipulation hat das nix zu tun – bei wirklicher Nachfrage wären die Manipulationsversuche nur kurze Zeit wirksam – könnte den „Schubsern“ aber vielleicht trotzdem genügen.

    Die Physischen Münzen/Barren würde ich dennoch nicht zum Verkauf empfehlen.

  2. samy sagt:

    Ich würde sowieso (noch) nicht zuviel über Manipulationen nachdenken. Der Goldpreis stieg 10 Jahre in Folge von ca. 250$ auf 1920$. Nun folgt halt eine längere Korrektur. 50% sind normal, da wären wir bei 960$. Glaubt man an die Fibonacci-Retracements, sind auch die 61,8% drin. Dann wäre wir bei 733$.

    Ziemlich genau zum Höchstkurs hatte Jim Rogers so argumentiert. Und aller spätestens wenn er wieder Kaufkurse sieht 🙂 …

    Warum also eine exotische Deutung der Kursbewegung bevorzugen, wenn eine normale vorhanden ist?

    VG

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