Manfred Gburek: Das Wort zum Wochenende

7. Dezember 2013 | Kategorie: Gäste

Die Börse steuert auf die Jahresendrally zu. So lauten jedenfalls die gängigen Kommentare, wenn der Silvestertag immer näher rückt…

Rally an der Börse, nicht zu verwechseln mit der Auto- oder sonstigen Rallye, bedeutet sinngemäß etwa: Kräftiger Kursanstieg, aber niemand weiß warum…

Einfach wegen der guten Stimmung, könnte man raten, auch wenn die gerade ein wenig eingetrübt ist. Oder weil Großanleger gern ihre Jahresergebnisse frisieren, was schon plausibler erscheint. Oder um das Phänomen mit einem Begriff zu erklären, der früher die Börsensprache prägte, als sie noch stark französisch angehaucht war: Die Hausse nährt die Hausse. Dagegen würden Antizykliker sagen: Aktien wechseln von starken in schwache Hände. Das erklärt, warum die Hausse ins Stocken geraten ist. Also Vorsicht, wenn Ihnen Rally-Kommentare begegnen.

Antizyklische Kommentare gab es bereits vor einem Jahr, und zwar reichlich und nicht allein von den üblichen Allerweltskommentatoren, sondern von bis dahin erfolgreichen Anlagestrategen. Sie hatten halt nicht damit gerechnet, dass die Prophezeiung von EZB-Chef Mario Draghi aus dem Sommer 2012, alles Erdenkliche zur Euro-Rettung zu unternehmen, 2013 den Aktienkursen einen derart fulminanten Schub geben würde. Pech gehabt. Häme wäre hier total verfehlt, denn die Anlagestrategen könnten am Ende recht behalten – wer zuletzt lacht, lacht am besten. Und zwar aus einem simplen Grund: Die Aktienkurse haben in diesem Jahr den größten Teil an positiven Informationen schon vorweggenommen.

Gold und Silber haben die Anleger seit mehr als zwei Jahren bitter enttäuscht. Die Edelmetallaktien hat es durch die Bank besonders schlimm erwischt, die der führenden Konzerne Barrick, Newmont, Goldcorp, Anglogold und Silver Wheaton ebenso wie die Schätzchen aus der zweiten Reihe, deren Kurse sich wie die von Optionen benehmen: Nach unten gehebelt, weil die aktuellen Preise von Gold und Silber die Weiterführung so mancher Mine zunächst sinnlos erscheinen lässt. Kommt es dagegen zu einem größeren Preisanstieg der beiden Edelmetalle, schießen die Kurse so gewaltig nach oben, wie es sonst eben nur Optionen tun.

Hier zur Einstimmung in alphabetischer Reihenfolge ein paar Namen solcher Schätzchen, die übrigens auch an deutschen Börsen gehandelt werden: Detour, First Majestic, Franco-Nevada, Guyana, Mcewen, Novagold, Yamana. Mehr finden Sie im Internet unter mcewencapital.com. Im Übrigen noch ein wichtiger Hinweis: Es geht um alles oder nichts, Pleiten sind möglich. Folglich eignen sich alle genannten Aktien nur für Anleger, die zwischenzeitliche Verluste aussitzen können. Und weil sogar Totalverluste möglich sind, ist die Verteilung des Einsatzes über mehrere Aktien und über mehrere Monate dringend anzuraten… (Seite 2)

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