Mallorca, wie es sinkt und kracht (Fortsetzung)

14. Oktober 2011 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer, Slideshow

von Frank Meyer

Was gibt’s Neues? Ich bin im Urlaub auf der wohl abgeschiedensten Finca Mallorcas. Es ist schwer, überhaupt den Überblick zu behalten. 29 Grad, blauer Himmel und gleißende Sonne machen nicht nur dem Autor dieser Zeilen zu schaffen, sondern auch dem Laptop, der fieberhaft nach einer Internetverbindung sucht und offenbar auch noch dem Bundestrojaner Rechnerkapazität abtreten muss…

Nicht umsonst wird das Laptop im Computerjargon auch als „Schlepptop“ bezeichnet.

Wie kommt man hier an wichtige Neuigkeiten heran? Schwierig. Und was würde es ändern, wenn man weiß, wie groß die Rettungsschirme inzwischen schon geworden sind, welch unausgegorene Halbwahrheiten aus den Mündern der Politiker so alle geflossen sind und was sich sonst auf der Welt so tut? Hier erzählt man sich, der Außenminister trage eine neue Brille. Und in Berlin brennen Bahngleise. Dann habe ich noch erfahren, dass ein Röntgensatellit irgendwo einschlagen wird. Das ist spannend. Er könnte, sofern er auf dem richtigen Platz nieder geht, die Abrissbirne für viele ausgediente Hotelkomplexe auf der Insel ersetzen. Er wird wohl sein Ziel verfehlen wie die EU-Oberen da in Brüssel, aus diesem Kontinent eine Bedürfnisanstalt zu machen. Aber gedulden Sie sich.

Man erzählt sich auch hier auf der Insel, dass die ganze Sache mit Europa mit überlagertem Heftpflaster zusammen gehalten wird, während man in den Banken mit Cocktails anstößt und dass Banken die Staaten vor sich her jagen. „Wir sind nicht gegen das System, aber das System ist gegen uns“, so ein Schlachtruf der „Indignados“, der Protestbewegung in Spanien.

Nachrichtenbeschaffung ist schwierig. Ohne Internet ist das Leben viel weniger wert. Oder doch nicht? Gibt es in der Hölle eigentlich einen Hotspot? Ja? Dann dürfte die ganze Angelegenheit gar nicht so schlimm sein. Ohne WLAN schaut man dann eben den Kartoffeln auf dem Nachbarfeld beim Wachsen zu, misst ab und zu die Wassertemperatur (24 Grad) und begnügt sich mit mallorcinischen Spezialitäten, probiert den Wein der Insel und ist überaus unproduktiv.

Ich wollte Ihnen ein paar Diagramme zukommen lassen, doch beim Erstellen bogen sich alle Kurven automatisch nach oben, was mein Misstrauen gegenüber dem Laptop ebenso sprunghaft nach oben bog. In dieser Woche gab es so viel Verwirrendes über Trojaner zu hören, deren Hersteller und die, die sie vertreiben. Doch darum soll es gar nicht gehen. Was tut sich zu Hause? Da bin ich mir sicher, dass der alte Spruch “Die Katze lässt das Mausen nicht“ auch in der Zwischenzeit Gültigkeit behalten hat, wobei damit niemand aus der Nachbarschaft gemeint ist…. (Seite 2)

 

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11 Kommentare auf "Mallorca, wie es sinkt und kracht (Fortsetzung)"

  1. mega_jo sagt:

    Moinsen,
    was mich an dem Artikel am meisten beunruhigt:
    Gibt es Samstag eine Metallwoche? 🙂
    Schönen Urlaub!

  2. Fnord23 sagt:

    Hallo UrlaubsMeyer,
    na dann eine erholsame Woche. Und wenn es mit der Verbindung nicht klappt, dann vielleicht mal ein Wlan-Kabel besorgen.:-)

    Was ist sonst noch los? Seit gestern haben die Medien auf Demomodus umgeschaltet. Heute Morgen gab es im Frühstücksfernsehen den Aufruf mit Bastelanleitung für Plakate und Ideen für Sprüche. Schalt ich auf n-tv – ähnliches.
    Schön, der Deutsche wird zur staatlich organisierten Demo für eine Änderung des Finanzsytems geschickt.

    Es läuft ab wie vor 22 Jahren. Nur heute organisiert man das offener.

    Achtung, Wendehälse am Anflug.

    Hey, wa ist hier los!

    VG aus Sachsen

  3. Maximalprofit sagt:

    Viele Grüße nach Mallorca…Vielleicht ja der letzte Urlaub im Süden für eine lange Zeit?

    Wir leben in spannenden Zeiten. Da lohnt es sich doch, im Zentrum des Geschehens bleiben und alles hautnah mitzuerleben. Wie sagt man doch im Nachhinein so schön? „Wir sind dabei gewesen!“

    Der Zusammenbruch der DDR wird dagegen ein lustiges Schmankerl gewesen sein. Dieses System ist viel subtiler. Enteignung ja, aber doch nicht nicht so dumpfbratzig wie bei der DDR-Bodenreform.

    Nein! Man muss die dumme Masse dazu bringen, dass sie es selbst tut. Und die Deppen weltweit tun es auch! Das Geldsystem machts möglich. Sie sitzen vor ihren kreditfinanzierten High-Tech-Glotzen und schauen sich an, wie vor ihren Augen die größte Volksenteignung der Geschichte abläuft.

    400 Milliarden für Banken? Kein Problem! Wir denken nur noch in Billionen. Alle, aber auch wirklich alle Fragen, die in diesem Zusammenhang zu stellen wären und die jeder Mensch mit einem IQ ab 80 stellen würde ,sind bisher mit einer bemerkenswerten Frechheit ignoriert worden.

    Wirtschaftliche Zusammenhänge? Quatsch, nein! Hat sich mal einer gefragt, wie viele Omas wie lange stricken müssen, um Geldbeträge dieser Größenordnung + Zinsen zusammenzubringen, ganz realwirtschaftlich mein ich. Ich wage mal ganz frech zu sagen: So viele Omas wirst du weltweit nicht finden, um nur einen Bruchteil zurückzuzahlen.

    Aber macht ja nichts. Solange sich das Bildungsbürgertum die Abende noch beim Nobelitaliener um die Ohren schlagen und die Unterschicht den Mallorca- all- inclusive- Ballermann & baller weg- Urlaub leisten kann, ist doch alles in Butter.

    Wenn das System dann die ersten Ausfallerscheinungen zeigt und sich der Pöpel langsam auf der Straße sammelt, holt man wahrscheinlich unsere amerikanischen Freunde (an dieser Stelle ein schöner Gruß) zu Hilfe, da wir die Bundeswehr ja erfolgreich abgeschafft haben.

    Die Frage ist nicht: Wollt ihr den totalen Euro, sondern wollt ihr die totale Enteignung. Ein Großteil ist ja auch schon weg, von Bildung, Anstand und Selbstachtung ganz zu schweigen.

    Was soll’s? Machen wir uns noch ein paar schöne Monate in der bunten, schrillen Welt des ewigen Wachstums. Kaufen wir uns noch ein paar I phones und Tablets und gucken Super-Nanny und Maybrit Illner bei Coca Cola und Chips.

    Das Ende wird bitter genug. Aber wenigstens wird es dann keine Media-Markt Werbung mit Gehörschaden-Garantie mehr geben.

    • Fnord23 sagt:

      Hallo maximalprofit,
      ganz schön krass das alles. Aber ist es nich eher so, dass ja nicht wirklich einer gezwungen wird, dieses System in Gänze anzunehmen.

      Also ich meine, auch der ganze Kreditwahnsinn findet doch mehr oder weniger freiwillig statt. Oder? Gefangener seiner eigenen Gier, seiner Angst und seinem eigenen Neid.
      Verblödungsfernsehen wird doch auch freiwillig konsumiert, oder? Also scheint ja ein Bedarf.

      Ich sehe hier auch weniger Opfer. Vielmehr Täter. Oder besser beides zugleich.

      Und die, die seit Jahren an die Vernunft appellieren, werden dafür auch noch ausgelacht. Ich bin ja auch so ein Spinner. Bitte schön, kein Problem. Diese Erfahrung werden hier im Blog auch so einige gemacht haben. Also nicht hier, sondern in der real world.

      Ich hoffe, dass jetzt so Manchem das Lachen vergeht. Ein wenig Schadenfreude darf erlaubt sein.
      Das Bildungsbürgertum merkt übrigens auch langsam, dass hier etwas nicht stimmt. Der Kopf sitzt schon etwas tiefer zw. den Schultern.

      VG aus Sachsen

      Achtung! Wendhälse im Anflug!

      • Maximalprofit sagt:

        Ja na klar macht die Masse mit. Das ist ja der Trick! Schon mal mit Familie und Freunden darüber gesprochen?

        Ich habs aufgegeben. Selbst meine Mutter hört lieber auf ihre Bankberaterin. Na denn…

        Aus meiner Sicht funktioniert dieses System so prima, weil es auf simplen Wahrheiten über den Menschen als Individuum und die Menschen als Masse aufgebaut ist.

        Die erste Wahrheit ist: Der Mensch ist nicht überwiegend gut. Der Mensch ist vor allem gierig. Wie bringt man einen Menschen dazu bringen, nachhaltig eine hohe Leistung zu erbringen?

        Man entfacht seine Gier. Darin war und ist das kapitalistische System dem Kommunismus überlegen. Man legt also ins Schaufenster schöne Waren und sagt: Komm, mach den Buckel krumm, dann kannst du dir das auch kaufen.

        Damit der Mensch immer schneller und besser arbeitet (Hamsterrad), erfindet man immer schneller immer neue Produkte (Grundprinzip des Wachstums), die immer mehr zu einem „Must have“ werden. Kannst du es dir nicht leisten, gehörst du nicht mehr dazu.

        Über diesen Konsumdruck beginnt der Mensch, der seiner Natur nach nach materiellem Wohlstand und Anerkennung lechzt, alles andere zu vernachlässigen, was ihm seelisches Wohlbefinden verschafft: Freunde, Familie, selbst seine eigenen Kinder.

        Und das ist auch gewollt, denn schließlich braucht der Motor des ewigen Wachstums Futter, also neue Konsumenten. Und die sollen bitte auch in diesem Geiste erzogen werden und nicht mit Mama und Papa nachmittags „Mensch ärgere dich nicht“ auf einem alten Holzbrett spielen.

        Nein! Papa UND Mama sollen gefälligst den ganzen Tag im Hamsterrad laufen und Kohle herbeischaffen (vorzugsweise für die großen Gläubiger und ein bisschen für sich selbst), damit sie für die lieben Kleinen nicht etwa Zeit, sondern all den teuren, häßlichen Plastikmüll mitbringen, der Industrie und Investoren so happy macht.

        Schon mal überlegt, warum auf einmal in der Politik das Hohelied der Krippenerziehung singen? Weil man auf die Frauen als Konsumenten nicht verzichten kann. Warum führt man Kriege im nahen Osten, wo sich die Menschen dem totalen Konsum verweigern?

        Wegen der Ressourcen oder weil sie nicht am großen Konsum-Rad mitdrehen wollen? Na ja, vielleicht wegen beidem.

        Fortsetzung folgt…

        • Fnord23 sagt:

          Dito. Worauf ich hinaus will, ist, dass wir bevor wir wieder auf andere zeigen, uns erst an die eigene Nase fassen.

          Also nicht auf die Banker schimpfen, weil wer trägt denen seine Lebensleistung hinterher?
          Und auch nicht auf die Politiker, weil die Wähler eben deren Machtbasis sind.
          Und wer glaubt den Medien alles, obwohl er selbst eine Murmel zwischen den Ohren hat.

          Das was sich heute entfaltet sind die Folgen unserer Versäumnisse der letzten Jahrzehnte.

          Wo ich eine andere Meinung habe ist die Krippenerziehung. Ich bin ja in dem Bereich ehrenamtlich tätig. Sicher hatte die SED Diktatur auch die Arbeitskraft der Frau im Auge. Heute geht es ja eher in die andere Richtung. Es gibt gar nicht so viel Plätze wie Nachfrage.

          Aber, und das sage ich aus eigener Erfahrung, war die Sozialisation in einem DDR Kindergarten ab 12 Monaten nicht das Schlechteste, was mir passieren konnte. Der ganze politische Käse hat bei mir nicht angeschlagen. Eher das Gegenteil. Das hat Widerstand erzeugt.

          Aber das grundlegende Erlernen der Tatsache, dass ich zwar ein Individuum bin, aber eben auch ein Wesen, dass sich hin und wieder in eine Gruppe einfügen muss, geschieht im Kleinkindalter. Wann sonst?

          Der Mittelweg aus geforderter Selbstaufgabe (Unterordnung unter die Gruppe-DDR) und rücksichtslosem Verhalten als Ich-mach-nur-was-ich-will-Individuum, wäre wohl die Bessere Lösung für uns alle.

          Solidarität, Rücksicht und Empathie lernt man besser in einer Kita in der Gruppe, als zu Hause im Einzelkindkönigmodus, dem den ganzen Tag die Schokolade in den Hinten geblasen wird. Daraus entstehen dann diese kleinen Terroristen, denen man in Öffentlichkeit so begegnet.

          Und dann denken viele: Kinder? Ich ? Nee, lieber nich! Dabei haben sie es doch selbst in der Hand.

          Ich hab hier jetzt mal bewusst polarisiert. Natürlich gibt es nicht nur schwarz und weiß. Es gibt auch immer die guten wie die schlechten Beispiele beider Erziehungsformen.

          Was ich aber fest stelle:
          Zunehmend sind Eltern der Meinung, die komplette Erziehung in die Hände der Kitas und Schulen geben zu müssen. Da hat man wohl was falsch verstanden.

          Du siehst, mein Thema. Mir fällt aber gerade wieder ein, das wir hier doch nicht in einem Bildungsblog sind. Aber irgendwie hängt alles miteinander zusammen.

          VG aus Sachsen

  4. […] Rott & Meyer: Mallorca, wie es sinkt und kracht (Fortsetzung) […]

  5. rolandus sagt:

    Wünsche einen schönen Urlaub gehabt zu haben. Jawoll, nachts nur noch 6 Grad aber sternenklar!!! Bereite Dich auf einen Temperaturfall wie nach dem letzen Silbercrash vor (wenn Du denn nicht schon längst wieder im Lande bist)

    Wir hoffen wohl alle auf eine neue Metallwoche nach sicherer Landung (durch nun noch höher bezahlte Fluglotsen…es soll ja keiner hungern und frieren bei 8 Wochen Urlaub)

    schön Gruß aus HH
    rolandus

  6. Jodelhuber sagt:

    …eine Woche Malle und mal den Stöpsel ziehn könnt ich auch vertragen. Aber ein Sonntag ohne meine Heavymetallwoche wird nicht einfach ;o)

    Grüße von der Schwäbischen Alb

    Jodelhuber

  7. turbobean sagt:

    Hihi, Frank, einen schönen Urlaub noch. Lassen Sie es sich gut gehen. Auf die Metallwoche kann ich gerne mal verzichten: ist ja jede Woche derselbe Tenor.

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