Mahlzeit! Das wird teuer!

20. September 2011 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer, Slideshow

von Bankhaus Rott

Die Kursanstiege von Agrarrohstoffen werden immer lauter diskutiert. Dem bekannten Muster folgend, ist derzeit die Schelte von Spekulanten an der Reihe. Im Gegensatz zur Lage am Aktienmarkt macht man sie bei Weizen und Mais nicht für fallende sondern steigende Kurse verantwortlich. Während in Brüssel und Berlin bei Kaffee und Besprechungskeksen lamentiert wird, stehen den Lebensmitteln die bedeutenden Preissteigerungen noch bevor…

Die Änderung eines Produktpreises wirkt sich auf zwei Seiten aus, die des Verkäufers und die des Käufers. Ein Anstieg der Preise erfreut den Anbieter und bewirkt, wenn er als dauerhaft eingeschätzt wird, eine Ausweitung der Produktion. Diese einfachen Mechanismen von Angebot und Nachfrage geraten bei der in Mode geratenen Zerlegung wöchentlich veröffentlichter Produktionsdaten leider in den Hintergrund. Schlussendlich aber bestimmen die Käufer und Verkäufer die Preisentwicklung.

Die folgende Grafik zeigt den Verlauf der Spotpreise von Agrarrohstoffen. Zur Orientierung ist der Kursverlauf von Rohöl im gleichen Zeitraum ebenfalls abgebildet.

Die Entwicklung der nominalen Preise zeigt ein für Rohstoffe typisches Bild. Auf Kursspitzen in den 70ern folgten sinkende Notierungen bis zum Ende des vergangenen Jahrhunderts. Die häufige Erwähnung in den Medien verdanken die Agrargüter den deutlichen Kurssteigerungen seit der Jahrtausendwende. Die Anstiege sehen auf den ersten Blick beindruckend aus und rufen so die Politik auf den Plan. Leider wird die Problematik oft mit einem Hinweis auf die Notwendigkeit zum Handeln beim Thema Rohstoffspekulation abgetan. Was in diese Kategorie fällt, ist Definitionssache. Ob die Welt einen Weizen & Hirse ETF braucht? Wir glauben es nicht. Da viele derartige Produkte ohnehin gar nicht in diesen Märkten investieren, sondern nur eine Verbriefung möglicher Preisänderungen darstellen, spielen sie bei der Preisbildung der Rohstoffe jedoch keinerlei Rolle.

Die Abschaffung solcher Anlagemöglichkeiten mag helfen oder nicht, die strukturellen Ursachen steigender Lebensmittelpreise werden sie nicht mindern. Punkt eins auf der Agenda ist die wachsende Weltbevölkerung. Im laufenden Jahr gesellt sich zu den lebenden Erdenbewohnern einmal die Bevölkerung Deutschlands hinzu – rein zahlenmäßig natürlich.

Selbst die aktuellen Lichtgestalten des sichtbaren Teils des Politapparates werden nicht leugnen, dass eine stetig wachsende Bevölkerung auf einem begrenzten Planeten dauerhaft zu Versorgungsproblemen führen wird… (Seite 2)

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