Märkte funktionieren immer noch

22. Januar 2016 | Kategorie: RottMeyer

von Bill Bonner

Pessimismus ist eine Sünde gegen Gott, pflegt der Vermögensverwalter Charles Gave zu sagen.Es deutet auf Undankbarkeit hin. Und auf einen Mangel an Glauben. Immerhin ist dies immer noch Gottes Welt . Mag sein, dass sie nicht gut genug ist…

Wie auch immer, das ist der eigentliche Grund, warum wir hier im Tagebuch immer optimistisch sind. Die Dinge laufen zwar nicht immer so, wie wir möchten, aber letztlich doch immer so, wie es sein sollte. Ja, zweifelohne mag die Welt in einem Handwagen zur Hölle geleitet werden … aber letztlich ist es der verdammte Weg hin zum Besseren!

5 Billionen Dollar futsch

Es ist kalt und schneereich an diesem Morgen. Aber wir überqueren heut die Straße auf der Sonnenseite.

Schauen Sie, wie einfach es ist …

Über fünf Billionen US-Dollar haben sich an den internationalen Aktienmärkte in diesem Jahr bislang schon in Luft ausgelöst. Nun, boo hoo! Es war nur „auf dem Papier“ sowieso.

Inzwischen ist der New York Fed Empire State Manufacturing Index – der den Puls von New Yorks verarbeitendem Gewerbe misst – auf den niedrigsten Stand seit der letzten Rezession gefallen. Aber was machen dann die Fabriken? Was wird aus dem ganzen Kram … und brauchen wir wirklich immer mehr Zeug?

New York City ist gerade auch in den Medien mit Blick auf den Rückgang im Segment des Luxus-Immobilien. Die Preise in diesem Segment sind nun schon den achten Monat in Folge gefallen. Dazu sagen wir folgendes:

Es geschieht diesen reichen Wall Street-Typen recht. Sie kauften ihre Buden mit Geld, das sie von der US-Notenbank zu traumhaft guten Bedingungen erhielten. Es ist eine Freude zu sehen, dass sie nun einen Verlust hinnehmen müssen.

Verstehen Sie, was wir meinen?

Egal, wie trostlos das Wetter auch immer sein mag. Sie können mir ihrem Depotauszug immer noch ein wärmendes Feuer entfachen.

Bei so viel schlechten Nachrichten, die aus der Wirtschaft kommen, ist es erstaunlich, dass wir noch nicht bereits in der Rezession sind. Vielleicht sind wir ja schon in der Rezession. Die Atlanta Fed veranschlagte jüngst die Wachstumsrate im vierten Quartal des vergangenen Jahres auf nur 0,6%. Angesichts der Schwammigkeit der Zahlen ist es gut möglich, dass die Wirtschaft schon geschrumpft ist.

Und nun – mit noch mehr schlechten Nachrichten – ist es auch gut möglich, dass sich die Rezssion verschärft hat. Aber hey, was ist so schlecht an Rezessionen? Sind sie nicht auch Teil von Gottes Plan? Haben sie nicht einen Zweck? Sind Sie nicht einfach dazu da, durchzumisten in der Wirtschaft?

Zu viel Schulden. Zu viele Glücksspiele, die keinen Sinn machen. Zu viele reiche Leute, die ihr Geld nicht verdienen. Es wird nett sein, diesen Müll aus dem System zu fegen. Dazu sind Rezessionen da.

Inzwischen rät CNBC den Zuschauern „auf der Hut sein„, weil wichtige Konjunkturdaten aus China in dieser Woche kommen würden. Mit einer Verschuldung von 28 Billionen US-Dollar braucht es nicht viel für eine finanzielle Katastrophe im „roten Ponzi“-System Chinas.

Nun, es kommt, wie es kommt.

Reiche „Bast ** ds“!

Ja, wir sind es gewohnt, uns in guten Nachrichten zu aalen – egal, wie schrecklich die Lage ist. So sollten wir uns lieber zunächst abklatschen, liebe Leser, bevor wir uns mit der neuen Oxfam-Studie befassen. Diese enthüllte jüngst, dass das reichste eine Prozent der Erdbevölkerung nun mehr besitzt als alle anderen 99% zusammen. Und die 62 reichsten Menschen auf dem Planeten besitzen so viel Reichtum wie die 3 Milliarden ärmsten Menschen zusammen.

Vielleicht denken Sie sich jetzt: „diese reichen bast ** ds! Wie soll das nur eine gute Nachricht sein? „

Aber warten Sie.. – liebe Leser – vielleicht oder wahrscheinlich gehören auch Sie zu „den Reichen.“ Laut dem Oxfam-Bericht braucht es nur 68.000 $ an Vermögenswerten, um es in die Top 10% der Reichen auf der Erde zu schaffen.

Und wenn Sie zum reichsten Prozent der Menschen auf der Erde zählen wollen, benötigen Sie „lediglich“ $ 760.000 – was etwa dem aktuellen Wert eines typischen Hauses in den Vororten Washington entspricht … oder ein billigeres Haus zusammen mit dem Barwert von Leistungen der Rentenversicherung.

Ja, die armen Menschen von Oxfam sehen wieder nur, dass das Glas halb leer ist. Pessimisten jammern, dass die „Reichen immer reicher werden würden.“

Die BBC berichtete:

„Oxfam fordert die Regierungen auf, Maßnahmen zu ergreifen, um diesen Trend umzukehren. Oxfam will, dass Arbeiter einen existenzsichernden Lohn erhalten und die Kluft zu den Einkommen der Kader wieder kleiner wird.

Oxfam fordert ferner, geschlechtsspezifische Lohngefälle abzubauen, Entschädigung für unbezahlte Pflege zu bezahlen und ein gleiches Land- und Erbrecht für Frauen zu fördern.

Darüber hinaus sollen die Regierungen Maßnahmen gegen Lobbyarbeit unternehmen, die Reduzierung der Preise für Medikamente, die Besteuerung von Vermögen und nicht des Konsums vorantreiben. Mit steigenden öffentlichen Ausgaben sollen die Regierungen die Ungleichheit bekämpfen.“

Oxfam hat kein Vertrauen, keinen Glauben.

Die Experten können sich nicht vorstellen, dass die Dinge sich von selbst erledigen. Sie haben keine Ahnung, was die Ursache der Konzentration von Reichtum ist. Sie kümmern sich nicht einmal darum. Hätten Sie genauer hingesehen, hätten sie gesehen, dass die Reichen reicher wurden, weil sie die Macht der Regierungen dazu benutzt haben, die meisten Chips auf ihre Seite des Tischs zu schieben.

Zweimal in den letzten 15 Jahren versuchte die Natur, die Reichen wieder auf die Plätze zu verweisen. Der Absturz des Jahres 2000 reduzierte ihren Nasdaq-Reichtum um fast 80%. Dann halbierte sich in der Krise 2008-2009 der Wert ihrer Aktienbestände.

Jedes Mal waren sie in der Klemme. Die traurigen Wichtigtuer schafften es aber, dass die Zentralbanker das System immer wieder für sie manipulierten. Das Schein-Fiat-Money floss wieder. Der Reichtum des einen Prozents wurde aufgebläht. Aber keine Sorge. Märkte funktionieren immer noch. Das Schicksal darf seinen Lauf nehmen. Und auch Bärenmärkte und Rezessionen gibt es noch.

So einfach wie sich das Vermögen der Reichen seit 2009 mehrte, so einfach kann es wieder verschwinden.

Aus dem Fed Schein-Boom wird eine echte Pleite
von Bill Bonner

Es schneit hier am heutigen Vormittag. Eine weicher, langsamer Schnee. Friedlich. Ruhig. Wie die letzten Atemzüge eines Sterbenden. Wir kamen zurück nach Frankreich, um zu packen und abzuschließen. Wir verlassen Frankreich in dieser Woche, um zurück nach Baltimore zu fahren.

„Was?“, fragte ein Freund in Paris. „Du verlässt Paris für Baltimore? Das scheint doch wirklich ein schlechter „trade“ zu sein. „

„Nun, Baltimore ist nicht Paris“, antworteten wir. „Aber es gibt kaum was Schöneres als Baltimore.“

Alles hat seine Reize. Glücklicherweise sind wir in beiden Städten glücklich.

Wir freuen uns darauf, wieder in die USA zu kommen… gerade rechtzeitig, um die Kernschmelze an den Märkten aus nächster Nähe zu beobachten.

Der Saft ist „aus“

Am vergangenen Freitag brach der Dow um 391 Punkte ein – nahezu 2,5%; in der Geschichte des US-Aktienmarkt hat es noch nie einen so schlechten Start in den ersten zehn Handelstagen in ein neues Jahr gegeben.

Die durchschnittliche Aktie im S & P 1500 – der etwa 90 Prozent aller in den USA gelisteten Aktien enthält – ist jetzt um mehr als 26% von ihrem Hoch gefallen. Die Standarddefinition eines Bärenmarkts ist ein nachhaltiger Rückgang von 20% oder mehr von den jüngsten Hochs aus betrachtet.

„Elende Unternehmensergebnisse“, war der vermutete Grund von „marketwatch“ für den Niedergang.

Eine weitere Vermutung: „Der Aktienmarkt ist ausgeflippt über Trump und Sanders.“

Barron`s kam der wahren Ursache schon etwas näher: „Ohne den Saft der Fed leidet der Markt an Entzugsschmerzen.“

Im Jahr 1971 ersetzte Schein-Papiergeld den alten goldgeckten US-Dollar … und Geld, das „aus dem Nichts“ kam ersetzte echte Ersparnisse.

Zunächst stiegen die Inflationsraten. Niemand traute dem neuen Fiat-Dollar. Aber dann zeigte der neue US-Notenbankchef Paul Volcker der Welt, dass die USA sehr verantwortungsvoll mit Ihrer Währung umgehen können. Die Verbraucherpreisinflation fiel, zusammen mit Zinsen. Das Schuldenniveau erhöhte sich. Und nach und nach wurde jedes Dorf und Bauernhof in Middlesex mehr und mehr abhängig von Bankkrediten. Die Dotcom-Blase explodierte im Jahr 2000. Die Hypothekenfinanzblase ging im Jahr 2007 hoch. Nun sieht es sieht es so aus, als ob aus einer weiteren Blase die Luft entweicht…

Alkoholexzess

Im Jahr 2008 begann die damit, die Zinsen in Richtung NULL zu senken, um die Party halbwegs am Laufen zu halten. Aber nach sieben Jahren der Not-Nullzinspolitik (ZIRP) wurde es offensichtlich, dass etwas getan werden musste, um zurück in normales Fahrwasser zu gelangen. Wie bei einem langen Alkohol- und Drogenexzess, wurden die Dinge am Ende immer verworrener. Der Saft musste vom Tisch.

Aber wir bezweifeln, daß die Spritzen und die vielen Flaschen an Johnnie Walker lange weg vom Tisch bleiben werden. Trotz der jüngsten offiziellen Meldungen zur Verbesserung der Lage am US-Arbeitsmrkt waren noch nie so viele Amerikaner ohne Arbeit, zum Beispiel.

Die Einzelhandelsumsätze fallen. Die Transportbranche – Schiffsverkehr, Lastwagen, Schienenverkehr – hat große Probleme. Und der Energiesektor ist in der Krise … ein Drittel der Schulden des Sektors stehen vor dem Ausfall. Was ist das Problem?

Die einfache Antwort ist, dass das Kreditwachstum schwächelt. Die Kreditgeber sind vorsichtiger geowrden. Es wird immer schwieriger, kurzfristige Finanzierungen zu verlängern. Die Renditen der vermeintlich „risikofreien“ Staatsanleihen sinken (und die Preise steigen). Die Renditen von Junkbonds steigen (und die Preise sinken).

„Jedes Mal, wenn das jährliche Kreditwachstum unter zwei Prozent liegt, schrumpft die Wirtschaft“, sagt Kreditanalyst Richard Duncan bei Macro-Watch.

Und was passiert jetzt? Wie ist die Lage beim Kreditwachstum?

Uh-oh …

Es gibt kein Wachstum. Es fällt … zum ersten Mal seit dem Jahr 2009.

Momentan fließt der Saft nicht mehr nur nicht ins System, er fließt sogar heraus. Das ist genau das, was zu erwarten war. Aus dem von der Fed erzeugten und mit Scheingeld finanzierten Schein-Boom wird nun eine echte Pleite.

Chinas Devisenreserven sinken. Die Schiffe bleiben in ihren Häfen. Aufträge für neue Lastkraftwagen, neue Schienenfahrzeuge, neue Tanker … und Baumaschinen aller Art … erreichen immer neue Tiefststände. Der ganze Kram kommt zum Stillstand. Und jetzt, fragt Bloomberg: „Ist es vorbei?“

Zumindest diese Frage ist leicht zu beantworten: Nein, es ist noch nicht vorbei. Es hat gerade erst begonnen.

Quelle: Kapitalschutz Akte
Aus dem FED-Scheinboom wird eine echte Pleite (von Bill Bonner)
Märkte funktionieren immer noch (von Bill Bonner)
Weitere Informationen: Investor Verlag

 

6 Kommentare auf "Märkte funktionieren immer noch"

  1. Thomas sagt:

    Sorry, aber das mit den 62 reichsten Menschen und der „mit 68.000$ gehören sie zu den top 10%“ ist Blödsinn. Als ob die reichsten Menschen der Welt wirklich in der Forbes-Liste auftauchen würden! Die 62 Menschen sollen zusammen 1,61 Billionen $ besitzen … ja und? Die Welt hat aber 200 Billionen $ Schulden. Wie paßt das bitte zusammen? Wenn ich die Menschheit versklaven wollen würde, ich einfach Forbes aufkaufen und meinen Namen von Platz 1 streichen würde … wir wollen ja nicht den Zorn der Proles auf uns ziehen, nicht wahr?

    Zumal diese „62 Menschen reicher als 50% der Menschheit“-Geschichte auch im Mainstream rauf und runter zitiert wurde, was mich misstrauisch macht. Offensichtlich war es mal wieder nötig, den Fokus von den wirklichen reichen zu nehmen indem man das kleine Licht Bill Gates als Wurzel allen Übels zu präsentierte. Theater.

  2. Udo sagt:

    Zu Thomas: Du hast recht, in der Forbes Liste sind nur die möchte gerns enthalten. Von einem oder dem reichsten wissen wir das er Fehlt: Rothschild. Aber im Prinzips es ganz einfach: weil alles nach dem Prinzip der doppelten Buchführung läuft und eine Bilanz immer ausgeglichen ist, sind des einen Schulden immer des anderen Vermögen! Wenn es also 200 Billionen Schulden gibt, gibt es auch 200 Billionen Vermögen. Das muss immer zu null aufgehen! Die Differenz von 1,6 Bil. zu 200 Bil. gehören dann denen, die nicht auf der Liste stehen…..

    Märkte? Wer sind denn diese angeblichen Märkte? Märkte sind irgendwelche Zockertypen und ultra schnelle manipulations Computer. Ich kann das Gequatsche und das hochtrabende analysieren nicht mehr ertragen. Es ist doch alles i.S. der Kabale manipuliert! Irgendwelche Aussagen zu z.B. „der Zinssatz macht das und das weil das und das“ ist Komödie vom feinsten. Wir 99% werden abgezockt, belogen und ausgeraubt. Diese Mechanismen (genannt Markt – ha ha) funktionieren natürlich – im Sinne der Kabale….

  3. Denker sagt:

    Mal an die Kirch-Pleite erinnern, Fußballrechte, Spielergehälter, Bonzensaläre .. Wurde gerettet. Mein Handwerker von nebenan wurde es nicht.
    Ich sehe mehrere abstrakte Ebenen: Marktwirtschaft wäre Preisbildung durch Angebot und Nachfrage. Kapitalismus wäre Herrschaft des Geldes, Geld muss mehr Geld „verdienen“.
    Das ist soweit in Ordnung, als jeder für sein Tun selber haftet. Aber: Unternehmer oder (Groß)Spekulanten, nur letztere werden mit Steuergeld oder Verkauf von Gemeingütern durch Unbefugte gerettet. Die „Rettungen“ zerstören freies Unternehmertum und damit die Basis von realem Wohlstand; und sie zerstören die Funktion des Geldes zur Aufbewahrung von Überschüssen. Es war keine Finanzkrise, es war -und ist- eine Spekulationskrise. Daher die Vermögensverteilung. Ich hab schon vor 10 Jahren gesagt: So ist der Kommunismus entstanden (leider). Wobei es momentan eher nach Feudalismus aussieht. Alles demokratische Geschwafel ist bloße Ablenkung von der Herrschaftspyramide. Aber Nichts geht unendlich.

    • Insasse sagt:

      @Denker: Genauso ist es: Das Prinzip der Eigenverantwortung und damit der eigenverantwortlichen Haftung wurde weitgehend außer Kraft gesetzt. Daher gibt es weitgehend auch keine Marktwirtschaft und keinen Kapitalismus mehr. Dies gilt wohlgemerkt für Großunternehmen (Industrie und Finanzen) und all jene, die ihren Lebensunterhalt per staatlicher Zwangsumverteilung generieren (meiner Meinung nach sind das mindestens 60 Prozent der Bevölkerung). Insoweit haben wir den Sozialismus 2.0. Der Rest strampelt sich nach marktwirtschaftlichen Prinzipen, aber gefangen im sozialistischen Zwangsverwaltungskorsett, für die derart Zwangsversorgten ab und erarbeitet deren Lebensunterhalt. Das „Beste“ daran ist, dass die so Zwangsversorgten über den produktiven Rest nach Belieben – besser nach eigener Willkür – bestimmen. Verkehrte Welt: Die Parasiten haben das Sagen, der Wirt zahlt. Hoffen wir auf ein baldiges Ende.

      • bluestar sagt:

        @Insasse
        Zum 2.0 passen dann auch hervorragend Staatsfernsehen, Aktuelle Kamera, Lügenpresse,
        Überwachungsstaat, Falschgeld, Diffamierung, Blockparteien und CDU-Parteitage auf SED-Niveau.

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