Mach’s noch einmal, Coba

2. April 2013 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

von Bankhaus Rott

Die Aktie der Commerzbank hat einen neuen Tiefpunkt erreicht. Die Ankündigung einer erneuten großen Kapitalerhöhung hat offenbar erneut einige Anleger überrascht. Dabei ist sie nur ein weiterer absehbarer Schritt auf dem Weg zur maximalen Verwässerung, der einzigen Disziplin, in der das Institut ganz vorne liegt…

Nur das Handelsblatt ist in der Lage eine derart unwürdige Überschrift zu veröffentlichen.

Welche Experten mögen da gemeint sein? Die Damen und Herren, die auch beim Thema Griechenland mit Blindheit gesegnet waren? Oder die Experten die mit ihrem leitartikelgesteuerten alternativlos-Gewäsch nicht nur der Diskussionskultur einen Bärendienst erwiesen haben? Eines steht fest. Wer den ständigen Erfolgsmeldungen noch Glauben schenkt von der desolaten Entwicklung der Commerzbank überrascht ist, sollte seinen Expertentitel schnellstens ablegen.

Sollte es tatsächlich Menschen geben, die nun aus allen Wolken fallen, so sind es vermutlich diejenigen, die auch folgenden Unfug glauben, den die Pressestelle der Bank abgesondert hat.

(Coba, Pressemitteilung) Commerzbank nutzt günstiges Kapitalmarktumfeld

Für die vorzeitige Ablösung der Stillen Einlagen beziehungsweise für die in diesem Zusammenhang geplante Kapitalerhöhung nutzt die Commerzbank das derzeit attraktive Kapitalmarktumfeld.

Von welchem positiven Umfeld die Verfasser sprechen bleibt im Unklaren, denn für die Commerzbankaktie sieht es seit Jahren düster aus. Da man sich von positiven Entwicklungen anderer Werte nichts kaufen kann, darf man die oben stehende Notiz entweder  unter Unwissenheit oder Irreführung ablegen.

Unterdessen hat das Ausmaß der Verwässerung der Commerzbankaktien eine bemerkenswerte Dimension erreicht. Und es kommt noch schlimmer… (Seite 2)

 

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7 Kommentare auf "Mach’s noch einmal, Coba"

  1. Skyjumper sagt:

    Was wir mit dieser Kapitalerhöhung sehen dürfte wohl die letzte Patrone sein die die CoBa noch in der Trommel hatte. Dank des ach so überragend attraktiven Kapitalmarktumfeldes (immerhin hat die CoBa aktuell noch einen Puffer von sagenhaften 14 Cent zur Pennystockgrenze) dürfte dieser Patrone lediglich ein Schüßchen vergönnt sein. Viel Pulverdampf, ein laues „Puff“, und eine Kugel die es wohl kaum weiter als bis zum Ende des Schreibtisches von Chef Blessing bringen wird. Aber immerhin sind die Boni´s für ein weiteres Jahr sicher 🙂

    Danach ist dann Ende im Gelände und jeglicher aufs EK durchschlagende Verlust (und da lauert noch einiges) müsste durch Bilanzverkürzung ausgeglichen werden. Lässt man also etwaige weitere Unterstützungen durch den allmächtigen Steuerzahler (unrealistischerweise) aussen vor, gehe ich davon aus, dass die CoBa im Laufe der nächsten 2-3 Jahre pleite gehen wird und vom Markt verschwindet.

  2. cond sagt:

    Da fühlt man sich als fast Berufseinsteiger mit seinem Giro/Tagesgeldkonto bei der Tochter Comdirect doch nicht mehr so wohl. Ich vermute einfach mal, dass ein Bankrott der Cobade auch die Tochter erwischt?

    • Skyjumper sagt:

      Soweit ich weiß sind es 2 unterschiedliche Banklizensen, die Comdirekt müsste also nicht zwangsweise zusammen mit der Mutter in Schwierigkeiten geraten.

      Zum zweiten gibt es in DE ja einen im Prinzip funktionierenden Einlagensicherungsfond der bei einer vereinzelten Pleite (sogar wenn es die CoBa wäre) durchaus Verluste verhindern würde. Erst wenn es zu Kettenreaktionen käme wird der wohl nicht mehr reichen.

      Zum dritten handelt es sich bei der CoBa um die zweitgrösste Bank in Deutschland. Im Sinne meiner Steuergelder fürchte ich daher das man sie als systemrelevant einstufen und über Wasser halten wird.

      Also unterm Strich kein Anlass für hektische Massnahmen, womöglich noch verbunden mit finanziellen Nachteilen. Es gibt allerdings bessere Banken und wenig Gründe warum man langfristig bei einer der weniger guten sein sollte.

      • pat sagt:

        „Im Sinne meiner Steuergelder fürchte ich daher das man sie als systemrelevant einstufen und über Wasser halten wird.“

        Das neue Modell scheint mir zu sein, dass systemrelevante Banken mit den Einlagen ihrer Kunden gerettet werden. Die Bonität der Staaten kommt ja immer mehr unter die Räder, weshalb der Steuerzahler irgendwann ausfällt oder, de facto, ja nach Land, schon ausgefallen ist.

  3. cond sagt:

    Danke für die Info. Da ich befürchte dass ein Bankrott der Coba auch andere Banken mitreisst, halte ich vom Einlagensichf. mit seiner unbekannten Gesamtsumme nicht ganz so viel. Dass es soweit kommt hoffen ja vermutlich nichtmal die groß in EM investierten hier.

    Woran machst du fest, dass die Comd. eine schlechtere Bank ist? Am aktuellen Zinssatz auf das Tagesgeldkonto? Ein Blick auf einen Tagesgeldvergleich zeigt nicht soo viele „bekannte“ Banken an, die mehr geben. Lässt man dann noch die ausländischen Banken weg, seh ich noch die Wüstenrot mit ihrem aktuellen Angebot, IngDiba und ein paar Automarken. Oder gehts um was anderes?

    Aber klar: 2% Zinsen sind besser wie 1%….

    • Skyjumper sagt:

      Was soll ich nun dazu sagen?

      Woran mache ich das fest? Nun, an der Mutter, also der CoBa. Interessieren mich noch die Tagesgeldzinsen? Nein, kein bißchen mehr, aber das ist eine höchst individuelle Sichtweise.

      Wer immer noch „Sahne“ schlecken möchte muss, und das vollkommen zu Recht, auch mit einem erhöhten Risiko leben. Das ist nunmal der Preis für die „Sahne“. Auch wenn es sich bestenfalls noch um Ultramagerstufe handelt.

      2% abzgl. KapESt etc. verbleiben aufgerundet 1,5 %. Bei offiziellen 1,7 % Inflation also eine Negativrendite von 0,2 %. Und ein Gegenpartrisiko, wie hoch auch immer man das einschätzen mag.
      Bei 0 % Zinsen unterm Kopfkissen verbleibt eine Negativrendite von 1,7 %. Aber kein Gegenpartrisiko, und kein Risiko in einer Nacht von Freitag auf Samstag mal eben abkassiert zu werden.

      Das müssen Sie am Ende selbst entscheiden 😉

      • cond sagt:

        Das war jetzt gar nicht so die Frage 🙂 Das die Zinsen so oder so momentan praktisch nicht da sind, ist mir ja klar. Ebenso, dass das Geld unterm Kopfkissen vllt. nicht so fehlplatziert ist. Der obere Post klang nur so, als ob die Cobatochter eine schlechte Bank ist und andere Banken besser sind. Die grundsätzliche Eigenkapitaldecke ist bei den meisten Banken ja lächerlich – bleiben vllt. noch die Genossenschaftsbanken mit ihrer zusätzlichen Sicherung?

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