Lügen, Lügen, Lügen

11. Mai 2016 | Kategorie: RottMeyer

von Bill Bonner

Nach drei Wochen der Konfrontation mit der objektiven Wahrheit auf der Ranch, sind wir jetzt leider gezwungen, in die Welt der Mythen, Illusionen und Effekthascherei zurückzukehren. Ja … wir sind in Buenos Aires und halten Ausschau nach einem Fernseher!

Und da sind sie wieder … Reden über die Welt der Politik, Geld, Kultur … die Welt von Facebook und CNBC … von Trump und Clinton … von ZIRP und NIRP … und Game of Thrones. Einige Leute glauben nicht an die objektive Realität. Descartes sagte zum Beispiel den berühmten Satz: „Ich denke, also bin ich.“ Aber er würde auch existieren, ober er nun denkt oder nicht. Es ist nicht so, dass er existiert, weil er denkt; umgekehrt ist es wohl eher richtig. Zumindest denken wir so.

Deshalb mögen wir das Leben auf der Ranch. Wir haben da keine Zeit für Descartes. Die objektive Realität drückt gegen uns wie eine ängstliche Kuh in der Manga. Die Sonne. Der Wind. Die Dürre. Es spielt kaum eine Rolle, was Sie denken. Sie haben damit zu leben … sie müssen sich anpassen und auch schützen.

Wenn ein Stier Sie angreift, oder Ihr Pferd Sie abwirft, ist es egal, was Sie denken; ob Sie ein Republikaner oder ein Demokrat … ein Katholik oder Buddhist … oder Analphabet sind: Sie müssen nur das tun, was Sie zu tun haben.

Aber zurück in die „anspruchsvollere, zivilisiertere, moderne und technologisch fortschrittliche Welt“. Dort wird der Stier in Stücke geschnitten und an der Fleischtheke verkauft. Was zählt, ist subjektive Realität. Was wir denken, ist oft das, was wir bekommen.

Nehmen Sie die US-Präsidentschafts-Vorwahlen, zum Beispiel. Wahlen sind real. Aber sie würden nicht existieren, wenn wir damit aufhören würden, an sie zu glauben. Typische Merkmale der subjektiven Realität eben… eine extravagante Mischung, kreiert durch den menschlichen Geist. Ohne unsere kollektiven Gedanken würde es keine Wahlen geben … keine Kandidaten … keine Regierung … keinen Präsident … niemand wäre da, der uns sagt, was zu tun ist.

Die ganze Idee dahiner ist genau genommen monumental verbohrt und einfältig. Millionen von Menschen stehen in der Schlange, um ihre Stimme für jemanden abzugeben, den fast keiner von ihnen wirklich kennt. Abgesehen davon, dasss dessen Politik und die unvorhersehbaren Folgen – so sie denn tatsächlich dann auch umgesetzt wird – nur wenige von ihnen verstehen. Dann wird die Person, die von uns in diesem Prozess gewählt wird, uns eben sagen, was zu tun ist!

Die Wähler wählen einen Mann, der verspricht, sie aus dem Krieg raus zu halten; das nächste, was er dann tatsächlich tut, ist dann Soldaten nach Europa zu schicken. Sie stimmen für jemanden, der sagt: „Lesen Sie meine Lippen: es gibt keine neuen Steuern“; das nächste, was Sie wissen, ist, dass es bald eine Steuererhöhung geben wird.

Komplett erfahrungsresistent schicken Sie einen Präsidentensohn ins Weiße Haus – einen angeblich „fiskalisch Konservativen“, der eine „bescheidene“ Außenpolitik verspricht. Ein paar Jahre später, drehen Sie sich um und finden die größten Defizite vor … und den längsten und zweitteuersten Krieg in der US-Geschichte.

Das System ist so voll gespickt mit absurden Halluzinationen und empörenden Einbildungen, dass es die gewollte Suspension der Fassungslosigkeit jedes empfindsamen Menschen in der Nation bedarf, um das Ganze überhaupt auszuhalten. Das Ganze ist nichts anderes als ein Lehrbeispiel für einen Betrug und eine Farce.

Es gibt hier keine objektive Realität. Es dreht sich hier nur um „Lügen, Lügen, Lügen“ wie es der republikanische Spitzenkandidat in spe Donald Trump zu sagen pflegt.

Sozialdetektive zu Besuch auf der Ranch

von Bill Bonner

Gualfin, Argentinien… Von der Außenwelt kommunikationstechnisch abgeschnitten zu sein, ist gerade für Amerikaner nur schwer verkraftbar. In Baltimore, sind wir immer zu erreichen – 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr. Wenn es im Büro ein Wi-Fi-Problem gibt, nehmen wir einfach als Ersatz unsere treuen iPhones zur Hand. Wir wissen zwar nicht, wie das Ganze alles funktioniert, aber die Botschaften kommen an, egal wo wir sind. Wir sind in der Lage, Nachrichten zu senden und auch zu empfangen … den ganzen Tag lang. Hier in Argentinien ist es eine andere Geschichte.

Als wir zur Ranch zurückkehrten, waren Greg und Christy auf dem Weg nach draußen. Sie sagten uns, dass man sich gut um sie kümmert, worüber wir froh waren. Und zurück am Haus funktionierte das Internet wieder Es kam, wie es ging – wie ein mürrischer Teenager, ohne Entschuldigung oder Erklärung. Aber dann mussten wir einen weiteren Rückschlag hinnehmen: Der Strom fiel aus

Wir hatten gerade erst die Batterien in unserem Super-Duper-Solarsystem zu einem Preis von etwa $ 4.000 erneuert. Es gab offensichtlich keinen Grund dafür, dass das System nicht funktioniert. Aber da war es – so leblos und nutzlos wie eine gemeinsame Sitzung des Kongresses.

Und ohne Strom funktioniert natürlich auch das Internet nicht. Und ohne das Internet, konnten wir uns nicht mit den neuesten Nachrichten über die Präsidentschafts-Vorwahlen versorgen. Oder die neuesten Nachrichten auf Facebook lesen. Oder, was los war in ABCs „Dancing with the Stars“.

Plötzlich und gnadenlos konzentrierten wir uns auf die Dinge, die wirklich wichtig sind. Das ist wahrscheinlich der Grund, warum es uns so gefällt, hier zu sein. Alles andere ist hier wichtig, vor allem, wenn das Internet nicht funktioniert.

Die Hühner haben keine Eier mehr gelegt. Die Kühe haben kein Gras mehr. Die Wasserbehälter sind leer. Liegt das daran, dass die Menschen im Tal schlicht unsere Wasserrechte missachten? Oder weil der Fluss versiegt? Und was ist los mit Doña Ana? Wie bekommen wir sie ins Krankenhaus? Jedes Problem … jede Situation … bedarf genauen Nachdenkens und einer Lösung.

Letzte Woche fuhren zwei „Polizisten“ zu uns hoch auf die Ranch. Gustavo erzählte uns, dass sie darum baten, unsere Pferde zu leihen. Sie waren keine gewöhnliche Polizisten, erklärte er. Sie arbeiteten für die staatliche Agentur, die Sozialhilfe für arme Menschen zur Verfügung stellt. Fast alle Menschen im Tal – mit Ausnahme derjenigen, die für uns arbeiten oder für Colomé – sind arm. Sie alle haben Anspruch auf staatliche Unterstützung. Und das ist ja Argentinien und hier ist es für die Familien von älteren Menschen üblich, diese Freigiebigkeit des Staats lang in Anspruch zu nehmen. Sprich, länger als Ihre Lieben wirklich leben.

Die argentinischen Beamten nehmen diese Schikanen auf sich und statten den alten Herrschaften also einen Besuch ab, um dabei zu prüften, ob die Empfänger wirklich noch am Leben sind. Wir haben auf der Ranch vier Menschen, die in ihren 90ern zu sein scheinen. Doña Marta Sandovals, die wir im letzten Jahr besuchten, Doña Isadora, Don Domingo, und Don Severiano. Don Domingo war in der Kirche am Sonntag. Er ging über eine Stunde talwärts, um zu beichten.

„Wann wird der Priester kommen?“, fragte er. Wir wussten es nicht. Wie sich herausstellte, kam er nie. Stattdessen war Schwester Domenica da, voller Energie und Begeisterung, aber leider fehlte Ihr die nötige heilige Autorität, um die Beichte abzunehmen.

„Dies ist das erste Mal, dass ich hier bin“, sagte sie zu uns nach dem Gottesdienst. „Der Ort hier ist anders als die Orte, die ich je gesehen habe. Wo leben diese Leute? Ich habe keine Häuser gesehen.“ „Ah … sie leben in den Bergen … oft sehr weit weg.“

Unten in den Vororten und Barrios von Buenos Aires, in den Gegenden also, die die Entscheidungsträger im Sinn hatten, als sie das Inspektionsprogramm einrichteten, ist es ein Leichtes, von Haus zu gehen, um die Alten und Gebrechlichen zu Haus zu besuchen.

Hier oben ist es eine andere Geschichte. Die Sozialdetektive kamen in der Absicht, alle vier über Neunzigjährige zu besuchen. Aber nur ein Besuch ist ein Ganztages-Ausflug. Don Domingo und Doña Isadora wohnen höher gelegen; man erreicht sie in etwa einer Stunde mit dem Pferd. Aber Doña Marta erreicht man erst nach etwa drei Stunden. Und Sie brauchen einen Führer – ohne geht es nicht.

Don Severiano ist eine Autostunde vom Haus entfernt … dann braucht man noch etwa vier Stunden mit dem Pferd … also acht Stunden hin und zurück. Wir sind noch nie bei Ihm gewesen. Auf alle Fälle ritten die beiden „Polizisten“ – geführt von Gustavo – zunächst zu Doña Marta. Sie sind zwar örtliche Polizei… aus der Provinz Salta. Aber sie stammen nicht von hier, und sind an unsere Pferde oder die dünne Luft nicht gewöhnt.

Nach dem Besuch von Marta – die jetzt offiziell als quicklebendig erklärt wurde – entschieden sie sich über das Wochenende nach Hause zu fahren und in der kommenden Woche für weitere Untersuchungen wieder zu uns zu kommen.

Was soll nur aus der Ranch werden?

von Bill Bonner

„Sie wollen in der Lage sein, ihre Ranch weiterzubetreiben? Sie wollen die Arbeitsplätze der Mitarbeiter halten?“

„Mit einem Ort wie diesem, ist spezieller Tourismus der einzige Weg, dass es mit der Ranch auch in Zukunft klappen könnte. Die Lokation ist sehr malerisch. Tourismus ist vielleicht das einzige, was wirklich funktioniert. „

Wir unterhielten uns mit einer jungen Frau, die in der Tourismus-Industrie arbeitet. Ein Freund von uns schickte sie zu uns auf die Ranch, um zu sehen, ob der Ort für Touristen interessant sein könnte. Eine kluge Frau, sie sah die Situation klar:

„Die Ranch liegt zu hoch, es ist zu trocken und es ist zu weit weg von allem … und verzeihen Sie mir es zu sagen … aber dieser Ort ist wirklich nur für Touristen interessant. Für sie ist es hier wunderbar.“

„Sie haben viele Berge, Gauchos, Täler, indianische Ruinen, Weinberge, Flüsse, Rinder, Schafe, Guanakos, Ziegen, Lamas … malerische Gehöfte … tolle Leute.

„Es ist zwar für das Vieh hier ein hartes Leben, aber anspruchsvolle Reisende werden den Ort hier lieben.“

Wachsende Verluste

Als wir zum ersten Mal die Ranch sahen – vor etwa 11 Jahren – waren wir mit einer Gruppe von Investoren auf Tour. Wir hielten es von Anfang an für ein schlechtes Investment. Nichts,was seither passiert ist, hat sich als falsch erwiesen. Es ist schon 10 Jahre her, seit wir die Ranch kauften. Und unter dem Strich haben wir jedes Jahr Geld verloren. Was uns beunruhigt, ist, dass selbst nach erheblichen Investitionen in Ausrüstungen und Anlagen die Verluste immer größer werden.

„Mach Dir darüber keine Sorgen“, sagte Elizabeth, gnädig. „Du gibst kein Geld für irgendetwas anderes aus. Wir haben kein Boot und auch kein Flugzeug. Wir besitzen nicht einmal ein Auto. Dies ist DEIN Hobby. Genieß es einfach.“

Aber die Luft wird dünner – Jahr für Jahr. Die Berge werden steiler. Und die Sättel sind weiter vom Boden weg. Nach jedem Fall dauert es länger, sich halbwegs wieder zu erholen. Die Zeit kommt, dann sind wir zu alt, um es zu genießen. Was ist dann, was wird dann passieren?

Wir werden die Ranch unseren Kindern vermachen. Aber sie sind wohl weniger fähig oder willens, eine solch extravagante Hobby-Farm zu alimentieren.

„Wir würden es viel lieber sehen, wenn die Ranch künftig auf Break-Even-Basis läuft… so setzen wir die Kinder nicht unter Handlungsdruck.“

„Der Tourismus kann hier funktionieren; dessen bin ich mir fast sicher „, so das Urteil unserer Besucherin.

Die Cowboys sind hier überhaupt nicht sentimental mit Blick auf die Kühe. Aber jede wird für 29 Pesos pro Pfund verkauft – etwa $ 2. Unser durchschnittliches Tier wiegt zu der Zeit, wenn wir es verkaufen etwa 120 Pfund.

Sie können das Problem genauso gut wie wir erkennen. Wenn wir 300 Tiere pro Jahr verkaufen (unsere Fruchtbarkeitsrate ist sehr gering … aufgrund der Trockenheit, Kälte, Kondore, Pumas) kommen wir auf Gesamteinnahmen in Höhe von etwa 72.000 Dollar pro Jahr. Selbst hier unten in Argentinien reicht das nicht, um die Gehälter unserer fünf Cowboys zu zahlen.

Nach einem faszinierendem Leben in der Finanzverlagswelt, zeigt unser Leben hier etwas ganz Wichtiges auf: Wenn Sie Geld verdienen wollen, ist es hilfreich, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Die Finanzindustrie in den USA – davon sind wir ein kleiner Teil – hat es gut mit uns gemeint. Das Betreiben einer Ranch ist da eine ganz andere Sache … „Erlebnisse wollen die Menschen heut haben“, so unsere Reise-Expertin.

„Authentische Erlebnisse. Ich spreche hier von reichen Leuten. Sie sind schon in Paris und Rom gewesen. Sie können jeden Ort, den sie besuchen wollen, besuchen. Sie haben jede Menge Geld und nicht viel Zeit. Ihnen geht es darum, echte, einzigartige Erlebnisse zu machen. Und diese Erlebnisse können sie hier haben.“

„Und keine Sorge, ich spreche nicht von Massentourismus. Das ruiniert meiner Meinung nach jeden Ort. Ich spreche hier von wenigen, ausgewählten Gruppen, die eher wie Freunde der Familie denn als Kunden kommen … und ihr Erlebnis auf einer authentischen, traditionellen Ranch in Nordwest-Argentinien machen wollen. Es wird zwar nicht billig sein, aber sie werden es lieben.“

„Sie meinen, wir könnten teure Pauschalreisen an Fondsmanager und Washington-Lobbyisten verkaufen?“ „Sprechen Sie weiter“, antworten wir…

Quelle: Kapitalschutz Akte
Lügen, Lügen, Lügen (von Bill Bonner)
Sozialdetektive bei uns auf der Ranch (von Bill Bonner)
Was soll nur aus der Ranch werden? (von Bill Bonner)
Weitere Informationen: Investor Verlag

 

4 Kommentare auf "Lügen, Lügen, Lügen"

  1. Insasse sagt:

    „Komplett erfahrungsresistent…“ – Das ist des Pudels Kern! Die Leute erkennen einfach nicht, oder wollen einfach nicht erkennen, wie sie jedes Mal aufs Neue komplett vera……t werden. Kein Mensch mit gesundem Menschenverstand würde wieder in dem Wissen wählen gehen, dass er seiner Wahl erneut komplett vera……t wird. Die Mehrheit der Leute tut es aber doch und wählt – au weia! – mehrheitlich auch noch genau die Betrüger wieder, von denen sie gerade zuvor noch komplett vera…….t wurden. Dies miterleben zu müssen, tut schon richtig weh.

    Auch mir stellt sich grundsätzlich die von Herrn Bonner aufgeworfene Frage, wie es überhaupt sein kann, dass Menschen anderen Menschen hinterherlaufen, die sie überhaupt nicht kennen, die ihnen aber irgendetwas versprechen. Woher stammt dieses Vertrauen? Es hat seine Ursache wohl darin, dass der Mensch grundsätzlich versucht, seinen eigenen Aufwand zu minimieren (also andere die Arbeit machen zu lassen) und trotzdem zu versuchen, dabei das Beste für sich herauszuholen. Dumm nur, wenn er nicht erkennt, dass ein solches System dann nicht funktionieren kann, wenn man demjenigen, von dem man sich einen Vorteil verspricht, die Macht über sich ausüben lässt. Dann ist man selbst derjenige, der für andere arbeitet. Nur: Wie erklärt man das jemanden, der sich alle Jahre wieder aufs Neue betrügen lässt?…

  2. cubus53 sagt:

    Es liegt mir fern, alle Politiker über einen Kamm zu scheren, trotzdem bin ich der Meinung, dass nur ein Psychopath oder Narzisst in der Lage ist, das Amt eines Politikers auszuüben. Jeder „gesunde“ Mensch hätte zu viel Moral und Skrupel, genau die Dinge durchzusetzen, wie es Politiker tun.

    Politiker arbeiten nur im Sinne des eigenen Machterhalts, und dazu muss eben vorzugsweise die Lobby bedient werden und nicht das Volk. Das Volk zählt nur kurz vor der Wahl, und kann nur von einem Psychopathen erfolgreich getäuscht werden.

    Ich verstehe nicht, warum die Psychologie diese Zusammenhänge nicht mal aus wissenschaftlicher Sicht aufarbeitet. Solange das nicht aufgeklärt wird, wird die Welt auch in Zukunft von Psychopathen regiert. Was dabei herauskommt, und in der Vergangenheit bereits herauskam, sehen wir doch alle.

    • FDominicus sagt:

      Bin in der Politik unterwegs. Mein eigener Bruder sagt zu mir: Du bist dazu völlig unfähig/ungeeignet. Eben aus den Gründen oben angeführten Gründen.

      Nur jetzt hast Du die Wahl, ich habe noch keinem den Stinkefinger gezeigt, einfach weil meine Partei und somit auch ich einfach nicht gewählt wurden.

      Liegt es nicht an den Wählern hier anders zu entscheiden? Können sie nicht? Oder wollen sie nicht ? ….

      Ich persönlich gehe inzwischen von der folgenden Grundlage aus.

      – Zu Beginn eines Zyklus ist der vorherige auf wahrscheinlich immer die gleiche Art zurückgegangen. Versprechen wurden gemacht die nicht bezahlbar sind, die aber bezahlbar gemacht werden. Nach den letzten WK waren die Pleiten der Verliererstaaten beispielhaft.

      – Am Anfang muß man sich wahrscheinlich auch gegen äußere Feinde wehren und da könnte es sein, daß sich eher wirklich Leute mit Rückgrat und Integrität bemühen.

      – Mit der Zeit findet aber eine Negativauslese statt, die man kurz so charakterisieren kann. Je korrupter, desto höher….

      – Und es ist ganz klar am Anfang gibt es weniger Bürokratismus während gegen Ende so gut wie alles Bürokratismus wird.

      Die Negativauslese wird aber honoriert hier ist die Frage wie kommt es dazu, daß man sich für etwas entscheidet was einen schädigt….

  3. Argonautiker sagt:

    Ein Grund warum man die Löhne der Cowboys nicht mehr zahlen kann, ist die Verschiebung des Werte Empfindens, an dem die Finanzwelt durchaus ihren Teil mit beisteuert. Vorweg sind es wohl die Gelderzeuger, die Geld aus dem Nichts erzeugen. Gefolgt von einem langen Schwanz von ach so wichtigen Puzzerfischen.

    Das Unwichtige hat sich so, durch Positionsschaffung, unentbehrlich gemacht. Der Markt ist dadurch zu einem hässlichen Geschöpf mutiert. Ein riesiger, aufgeblähter, schwammiger Kopf, wird von einem mickrigen Körper getragen, den dieser Kopf zu immer mehr Leistung und Effizienz anpeitscht. Börsen, Ratingagenturen, Investmentsektor, Regierungen, Bürokraten, Religionen,…, alle saugen im Verhältnis zu ihrer Leistung viel zu viel ab.

    Warum können sie das? Weil sie, je näher sie an der Notenpresse stehen, außerhalb der Bewertung ihrer Leistung durch Andere stehen. Gottgleich.

    Und je näher man sich in der Hierarchie an der Druckerpresse befindet, desto üppiger und leistungsloser fällt die Bewertung für die eigene Leistung und den eigenen Wert aus, sodaß für die, die am unteren Ende der Markt Hierarchie dümpeln, 2 $ pro Pfund gezüchtetes Fleisch übrig bleiben, von denen die Kosten sicherlich noch abgehen.

    Aber 120 Pfund Tiere? Was für Kühe sollen das denn sein? Ich glaube da ist doch wohl eine Null abhanden gekommen. Sooo klein habe ich die Rinder in Argentinien nicht in Erinnerung. 🙂

    Alles in Allem ein schöner Artikel dem ich nur zustimmen kann, und den Grund beschreibt, warum ich derzeit nur wenig lese und kommentiere. Es gibt gerade im Frühling zu viel wirkliches Leben das es anzupacken gilt, sodaß Internet zwar nicht zum Fremdwort geworden ist, aber doch weit in den Hintergrund gerückt ist.

    Schöne Grüße aus Bremen in die Weite Argentiniens

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