Löcher in der Matrix – Welcome Dienstpflicht!

7. November 2015 | Kategorie: RottMeyer

von Ralph MalischHomepage Smart Investor

Für unsere Heftkategorie „Löcher in der Matrix“ sammeln wir laufend Erstaunliches und Schräges aus der Welt der Medien. Unser wöchentliches Update.

„Flüchtlingskrise: Dienstpflicht für Jugendliche gefordert“ (ostsee-zeitung.de, 3.11.2015)

Man reibt sich verwundert die Augen in welcher Geschwindigkeit die Regierung Merkel die Republik unterpflügt. Wir wissen nicht, was diese Frau antreibt, aber offenbar konnte sie ihre Ziele mit der Euro-„Rettung“ alleine nicht schnell genug erreichen. Jetzt hat sie den Migrationsturbo zugeschaltet – und hält das Land in der Dauerkrise. Weite Teile der Bevölkerung sind inzwischen ebenso ratlos und düpiert, wie die meisten betroffenen EU-Partnerländer.

Die neueste Idee zur Bewältigung des selbst kräftig angefachten Migrantenansturms stammt ebenfalls aus der CDU – von Eckhardt Rehberg, seines Zeichens haushaltspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag. Die Funktion ist in diesem Zusammenhang wichtig, denn es geht um Geld. Anders als uns weisgemacht wurde, scheint es mit den noch immer weitgehend ungeordnet hereinbrechenden Menschenmassen nun doch ein klitzekleines Haushaltsproblem zu geben. Der Haushaltsüberschuss (21 Mrd. EUR) – ohnehin eine Rarität – ist praktisch bereits verfrühstückt. Als ob es eines Beweises bedurft hätte, dass Regierungen ganz grundsätzlich nicht mit Geld umgehen können.

Genau an dieser Stelle bringt Rehberg wieder ins Spiel, was wir längst überwunden geglaubt hatten – die allgemeine Dienstpflicht für den Staat. Nicht etwa wie beim Wehrdienst, um das Gemeinwesen zu schützen und dessen Grenzen zu sichern. Das, so ließ uns die Kanzlerin nun ja beiläufig wissen, sei ohnehin nicht möglich – mit schönen Grüßen an Generationen von Wehrpflichtigen für ihren „Sinnlosdienst“. Nein, die Jugend Deutschlands soll ein Jahr für ein Taschengeld malochen, um die Konsequenzen von Merkels Asylpolitik auszulöffeln. “Wir schaffen das!” heißt also konkret, “wir” lassen andere für den sprichwörtlichen Apfel und das dazugehörige Ei für uns arbeiten. Früher nannte man so etwas, das letzte Aufgebot. Ein solches Dienstjahr ist nichts weiter als eine Sondersteuer für die betroffenen Jahrgänge. Dass hier keinesfalls leistungsgerecht vergütet werden wird, kann man ja bereits am Zwangscharakter einer solchen Maßnahme erkennen. Mindestlohn, irgendjemand? Aber nicht doch, wir sind doch bei Mütterchen Staat.

In der CDU weiß man offenbar, dass das Abstimmverhalten der Jungen ohnehin nicht entscheidend ist, wenn man dafür nur umso hemmungsloser Klientelpolitik für andere Gruppen betreibt. Selbstverständlich soll die neue Dienstpflicht auch für Mädchen gelten. Das ist sozusagen die sozialistische Variante der Geschlechtergerechtigkeit – Jungen und Mädchen werden gleichermaßen durch den Staat ausgepresst. Der Gipfel des Zynismus ist allerdings erreicht, wenn davon gesprochen wird, dass die jungen Leute „nach der Schule vor die Wahl gestellt“ werden, in welcher Form sie sich ausbeuten lassen wollen – „Ein Jahr zur Bundeswehr … oder ein soziales Jahr“. Eine echte Wahl bestünde natürlich darin, beide Formen der Dienstpflicht dankend abzulehnen.

Print Friendly, PDF & Email

 

Schreibe einen Kommentar