Löcher in der Matrix – Staat unter der Matratze

4. Dezember 2015 | Kategorie: RottMeyer

von Ralph Malisch

Wer dachte, die Finanzielle Repression habe bereits ihre maximale Ausprägung erreicht, der irrt. Die griechische Regierung hat ein neues Gesetz verabschiedet, das die Bürger dazu verpflichtet, „zuhause gelagertes Bargeld, Schmuck und alle anderen Wertgegenstände in der Steuererklärung angeben“.

Wenn sich Regierungen für die Wertgegenstände der Bürger interessieren, dann nur aus einem Grund – sie wollen etwas davon abhaben.

„Griechen müssen ab 2016 „Geld unter der Matratze“ und „Schmuck“ beim Finanzamt angeben“ (www.gegenfrage.com, 2.12.2015)

Vermutlich ist Ihnen diese Meldung in den großen Medien aber durchgerutscht, oder sollte man sagen, sie ist den großen Medien durchgerutscht? Oder Griechenland ist einfach zu unbedeutend, um über solche Petitessen zu berichten? Vielleicht will man den deutschen Michel aber auch nur nicht mit der Tatsache beunruhigen, dass in der EU die Attacken gegen das Privateigentum unvermindert weitergehen – Attacken mit denen die Auswirkungen einer katastrophalen Politik kaschiert werden sollen: „Die Rechnung bitte, für die Bürger am Nebentisch!“ Allerdings ist das Risiko, dass sich die Deutschen über solche Maßnahmen empören, ohnehin gering – es betrifft ja „nur“ die Griechen, denen es schon irgendwie recht geschehe. Zudem: Auf jeden Griechen, der solche Übergriffe des Staates mit einer neuen Vermeidungsstrategie beantwortet – Schweigen ist Gold –, dürften grundsätzlich fünf obrigkeitshörige Deutsche kommen, die uns wortreich erklären können, wie wichtig und „gerecht“ es sei, dass der Staat in jede Schublade und unter jede Matratze schaut.

Die eigentliche Finanzielle Repression findet allerdings nicht in Griechenland statt, sondern weiterhin in Frankfurt. EZB-Chef Draghi senkte gestern die „Strafzinsen“ – also jenen Zinssatz, den Banken auf Einlagen bei der EZB bezahlen müssen – von -0,2% auf -0,3%. Für die Sparer wird da in der Folge nichts mehr übrig bleiben, oder wie Robert Halver von der Baader Bank zuspitzte: „Es wird nie wieder Zinsen geben, mit denen man Altersvorsorge betreiben kann.“ Dass mit der Draghi-EZB die gleiche Institution den Zins künstlich absenkt, die auch versucht die Inflation anzuheizen, ist dann wohl die neue „One Stopp Solution“ für die Sparerenteignung – alles aus einer Hand. Ob Draghis Rechnung allerdings aufgehen wird, dass die Sparer ihr Geld konjunkturfördernd ausgeben, weil sich Sparen nicht mehr lohnt, darf bezweifelt werden. Möglicherweise gleichen sie die fehlenden Zinseinnahmen sogar durch eine höhere Sparleistung aus.
© Ralph Malisch – Homepage vom Smart Investor

 

3 Kommentare auf "Löcher in der Matrix – Staat unter der Matratze"

  1. cubus53 sagt:

    Welcher Realpolitiker hat sich dieses Gesetz ausgedacht ? Wenn man mal Einblick in das Finanzamt von Athen gewonnen hat, und bedenkt, dass die meisten Geschäfte ohne Rechnung abgewickelt werden, wird natürlich jeder Grieche das private Vermögen bis auf den letzten Cent in der Steuererklärung angeben. Mit diesem Blödsinn beweist die Währungsunion, dass das Ende nicht mehr lange auf sich warten lässt.

  2. bluestar sagt:

    Tja lieber Mittelstand, Schritt für Schritt werden die Daumenschrauben zur Liquidation und Enteignung angezogen. Übrigens ist auch die sogenannte Mietpreisbremse nichts anderes als staatliche Willkür gegenüber Immobilieneigentümern, welche nunmehr bei Inflation in der Falle sitzen und enteignet werden. Trotzdem steigen die Preise für Wohnimmobilien weiter, was zeigt wie unwissend,naiv bis dumm Investoren sind.
    Da es in diesem Land keinen nennenswerten Widerstand gegen Kommandowirtschaft, Rechtsbrüche, Alibiparlamente, Geldfälschung, Bevormundung und Enteignung gibt, ist der weitere Weg unausweichlich. Die Oligarchie rettet Macht und Reichtum, der Mittelstand wird enteignet, damit das mittellose Wahlvolk weiterhin nicht auf eine warme Wohnung, RTL 2, BILD, Spielkonsolen, Fußball sowie das Kreuzchen bei den Blockparteien verzichten muss und nicht auf die Straße protestieren geht.
    Natürlich werden Enteignungswellen von den Staatsmedien richtig in Szene gesetzt und von der Masse als absolut gerecht begrüßt und eingefordert. Das ganze wird dann als Solidarität und Fortschritt verkauft. Willkommen im Totalitarismus.

  3. Insasse sagt:

    Der Insasse spielt heute mal den Korrintenkacker 😉

    Richtig muss es heißen die Strafzinsen wurde erhöht (nicht: gesenkt). Gesenkt wurden die Zinsen, wobei die eigentlich gar nicht unter Null gehen können. Ab da geht es ja mit den Strafzinsen los.

    Zum Rest des Artikels: Ich liebe den Sozialismus. Das Gute gewinnt eben am Ende immer, selbst, wenn es zwischendurch 25 Jahre nach dem Gegenteil aussah. IRONIE AUS!!! …und einen schönen zweiten Advent ans Forum.

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