Löcher in der Matrix: „Kursdeckel weggesprengt“

3. Oktober 2017 | Kategorie: RottMeyer

von Ralph Malisch

Für unsere Heftkategorie „Löcher in der Matrix“ sammeln wir laufend Erstaunliches und Schräges aus der Welt der Medien. Unser wöchentliches Update.

Selten genug kommt im Medien-Mainstream Begeisterung für Gold auf. In der Regel wird am gelben Metall herumgemäkelt und wenn es sich gar nicht vermeiden lässt, das eine oder andere positive Wort zu verlieren, dann nicht ohne umfangreichen Beipackzettel: riskant, volatil, spekulativ!

Davon hebt sich der aktuelle Focus-Money-Beitrag wohltuend ab. Ein Kursziel von „5.000 Dollar!“ traut Autor Andreas Körner der Feinunze zu und führt gleich „zehn Gründe“ an, „warum Gold das Investment der Stunde ist“.

Dass der Sprung über die Marke von 1.300 USD/Feinunze die Initialzündung für diese Entwickung gewesen sein soll und den „Kursdeckel weggesprengt“ habe, darüber kann man diskutieren. Auch darüber, wie groß eine Pull-Back-Bewegung nach einem solchen Ereignis ausfallen darf, ohne den Ausbruch zu einem Fehlsignal zu machen.

Aktuell befinden wir uns wieder unter der wichtigen Marke, worauf wir diesen Mittwoch im SIW 39/2017 aufmerksam gemacht haben.

Vom Grundsatz her fallen in dem Focus-Money-Beitrag allerdings viele, auch aus unserer Sicht absolut überzeugende Argumente, die man in großen Publikationen so nur selten, falls überhaupt liest, etwa, „dass die Menschen händeringend Währungseinheiten suchen, die unabhängig von dem massenweise gedruckten Papiergeld der Notenbanken sind.“ Chapeau!

In mancher Redaktion hätte sich der Autor wohl lieber die Hand abgehackt, als solche Zeilen in die Tastatur zu klopfen. Auch das Verhältnis von zehn Argumenten für Gold ohne ein einziges ernsthaftes Gegenargument, ist eine Rarität. Wären wir so positiv gestimmt, dann hätten unsere Leser vermutlich abgewunken: „Ach, Ihr schon wieder!“ *rolleyes*

Der einzige Wermutstropfen ist, dass momentan zu viele gute Argumente für das gelbe Metall sprechen, die Marktteilnehmer seit Wochen Gelegenheit haben, sich entsprechend zu positionieren – der Ausbruch über die 1.300er-Marke erfolgte bereits am 28. August! –, der Kurs per Saldo aber dennoch nicht vorangekommen ist.

Vor dem Hintergrund der mittel- bis langfristig sehr positiven Aussichten, die wir uneingeschränkt teilen, dürfte das allerdings nur eine eher untergeordnete Frage des punktgenauen Timings sein.
Ralph Malisch – Homepage vom Smart Investor

Print Friendly, PDF & Email

 

Schreibe einen Kommentar

Sie müssen eingeloggt sein, um einen Kommentar schreiben.