Löcher in der Matrix – Ewiger Soli?

17. Juni 2017 | Kategorie: RottMeyer

von Ralph Malisch

Für unsere Heftkategorie „Löcher in der Matrix“ sammeln wir laufend Erstaunliches und Schräges aus der Welt der Medien. Unser wöchentliches Update…

„Statt Öko-Umlage: Kommt der Energie-Soli?“ (handelsblatt.com, 12.6.2017)

Ja, es knirscht in der Energiewende. So, wie eigentlich immer, wenn sich der Staat als Unternehmer oder Taktgeber der Wirtschaft versucht. Spätestens wenn Parteien und Verwaltung eine Sache in die Hand nehmen, dann wird es für die Bürger ineffizient und teuer.

Dieser Effekt ist so ausgeprägt, dass man sich auf der XIII. Gottfried von Haberler Konferenz im Mai in Vaduz dem Thema „Wenn Bürokraten Unternehmer spielen. Die Politik des Interventionismus“ widmete. Im Smart Investor 7/2017, der übernächstes Wochenende erscheint, finden Sie den entsprechenden Bericht zur Tagung.

Solarworld, einstiges Energiewende-Vorzeigeunternehmen hat inzwischen Insolvenz angemeldet. Schuld sind – wie immer im durchpolitisierten und subventionierten Teil der Wirtschaft – die anderen. Der Chinese war’s. Er hat den Markt mit billigen Solarmodulen überschwemmt. Wäre dabei das eigene Geschäftsmodell nicht den Bach runtergegangen, müssten die Damen und Herren der Solarwirtschaft ja geradezu jubilieren, wird doch mit der chinesischen Modulschwemme so viel Gutes für jenes ominöse Weltklima getan, über das man sich gerne öffentlichkeitswirksam sorgt.

Dass man von der kontinuierlichen Infusion von Steuermilliarden abhängig war und alles andere als nachhaltig wirtschaftete, thematisierten wir schon vor mehr als fünf Jahren, etwa in dem Beitrag, „Sonnenkönige verbrennen Geld ihrer Aktionäre“ aus dem Juni 2012.

Der vielleicht entscheidende Unterschied zwischen Unternehmer und Politiker besteht darin, dass ersterer weiß, dass er Fehlentwicklungen schnell korrigieren muss, um am Markt zu bleiben. In der Politik dagegen gilt: „Wer einen Fehler zugibt, begeht seinen zweiten.“ Entsprechend wird eher nach Sündenböcken als nach Lösungen gesucht und auch in das bodenloseste Fass wird weiter fröhlich Steuerzahlergeld gekippt.

Insofern ähnelte mancher der „Sonnenkönige“ eher einem Politiker als einem Unternehmer. Da die Finanzierung der „Energiewende“ immer prekärer wird, sind Alternativen gefragt – freilich nur solche, bei denen die Energiewende selbst unangetastet bleibt. Den chinesischen Sündenbock hat man ja bereits.

Was jetzt noch fehlt ist die „nachhaltige“ Sicherung weiterer Milliarden. Ein „Soli“ soll es richten, meint man nun beim Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW). Die einst für den „Aufbau Ost“ eingeführte Zusatzsteuer zur Einkommensteuer ist ohnehin langlebiger als mancher Zombie im Horrorfilm.

Zwar ist der Grund für die Erhebung längst entfallen, kassiert wird aber munter weiter und das will man auch künftig tun. Da passt der vorgeschlagene „Energie-Soli“ auf die Solarförderung wie die Faust aufs Auge – Win/Win, oder so.

Und solange die Energiepolitik in Berlin Chefsache bleibt, wird das Energiewende-Fass keinen Boden bekommen. Was allerdings ein wenig irritiert, dass die Steilvorlage „Energie-Soli“ ausgerechnet aus dem IW kommt, ein Institut, das allgemein als unternehmerfreundlich gilt.

© Ralph Malisch – Homepage vom Smart Investor

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4 Kommentare auf "Löcher in der Matrix – Ewiger Soli?"

  1. Reiner Vogels sagt:

    Die erste Hoffnung für alle Vernünftigen und alle Marktwirtschaftler ist zur Zeit der neue US-Präsident. Er will den Wahnsinn der ständigen künstlichen Verteuerung der Energie nicht mehr mitmachen. Man kann ihm nur viel Erfolg wünschen. Dann nämlich, wenn seine Politik Früchte trägt, wenn also wirklich Arbeitsplätze in der US-Schwerindustrie neu geschaffen werden, wird das Beispiel Schule machen.

    Eine weitere große Hoffnung ist die Tatsache, daß es seit knapp 20 Jahren keine Erderwärmung gibt, obwohl die CO2-Konzentration in der Atmosphäre in dieser Zeit deutlich gestiegen ist. Die Erde selbst macht deutlich, daß es sie überhaupt nicht kümmert, wie viel Kohle und Öl die Menschheit verbrennt. Irgendwann werden auch die ökosozialistisch gehirngewaschenen und von den Medien und der Politik in Sachen CO2 systematisch verdummten Deutschen beginnen, die Augen aufzumachen. Sie werden erkennen: Der Kaiser hat doch gar keine Kleider an. – Das Klima richtet sich gar nicht nach den komplizierten Computersimulationen der Klimasekte.

    Ganz aktuell gibt es auch in Deutschland einen Silberstreif am Horizont: Das Land Thüringen will den Bau der neuen Nord-Süd-Trasse für den Windstrom auch Norddeutschland nach Süddeutschland nicht genehmigen. Und das ist ein Fortschritt. Das milliardenschwere Geldverschwendungsprojekt wäre ohnehin niemals dazu geeignet gewesen, die Versorgungssicherheit zu erhöhen. Es gibt nämlich, wie jeder weiß, auch in Norddeutschland windarme Tage, und es gibt dort auch Tage, an denen der Wind so stark ist, daß die Windmühlen gestoppt werden müssen, weil sonst die Kräfte des Sturms die Anlagen zerstören würden.

    • Argonautiker sagt:

      Mit Ihrer Bewertung zum Thema Klimawandel dürften Sie meines Erachtens richtig liegen. Es geht mir jedoch nicht weit genug, denn auch der Öl, Gas und Kohle Energiemarkt dürfte Teil des gleichen Wahnsinns sein, der da fordert, Expansion bis zum geht nicht mehr, dem Zusammenbruch.

      Der komplette Industrielle Komplex dürfte am Leben vorbei gehen, und den Menschen in eine Automatisierung und damit Entmenschlichung zwingen, weil Automatisierung logischen Grundsätzen folgt, Leben aber nicht. Leben entstand vielmehr durch einen unlogischen Vorgang, weshalb der Ursprung des Lebens auch immer noch nicht logisch erklärbar ist.

      Die sich ewig haltende Parole, daß wir Industrie brauchten, um die immer größer werdende Anzahl von Menschen zu versorgen, dürfte ebenso illusionär sein, wie das Mantra, daß wir gentechnisch veränderte Saaten brauchen, um die wachsende Anzahl von Menschen zu sättigen.

      Der Klimawandel und der damit begründete Zwang zum Energiewandel wird derzeit also nur deshalb so hoch gehandelt, weil es eine Möglichkeit war, Regeln zu erlassen, die die Wirtschaft ankurbelten. Es ging nie um das Klima, oder Nachhaltigkeit, sondern um den Zwang, daß man neue Technologien entwickeln sollte/musste. Wenn man wirkliche Energie sparen wollte, dann müßte man zum meditieren aufrufen und nicht zum wirtschaftlichen Ärmel hochkrempeln.

      Es ist ein Zwang, der sich aus dem Zwang entwickelte, der dadurch entstand, weil man seit der Industrialisierung immer neue Investitionsmöglichkeiten für das durch die Industrialisierung entstandene immer größer werdende Großkapital schaffen mußte, wenn man das Schneeballsystem des Zinses nicht zusammenbrechen lassen wollte.

      Wenn man als realwirtschaftlich produzierender Unternehmer eine Stufe eines einträglichen Ein/Auskommens erreicht hat, könnte man den Betrieb, wenn schuldenfrei, eigentlich auf einen Erhaltensmodus umstellen. Reine Großfinanziers, also dort wo nur noch mit Geld Geld gemacht wird, können das nicht, weil um weitere Bonität zu haben, brauchen sie das exponentiale Wachstum des Geldes, wodurch Gier, also das nicht genug bekommen Können, für sie eine Grundvoraussetzung ihres „Berufes“ wird.

      Schuldenfrei wird sich derzeit ein Unternehmen jedoch allein dadurch nur selten halten können, weil die Regel, daß man durch Schulden Steuern sparen kann, dahin führt, daß man Schulden machen muss, um Steuern zu sparen. Denn zahlte man viel Steuern, müßte man diese auf den Preis des Produktes legen, was einen Konkurrenz unfähiger macht…

      Das Trump mit einer Abkehr vom „wir müssen das Klima retten“ Wahn, also am Ursächlichen wirklich etwas ändern können wird, dürfte ebenso eine Illusion sein. Er wird vielmehr einen Gegenwahn erzeugen, weil er eben nur ein gehobener Sklave des System ist. Ein Sklaventreiber.

      Trump wird dem Menschen nicht dienlich sein, sondern lediglich an der inneren Hierarchie im System etwas verändern und nicht aus der Falschheit des System als solches führen. Dazu sind seine Ansätze viel zu wenig tiefgreifend.

      Es dürfte vielmehr so sein, daß man seit der Industrialisierung den Menschen immer mehr mechanisiert, und ihn dadurch von seinem unlogischen Sinn des Lebens, zugunsten eines logischen immer größer werdenden Wohlstandes entfernt hat.

      Die wirkliche Korrektur dieses Irrtums, dürfte den Menschen wieder zu Mindest in das vorindustrielle Zeitalter zurückführen. Nicht weil Technik per sé etwas schlechtes, oder verwerfliches wäre, wohl aber, weil der sich selbst automatisierende Industrielle Komplex so aufgebaut ist, daß er durch die politischen Regeln höher als das individuelle Leben steht, was in seiner Maxime die so genannte Systemrelevanz hervorgerufen hat. Das wiederum verhindert, das Mensch Mensch sein kann, also unlogisch emotional, sondern rational gewinnorientiert sein muß.

      Die Wissenschaft hat leider dazu ihren Beitrag geleistet, indem sie vorgibt, daß nur das Relevanz haben darf, was bewiesen ist. Die Wissenschaft hat erkannt, daß wenn in einer Manege etwas passiert, und dies anschließend von den Zuschauern wiedergegeben werden soll, von jedem anders wahrgenommen und wiedergegeben wird. Daraus hat sie gefolgert, daß dies nicht objektiv sein kann und folglich die subjektive Wahrnehmung nicht die Wirklichkeit darstellen kann. Daraus hat sie so genannte objektive Messmethoden mittels Geräten entwickelt.

      Die Frage ist jedoch berechtig, ob diese mechanischen Messmethoden die Wirklichkeit darstellen, oder lediglich die Sicht der Welt aus einem Gerätehaften mechanisierten Messbaren darstellen? Und weiterhin taucht die Frage auf, in wie weit das für den Menschen überhaupt einen wirklichen Sinn macht, wenn er weiß, wie eine Maschine die Welt „sieht“, und eine Welt erbaut, die sich nach dem richtet was Maschinen für richtig bemessen?

      Die Wissenschaft hat sich durch diese Behauptung, daß nur durch das wiederholbar, durch Geräte Gemessene, die Wirklichkeit objektiv darstellt, leider zu einem Glauben entwickelt, der aussagt, daß eben nur das wiederholt messbare „richtig“ ist, was dahin führt, daß wenn man diesem Glauben folgt, eben nur das wiederholbar Messbare eine Daseinsberechtigung hat.

      Wenn das so wäre, würde das wiederum bedeuten, daß die „Säulen der Welt“ statische Säulen wären, die wenn man sie misst, immer gleich wären, denn nur dann hätte die Behauptung, das nur das wiederholt Messbare die Wirklichkeit darstellen kann, ihr Fundament.

      Ist das so?

      Seit man weiß, daß Raum Zeit wirkt, welche wiederum die Voraussetzung allen Lebens ist, und diese Räume gekrümmt sind, und noch nicht mal regelmäßig gekrümmt sind, dürfte das mehr als fraglich sein.

      Was also, wenn die Säulen der Welt noch nicht mal nur unregelmäßig sind, sondern sogar sich ständig wandelnde Formen des ewig Gleichen wären? Dann würde die subjektive Bewertung der Welt, durch sich ständig wandelnde subjektive emotionale Menschen, dem Bild der Wirklichkeit näher kommen, als es je ein Gerät messen könnte. Die Wahrnehmung des Einzelnen würde die Wirklichkeit zwar nicht in Gänze wiedergeben, wohl aber die Summe der Wahrnehmung aller Beteiligten.

      Es hätte um im Beispiel der Manege zu bleiben also nie zur Frage kommen dürfen, wer hat nun recht mit seiner Beschreibung dessen, was da in der Manege passiert ist, sondern es hätte klar sein müssen, daß die Summe der subjektiven Ansichten das ist, was der Wirklichkeit am nächsten kommt.

      Das Credo der Wissenschaft, des wiederholt Messbaren, hat also unterstützend dazu beigetragen, den Menschen von seinen Emotionen zu entfernen, bis hin zu dem „Ist Zustand“, an dem unsere Daseinsberechtigung durch eine automatisierte Wirtschaftsmaschinerie bewertet wird.

      Heute entscheidet der Zwang zum exponentialen Wachstum von Reichtum, daß es sinnvoll ist, in Rüstung zu investieren, was wahrscheinlich dahin führen wird, daß demnächst Milliarden Lebewesen ihr Leben lassen müssen, denn Investitionen in Rüstung bringen nur dann Rendite, wenn diese Waffen benutzt werden, um Beute zu machen, andernfalls werden sie zu totem Kapital und damit zum auszehrenden Faktor.

      Inhaltlich wurde dieses Desaster mit der Installation von Herrschaftssystemen begonnen, die auf Zwang und Unterwerfung beruhen, anstatt auf ein durch Nächstenliebe kooperierendes Miteinander durch Aufgabenteilung zu setzen. Der Höhepunkt dieses Irrtums wurde durch die Industrielle Revolution erreicht, die diesen Irrtum automatisierte.

      Egal wohin Sie auch schauen, an unserer Spitze stehen leider überall egoistisch konkurrierende Alpha Tiere, anstatt kooperierende Alpha Menschen.

    • dors sagt:

      OMG!!
      Trump im ersten Absatz als Hoffnung für alle Vernünftigen und alle Marktwirtschaftler-
      Im zweiten Absatz: “ Die Erde kümmert es überhaupt nicht wieviel Kohle und Öl die Menschheit verbrennt!“-
      Im dritten Absatz : „..niemals dazu geeignet die Versorgungssicherheit zu erhöhen weil es auch windarme Tage gibt.“-

      Resumee: Es genügt nicht keine Gedanken zu haben, man muss auch die Unfähigkeit kultivieren sie auszudrücken! (Wer hat’s erfunden?) Meine Ergänzung:Dritte Erfordernis ist diese fehlenden Gedanken auch möglichst inkompetent zu verbinden.

  2. Avantgarde sagt:

    Die Fossilen Energieträger sind und werden auch in absehbarer Zeit das Rückgrat unserer modernen Gesellschaft sein. Da gibt es keinerlei Zweifel.
    Ohne die Fossilen ist ein weltweites Wachstum undenkbar – freuen wir uns, daß sie gerade noch so günstig sind.

    Grundsätzlich ist nichts gegen Elektromobilität und auch nicht gegen die Teilweise Erzeugung der Energie durch Wind oder Sonne einzuwenden. Nur sollte es halt auch wirtschaftlich darstellbar sein.
    All die netten Subventionen, die diese Technik voranbringen bezahlen wir alle. Nun ist D ein relativ reiches Land das sich diesen Spaß bis zu einem gewissen Grad auch leisten kann. Übertreiben sollten wir es aber nicht.
    Ist das Akku-Problem irgendwann mal technisch und ökonomisch gelöst werde ich gerne auf ein Elektromobil umsteigen.

    In vielen Chinesischen Städten sieht man wie bei uns in den 60er oft die Sonne vor lauter Smog nicht mehr – China muss etwas tun – und tut es auch.
    Die deutschen Subventionen nehmen sie gerne mit – ja warum auch nicht.

    Ob sich das Klima verändert, ob der Mensch schuld ist oder nicht und ob wir es überhaupt in der Hand haben irgendwelche Grad-Ziele zu erreichen – ich glaube das keiner Seite so recht.
    Jede Gesellschaft endet irgend wann: In the long run….. Mit oder ohne Öko-Woodoo-Tech.

    Neue Technologien, Umsätze, reales Wachstum…. aber – das brauchen wir in der Tat.
    Schon bei Null-Wachstum haben wir eine Wirtschaftskrise. Also nehmen wir es sportlich.
    Das Geld muß sich umschlagen und darf nicht liegen bleiben.

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