Löcher in der Matrix: Bundeswehr raus, IS rein

28. November 2015 | Kategorie: RottMeyer

Von Ralph Malisch

Für unsere Heftkategorie „Löcher in der Matrix“ sammeln wir laufend Erstaunliches und Schräges aus der Welt der Medien. Unser wöchentliches Update.

„Syrien-Einsatz: Von der Leyen will nicht von Krieg gegen IS sprechen“ (www.derwesten.de, 27.11.2015)

Wieder einmal große Verwirrung in Berlin: Während Frankreichs Präsident François Hollande und Bundespräsident Joachim Gauck bereits von Krieg sprechen und der Boulevard über den „Krieg mit dem IS“ titelt, will unsere Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen das so nicht verstanden wissen. Es sei – und da wird die Ministerin feinsinnig – ein „bewaffneter Konflikt“:

Man darf bezweifeln, dass auch beim IS ähnlich differenziert argumentiert wird. Dort heißt das Motto ja im Zweifel eher: „Rübe ab!“ Aber von der Leyen ist offenbar auch gar nicht darauf aus, Deutschland aus der Schusslinie zu bringen, denn ihre Begründung trifft ins Herz des IS-Selbstverständnisses: „… hier prallen ja nicht zwei Staaten aufeinander“, ließ sie das Publikum in den ARD-Tagesthemen wissen. Das allerdings ist genau das, wofür sich der IS hält, der ja nicht umsonst symbolträchtig von „ISIS“ in „IS – Islamic State“ umfirmiert hat.

Was für heimische Zuschauer vordergründig besänftigend gewirkt haben mag („kein Krieg“), dürfte vom IS wohl eher als Provokation empfunden werden – aufgrund fehlender Staatlichkeit wird er eben nicht auf Augenhöhe bekriegt, sondern lediglich als Terrorbande.

Überhaupt ist die deutsche Politik kaum nachvollziehbar. Alleine die Idee, dass ausgerechnet die französische Armee, die als eine der schlagkräftigsten Armeen der Welt gilt, ernsthaft der Unterstützung jener Bundeswehr bedürfte, die nicht einmal die Grenzen des eigenen Landes sichern kann bzw. darf, wird in Paris eine gewisse Heiterkeit hervorrufen – hinter vorgehaltener Hand versteht sich.

Mehr als „ein bisschen Krieg“, wie es das Handelsblatt heute nannte, dürfte mit der von der Politik über Jahre bewusst abgemagerten und ausgemergelten „Wir. Dienen. Deutschland“-Truppe ohnehin kaum zu machen sein. Falls es nur darum ging, Deutschland sichtbar in den Konflikt hineinzuziehen, kann die Mission dennoch als „gelungen“ angesehen werden.

Dies alles geschieht wohlgemerkt vor dem Hintergrund, dass inzwischen massenhaft IS-Terroristen in das Land eingesickert sein dürften – dank Merkels beispiellos unverantwortlicher „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit“-Politik und wohl auch, weil es für den IS seit dem Eingreifen Russlands in Syrien deutlich ungemütlicher geworden ist – Fluchtpunkt Deutschland.

Immerhin gibt mit von der Leyen nun auch ein Regierungsmitglied offiziell zu: „Die bittere Wahrheit ist, dass der IS unmissverständlich ja bereits klar gemacht hat, dass auch Deutschland in seinem Fadenkreuz steht.“ Ach?!

Wer angesichts der unkontrollierten Masseneinwanderung, die praktisch über Nacht die Sorge vor „Syrien-Heimkehrern“ ablöste, solche Befürchtungen äußerte, der galt ja im freundlichsten Fall als etwas aus der Zeit gefallen, falls ihm nicht gleich per Ferndiagnose eine „Phobie“ attestiert wurde. Nun darf man gespannt sein, ob sich diese Regierung angesichts der nun endlich auch selbst erkannten Bedrohungslage zu irgendwelchen Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung veranlasst fühlt – wohlgemerkt zum Schutz, nicht zu deren weiterer Gängelung.

Ralph Malisch – Homepage vom Smart Investor

Print Friendly, PDF & Email

 

3 Kommentare auf "Löcher in der Matrix: Bundeswehr raus, IS rein"

  1. Habnix sagt:

    Gerade das die Bundeswehr im Ausland gegen die IS kämpft,macht Deutschland zur Zielscheibe.Ein Schelm,wer sich denkt das wäre Absicht gewesen.

    Wenn das eine mit Absicht herbei geführt wurde und scheinbar nichts mit dem anderem zu tun hatte oder hat und so das eine zum anderen kam,dann ist es immer noch Absicht gewesen.

    😀

  2. bluestar sagt:

    „Bundeswehr raus, IS rein“ – Hammer Überschrift !!! Das Ergebnis ist unausweichlich, die Frage ist nur noch wann. Und dann ? Kommt der große Ruf nach mehr Sicherheit, Kontrolle und Überwachung durch den Staat. Eigentlich könnte man über den ganzen Wahnsinn nur noch lachen, wenn es nicht auch die 10% Restnormalos treffen würde.

  3. JayJay sagt:

    Weitere Gängelung und Einschränkung der Bürgerechte für die Bevölkerung wird folgen, so bald hier ein Anschlag statt findet.

Schreibe einen Kommentar

Sie müssen eingeloggt sein, um einen Kommentar schreiben.