Lernen von den Besten: Inflationsunterricht von Argentinien

17. Juni 2012 | Kategorie: Gäste, Kommentare

(von Bill Bonner) Mit Spanien ging es schon wieder bergab, bevor ich gemerkt habe, dass es bergauf gegangen war. Kürzlich stiegen die Aktien auf der ganzen Welt, in der Hoffnung auf eine Lösung des Euro-Problems. Kurze Zeit später war das auch schon wieder vorbei. So ist der Weg wie der Euro gerettet werden soll. Die Auswirkungen sind immer mehr von kurzer Dauer…

Sehr bald schon werden die Investoren merken, dass sie überhaupt nicht funktionieren…und dann wird es einen weiteren Rettungsschirm geben, ein neuer Rettungsplan wird bekannt gegeben werden. Die Investoren werden merken, dass dies nur ein weiterer trügerischer Versuch ist, etwas zu retten. Und die Aktien werden wieder fallen.

Wenn das passiert, ist das Spiel vorbei.Ich glaube, von diesem Punkt sind wir nicht weit entfernt.

Währenddessen sind auch die USA in Sorge. Über Europa, das am Rande des totalen Zusammenbruchs steht? Vielleicht. Über China, dass sein langsamstes Wachstumstempo seit 13 Jahren an den Tag legt? Vielleicht. Über die USA selber…wo man Erholung“ vermisst? Ziemlich sicher.

Ich sorge mich keineswegs. Was eine andere Art ist zu sagen, dass ich diese Show genieße. Was werden diese Retter“ wohl als nächstes tun, frage ich mich. Jeder Rettungsversuch macht die Dinge noch schlimmer. Doch man hält daran fest.

Zu Ihren Gunsten liebe Leser, lasse ich meine Crash-Alarm“ Flagge noch ein paar Tage lang gehisst. Dieser Markt könnte in Windeseile zur Hölle fahren. Wenn Sie Ihre Finger drin haben, retten Sie Ihre Haut und ziehen sie heraus.

Und zugunsten von jedermann werfe ich meine müden Augen auf die Pampas. Gibt es irgendeine Politik, die so dumm ist, dass die Argentinier sie nicht ausprobiert hätten? Gibt es eine finanzielle Katastrophe, die so katastrophal ist, dass die Gauchos sie nicht zwei oder auch dreimal wiederholt hätten? Gibt es irgendeinen Trick, der so unehrlich oder so offensichtlich betrügerisch ist, dass er für die Politiker südlich des Rio de le Plata nicht zur Gewohnheit geworden wäre?

Unser Chef-Vermögensberater des „Bonner Familie Vermögens“, Bob Marstrand, der Buenos Aires sein zu Hause nennt, besucht mich diese Woche in den USA. Er teilt mir mit, dass es in Argentinien illegal sei, den „Parallel“-Markt in Dollar zu erwähnen. Auf dem offiziellen Markt steht der Peso bei 4,4 (Peso je US-Dollar). An den inoffiziellen Handelsstellen – also dem Parallel-Markt – steht der „blaue“ Peso bei 5,1 Peso je Dollar.

Aber es ist offenbar illegal das zu erwähnen. Also ist es vermutlich auch illegal die tatsächliche Inflationsrate zu veröffentlich. Die argentinischen Politiker haben ihre offizielle Inflationsrate; es ist ein Verbrechen, ihnen zu widersprechen.

Die Regierung versucht außerdem die Argentinier dazu zu bewegen aufzuhören den Dollar als Schutz gegen die Peso-Inflation einzusetzen. Die Präsidentin sagt sie wird, um ein Exempel zu statuieren, ihre eigenen Dollar-Einlagen in Pesos umwandeln.

„Ich garantiere dir, dass sie sicherlich nicht ihre Konten in der Schweiz umwandeln wird.“, sagt Rob.

Der wahre Argentinier weiß, dass wenn die Regierung in finanzielle Schwierigkeiten kommt, kann er keinem trauen. Er weiß, dass er es ausnutzen muss wenn er Geld in die Finger bekommt, vor allem ausländisches Geld. Also, sollte er Dollars gespart haben, wird er sie verstecken… oder sie aus dem Land schaffen.

Doch die Sparer im krisenanfälligen Argentinien sind notorisch nervös. Aber wieso sollten sie nervös sein? Weil ihre Dollar-Einlagen vor 10 Jahren beschlagnahmt und zwangsweise in Pesos umgetauscht wurden? Weil der Peso in der letzten Krise um 66% abgewertet wurde?

Oder weil der Peso von vor 50 Jahren um ca. 42 Milliarden % abgewertet wurde. Ich weiß nicht wie so was mathematisch möglich ist…aber so stand es in einem Bericht, den ich gelesen habe.


Quelle: Kapitalschutz Akte
Lernen von den Besten: Inflationsunterricht von Argentinien(von Bill Bonner)
Weitere Informationen: Investor Verlag

 

Schlagworte: , , , , ,

Ein Kommentar auf "Lernen von den Besten: Inflationsunterricht von Argentinien"

  1. FDominicus sagt:

    http://fdominicus.blogspot.de/2012/04/weitere-lander-auf-den-weg-in-den.html

    Frei nach dem Motto, von den Bankrotteuren lernen heißt siegen lernen.

    Die Freuden des Papierzwangszahlungsmittels ;-(

Schreibe einen Kommentar

Sie müssen eingeloggt sein, um einen Kommentar schreiben.