Lauter Verrückte…

27. März 2015 | Kategorie: RottMeyer

von Andreas Hoose

Falls Sie es vergessen haben sollten: Wenn die Winterzeit endet, so wie an diesem Sonntag wieder, dann werden die Uhren eine Stunde vorgestellt! Moment mal: Drehen wir die Zeiger nicht doch zurück, wird sich da mancher sogleich fragen. Nein, nein! Vor und nicht zurück!

Jedes Jahr der gleiche Zirkus. Warum lässt man unsere Zeit nicht einfach in Ruhe?

Dann könnten sich die Menschen endlich auf die wichtigen Dinge konzentrieren. Zum Beispiel könnten Sie sich fragen, was es zu bedeuten hat, wenn uns wahrhaft gruselige Entwicklungen als völlig normal, ja sogar als höchst erstrebenswert verkauft werden.

Konkretes Beispiel: Kürzlich brachte der Nachrichtensender Bayern 5 einen Beitrag, der so recht in unsere „moderne Zeit“ passt. Und die Redaktion hatte es tatsächlich geschafft, die Horrornachricht so geschickt zu verpacken, dass man das Ganze für „ganz normal“ halten konnte. Vermutlich war das sogar beabsichtigt…

Doch der Reihe nach:

In Schweden, das ist jenes „fortschrittliche“ Nachbarland, in dem es inzwischen so gut wie kein Bargeld mehr gibt, in Schweden also, da lassen sich offenbar immer mehr Menschen Microchips unter die Haut pflanzen. Die Prozedur tue auch gar nicht weh, viel weniger als eine harmlose Grippeimpfung. So jedenfalls jubelte ein begeisterter Anhänger dieser „neuen Technologie“ in das Mikrofon des B5-Reporters.

Besonders „cool“ sei es, wenn man im Fitnessstudio, in der Disco oder an der Bar nur noch die Hand heben müsse, schon werde der implantierte Chip von den dort installierten Lesegeräten erkannt und man habe „freien Eintritt“. Vor allem Frauen ließen sich mit so einem implantierten Chip schwer beeindrucken, gab sich der Proband überzeugt.

Moderne Frauen sollen in Wallung geraten, wenn ein Microchip auf zwei Beinen vor ihnen steht? Schwer vorstellbar für jemanden wie mich, der noch Telefone mit Schnur und Schwarz-Weiß-Fernseher ohne Fernbedienung kennen gelernt hat.

Viel eher scheint mir, dass der Beitrag deutlich macht, wie weit der Prozess der medialen Massenverdummung bereits gediehen ist, wenn es gelingt, den Menschen derartigen Schwachsinn als „Normalität“ zu verkaufen.

Denn anstatt das Ganze mit Blick auf möglichen Missbrauch auch nur ansatzweise kritisch zu hinterfragen, und etwa der Frage nachzugehen, ob hier wichtige Schritte in Richtung der totalen Überwachung eingeleitet werden, klang in dem Beitrag an, es sei erstrebenswert und „sehr modern“, mit einem Chip unter der Haut durch die Gegend zu rennen.

Auch in Deutschland sei dieser Trend nicht mehr aufzuhalten.

Nicht mit mir. Ich möchte auch in Zukunft wirkliche Freunde haben, anstatt virtuelle Gestalten, die mich bei Facebook mit „Nachrichten“ aus ihrem aufregenden Alltag überfluten. Ich möchte mir nicht dreist ins Gesicht lügen lassen und mir anhören müssen, Russland und Wladimir Putin seien dunkle Weltmächte, die es schleunigst auszuschalten gelte. Ich werde auch weiterhin mit Bargeld bezahlen und einen Microchip wird man mir niemals implantieren. Niemals! Eher wandere ich aus auf eine einsame Insel und züchte Schafe oder verbarrikadiere mich in einer Tropfsteinhöhle.

Eines zeigen diese Entwicklungen mit übergroßer Deutlichkeit: Es ist an der Zeit, unser Leben selbst in die Hand zu nehmen. WIR alle müssen Verantwortung übernehmen für unsere Welt, auch und vor allem im Sinne unserer Kinder und Enkel.

Wenn wir den totalen Überwachungsstaat, einen europäischen Krieg mit Russland und völliges Chaos in unserem Wirtschafts- und Finanzsystem verhindern wollen, dann müssen wir endlich aufstehen gegen diesen Irrsinn, der sich an immer mehr Stellen immer deutlicher zeigt.

Das gilt für unseren Medienkonsum wie auch für den Umgang mit unserer Erde oder der Art und Weise, wie wir unser Wirtschafts- und Finanzsystem gestalten. Nachhaltigkeit, Empathie und der Respekt vor allem Leben sind die Schlüssel zu den Problemen unserer Zeit, nicht Konsumgeilheit, Kriegstreiberei, Umweltzerstörung, Geld- und Profitgier oder die dummdreisten Manipulationsversuche einiger Medien…

Eines kann man Ende März 2015 wohl festhalten: Die Weckrufe werden immer schriller. Und das ist auch gut so…

© Andreas Hoose – Antizyklischer Börsenbrief



 

4 Kommentare auf "Lauter Verrückte…"

  1. giovanni gruen sagt:

    Zitat: Eines kann man Ende März 2015 wohl festhalten: Die Weckrufe werden immer schriller. Und das ist auch gut so… Ja ist es, nur leider hoeren 90% der Menschen in diesem Land – und wahrscheinlich in den meisten anderen Laendern – selbige nicht. Sie glauben halt der Eiapoeia – Hobbit – alles ist toll und wird immer besser – Propaganda die mittlerweile ja schon kafkaeske Zuege erreicht hat…

  2. Karsten sagt:

    Ich empfehle dazu die Lektüre der „Out“-Trilogie (Hide-Out; Time-Out; Black-Out) von Andreas Eschbach. In jeder guten Bibliothek zu finden.

  3. Reiner Vogels sagt:

    Ein in jeder Hinsicht guter und richtiger Artikel. Ein Weckruf.

    Angesichts der geradezu apokalyptischen Pläne (Offenbarung 13, 16) der regierenden Geldmafia muß man sich die allergrößten Sorgen um seine Kinder und Enkelkinder machen. Vor diesem Hintergrund ist die Idee, auf eine einsame Insel zu ziehen und Schafe zu züchten, gar nicht schlecht.

    Die Gefahr der Bargeldabschaffung besteht einmal darin, daß dadurch die totale Kontrolle und Überwachung aller ermöglicht würde und – bei Verstoß gegen die vom Wahrheitsministerium erlassenen Gebote der political correctness – der physische Ausschluß von allen Kauf- und Verkaufsmöglichkeiten einschließlich des Erwerbs von Nahrungsmitteln. Man könnte unliebsame Oppositionelle einfach verhungern lassen.

    Die Gefahr besteht auch darin, daß das Geld seine Funktion als Wertaufbewahrungsmittel mit einem Schlag verlieren würde. Denn wenn alles nur noch über elektronische Wertpunkte abgerechnet wird in Datenbanken, auf die der Staat im Zweifelsfall immer Zugriff haben wird, wird es für den Finanzminister eine Kleinigkeit sein, diese Wertpunkte mit Steuern und Abgaben zu belegen oder ihren Wert durch ein paar Mausklicks, die die Gesamtmenge der Wertpunkte vervielfachen, zu ruinieren.

    Ich hoffe, daß es gelingt, alternative und von allen akzeptierte Wertaufbewahrungsmittel zu kreieren, die für die gierigen Fingern des Finanzministers unerreichbar sind. Auf dem Schwarzmarkt in der Nachkriegszeit waren das z.B. amerikanische Zigaretten. Man wird sehen, was sich in Zukunft anbietet.

  4. Jochen Lauxmann sagt:

    Sehr geehrter Herr Hoose,
    Sie sprechen mir aus der Seele!
    Es wird höchste Zeit, dass wir von unserem bequemen Sofa aufstehen und Verantwortung übernehmen. Viel zu lange schon sind wir passiv, konsumieren und lassen uns jeden Unsinn als „alternativlos“ verkaufen.

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