Lang leben die „1 Prozent“!

9. Dezember 2011 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer, Slideshow

von Bill Bonner

Meine Gedanken drehten sich in den letzten Tagen um Häuser, Familie, Freunde… Und um reiche Leute. Ja, ich danke den gescholtenen 1% der Bevölkerung, die in den letzten 10 bis 20 Jahren einen so spektakulären finanziellen Fortschritt gemacht haben. Diese 1% werden gehasst…

Sie werden kritisiert, ihnen wird die Schuld gegeben. Doch was haben sie getan, um das zu verdienen?

Der typische Arbeiter in den USA verdient heute real gesehen weniger als vor 40 Jahren (im Durchschnitt).

Und was die Armen betrifft…ihnen geht es noch erheblich schlechter. Als ich nach Woodbine, Virginia fuhr… auf meinem Weg zu einem Familien-Zusammenkommen… da war ich überrascht, eine Ecke zu finden, an der sich Dutzende Latinos fanden, alle auf der Suche nach Arbeit. Die saßen unter einem Baum. Die standen auf dem Bürgersteig. Es gab Gruppen von ihnen. Obwohl es leicht regnete… behielten sie Haltung, einige hoben ihre Hand, als ich in einem Pickup vorbeifuhr.

Was für ein Leben! Diese armen Männer müssen sich jeden Tag da hinstellen, und hoffen, dass sie jemand mitnimmt und ihnen Arbeit gibt… und dann in Cash bezahlt. Keine Gesundheitsversicherung. Keine Rentenansprüche. Keine bezahlten Urlaubstage. Nichts.

Und dann… was ist mit der Mittelklasse? Selbst Ehepaare, bei denen beide verdienen, haben es manchmal schwer, zurechtzukommen. Die Steuern nehmen einen großen Teil ihres Einkommens weg. Und dann nimmt der Bereich „Transport“ einen weiteren Teil. Wenn man ein oder zwei Kinder aufs College schicken möchte… einen Unfall hat… sich scheiden lässt… krank wird – dann fehlt nicht mehr viel, um eine Mittelklasse-Familie unter die Armutsgrenze zu drücken.

Und selbst wenn die Dinge gut laufen, dann hat die Mittelklasse in den USA eine harte Zeit. Sie verdienen genug, um gut zu leben… aber sie haben Probleme, das Niveau zu halten. Zwei Autos… zwei Jobs… zwei Kinder… manchmal zwei Hypotheken… und der Tag hat auch nur 24 Stunden.

Die Armen… die Mittelklasse… das Proletariat in allen Formen… kann sein Niveau gerade mal so halten. Können die mehr Geld investieren, um in der Zukunft mehr Reichtum zu haben?

Können diese Menschen die Wirtschaft anfachen, indem sie mehr nachfragen, mehr Güter und Dienstleistungen? Haben die die Zeit, neue Dinge zu entdecken… neue Ideen zu überprüfen… und ihren künstlerischen, philosophischen, religiösen oder wissenschaftlichen Neigungen nachzugehen?

Nein.

Die Unterschicht und die Mittelklasse sind ausgelaugt. Ihre Häuser haben an Wert verloren. Ihre realen Einkommen fallen. Sie haben kein Glück. Es geht weiter bergab. (Seite 2)

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18 Kommentare auf "Lang leben die „1 Prozent“!"

  1. EuroTanic sagt:

    Wenn ich die Wahl hätte mit 100 Banker und Spekulanten auf eine einsame Insel zu ziehen oder mit 100 Latinos die handwerklich etwas können, dann fällt einem die Entscheidung nicht schwer. Während die Finanzinsel nach ca 1 Jahr ein BIP von einigen Fantastillionen aufweist, und sich jeder Zocker selber Millionen Boni zuschustert,aber die Insel leider kein Brot, kein Wasser, keine Häuser etc. aufweist, ist die Insel der Latinos „arm“ geblieben, aber dafür gibt es infrastruktur, Nahrungsmittel und Solidarität.
    Diese einfache Bild zeigt wo die Werte geschaffen werden.

  2. Beobachter sagt:

    Passend zum Thema:

    Roland Düringer bei Dorfers Donnerstalk – Wutbürger

    http://www.youtube.com/watch?v=zfclpHQ4c8Y

  3. mfabian sagt:

    Das erinnert mich an das Buch „Eine Billion Dollar“ von Andreas Eschbach.
    Da geht es um einen armen Tagelöhner italienischer Herkunft, der sich in New York mit Pizza-Auslieferung über Wasser hält und plötzlich eine Billion Dollar erbt.
    Ein Vermögen, das ein Ur-Ur-Ur-Ahne so um das Jahr 1500 gut verzinst angelegt hat mit der Auflage, dass es seinem Erben in 500 Jahren ausbezahlt werden möge.

    Auf seinen Nachforschungen, warum es die Armen auf keinen grünen Zweig schaffen, stösst er auf deren Arbeitgeber, die er dafür verantwortlich macht.
    Erkennt aber dann, dass auch diese Sachzwängen unterliegen, die von ihrer Bank auferlegt wurden.
    Die Bank wiederum ist von ihren Aktionären und übergeordneten Banken abhängig und kann auch nicht anders.
    Und schlussendlich findet er am Ende der Nachforschungen heraus, dass er selbst der Besitzer der Bank ist, also am Ende der Nahrungskette sitzt und ultimo ratio der Schuldige ist.

    Ausserordentlich lesenswert. Eine interessante Einführung in Geld- und Zinssystem in Form eines spannenden Romans.

    (@Frank, ich hoffe, das gilt jetzt nicht als Werbung. Ansonsten gnadenlos löschen 😀 )

  4. purity sagt:

    „Sie bezahlen bereits jetzt mehr als die untersten 95% der Steuerzahler zusammen. Sie bezahlen bereits 40% aller Bundessteuern.“
    http://de.wikipedia.org/wiki/Bundessteuer
    Saufen die 1% so viel? Oder wie errechnen sich die 40%??? 😀

  5. Hans Zahm sagt:

    Kann mir mal jemand diesen Absatz des obigen Artikels erklären?

    „Da es “nicht” aktueller zu werden scheint, wartet jeder darauf, herauszufinden, wer nicht das bekommt, was auf ihn zukommt…“

  6. Stuelpner sagt:

    „Bei den modernen Regierungen ging es doch letztlich darum, dass den Wählern Dinge versprochen worden sind, die sich diese Volkswirtschaften nicht leisten konnten. Und dann wurden Schulden aufgenommen, um die Lücke zu schließen.“
    Nein sehe ich gar nicht so und Fabian mit seinen 5% auch nicht (nächste Werbung). Außerdem sind die Volkswirtschaften durch steigende Produktivität durchaus in der Lage (auf Kosten der Käufer, nicht der Steuerzahler wie aktuell) dieses zu leisten. Ich meine hier nicht die verlogenen Versprechen irgendwelcher Gestalten (keinem wird es schlechter gehen, blühende Landschaften. Wenn das keine Volksverhetzung ist) sondern die normale z.B. soziale Verantwortung der Wirtschaft. Das Problem ist eher diese oder irgendeine andere soziale Verantwortung haben die Banken nicht. Und nein daran sind auch nicht die Aktionäre schuld, die fordern nur die Versprechen ein, weil sie in der Position dazu sind. Es gibt immer Ursache und Wirkung, die Wirkung ist das Verhalten der Aktionäre, was wird wohl die Ursache sein???
    @mfabian
    Ich kenne das Buch nicht, aber s.o. für mich ist diese „Darstellung“ nicht akzeptabel, das dieser Erbe schuld sein soll, klar sein verzinstes, jetzt Papiervermögen ist durch Armut anderer entstanden. Hat er das vorsätzlich so gewollt? Sicher geht es in dem Buch mehr um das angesprochene G-Z-System, aber die Darstellung und der schwarze Peter sind doch irgendwie anders.
    Ich frage mich bloß, der UrUrUr… hat doch 1500 sein Vermögen noch in EMs vererbt, jetzt gibts viel Papier dafür, wo sind die EMs wer hat die?

    • mfabian sagt:

      In der Geschichte war das Ursprungsvermögen tatsächlich ursprünglich in EM. Aber dafür wurden Papiere gekauft, im Schnitt zu 5% verzinst und ein Treuhandbüro hat über Generationen nichts anderes getan, als sich um die Mehrung dieses Vermögens zu kümmern.
      Und ja, natürlich weiss unser Held gar nicht, wo sein Vermögen angelegt ist und dass er damit unter anderem arme Fischer auf den Philippinen ausbeutet.
      Der Punkt ist die Erkenntnis, dass er nie in der Lage sein wird, auch nur die Zinseinnahmen seiner Billion zu verbrauchen und dass sein Vermögen und die Zinseinnahmen immer von anderen, armen Menschen erarbeitet werden müssen.

  7. samy sagt:

    Ach, die 1% und die Schulden. Mein Spruch des Tage hierzu von einem Herrn Ulrich Kater (Dekra-Volkswirt), von dem ich bisher nicht viel kenne:

    „Wir sollten uns nicht über die Fähigkeiten der Notenbanken täuschen: Sie sind die Anästhesisten der Finanzmärkte, nicht die Chirurgen…“

    Quelle:“http://www.handelsblatt.com/finanzen/boerse-maerkte/boerse-inside/wir-rennen-in-ein-desaster/5909214.html?slp=false&p=5&a=false#image“

    Mal sehen, wie lange die 99%-Schäfchen noch schlafen 🙂

    VG

  8. Hans Zahm sagt:

    Tut mir leid, habe mir den Artikel noch einmal vorgenommen und versuche diesen Bill Boner zu verstehen. Der Artikel ist so was von schief und wirr. Was will er uns eigentlich sagen?

    • sx2011 sagt:

      Geht mir genauso.
      Zitat: „Sie bezahlen bereits jetzt mehr als die untersten 95% der Steuerzahler zusammen. Sie bezahlen bereits 40% aller Bundessteuern. Jeder der Menschen der Kategorie “1%” trägt bereits 10 bis 20 Zombies auf dem Rücken.“
      Da stimmt doch was nicht. Die oberen 1% betreiben keine Wertschöpfung sondern ihre ganze Arbeit besteht darin ihr Vermögen zu vergrössern und ihren Einfluss zu mehren.
      Sie haben ihr Vermögen meist nicht mit wertschöpfender Arbeit verdient, sondern sie waren nur etwas schlauer als die restl. 99% oder sie haben es geerbt.
      Es sind nicht die Superreichen, die „10 bis 20 Zombies“ (Arbeitslose?) auf ihrem Rücken tragen, sondern der arbeitende Mittelstand der sowohl die Armen wie auch die Superreichen durchfüttert.

      • FDominicus sagt:

        Ist das so? Nun dann frag ich mal wer bezahlt die höchsten Steuern? Für wen? Doch wohl für diejenigen die der Staat schon in die Armut getrieben hat? Der Staat als größter Geldvernichter soll irgendetwas „fairer“ gestalten können? Das lachen ja nicht einmal mehr die Hühner.

        • mfabian sagt:

          Natürlich zahlen die 1% höhere Steuern. Aber weniger als sie durch Zinsen einnehmen. Erarbeitet wird das durch den produktiven Mittelstand.

          Frei nach Andreas Popp:
          Der Mittelstand schultert zwei Arten von Arbeitslosen. Die Reichen, die ihr Einkommen durch Zinsen generieren und die Armen, Hartz4-, Sozialhilfeempfänger, die Transferleistungen beziehen.

          Der Mittelstand dünnt immer mehr aus und spätestens, wenn er weg ist und die beiden Gruppen von Arbeitslosen aufeinandertreffen ist Game-Over.

        • MARKT sagt:

          @FDomenicus
          ihr Problem liegt in der eigenen Einordnung. Die 1% zahlen eben gerade nahe 0,-€ Steuern. Weil es ihnen unser Steuersystem erlaubt.

          Die höchsten Steuern bezahlen die 2-50 Prozent der Leute, die sich als Mittel bis gehobene Mittelschicht betrachten dürfen (Nettovermögen zwischen 200.000,- € und 50.000.000,- €). Die zahlen die meisten Steuern(Einkommenssteuer).
          Ihr Problem liegt darin, dass Sie sich irrtümlich und falsch einordnen.

          Auch werden nicht die, die gespart haben den Neuaufbau bezahlen, sondern die die zum Zeitpunkt des Neuaufbaus noch Vermögenswerte besitzen bezahlen diesen. Aber nicht in Form einer Abgabe sondern als Investition. Der Rest wird sich mit einem Dasein in der Unterschicht zufrieden geben müssen (eben auch die Mehrheit der Personen deren Vermögen derzeit bis 50.000.000,-€ beträgt.) Diese Mehrheit hat dann wieder 30-40 Jahre Zeit sich in die „Mitte der Gesellschaft“ hochzuarbeiten, in der sie 30-40Jahre verweilen werden, bis das ganze Spiel wieder von neuem beginnt.

          Ich finde es inzwischen sogar lustig und bin soweit, dass ich mich frage, soll man mit den geknechteten 99% (gehöre mit große Wahrscheinlichkeit auch dazu) tatsächlich Mitleid haben, wenn diese nichts, aber auch gar nichts aus der Vergangenheit lernen?

          Je länger das ganze Trauerspiel andauert (und es wird noch mind. 4 Jahre andauern) tendiere ich immer mehr zu einem klaren Nein.

          zum Schluß:
          „Nur wenn eben die Anleihen bedient werden hat man Geld wieder in bar“
          HAben Sie sich auch einmal Gedanken darüber gemacht, was passiert, wenn alle Möglichkeiten ausgeschöpt wurden um diese Anleihen zu bedienen?
          Ja, wenn die 99% nicht mehr in der Lage sein werden, die Zinsen für die geschaffenen Kredite zu erwirtschaften, dann erhalten die Gläubiger ein Anrecht auf das Sachvermögen der Schuldner. Wird gerade alles vorbereitet auf höchster Ebene (ESM, Vertragsänderungen) Erst wenn dieser Vorgang abgeschlossenen ist verliert das derzeitige Papiergeld seine Existenzberechtigung für diese derzeit laufende Phase der Geschichte und kann „ausgetauscht“ werden und das Vermögen ist wieder komplett auf der „richtigen Seite“.

  9. Bummbumm sagt:

    #Ja, ich verfluche diese “1%” nicht. Ich danke ihnen. Mögen sie lange leben! Und ich hoffe, dass diese B….e sich daran erinnern, wenn ich mir von ihnen Geld leihen muss.#

    Aber genau das ist es! Sie sollen das Geld AUSGEBEN, statt es zu bunkern und das TUN sie nicht. Weder betreiben sie Wertschöpfung, noch ausreichend Konsum-Arbeit. In Deutschland ist die Geldumlaufgeschwindigkeit unter 2 gesunken. An den Niedriglöhnern liegts nicht. Die geben alles aus, was sie haben.

    Und trotzdem verfluchen Sie sie nicht? Warum?

    • FDominicus sagt:

      „Aber genau das ist es! Sie sollen das Geld AUSGEBEN, statt es zu bunkern und das TUN sie nicht. “

      Warum sollten Sie, damit es den armen Betrügern besser geht? Nur wirklich gespartes Geld sollte verliehen werden dürfen. Und das ginge mit angemessenen Zinsen. Was man heute sieht ist doch ein Zins drücken um jeden Preis.

      Andererseits:
      Was sollte jemanden „bewegen“ Geld auszugeben wenn man damit rechnen muß bald jeden Cent nötig zu haben? Wer glauben Sie wird wieder aufbauen? Diejenigen die auf Pump leben oder diejenigen die etwas gespart haben?

      Ich danke weder den 1% sondern nur denjenigen die Ihre Geld nicht völlig verpulvern sondern trotz aller Gemeinheiten noch sparen. Denn Sie sind es die alles wieder aufbauen werden und das sind nicht nur 1% sondern genau so viel Prozent die Sparer statt Schuldner sind.

  10. Bummbumm sagt:

    #Wer glauben Sie wird wieder aufbauen? Diejenigen die auf Pump leben oder diejenigen die etwas gespart haben?#

    Ich denke das Aufbauen wird von denjenigen getan, die es in der Zukunft tun, nicht von denjenigen, der in der Vergangenheit auf Pump gelebt hat, oder gespart haben.

    Und ich denke auch nicht, dass man alles das als „Sparen“ bezeichnen kann, wenn es Ausnutzen von Markteintrittsbarrieren war oder Umsatzgenerierung durch Einsammeln von Geld für unnötige Verwaltungstätigkeiten.

    Was meinen Sie mit „wirklich gespartem Geld“? Das Geld wäre nicht da, wenn sich der Staat nicht verschuldet hätte. Wenn die Schulden verschwinden, dann ist das Geld auch weg. Auch Ihr „wirklich“ „gespartes“.

    • FDominicus sagt:

      Wenn alle Schulden weg wären, gäbe es immer noch Geld. Auch wenn man argumentiert alle Geldscheine sind nur Schuldgeld. Nur wenn eben die Anleihen bedient werden hat man Geld wieder in bar. Also verschwindet es nicht. Und Sie werden sehen, diejenigen die gespart haben und noch etwas besitzen werden den Neuaufbau bezahlen.

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