Krisenvorsorge

19. Januar 2009 | Kategorie: Kommentare

Vor ein paar Jahren hat man über Leute gelacht, die sich Goldmünzen kauften und sich Gedanken über die Stabilität des Finanzsystems gemacht haben. Schnell hat sich aber gezeigt, dass die Schwierigkeiten gekommen sind. Dass es im Finanzsystem scheppert, steht sogar in den Zeitungen. Die Aktionen der Notenbanken und das Schönreden von höherer Stelle lassen vermuten, dass die Schwierigkeiten größer sein müssen als zugegeben und sich eher noch ausbreiten werden…

Gold war in den letzten Jahren nicht nur die bessere Wahl als Anlageklasse als Anleihen oder Aktien, denn gerade in Inflationszeiten erinnert man sich daran, dass Gold seit 5000 Jahren ein Speicher für erbrachte Arbeitskraft war, eine Eigenschaft, die das heutige Geld längst nicht mehr hat. Allein schon die Teuerung frisst die Geldscheine nach und nach auf wie Kühe grünes Gras. Die Ursache dafür ist ganz einfach: Wenn die Geldmenge stärker als die Gütermenge wächst, stürzt sich das umherfliegende Geld auf die Sachwerte. Kein Wunder, dass auch das „alte Geld“ längst in Sachwerte investiert. Das „alte Geld“ ist auch deshalb alt geworden, weil es immer klug war und es sich frühzeitig entsprechend intelligent positioniert hat. Nicht nur die Preise für Rohstoffe sind deshalb gestiegen, auch die von Wald, Ackerland und den „mobilen Anlageklassen“ wie Gold, Silber Platin und Palladium. Im Vergleich zu einer Immobilie sind diese Anlagen nicht nur mobil, sondern ihre Kaufkraftdichte ist besonders hoch. Was wird eigentlich gerade Alan Greenspan manchen, wenn er auf sein Lebenswerk der ungezügelten Geldmengen schaut und sich die Probleme betrachtet? Erinnert er sich an seinen Artikel von 1966 zum Thema “ Gold und wirtschaftliche Freiheit ?

…Ohne Goldstandard gibt es keine Möglichkeit, Ersparnisse vor der Enteignung durch Inflation zu schützen. Es gibt dann kein sicheres Wertaufbewahrungsmittel mehr. Wenn es das gäbe, müßte die Regierung seinen Besitz für illegal erklären, wie es ja im Falle von Gold auch gemacht wurde….. Die Finanzpolitik des Wohlfahrtsstaates macht es erforderlich, daß es für Vermögensbesitzer keine Möglichkeit gibt, sich zu schützen. Dies ist das schäbige Geheimnis, daß hinter der Verteufelung des Goldes durch die Vertreter des Wohlfahrtsstaates steht. Staatsverschuldung ist einfach ein Mechanismus für die „versteckte“ Enteignung von Vermögen. Gold verhindert diesen heimtückischen Prozess. Es beschützt Eigentumsrechte. Wenn man das einmal verstanden hat, ist es nicht mehr schwer zu verstehen, warum die Befürworter des Wohlfahrtsstaates gegen den Goldstandard sind.

Bei Edelmetallen und anderen Sachwerten bestehen keine Zahlungsversprechen gegenüber Dritten. Sachwerte haben oft den Nachteil, dass ihr Unterhalt Kosten verursacht. Was wir heute als Geld bezeichnen, ist beim näheren Hinsehen gar kein Geld, sondern Kredit. Die Leistung für die vielen neu geschaffenen Milliarden Dollar, Euro und Yen muss erst noch erbracht werden. Da die Geldmenge aber viel schneller wächst als die Menge der Güter und Dienstleistungen, steigen die Preise. Doch jetzt weg von den finanziellen Gedanken.

Wer hat heute eigentlich noch eine Speisekammer? Es gibt ja schließlich alles rund um die Uhr zu kaufen. Entsprechend haben sich im Laufe der Zeit auch die Ausgabe – und Essgewohnheiten geändert. Vorratshaltung ist kaum noch en vogue, vielleicht noch bei den Großeltern. Kein Wunder, denn sie haben schon ganz andere Zeiten erlebt, die hoffentlich nie wiederkehren.

Vorratshaltung hat etliche Vorteile. Einerseits kann man bei Schnäppchen richtig zuschlagen und damit bares Geld sparen, andererseits entwickelt man auch ein Bewusstsein für das Thema Ernährung und Eigenverantwortung. Man hat immer etwas zu Hause, auch wenn gerade mal Besuch kommt. Ganz nebenbei entdeckt man schnell auch eine weitere Täuschung: Das Mindesthaltbarkeitsdatum auf vielen Verpackungen verstehen die einen als Zeichen der Sicherheit. Für andere ist es oft auch ein Verkaufstrick des Einzelhandels. Doch das nur nebenbei.

Selbst die Bundesregierung empfiehlt, ein paar Vorräte vorzuhalten:

Volle Regale in den Lebensmittelgeschäften und ein vielfältiges Angebot an Nahrungsmitteln sind für uns in der Bundesrepublik Deutschland heute eine Selbstverständlichkeit. Über mögliche Versorgungsengpässe macht sich kaum noch jemand Gedanken. Auf eine private Vorratshaltung wird vor allem in den städtischen Haushalten in der Regel verzichtet.

Dabei gibt es neben einem zum Glück heutzutage bei uns sehr unwahrscheinlichen Kriegsszenario auch zahlreiche friedenszeitliche Krisensituationen, die zur einer Verknappung von Lebensmitteln und damit zu Versorgungsengpässen führen können. Hierzu zählen z.B. Naturkatastrophen (z.B. Hochwasser), Tierseuchen (z.B. MKS) oder schwere Unglücksfälle in großtechnischen Anlagen (z.B. Kernreaktorunfälle).

Was der Staat unternimmt, damit im Notfall die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln gewährleistet ist und wie Sie selbst durch eigene private Vorsorge zu ihrer Versorgung in Notfällen beitragen können, darüber informiert Sie dieses Internet-Angebot.

Dafür gibt es sowohl ein Ernährungsvorsorgegesetz als auch ein Ernährungssicherstellungsgesetz. Ziel dessen ist, versorgt zu sein im Fall von Natur- und Umweltkatastrophen, politisch-militärischen Krisen und technischen Unglücksfällen von überregionaler Bedeutung, liest man weiter. Weitere Informationen findet man hier. Vielleicht sollte man das Thema Finanzkrise mit einarbeiten, wenn aufgrund der Kreditkrise wirklich mal eine große Bank kippt und die Geldautomaten abgeschaltet sind. Die heutige Versorgung funktioniert in einem „Just-In-Time-Verfahren“ und ist damit extrem anfällig geworden. Das betrifft Tankstellen, Supermärkte, Bäcker, Apotheken und die anderen Alltäglichkeiten, die man als gottgegeben betrachtet.

Gerhard Spannbauer hat in seinem Buch „Gold und Silber kann man nicht essen“ beschrieben, was passieren kann, wenn es „Probleme“ gibt. Dabei weist er einerseits auf Dinge hin, die jetzt schon absehbar sind und auf welche, die wie Kai aus der Kiste hüpfen können. Neben finanzieller Vorsorge hat er sich dem Thema der Vorratshaltung gewidmet. Ebook

Krüge gehen bekanntlich immer solange zum Brunnen bis sie brechen. Man kann nur hoffen, dass all diese Krüge, die gerade unterwegs sind, nie brechen werden. Doch Hoffen ist ein recht waghalsiges Unterfangen, vor allem, wenn man über den Tellerrand der nächsten Tage und Monate nicht hinausschauen kann und will. Wenn es keine Krugscherben geben sollte – umso besser. Doch sollte es dazu kommen, ist derjenige im Vorteil, der sich über das Thema Geld, Versorgung, Ernährung und Sicherheit längst seine Gedanken gemacht hat und eine Strategie dafür entwickelt hat.

Die Zeit der Pfadfinder ist sicherlich vorbei. In Zeiten, wo eine immer größere Zahl der Bevölkerung einen Apfelbaum nicht mehr von einer Birke unterscheiden kann, könnte es schon problematisch werden, wenn nur der Strom ausfällt, warum auch immer. Viele Dinge in seinem Buch helfen auch im ganz alltäglichen Leben weiter. Und ganz nebenbei bekommt der Leser nicht nur tiefere Einblicke in die Welt der Finanzen, sondern auch in eine Welt einer gesünderen Ernährung.

Bleibt es in Zukunft so, wie es in den letzten Jahren war und jetzt ist? Und wer kann und will heute dafür garantieren, dass nichts passieren wird? Ich vermute niemand.

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