5 Kommentare auf "Krise in Kanada. Jetzt geht’s los."

  1. Insasse sagt:

    „Der Wahnsinn endete übrigens wie so oft ein einer Kaufpanik, in der die letzten Käufer nur vor einer Sache Angst hatten. Nicht mehr dabei zu sein.“

    Der Wahnsinn scheint in Form des „speed dating zum Wohnungskauf“ noch steigerungsfähig zu sein.
    http://finanzmarktwelt.de/keine-immobilien-blase-der-neueste-schrei-heisst-speed-dating-zum-wohnungskauf-58607/

    Wenns allein nicht für den Kauf reicht, heißt es eben „Das WIR gewinnt“. 😉

    [Kleiner Exkurs: Dass das Wir gewinnt, behauptet ja auch eine große deutsche zwangssubventionierte öffentlich-rechtliche Anstalt hinsichtlich einer von ihr organisierten Charity-Aktion. Ich habe den dringenden Verdacht, dass die Damen und Herren sich damit selbst meinen: http://www.mmnews.de/index.php/politik/113472-ard-durchschnittsverdienst. Aber wer in diesen schwierigen Zeiten überhaupt noch in der Lage ist, die Wahrheit von Fake-News zu trennen, der soll auch nicht am Hungertuch nagen müssen, wie viele der Zwangsbeitragszahler. Bloß keinen Neid! 😉 ]

    Zurück zum speed dating-Immokauf: Per Schuldenvergemeinschaftung lassen sich überbordende finanzielle Risiken eben – wenn auch nur vorübergehend – perfekt verdrängen. Aber um das festzustellen, muss man nicht erst den Blick auf private Wohnungskäufer nach Kanada richten. Diese Methode wird in good old Europe in noch viel größerem Maßstab, nämlich zwischen ganzen Staaten, praktiziert.

    Na dann: good luck!

  2. dork sagt:

    Geht hier auch , wer hat noch nicht, wer will noch schnell?
    Schlagzeile: Hier machen Sie in 14-jahren bis zu 158-000EUR Gewinn
    http://www.focus.de/immobilien/kaufen/focus-online-rechnet-vor-immobilie-als-altersvorsorge-hier-machen-sie-in-14-jahren-bis-zu-158-000-euro-gewinn_id_7107150.html

  3. MFK sagt:

    Dazu passend: Moody hat gestern sechs kanadische Banken in Zusammenhang mit Konsumentenkrediten zurückgestuft. Da scheint an mehreren Fronten zu kriseln.

  4. Skyjumper sagt:

    In Kanada war es wahrscheinlich das „dump money“ aus dem chinesischen Dunstkreis das den kanadischen Immo-Markt so lange im Aufsteigen gehalten hat.

    „sind die Konsequenzen einer platzenden Immobilienblase völlig anders aber mitnichten weniger problematisch. Wie schnell die negativen Vermögenseffekte durch eine ganze Volkswirtschaft sickern können, hat man 2008 und 2009 gut sehen können.“

    Diese Satz ist natürlich richtig. Aber wenn man zurecht den Blick in die Historie anmahnt, dann erlaube ich mir den Hinweis, dass man auch den Blick auf die späteren Ereignisse lenken sollte. Der US-Immo-Markt hat in der Post-Krisen-Ära deutlich zweigeteilt reagiert. Ländliche Immobilien sind vielfach quasi auf dem Stand von 2010 stehen geblieben. Top Standorte haben die damaligen Preisstürze mittlerweile wieder komplett aufgeholt und rangieren teilweise sogar höher als 2010.

    Ja, es gab einen negativen Vermögenseffekt in den USA. Aber aus Sicht von heute anders als es die Aussage zunächst impliziert. Es gab eine recht deutliche Vermögensumverteilung. Weg aus den Taschen des Mittelstandes, hinein in die Taschen derjenigen die es sich 2010 leisten konnten den ganzen „Plunder“ für nen Appel und nen Ei aufzukaufen. Mitleid mit dem Mittelstand ist in diesem Fall gleichwohl unangebracht. Die zu hohen Kredite hat jeder Betroffene schließlich selbst aufgenommen. Auch in DE werden wir wahrscheinlich in einigen Jahren eine größere Zwangsversteigerungswelle erleben in deren Gefolge es zu ähnlichen Effekten kommen wird.

    • Bankhaus Rott sagt:

      Hallo skyjumper,

      wichtig sind unserer Meinung nach zwei Punkte. Das Ausmaß der Blase ist in Kanada deutlich größer, wenn man sich den Kredithebel und das Verhältnis nur Volkswirtschaft anschaut. Gleichzeitig sind die globalen Auswirkungen wesentlich geringer, da es wesentlich geringere Transfers von Risiken etwa nach Europa geben dürfte.

      Ob es der Mittelstand ist, der getroffen wurde, ist schwer zu sagen. Am großen Hype haben ja alle munter teilgenommen. Völlig unabhängig von der Schicht, hat es diejenigen erwischt, die nicht rechnen konnten oder wollten, die gierig waren oder die in derartige Investments hineingequatscht worden sind. Auch das ist kein auf Kanada oder die USA beschränktes Thema.

      Die Eigentumsquote in den USA verläuft zyklisch. Das derzeitige Niveau erscheint von Gipfel aus betrachtet dramatisch. Langfristig relativiert sich dieser Eindruck jedoch (siehe Grafik im Nachtrag).

      Beste Grüße, einen schönen Abend
      Bankhaus Rott

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