Für die Christen ist Ostern das Fest der Freude. Oder auch der Rettung, denn mit seiner Auferstehung hat Christus den Tod überwunden. Beim Blick auf die aktuellen Entwicklungen in dieser Welt fällt es schwer, österliche Gedanken zu finden. Doch „Rettung“ ist vielleicht gar nicht so abwegig, wenn man das alles einmal mit einigem Abstand betrachtet – und sich vor Augen führt, was da gerade passiert…

Im folgenden lesenswerten Beitrag schreibt mein Kollege Clemens Schmale: „So mancher große Krieg begann ungewollt.“

Wer sich mit der Geschichte der vergangenen 200 Jahre beschäftigt, der wird der Feststellung, dass Kriege schon mal „aus Versehen“ beginnen, allerdings vehement widersprechen müssen. Große Kriege beginnen nämlich nicht „einfach so“, und schon gar nicht „ungewollt“. Kriege werden gemacht, ganz gezielt und mit voller Absicht.

Immer, immer, immer wieder folgen die Abläufe einem ganz bestimmten Muster:Entweder wird der Öffentlichkeit vorgegaukelt, dass „die eigene Nation“ angegriffen wurde, und sich daher jetzt vehement verteidigen müsse. Historisch sind die Worte Adolf Hitlers nach dem durch die Waffen-SS fingierten Angriff auf den polnischen Sender Gleiwitz am 31. August 1939: Seit fünf Uhr 45 werde jetzt zurückgeschossen, tobte Hitler tags darauf in seiner Rundfunk-Ansprache.

Es war der Beginn des Zweiten Weltkriegs…

Sehr beliebt ist auch, eine fürchterliche Tragödie mit zahlreichen zivilen Opfern zu inszenieren, die nun den Kriegseintritt der Nation „leider unvermeidlich“ mache. Der Untergang der Lusitania im Mai 1915  war so ein Vorfall, mit dessen Hilfe später das Eingreifen der USA in den Ersten Weltkrieg „legitimiert“ wurde.

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Sie können auch nach dem Tonkin-Zwischenfall im Zusammenhang mit dem Vietnam-Krieg googeln oder sich ansehen, wie der Irak-Krieg im Jahr 2003 „begründet“ wurde. Der damalige US-amerikanische Außenminister Collin Powell sprach später von einem „Schandfleck“ in seiner Karriere.

Powell hatte damals die Vereinten Nationen über die angeblich existierenden irakischen Massenvernichtungswaffen und die daraus resultierende Bedrohung der Welt durch das Regime von Saddam Hussein informiert. Später stellte sich heraus, dass diese angeblichen Massenvernichtungswaffen frei erfunden waren.

Legendär ist auch die so genannte „Brutkastenlüge“ geworden. Mit dem fingierten Vorfall, einer dreisten amerikanischen PR-Aktion zur Verdummung der Öffentlichkeit, wurde in den 1990er Jahren die Invasion der US-Armee in Kuweit begründet.

Unnötig zu erwähnen, dass auch die von US-Außenminister Colin Powell ein paar Jahre später euphemistisch als „Schandfleck“ bezeichnete unverhohlene Lüge von den „irakischen Massenvernichtungswaffen“ den Tod von Hunderttausenden unschuldigen Zivilisten zur Folge hatte.

Es ist immer das Gleiche: Mit Lügen und oder Angriffen unter falscher Flagge wird die Öffentlichkeit von der „Notwendigkeit“ eines Krieges „überzeugt“.

In Syrien erleben wird das gerade am Beispiel eines angeblichen Giftgas-Angriffs der Regierung auf die Bevölkerung, der postwendend und ohne jeden Beweis der syrischen Regierung in die Schuhe geschoben wird.

Das Ziel ist klar: Syrien soll jetzt ebenso platt gemacht werden, wie schon zahllose andere Länder in der Region. Und dafür braucht man einen „Kriegsgrund“. Der frühere Nato-Oberbefehlshaber Wesley Clark hatte das bei einer Unterredung im Pentagon schon im Jahr 2001 erfahren – und konnte es selbst kaum glauben, wie der Vier-Sterne-General im folgenden Beitrag schildert.

Doch diese Zusammenhänge bleiben jetzt nicht mehr länger im Verborgenen. Die Wahrheit drängt ans Licht:

Sehenswert ist in diesem Zusammenhang der Auftritt des Historikers und Politikwissenschaftlers Dr. Michael Lüders bei Markus Lanz im ZDF in der vergangenen Woche. Der Wissenschaftler und langjährige Nahost-Korrespondent der „Zeit“ macht dabei ganz unverhohlen klar, dass wir es in Syrien mit großer Wahrscheinlichkeit erneut mit einem Angriff unter falscher Flagge zu tun haben.

Lüders geht sogar noch weiter und erklärt dem erstaunten Zuschauer, dass der Westen in Syrien Dschihadisten unterstützt, die hier zu Lande „sämtliche Sicherheitsorgane auf den Plan rufen würden“.

Im Klartext: Während wir uns für „die Guten“ halten, unterstützen wir menschenverachtende Verbrecher und Kopfabschneider. Klar, dass man zu diesem Zweck herzzerreißende Bilder vorzeigt, um die Öffentlichkeit weich zu klopfen. Schließlich muss so ein Kriegseinsatz schon „Sinn“ machen und sollte im Idealfall die Gemüter anrühren. Beispiele finden sich zuhauf, etwa das folgende Foto eines verletzten und traumatisierten syrischen Jungen, das immer wieder durch die Medien geisterte:

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Wenn nun aber selbst öffentlich-rechtliche Sendeanstalten derart unverblümte Wahrheiten in die Welt hinaustragen, könnte man auf die Idee kommen, dass sogar dort mittlerweile einige Zusammenhänge durchgedrungen sind.

Zum Beispiel die Tatsache, dass Kriege in unserer „modernen Welt“ kein Gottesgericht sind oder irgendwie vom Himmel fallen, sondern dass sie ganz gezielt inszeniert und herbeigeführt werden.

Genau das ist ja auch, neben einigen anderen Aspekten, das Perverse an unserem Wirtschafts- und Finanzsystem:

Krieg ist so offenkundig ein zentrales Geschäftsmodell dieses Systems, dass man sich fragen muss, warum wir uns das bieten lassen. Mehr noch: Militärische Konflikte sind für dieses geisteskranke Wirtschaftssystem tatsächlich „überlebensnotwendig“.

Warum ist das so?

Weil ein ungedecktes Schuldgeldsystem, dessen zentraler Bestandteil die Rüstungsindustrie ist, und das gleichzeitig auf Wirtschaftswachstum existenziell angewiesen ist, Kriege produzieren muss (!), um nicht zusammenzubrechen.

Und jeder, der das weiß und nichts dagegen unternimmt, macht sich mitschuldig am Leid und am Tod unschuldiger Zivilisten.

Wenn diese Botschaft an Ostern 2017 möglichst viele Menschen erreicht, dann wäre ja schon einiges gewonnen…

Andreas Hoose – Antizyklischer Börsenbrief