Kreditnation

19. August 2015 | Kategorie: RottMeyer

von Bill Bonner

Wer sagt heutzutage noch die Wahrheit? Niemand. Und zwar, weil die Elite – Ökonomen… Geschäftsleute… Akademiker… politische Entscheidungsträger – bezahlt werden, um sie nicht zu sehen. Und wenn sie durch einen Fehler doch mal ein Stückchen davon erfassen, werden sie schön den Mund geschlossen halten….

Alan Greenspan hat gezeigt, dass man sehr wohl dahinter kommen kann, wie die Dinge wirklich laufen. Aber die wenigsten wollen dafür ihr Geld, ihre Macht oder ihren Status aufgeben.

Die Huffington Post erklärte, wie die Cronies den Berufsstand der Ökonomen gekauft haben. Sinngemäß hieß es dort:

„Die Federal Reserve dominiert durch ihr teures Netzwerk aus Beratern, Gastprofessoren, Ehemaligen und angestellten Volkwirten, so durch und durch das Feld der Volkswirtschaft, dass die Kritik an den Zentralbanken für die Mitglieder des Berufsstandes, zu einer Verpflichtung in der Karriere geworden ist. Einer der kritischen Wege, wie die Fed auf professionelle Ökonomen Kontrolle ausübt, passiert durch ihre Beziehung mit den Torwächtern dieser Fachrichtung. Um ein Beispiel anzuführen, steht mehr als die Hälfte der aktuellen Redaktionsleitung des ‚Journal of Monetary Economics’, ein entscheidender Publikationstreffpunkt für aufsteigende Ökonomen, auf der Gehaltsliste der Fed – und der Rest hat in der Vergangenheit darauf gestanden.

Eine Sprecherin der Fed sagte, dass eine genaue Anzahl der Ökonomen, die unter Vertrag stehen, nicht verfügbar sei. Doch, wie sie sagte, gab die Federal Reserve im Jahr 2008 etwa 389 Millionen Dollar für „Währungs- und Wirtschaftspolitik“ ausgegeben habe. Das sind Ausgaben für Analysen, Forschung, Datenerfassung und Studien der Marktstrukturen. Das Budget für 2009 lag bei 433 Millionen Dollar. Das ist eine Menge Geld für eine relativ kleine Anzahl an Ökonomen.“

Doch die Huffington Post hat die wirklich große Story übersehen… Die Feds haben das komplette intellektuelle, finanzielle, akademische und Unternehmensestablishment aufgekauft.

Wie? Mit billigen Krediten. Wie ich in meiner Rede am Sprott-Stansberry Natural Resource Symposium in Vancouver erklärte, gibt es wohl kaum eine Person des öffentlichen Lebens mit beträchtlichem Wohlstand oder Ansehen, die das nicht der großen Kreditexpansion verdankt. Im Jahr 1999, zum Beispiel, bezeichnete das Fortune Magazine Jack Welch als „Manager des Jahrhunderts“.

Geschah das aufgrund von Welchs Genie…oder der Tatsache, dass General Electric (GE) während eines Kredit-Booms in die Finanzdienstleistungen einstieg Warren Buffett wird als der größte Investor aller Zeiten gehandelt. Doch es war Buffetts großes Glück, dass er während der größten Kreditexpansion investierte, die es jemals gab. Und wie haben Ben Bernanke und Janet Yellen den Chefposten der Fed bekommen? Ohne den Rückenwind der Kreditexpansion, die ihren absurden Theorien Sinn zu verleihen schien, hätten sie es nicht geschafft.

Doch während die billigen Kredite die Lebensläufe und Reputationen der Menschen zierte, so haben sie diese auch abhängig gemacht. Washington hat unterdessen Defizit um Defizit eingefahren – wieder einmal alles durch billige Kredite ermöglicht. Und nun braucht praktisch jedes fühlende Wesen des Landes (und auch manche Demokraten!) billige Kredite, um seine Hypothek zu bezahlen, den Job zu behalten, seine Aktien aufzuwerten und die finanziellen Ausgaben niedrig zu halten.

Wer bleibt da noch übrig, der die Wahrheit sagen kann?



Die Tyrannen von Obamas Gesundheitsfürsorge
von Bill Bonner

Ich erwachte an einem Sonntagmorgen in New York, da lag eine Ausgabe der New York Times bereits vor der Haustür. Was meinen Blick auf die Zeitung fesselte, war die traurige Saga über „Obamacare“. Der Affordable Care Act, um den richtigen Namen zu nennen, scheint Auslöser für wahre Gefühlsausbrüche zu sein.

Die Konservativen sind dagegen. Die Liberalen dafür. Und die New York Times, Journal der liberalen Intelligenzschicht, ist so grantig zu Republikanern und Konservativen der Opposition in dieser Sache, dass die Old Gray Lady nicht ganz bei Trost sein kann.

Ein schreckliches System

Am Samstagabend zuvor, hatte ich eine Konversation mit einem Fan der Yankees… „Was ist denn überhaupt los mit den Republikanern?“, fragte sie mich, als hätte ich irgendeinen tieferen Einblick. „Was allgemein mit den Republikanern nicht stimmt, weiß ich nicht.“, war meine Antwort.

„Aber sie liegen nicht notwendigerweise falsch damit, sich gegen Obamas Gesundsystem auszusprechen. Und die Regierung still zu legen, ist auch nicht notwendigerweise schlecht.“ Ich fing an, die Gründe dafür zu erklären. Doch es war hoffnungslos… Meine Gesprächspartnerin war davon überzeugt, dass ernsthafte Politiker und politische Entscheidungsträger die Gesundheit des Volkes verbessern könnten… und dass alle, die versuchen, sie aufzuhalten, lediglich altbackene Querulanten sind.

Abzocke der Jungen

Der Leitartikel der New York Times, vertrat dieselbe Position. Ja, einige Konzerne waren gezwungen, ihre privaten Versicherungsprogramme zu streichen. Doch die freiwilligen Arrangements, die zwischen Verkäufer und Käufer getroffen worden waren, waren von wenig Interesse. Der Grund war, dass die Versicherungsstrategien, die nun von Obamacare verboten wurden, „es nicht wert sind, sie zu behalten“.

Wie konnte man das wissen? „Einige hatten Selbstbeteiligungen von bis zu 10.000 Dollar“, berichtete die Times. Doch was ist falsch an einer hohen Selbstbeteiligung? Meiner Meinung nach, ist genau das der Plan, den die Menschen haben sollten. So ist man gegen gesundheitliche Katastrophen geschützt, doch der Großteil der Kaufkraft (und der Entscheidungsbefugnis) bleibt so in den eigenen Händen.

So wird man außerdem davon abgehalten, zu oft zum Arzt zu rennen und zu viele Medikamente einzunehmen. Gesundheitsfürsorge ist genau, wie alles andere. Ein kleiner Teil davon ist vermutlich eine gute Sache. Einiges ist verheerend… teuer…und manchmal tödlich. Die New York Times berichtet des Weiteren dass alte Menschen gut weg kommen werden, in Obamas System, doch die Versicherungsbeiträge „werden vermutlich für jüngere und gesündere Patienten steigen“.

Richtig. Zockt die jungen Leute ab!

Wer schert sich schon darum, was wir denken? Weder die New York Times, noch die Obama-Regierung! Sie wissen am Besten, was für eine Gesundheitsvorsorge wir brauchen – und auch sonst, was das Beste für uns ist. Und da sie die NSA, das FBI, den IRS, die CIA, die SEC, die TSA… und die ganze Palette bewaffneter Vollstrecker auf ihrer Seite haben… ist das, was SIE wollen, das was WIR bekommen.

Quelle: Kapitalschutz Akte
Kreditnation(von Bill Bonner)
Die Tyrannen von Obamas Gesundheitsfürsorge (von Bill Bonner)
Weitere Informationen: Investor Verlag

Print Friendly, PDF & Email

 

4 Kommentare auf "Kreditnation"

  1. Insasse sagt:

    „…Doch es war hoffnungslos… Meine Gesprächspartnerin war davon überzeugt, dass ernsthafte Politiker und politische Entscheidungsträger die Gesundheit des Volkes verbessern könnten… und dass alle, die versuchen, sie aufzuhalten, lediglich altbackene Querulanten sind…“

    Wir leben in einer Zeit, in der die Gutmenschen die Deutungshoheit in Meinungs- und Erkenntnisfragen haben und darauf aufbauend an der politischen Macht sind. Gutmenschen folgen bedingungslos ihrer sozialistischen „Wir“-Ideologie und machen mit den hinlänglich bekannten Tabuargumenten jeden platt, der ihre Ideologie nicht teilt. Der gesunde Menschenverstand wird ausgeschaltet, indem insbesondere das Prinzip der Eigenverantwortung außer Kraft gesetzt wird. Alles und jedes ist Aufgabe „der Gesellschaft“. Die aus diesem Grundsatz folgenden Projekte der Gutmenschen sind in aller Regel bestenfalls gut gemeint, nahezu immer aber schlecht gemacht. Und schlecht gemacht bedeutet nicht nur die Erzeugung neuer Ungleichgewichte und damit neuer Ungerechtigkeiten. Damit einher gehen auch teure Fehlinvestitionen aus öffentlichen Zwangsabgaben. Und genau dieser Umstand nervt besonders. Die Gutmenschen nehmen für den von ihnen verzapften Unfug – ganz in sozialisitischer Manier – immer das „Kollektiv“ in Anspruch. Ein jeder muss für den von ihnen verzapften Unsinn zahlen, egal ob er will oder nicht. Es ist einfach nur zum …

    • bluestar sagt:

      Genau. Und Gutmenschen neigen auch zu diktatorischen Maßnahmen. Der beste Gutmensch ist natürlich Grün und für Demokratie und Menschrechte, zu deren Durchsetzung man auch mal Krieg führen muss. Menschenblut für Menschlichkeit sozusagen. Alles fürs Gute und die Gegner der Guten sind dann die Bösen, Libertäre, Rechtskonservative, Demokratiefeinde, Verschwörungstheoretiker. Sogenannte Gutmenschen sind die eigentliche Gefahr für eine liberale, pluralistische bürgerliche Gesellschaft. Die Tarnung macht es.
      Ansonsten zum Artikel : Wenn die Eliten so erfolgreich in der Bestechung sind bleibt nur die Eliten zu enteignen. Aber da ja alle vorher bestochen wurden gibt es kein Interesse daran und es bleibt alles wie es ist, nein es wird besser oder schlimmer.

  2. Argonautiker sagt:

    Im Schluß des Artikels liest man das Entscheidende. Solange die Bewaffneten, diese Leute decken, solange wird man nicht wirklich was ändern können, ohne das es in einem Maßacker endet. Es ist schon immer fragwürdig gewesen, dem Staat etwas zu erlauben, was im allgemeinen verboten ist. Gewaltmonopol. Geldwegnehmmonopol, Freiheitsberaubungsmonopol, Gesetzesmonopol, und zu guter Letzt das Monopol auf die ungehinderte Ausübung von Wahnsinn.

    Vielleicht sollte man Daniel Düsentrieb damit beauftragen, eine telepathisch hydraulische Judo Waffe zu erfinden, die sämtliche Aggressionen, die Gegen Andere gerichtet sind, an den Absender zurücklenkt.

    Man wird ja wohl noch mal etwas phantasieren dürfen. 😉

Schreibe einen Kommentar

Sie müssen eingeloggt sein, um einen Kommentar schreiben.