Krank durch moderne Körperpflege

24. Juli 2011 | Kategorie: Aufgelesen, Zeitlos

von Hans-Jörg Müllenmeister

Moderne Körperpflege soll peinliche Körpergerüche blockieren – egal um welches gesundheitliche Risiko. Viele kennen nicht die Gefahr der Deo-Giftbombe mit Zeitzünder unter den Achseln. Reichlich profitiert die Kosmetikindustrie. Ihre Gewinne „duften“ lecker gen Himmel…

Menschlicher Körperschweiß ist ein Informationsträger; Körpergerüche sind natürlicher Ausdruck unserer archaischen wortlosen Verständigung. Verliebte können sich ja besonders gut riechen. Niemand möchten wie ein Iltis stinken und als wandelnde Stinkbombe das Theater heimsuchen. Kaum einer hat einen so überirdischen Riechnerv, einen Olfaktorius, wie der Protagonist im Film „das Parfume“ oder gar wie das des Riechgenies Grizzlybär. Bärenstark sind auch moderne Sonnenblocker; sie blocken die lebenswichtige Synthese von Vitamin D. Und Fluor in der Zahnpasta härtet Zähne samt Gewebe.

Kurz ein Blick in die Geschichte der Körperpflege

Zur Hochkultur der Assyrer, Ägypter und Römer waren basische Körperpflegeprodukte angesagt – gewonnen aus Holzasche. Kleopatra, so berichtete Plutarch, genoss ihre Schönheitsbäder in basischer Eselsmilch. Liebte der schöne letzte weibliche Pharao bis zum Freitod basische Tierprodukte, etwa das basische Gift einer Kobra? Klären wir das hier gleich auf: Aber nein, sie wählte das von Sokrates erprobte giftige Alkaloid Coniin der Schierlingspflanze, angereichert mit Opium. Das sagen Giftexperten.

Im 7. Jahrhundert entdeckte man die reinigende, fettlösende Kraft der Seife. Dagegen postulierten die damaligen Lebensverkürzer, also die Zunft der Weisskittel, Wasser und Luft würde dem Körper schaden, Kleidertragen und Einpudern schütze vor diesen „schädlichen“ Elementen. Noch bis ins 18. Jahrhundert war die Puderquaste ein beliebtes Utensil und das nasse Element diente höchstens als seelenreinigendes Weihwasser. Später, in der Frühphase der Industrialisierung, konnte man basische Kernseife massenhaft gewinnen. Man schätze ihre milde, juckreizlindernde Wirkung. Nicht nur das, denn die basische Körperpflege reinigt und erneuert die Haut durch Abtragen alter Hautschichten. Die moderne Körperpflege verdrängte dieses Wissen um die basische Reinigung. Mit einem pH-Wert zwischen 5 bis 5,5 ist die heutige Körperpflege sauer.

Saure Haut, also auch saure Körperpflegeprodukte?

Glauben Sie ja nicht, dass unser „normale“ Haut immer ein saures Milieu hatte wie heute. Vor der Industrialisierung sah das ganz anders aus. Aber mit dem Wohlstand, der Industrienahrung und der exponentiellen Zunahme der Umweltgifte erlebt unsere Körperhülle ein robustes „Imprägnieren“ von außen und von innen. Zivilisationskrankheiten wie Diabetes, Rheuma, Neurodermitis nehmen erschreckend zu. Eine nie erlebte Säureflut von außen und innen setzt unserer Haut mächtig zu: Fast Food, ferner der hohe Konsum von Zucker, Kaffee, Fleisch und Alkohol überfordert das körpereigene Puffersystem. Der Körper sieht sich gezwungen, überschüssige Säuren im Unterhautbindegewebe einzulagern. Viele der sauren Stoffe an der Hautoberfläche stammen aus dem Schlackendepot tieferer Gewebeschichten. Sie verschieben die Hautanalyse, also den pH-Wert hin zum sauren Milieu. Diese „Säuerlinge“ der Haut hielt man für normal und prägte den Begriff des Säureschutzmantels. Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm die Kosmetikindutrie dieses Schlüsselwort. Und jetzt kommt der Denkfehler: Man passte den pH-Wert moderner Körperpflegeprodukte dem versäuerten Haut-pH-Wert an. Die saure Körperpflege begann ihren Siegeszug… (Seite 2)

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4 Kommentare auf "Krank durch moderne Körperpflege"

  1. Silberzehner sagt:

    Ich war zwar erst etwas verwirrt wie es dieser Artikel in den doch mehr finanzgetriebenen Blog geschafft hat, aber ich bin dankbar dafür.
    Der Artikel spricht mir aus der Seele und spiegelt meine jetztige „Lebensweise“ wieder. Vielen Dank noch hierfür meiner Frau, die mich zur Natürlichkeit zurückführte!

  2. auroria sagt:

    Herr Müllenmeister, sind Sie etwa mit Charlotte Roche verheiratet 😉 ?
    (Falls nicht, warum?)

  3. EDE sagt:

    Frage an den Blogwart: Sind diese Botschaften vom Müllenmeister aus einem Buch oder schreibt er die regelmäßig? Hätte Interesse dran!

  4. holger sagt:

    Ja, der Herr Müllenmeister hat immer gute Tipps und Tricks auf Lager.

    Der Link http://www.wundermittel-natron.info/natron-kur/natron-bad-zum-entsaeuern.php

    ist keine Werbung. Aber ich denke eine recht gute Ergänzung zu dem Artikel. Einfach mal ausprobieren. Es tut nicht weh, und passieren kann nix.

    Auszug aus dem Link:

    „Mit Hilfe von einem Natron-Bad kann man leicht entsäuern. Ein Natron Bad ist dementsprechend wohltuend, entschlackend, durchblutungsfördernd und macht eine samtweiche Haut. Einfach 100 g Natron in ein Vollbad geben und auf zusätzliche Badezusätze verzichten. Durch das Natron wird der pH-Wert des Wassers erhöht.“

    Wusste ich bis vor zwei Monaten noch nicht, ich hatte immer eine ganz trockene Haut. Jetzt geht es wieder.

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