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6. Februar 2018 | Kategorie: RottMeyer

von Bankhaus Rott

Heute kommen viele Pfennigsammler mit ihren Händen unter eine Dampfwalze. Der abrupte Anstieg der Schwankungsbreiten an den Aktienmärkten wird finanziell eine Menge Opfer fordern. Vor allem die Optionen schreibenden Zauberlehrlinge lernen heute eine teure, aber wichtige Lektion.

Während einige noch mit einer diffusen Lust am Ekel auf die Charts von Bitcoin & Co. schauten, vollzog sich an anderer Stelle ein bemerkenswert schneller Finanztod. Die Rede ist von „Short Vola“ Produkten, das sind Fonds, die entweder Stillhaltergeschäfte am Options- oder Futuresmarkt eingehen. Einige hamsterten sich so über die Jahre eine Menge zusammen. Wer jedoch vergaß, sich bei zu hohen Risiken aus dem Markt zurückzuziehen, der wurde nun böse bestraft.

Der oben stehende Chart zeigt den Verlauf eines solchen Short Vola Produktes. Wie Sie sehen, sehen Sie rechts unten so gut wie gar nichts mehr. Innerhalb von nicht einmal einer Woche implodierte das schöne Konstrukt. Wie immer werden manche sagen, das habe man nicht erwarten können. Es werden Sündenböcke gesucht werden, mögen es die Zinsen sein oder auch die Cryptos. Der Verlust wird durch das Schönreden jedoch nicht kleiner werden.

Zum Thema „Das konnte keiner ahnen“ möchten wir nur auf einen Artikel aus dem Herbst 2017 verweisen.

Hier ein Auszug:

Heute ist man nicht nur schlau sondern natürlich besonders schlau. Da die Erträge auf Grund der sinkenden Prämien immer geringer werden setzt man auf zusehends größere Kredithebel und das Risiko misst man mit angeblich wissenschaftlichen Methoden wie etwa dem Value at Risk. Dummerweise ist dieser (wie die meisten anderen derartigen Kennzahlen) natürlich für die Anaylse von gehebelten Portfolios mit Short-Positionen in konvexen Produkten in etwa so geeignet wie ein Hammer für die Knie-OP. Aber wen schert es, solange man Geld einsammelt und alles ruhig bleibt lächelt man schlau vor sich hin. Ärgerlich wird es erst hinterher. Viele werden wieder versuchen, sich nach der Abwicklung des eigenen Fonds in eine angebliche Gemeinschaft mit allen anderen hereinzureden. Die hätten ja alle ebenfalls nichts geahnt. Dieses Verhalten ist leider ebenso beliebt wie unwürdig. Leider sind die medialen Auftritte der langen Leidensminen bereits heute wieder abzusehen.

Es wäre übrigens egal, wenn der Artikel aus dem Jahr 2016 oder 2015 stammte. Von manchen vermeintlich schlauen Strategien sollten die meisten Anleger lieber die Finger lassen.

Zum Artikel „Schnelle Verluste verwzeifelt gesucht!“

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