Konsum-Terror: Wahnsinn in Tüten

27. November 2016 | Kategorie: RottMeyer

von Frank Meyer

Advent! Advent! Die Kasse brennt! Radio „IrreWahn“ meldet verstärkt Terroranschläge auf die Geldbörsen der Leute wie immer rund um Weihnachten und Konsumkriege kennen bekanntlich keinen Waffenstillstand.

Nach meiner fünften Lebkuchenvergiftung war mir klar: Jetzt kommt der Glühwein. Oh Gott! Moment, war da mal was? Egal!

Konsumenten aller Länder vereinigt euch!

Wenn Zeit Geld ist, man aber keine Zeit hat, kauft man Geschenke. Zudem gilt der Konsum als modernes Allheilmittel in der Ökonomie. Ich empfehle diesmal dringend das Tragen eines Stahlhelms, denn die Kauf-Engel aus dem Einzelhandelsverband posaunen von guter Stimmung und einem stabilen Arbeitsmarkt. 43,5 Millionen Leute haben eine Beschäftigung, was nicht heißt, dass es fürs Leben ausreicht. Angeblich gibt jeder 280 Euro für Geschenke aus und schreit dabei vor Glück.

Ganz zufällig steigt in diesen Tagen die Konsumentenstimmung, wobei gute Laune noch keinen Umsatz macht. Sollte das Weihnachtsgeschäft wie in den letzten Jahren eher mau verlaufen, wird es wohl wieder am Wetter gelegen haben. Keine Sorge, es wird ein heldenhaftes Konsumwunder, für das man wie in den USA auch Geld aus dem Fenster wirft, das man sich erst borgen muss.

Bald ist der Konsumterror vorbei. Denkste! Nach dem Fest ist vor dem Fest. In Kürze gibt es „After-Christmas-Sale“ gefolgt von Valentinstag und Karneval. Wer das finanziell bis dorthin überlebt hat, dem droht Ostern und bald schon wieder… Weihnachten. Also kauft, liebe Leute, egal was, egal warum und egal womit. „KONSUM“ ist bekanntlich die Abkürzung für „Kaufe ohne nachzudenken schnell unseren Mist!“ Dabei gilt, je mehr man kauft, desto mehr spart man. Ist das nicht verrückt? Wenn der Wahnsinn irgendwann erst groß genug geworden ist, fällt er wenigstens niemandem mehr als solcher auf.
©Frank Meyer, Kolumne aus den Lübecker Nachrichten

 

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