Kommentarfunktion: Die Wohnstube sauber halten

12. März 2016 | Kategorie: RottMeyer

Wir waren bislang so freundlich, alle Kommentarfunktion ohne Anmeldung abzusetzen. Seitdem hat sich die Zahl der Trolle mit Wegwerfadresse wie überall sprunghaft erhöht. Und was da alles eingeworfen wird! Manches ist sogar justiziabel. Das sind aber auch diejenigen, die dann als erste „Zensur“ brüllen. Ab sofort sind Kommenatre nur noch nach Registrierung möglich.

Desweiteren legen wir künftig mehr Wert auf eine angemessene, besser aber korrekte Rechtschreibung. Wir wissen, niemand ist ohne Fehler. Aber etwas bemühen sollte man sich schon…

Grüße vom Hausmeister

 

7 Kommentare auf "Kommentarfunktion: Die Wohnstube sauber halten"

  1. cubus53 sagt:

    Nicht alle Menschen sind sattelfest was Rechtschreibung, Grammatik oder Schreibstil angeht.

    Nicht alle Menschen haben die sprachliche Ausdrucksform eines englischen Aristokraten. Manche sagen „Schantall tu mal die Omma winken“, andere „Du gscherter Haderlump“.

    Manche Menschen haben eine rechte Gesinnung, andere eine linke, wieder andere gar keine.

    Die Kommentare eines Blogs sind ein Spiegel unsere Gesellschaft, besser gesagt des Versagens der Gesellschaft, der Schule, des Elternhauses. Die Idee, sich das alles vom Hals halten zu wollen, indem man es löscht und filtert, löst das ursächliche Problem in keiner Weise.

    Damit meine ich nicht diese Seite, sondern z.B. die Idee unseres Justizministers, durch das Löschen unliebsamer Kommentare im Internet könne man die entsprechende Gesinnung ausradieren. Mich erinnert das alles leider an die Bücherverbrennung aus einer längst vergangen geglaubten Epoche.

    • Lickneeson sagt:

      @cubus

      “ Mich erinnert das alles leider an die Bücherverbrennung aus einer längst vergangen geglaubten Epoche.“

      Please let the church in the village…

      Rechtschreibfehler sollten kein Grund sein aussortiert zu werden. Aber manch einer macht halt Fehler weil er beim Schreiben vor Wut zittert, oder das Hirn anschwillt. Es scheint eine „Krankheit“ unserer Web–Zeiten zu sein, das manche meinen Sie dürften den Frust/ Hass über ihr gescheitertes Dasein in diversen Blogs herausbrüllen. Vielleicht sollte man vor/ beim u. nach dem Schreiben seines Kommentars nochmals in Ruhe nachdenken. Denn ein Blog dient nur dem Info/ Meinungsaustausch. Kein Kommentar ändert die Weltpolitik oder die Meinung eines anderen im Handumdrehen.

      Mich überrascht, das es auf einer Website mit 99-% Themen aus der Finanzwelt überhaupt zu solcher „Verbaldiarrhoe“ kommt.

      MfG

      • Michael sagt:

        ‚Please let the church in the village… ‚

        Da redet der richtige 😉

        • PetraM sagt:

          Hihi, Michael- musste ich auch denken, als ich des denglischen Satzes ansichtig wurde:-). Stupipedia schreibt dazu: „Gesprochen wird sie (denglische Sprache) von der Gattung der Hauptschüler ohne nennenswerte Kenntnisse (HONK). Und die Grundregel lautet: One To One Overseating.“
          Putzig, aber Hauptsache Aktien-, Devisen- und Rohstoffkurse lesen und bewerten können, darum geht es hier ja wohl (Site mit 99-% Themen aus der Finanzwelt), wie ich eben erfuhr. Gut, dass ich jetzt weiss, dass ich mich hier eigentlich nicht äußern sollte, da ich keine Aktien und auch kein Gold besitze.

  2. Avantgarde sagt:

    Mich wundert, daß ihr den Log-in überhaupt abgeschafft hattet.
    So wird das alles hier auch wieder authentischer.
    Merci

  3. Skyjumper sagt:

    Bitte nicht die Rechtschreibung als Maßstab nehmen. Ja, ich fluche manchmal auch wenn ich Kommentare lesen muss deren Rechtschreibung, z.B. durch permanente Kleinschreibung oder die konsequente Vermeidung von Satzzeichen, dermaßen schlecht ist dass das Verständnis des Textes darunter leidet.

    Andererseits ist meine eigene Rechtschreibung, den benotungsrelevantem Prioritäten in der Mittelstufe geschuldet, selbst nicht gerade Dudentauglich und ich möchte @cubus53 in seiner Analyse unterstützen und dafür plädieren keine Meinungen aufgrund der Rechtschreibung auszuschließen. Diese schnell oberlehrerhaft wirkende Fokussierung auf eigentlich zweitrangige Aspekte hält mich beispielsweise schon seit 4 Jahren davon ab selbst auch mal im „Das gelbe Forum“ mitzudiskutieren. Solche Einschränkungen sollten in den alternativen Medien, zu denen ich auch diesen Blog zähle, nicht sein. Im Gegensatz zu anderen Einschränkungen, z.B. die Verhinderung justizabler Inhalte, müssen sie auch nicht sein.

    Natürlich ist das nur eine Meinung von mir. Wie immer gilt dass die Blogbereiber selbst das alleinige Sagen in ihrer Wohnstube haben.

  4. Argonautiker sagt:

    Unter meinen Aufsätzen in der Schule stand immer. Zu viel Phantasie, und mangelhafte Rechtschreibung. Dabei ist es auch geblieben. 🙁

    Interessant ist, daß es Völker gab, die bis ins 18.-19. Jahrhundert gar keine Rechtschreibung kannten. Interessant deshalb, weil es gerade diese Völker zu einer besonders ausgeprägten Weise von Märchen Erzählungen gebracht haben. Zum Beispiel die Tschechen.

    Rechtschreibung scheint also irgendwie die Phantasie einzuschränken. Das ist wohl manchmal sinnvoll, zum entsteigen aus eventuell bestehenden Dilemmata, aber wohl nicht, da brauch es mehr Phantasie und das Vermögen althergebrachtes überschreiten zu können.

    Rechtschreibung als Hüter der Tradition, und Phantasie als Zugang zum noch nicht Dagewesenen.

    Meine größte Schwierigkeit lag in der Groß- und Kleinschreibung. Die offiziellen Regeln konnte ich nie verinnerlichen, obwohl sie technisch gesehen recht einfach sind. Was ich jedoch irgendwann begriff, war, daß ich eine eigene Regel hatte. Diese orientierte sich an meinem Empfinden. Ich schrieb also alles, was ich persönlich inhaltlich wichtig in dem Satz fand, Groß, und was ich nicht so wichtig fand Klein. So könnte man es natürlich auch handhaben, tut man aber nicht. Herr Duden schreibt da Anderes vor.

    Stimme da also einigen Mitkommentatoren zu, daß eine mangelnde Rechtschreibung per sè zur Zensur führt, halte ich für übertrieben. Andererseits weiß ich nicht, was da eben auch manchmal so ankommt, was man nicht sieht, weil es aussortiert wird. Alles zulassen kann man sicherlich auch nicht.

    Und wenn Fäkalsprache zum Selbstzweck wird, und nicht mehr bloß einen bestehenden trefflichen Inhalt emotional unterstreicht, muß man sicherlich bremsen oder gar rausschmeißen.

    Schwierig zu entscheiden, denn wenn zum Beispiel einer unserer Neubürger der Sprache einfach nicht mächtig ist, heißt das eben nicht, daß er inhaltlich qualitativ vielleicht nicht doch bereichernd sein kann.

    So wie ich den Hausmeister jedoch bisher kennengelernt habe, vertraue ich ihm in seiner Auswahl irgendwie, und bin ihm auch dankbar, daß er durch das Sieben, ein gewisses Niveau erhält, denn es gibt Blogs, da stellen sich auch bei mir die Nackenhaare auf.

    Und natürlich ist Hausrecht, Hausrecht.

    Beste Grüße

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