Kollektive Korruption. Warum es kein freiwilliges Aussteigen aus dem Fiatgeld-Standard geben wird

13. Februar 2014 | Kategorie: Gäste

(von Prof. Dr. Thorsten Polleit) Die kollektive Korruption stellt die Weichen in Richtung hoher Inflation oder sogar Hyperinflation: Denn vor die Wahl gestellt, Pleiten von Staaten und Banken und damit eine Rezession-Depression hinzunehmen oder aber neues Geld zu drucken, wird sich im Zuge einer ausgeprägten kollektiven Korruption eine Mehrheit finden, die gegen Pleitenwellen und für das Gelddrucken plädieren wird….

(Aus dem Degussa Marktreport von Juni 2014) Nach der monetären Konjunkturtheorie der Österreichischen Schule der Nationalökonomie führt ein Ausweiten der ungedeckten Papier- oder auch „Fiat“-Geldmenge zu einem Zyklus von Scheinaufschwung („Boom“) und notwendiger Bereinigung in einer Rezession („Bust“). Obwohl diese monetäre Erklärung von Wirtschaftskrisen seit langem bekannt ist, wird in der Geldpolitik nach wie vor nach dem Prinzip der Ankurbelung der Wirtschaft durch immer mehr neues Papiergeld verfahren, auch und gerade im Zuge der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise. Der gleiche Fehler wird also wieder und wieder begangen…

Für die unablässige Abfolge von Boom-Bust-Zyklen machte Ludwig von Mises (1881 – 1973) die breite Öffentlichkeit und die Politiker verantwortlich, die, so Mises, falschen ökonomischen Lehren anheimfallen; sie seien unbelehrbar. Doch ist das eine ausreichende Erklärung dafür, dass die gleichen Fehler wieder und immer wieder gemacht werden?

Der Teufelskreis der ungedeckten Geldmengenausweitung

Eine tiefergehende Erklärung ist in der ökonomischen Anreizwirkung zu finden, die das Fiatgeldsystem, wenn es erst einmal in Gang gebracht wurde, unweigerlich mit sich bringt. Das Fiatgeldsystem schafft nämlich handfeste ökonomische Abhängigkeiten. So werden zum Beispiel Unternehmer durch das künstliche Absenken der Zinsen zu Investitionen verleitet, die sich aber nur dann rechnen, wenn die Kredit- und Fiatgeldmenge, bereitgestellt zu immer tieferen Zinsen, immer weiter anschwillt. Um Verlusten zu entgehen, werden sie eine weitere monetäre Expansion befürworten, gerade dann, wenn eine Rezession droht. In gleicher Weise befürworten auch Arbeitnehmer, die ihre Arbeitsplätze und ihr Einkommen einem künstlichen, mit Papiergeld finanzierten Aufschwung verdanken, das Weiterführen des Fiatgeldbooms.

Weil aber im Zuge eines Fiatgeldsystems vor allem der Staat immer weiter anwächst, werden auch immer mehr Menschen direkt oder indirekt abhängig von seiner Finanzkraft: Staatsangestellte, Empfänger staatlicher Pensions- und Transferzahlungen und Unternehmer, die staatliche Aufträge beziehen. Ein existenzielles Interesse an einer Weiterführung eines Fiatgeldbooms hat – wenig überraschend – natürlich auch und vor allem die Banken- und Finanzwirtschaft. Denn käme der Fiatgeldboom zu einem Ende, wären zum Beispiel die Bilanzvermögen der Banken (in Form von Krediten und Wertpapieren) erheblich wertgemindert, und die Untragbarkeit ihrer Verbindlichkeiten (insbesondere aufgrund des Teilreservesystems) käme ans Tageslicht.

Ökonomiosche Abhängigkeit macht die Mehrheit zu Komplizen

Ein Fiatgeldsystem macht also weite Teile der Bevölkerung und des Unternehmenssektors ökonomisch abhängig von seiner Fortführung: Es findet sich mehrheitlich eine Unterstützung für eine Geldpolitik, die einen drohenden Bust, der an sich die notwendige Folge eines vorangegangenen Booms ist, mit immer mehr Kredit und Geld zu immer tieferen Zinsen zu „bekämpfen“ sucht.

Die Mehrheit der Fiatgeld-Abhängigen wird dabei auch weitreichenden Verletzungen der privaten Eigentumsrechte der Einzelnen akzeptieren beziehungsweise zustimmen, wie zum Beispiel dem Einschränken der Freiheiten bei der Geldanlage, dem Erlass von Handelsverboten oder 2012 dem Erlass von Kapitalverkehrsbeschränkungen und dem Auswuchern der Regulierungs-Bürokratie. Die fortschreitende Verletzung der Freiheiten lässt sich als Folge „kollektiver Korruption“ beschreiben: Nicht nur einige wenige, sondern eine wachsende Zahl von Gemeinschaftsmitgliedern und ganze gesellschaftliche Gruppen werden zu bedingungslosen Befürwortern staatlicher Zwangsmaßnahmen. In der Konsequenz befürwortet das Eigennutzkalkül des Individuums Politiken, durch die die Gesellschaft zusehends in ein kollektivistisch-sozialistisches Gemeinwesen überführt wird: einen immer stärker wachsenden Staat, zu Lasten der individuellen Freiheit….. (Seite 2)

 

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21 Kommentare auf "Kollektive Korruption. Warum es kein freiwilliges Aussteigen aus dem Fiatgeld-Standard geben wird"

  1. FDominicus sagt:

    Ich lehne den Begriff „kollektive Korruption“ ab. Oder zumindest verlange ich dann außerhalb dieses Kollektivs genannt zu werden. Hier gilt ganz einfach das Prinzip der Herrschaft, die Politiker entscheiden und wir haben keine Möglichkeiten dagegen vorzugehen. Und hier gilt auch ganz klar: „Mitgefangen, mitgehangen“.

    Ich lese hier seit bestimmt 3 Jahren regelmässig mit und hier ist die Mehrheit der Schreiber für die Abschaffung des Fiat-Geldes. Und selbst wenn es hier nicht die Mehrheit wäre, fände ich hier reichlich Ausnahmen zum Kollektiv.

    Teilreserve ist totaler Diebstahl und Geld was beliebig vermehrbar ist, trägt zu Unrecht den Namen Geld aber gut unser „Geld“ ist ja „nur“ ein gesetzliches Zahlungsmittel.

    Also verwehre ich mich hier ganz eindeutig einem „diffusen“ Kollektiv zugschlagen zu werden. Ich will nicht, habe aber keine Wahl. Das sollte Herr Polleit mal klipp und klar herausstellen….

    • Skyjumper sagt:

      Ich verstehe zwar was Sie gegen den gewählten Begriff einwenden, aber der Begriff bleibt trotzdem sachlich richtig. Ein Kollektiv umfasst mitnichten zwingend ALLE Personen eines Betrachtungsfeldes. Herr Polleit stellt doch lediglich fest, und das völlig berechtigt, dass zwischenzeitlich eine Mehrheit der Menschen aus völlig unterschiedlichen Beweggründen diesem Kollektiv zugerechnet werden können. Und in unserer Scheindemokratie führt dieses Mehrheitsverhältnis dazu, dass das Fiat-System nicht freiwillig aufgegeben werden wird.

  2. bluestar sagt:

    Der Begriff kollektive Korruption impliziert, dass das Kollektiv bewusst handelt.
    Dem möchte ich widersprechen. Da die Masse weder weiß was überhaupt Fiat-Geld
    ist, noch die Folgen dieses Systems auch nur ansatzweise einschätzen kann, muss man eher von einer willenloser Duldung als von einer bewussten Zustimmung sprechen.
    Die Herrschenden und Profiteure dieses Systems nutzen die Masse der Ahnungslosen und Verblödeten, von denen sie ihr Herrschaftsmandat ableiten, zur Unterdrückung und Schädigung einer Minderheit sowie dann auch der Masse selbst.

    • samy sagt:

      Aussagen über alle Individuen sind immer zum Scheitern verurteil, aber die große Masse (die Gesellschaft, das Kollektiv) lässt sich betrachten. Sie lässt sich meiner Meinung nach auch korrumpieren, in dem es Brot und Spiele annimmt. Diese Hinwendung zur Zerstreuung geschieht sehr wohl als Willensakt. Das Nichtwissen vom Fiat-Money sagt nichts über das „Hätte-man-wissen-können“ aus. Noch nie wurde so viel Wissen auf dem silbernen Tablett serviert verschmäht. Sich dem einen hinwenden und von dem anderen abwenden, dass ist eine Entscheidung. Das ist vielleicht eine Form der Dekadenz, die eine Gesellschaft periodisch befällt und in einer Krise wieder abgeschüttelt werden muß.

      „Willlose Duldung“ scheint mir als Begriff unsauber. Entweder dulde ich etwas mit meinem Willen oder gegen meinen Willen. Aber „willenlos“ dulden?

      „Der Begriff kollektive Korruption impliziert, dass das Kollektiv bewusst handelt…“
      Nein, muss nicht. Es gibt ja auch die Idee von Jung, wonach eine Gesellschaft ein kollektives Unbewusstes hat.

      VG

  3. bluestar sagt:

    Wenn wir über Korruption diskutieren, sollten wir wohl zuerst eine Begriffsdefinition vornehmen um Missverständnisse zu vermeiden.
    Grundsätzlich kann man wohl davon ausgehen, dass es sich bei Korruption um eine Art Kompensationsgeschäft zwischen zwei Akteuren zum gegenseitigen Vorteil handelt.
    Auf der einen Seite bestehen Bestechung und Vorteilsgewährung, auf der anderen Bestechlichkeit und Vorteilsnahme. Dabei geht es in der Regel um Ausnutzung einer Position/Stellung für einen persönlichen Vorteil unter Missachtung von Verhaltensnormen. Juristisch gesehen sind dies alles Straftatbestände,
    setzen also schuldhaftes Verhalten voraus. Richtig ist, dass es sich hierbei sowohl um Tun, aber auch Unterlassung handeln kann. Da ich die Masse für ( sicherlich nicht unschuldig) Nichtwissend halte, kann sie nicht erkennen, dass das Fiat-Geldsystem ihr eigentlich schadet. Von Vorteilen kann wohl nicht ausgegangen werden, allerhöchstens temporär. Ohne Vorteilsnahme gibt es aber auch keine Korruption . Die unbewusste Duldung oder Zustimmung geht von falschen Annahmen aus. Insofern müssen sich die Herrschenden den Vorwurf der bewussten Täuschung gefallen lassen. Allgemein gesagt, wird ein Scheinwohlstand vorgetäuscht, der wieder einmal abgehungert werden muss, natürlich zuerst von der Masse.

    • samy sagt:

      Okay, ziehen wir deine juristische Definition heran, obwohl Polleit hier wohl eher soziologisch bzw. Massenpsychologisch argumentiert. Aber es geht ja in dieselbe Richtung.

      “ … Grundsätzlich kann man wohl davon ausgehen, dass es sich bei Korruption um eine Art Kompensationsgeschäft zwischen zwei Akteuren zum gegenseitigen Vorteil handelt.“

      Gut, gleichwohl die Akteure hier Kollektive sind, die trotz abweichender Einzelmeinungen gemeinsam handeln. Betrachten wir also das Kompensationsgeschäft zwischen Politikerkaste und Wahlvolk.

      Nehmen wir die „blühenden Landschaften“, die Kohl in seinem Wahlkampf gegen LaFontaine versprach, während letzterer pessimistisch auftrat. Natürlich wurden diese „blühenden Landschaften“ mit Schuldenaufbau finanziert und ließen lange auf sich warten. In einigen Regionen wartet man noch immer…

      Das ist dein Kompensationsgeschäft zum ggs. Vorteil. Korrupt im jur. Sinne mag es gleichwohl nicht gewesen sein. Dann kommen wir aber wieder zu dem Punkt des bewussten oder unbewussten „Nicht-Wissen-Wollens“ des Wahlvolkes, schließlich hätte man leicht darauf kommen können. Das mehrheitliche „Nicht-Wissen-Wollen“ scheint die feigenblattartige Bedingung des Wahlvolkes für die Vorteilsannahme. Ein Schelm, wer sich Böses …

      Wer verführt eigentlich wenn? Das Wahlvolk den Politiker zu lügen? Oder der lügende Politiker das Volk zu wählen?

      VG

      • bluestar sagt:

        @samy
        „Wer verführt eigentlich wen?“
        Ja wohl beide gegenseitig. Natürlich erzählen Politiker gerne die Storys, die das eingelullte Wahlvolk gern hören will. Das wiederum sichert die notwendigen Stimmen für die Macht, auch wenn danach die Versprechen sich als Blase erweisen und der angebliche Vorteil sich als Nachteil in der Praxis erweist. Insofern gibt es ein Kompensationsgeschäft, wobei ich den Vorteil für das Wahlvolk eben nicht sehe, wie oben von mir beschrieben. Aber gut, Dummheit schützt vor Schaden nicht….und ein Feigenblatt für Dummheit ist auch nicht akzeptabel-da bin ich bei Ihnen.
        Also sozusagen ein (schlechtes) Kompensations-Geschäft, dessen Rechnung sowieso das Volk bezahlen muss und nicht die Herrschenden. Meistens sind es dann die arbeitenden Leistungsträger, die mit unverschämten Steuern, Abgaben und anderen staatlichen Repressalien drangsaliert werden.
        Korruption ist auch eine Art Kompensationsgeschäft – also der Tausch zwischen Akteuren zum gegenseitigen Vorteil ( den ich letztlich für Steuerzahler nicht sehe), allerdings geht es hier um die Ausnutzung von Machtpositionen unter Missachtung
        von moralischen Standards, Amtspflichten oder gar Gesetze. Das Kompensationsgeschäft ist dann Korruption, eine Straftat, was hier allerdings nicht gegeben ist.
        Aber es kann schon sein, dass Herr Polleit eher den soziologischen Aspekt gesehen hat.
        Die Schuld am kommenden Desaster haben sowohl die Herrschenden, deren Politikkasperpuppen und das Wahlvolk zusammen. Die Suppe auslöffeln dürfen dann allerdings die letzteren.
        VG und schönes WE

  4. Zaubrberg sagt:

    „Das Fiatgeldsystem schafft nämlich handfeste ökonomische Abhängigkeiten. So werden zum Beispiel Unternehmer durch das künstliche Absenken der Zinsen zu Investitionen verleitet…“
    In dieser vorstehenden Annahme wie in vielen anderen auch, erzählt die monetären Konjunkturtheorie der Österreichischen Schule der Nationalökonomie und damit Thorsten Polleit gewaltigen Unsinn: KEIN Unternehmer wird sich zu Nettoinvestitionen verleiten lassen wenn seine bisherigen Kapazitäten nicht ausgelastet sind – was soll dem Unternehmer das bringen? In Japan kann man es schon lange beobachten und jetzt auch bei uns – die Unternehmen investieren nicht, weil der Absatz zurückgeht und dieser geht zurück weil die Masseneinkommen sinken.
    Inflation kommt nur von den Löhnen – einfach bei Heiner Flassbeck mal reinhören – das monetäre Geschwafel der Anhänger der Österreichischen Schule der Nationalökonomie ist längst widerlegt, eine überholte Theorie!

    • Frank Meyer sagt:

      …ja wenn es Heiner Flassbeck sagt. Sie sind Landwirt? Also im echten Leben?

      Wahrscheinlich steigen die Börse wegen der sinkenden Löhne. Oder die Hauspreise.

      Nein, die Unternehmen kaufen bei Billigzinsen nichts, was sie nicht auch brauchen, also auch keine sinnlosen kreditfinanzierten Übernahmen. Nein, nicht doch…!

      Verzeihen Sie den Einwurf… Ich würde mit den Begriffen „Geschwafel“ und „Unsinn“ etwas sparsamer umgehen. Aber nur meine persönliche Meinung.

  5. FDominicus sagt:

    Masseneinkommen? Ups – warum gehen bei diesem Wort bei mir nur alle Warnsirenen an? Inflation kommt von den Löhnen. Ups da muß ich wohl Herrn Meyer zitieren:
    „Wahrscheinlich steigen die Börse wegen der sinkenden Löhne. Oder die Hauspreise.“
    – wahrscheinlich…

    Wird wohl so sein, weil die Leute weniger Einkommen haben, sparen Sie an den Ausgaben um das Ersparte in Aktien zu investieren. Und ja das nicht ausgegebene motiviert nun die Firmen mehr zu produzieren. Weil eh ja, naja man kann ja auf Halde produzieren bis die Masseneinkommen wieder steigen – dann wird alles gut ™

  6. Zaubrberg sagt:

    „…ja wenn es Heiner Flassbeck sagt. Sie sind Landwirt? Also im echten Leben?“

    Muss man das verstehen?

    „Wahrscheinlich steigen die Börse wegen der sinkenden Löhne. Oder die Hauspreise. “

    Das soll wohl Sarkasmus sein – Lohnempfänger kaufen keine Aktien und keine Häuser – nicht die Verkäuferin und nicht der Reifenmonteur. Die 10% der Deutschen die von niedrigen Löhnen profitieren und deren Einkommen steigen, blasen diese Anlagen auf. Das geht auch schnell mal in die andere Richtung, vor allem die Börsenpreise halbieren sich schnell.

    „Masseneinkommen? Ups – warum gehen bei diesem Wort bei mir nur alle Warnsirenen an? Inflation kommt von den Löhnen. Ups…“
    Diese „Ups“ sollen wohl meine Aussage ins lächerliche ziehen – erklären Sie lieber mal welche Warnsirenen bei Ihnen angehen!

    „Nein, die Unternehmen kaufen bei Billigzinsen nichts, was sie nicht auch brauchen, also auch keine sinnlosen kreditfinanzierten Übernahmen. Nein, nicht doch…!“
    Solche Übernahmen gab es auch in Hochzinsphasen – nicht erst die letzten Jahre. Und sinnlos sind solche Übernahmen nicht unbedingt – da kann man doch fein Leute raus schmeißen und Vorstandsgehälter vervielfachen…

  7. FDominicus sagt:

    Oh das mit den Warnsirenen ist einfach. Nun kommt irgendetwsa ganz tief aus einer Ecke, die ich nicht schätze und die beweisbar unlogisch und unschlüssig argumentieren. Nämlich mit Nachfragelücke und ähnlichem. Kurz es wird etwas herbeifabuliert um zu rechtfertigen, daß sich nun – leider – gezwungen sieht irgendjemandem mehr zu beklauen.

    Ihre Erklärung für die 10 % wird wohl so verlaufen. Die Leute verdienen immer weniger darum haben die 10 % immer mehr und dies schieben Sie in die Aktien, so oder so ähnlich. Es ist dann für Sie sicherlich ein Grund höhere Abschlüsse zu verlangen. So wie es schon vor der WWK I gemacht wurde. Und wie es gerade wieder Herr Obama in seiner Verzweiflung macht.

    Weiterhin schwingt in Masseneinkommen so etwas wie „Ausbeutung“ mit. Wie falsch und oder richtig liege ich damit?

  8. Zaubrberg sagt:

    Bravo, Sie haben das sehr schön erklärt – Ausbeutung ist das richtige Wort. Ist doch eine Tatsache, die Einkommensschere spreizt sich. Dem Arbeitnehmer wird gezeigt was ihm blüht wenn er aufmüpfig wird – Harz IV!
    Da kenne ich den Schreiner der 14 Jahre keine Lohnerhöhung bekommen hat und den Automechaniker, bei ihm sind es 10 Jahre! Was sind das für „Unternehmer“ die im Wettbewerb miteinander stehen wer am besten Löhne drücken kann – erbärmlich.

    Wie sich die Vermögensverteilung entwickelt ist sehr ungesund. Bislang hat man immer durch Krieg den „Reichen“ ihre Häuser, ihr Betriebe und ihr Geld kaputt gemacht. Die Umverteilung muss doch auch anders gehen?

    • FDominicus sagt:

      „Dem Arbeitnehmer wird gezeigt was ihm blüht wenn er aufmüpfig wird – Harz IV!“

      Also mir wäre neu, daß jeder Arbeitnehmer Harz IV bekommt, und mit wäre auch nicht bekannt, daß man Harz IV nehmen „muß“.

      Keine Lohnerhöhung in 14 Jahren. Nun denn ich bekomme in Hagen in Westfalen seit mindestens so lange keine höheren Mieten. Was sind das für Mieter, die die Mieten am besten drücken können? Denken Sie gar nicht daran, daß ich dieses Haus unterhalten muß?

      „Wie sich die Vermögensverteilung entwickelt ist sehr ungesund. “
      Wieso weil wir nach den Statistiken mehr Arme haben als „je zuvor“, weil jeder als armutsgefährdet gilt der weniger als 60 % des Durchschnitseinkommens „verdient“.

      Haben Sie sich einfach mal überlegt wo denn das viele frische Geld zuerst landet?

      Haben Sie sich überlegt warum es für die Zentralbank ein erklärtes Ziel ist jeden Geldhalter jedes Jahr um 2 % zu erleichtern, wozu man dann mal eben eine mindestns 3% Rendite braucht nur um das auszugleichen?

      Warum kann sich heute jeder Deutsche ein Mobiltelefon leisten, wenn die Armut doch grassiert? Ist es Ihnen aufgefallen, daß gerade in der IT die Preise jährlich sinken? Haben Sie sich einmal gefragt wieso es dazu kommen kann?

      Haben Sie sich einmal gefragt warum es gerade in der Armutsindustrie mehr als 1 Mio Arbeitende gibt?

      Haben Sie sich einmal gefragt warum es gerecht sein kann jedem Arbeitenden erst mal 50 % Sozial/Steuerleistungen abzuverlangen? Haben Sie sich einmal gefragt, was es für ein Staat ist in dem mehr als 50 % des ganzen BSP durch den Staat „behandelt“ werden.

      „Die Umverteilung muss doch auch anders gehen?“

      Warum muß man umverteilen? Und was impliziert es? Warum ist es in Ordnung, irgendwelchen Leuten unter Androhung und auch wirklich ausgeführter Gewalt Ihre Eigentum abzunehmen?

      Ich wußte es als ich „Masseneinkommen“ las, genau diese Diskussionsweise, habe ich gesehen und wie Sie mir es bestätigen q.e.d.

  9. bluestar sagt:

    Alle sind der Meinung sie müssten mehr haben- das liegt in der Natur des Menschen.
    Dabei sind Reichtum und Armut immer sowohl sehr relativ, aber auch subjektiv unterschiedlich gefühlt.
    Eine gerechte Verteilung für alle wird es niemals geben, dann was ist gerecht ?
    Fakt ist, dass der Staat die arbeitenden Leistungsträger mit unverschämt hohen Steuern und Abgaben drangsaliert, und wehe einer versucht dies zu umgehen…
    Fakt ist aber auch, dass die 0,1 Prozent der Superreichen in der Regel
    leistungsfreies ( und häufig steuerreduziertes) Einkommen beziehen, welches die Gesellschaft und deren Leistungsträger wiederum erarbeiten müssen. Insofern stellt sich schon die Frage, wie lange sich eine Gesellschaft diese Gruppierung leisten kann und will. Ein Großteil deren Vermögen besteht auch aus faulen Forderungen infolge staatlich subventionierter Insolvenzverschleppung und hätte 2008 längst vernichtet werden müssen.
    Das diese Fragen niemals ernsthaft gestellt werden und alles so bleibt wie es ist, dafür sorgt der Staat mit seinen weiteren Verschuldungen, kriminellen Vehikeln wie den ESM und Umverteilungsorgien im sozialen Bereich, natürlich zu Lasten des arbeitenden Mittelstandes.

  10. Zaubrberg sagt:

    Tut mir leid FDominicus, wer so einen Satz von sich gibt: „…und mit wäre auch nicht bekannt, daß man Harz IV nehmen “muß”. „, den kann ich leider nicht ernst nehmen!

    Nur noch eins: Als Vermieter liegt es in Ihrem Interesse das die Mieter anständigen Lohn und Rente bekommen – von real immer weniger kann niemand mehr Miete zahlen…
    Und noch was, die Zinsen sind so niedrig weil es zu wenig Schuldner gibt. Die Zentralbank passt den Zinssatz nur immer der Wirklichkeit an. Es gibt zu viele Reiche die zu viel Geld übrig haben, diese Geld drängt auf Anlage und weiß nicht wohin. Bisher hat der Staat und das Ausland die Rolle des Schuldners übernommen – das Ausland ist leider gerade pleite und will nicht mehr schuld sein und der Staat darf sich nicht mehr verschulden. Früher waren es die Unternehmen die Kredite nachgefragt haben, das nannte man Wirtschaftswunder – die Löhne stiegen, die Menschen konsumierten und die Betriebe brummten. Heute sitzen die Unternehmen auf Bergen von Geld weil die Steuersätze für Kapitalgesellschaften von über 40% auf 15% gesenkt wurden und weil die Löhne zurück bleiben – das ist Umverteilung von unten nach oben. Auf Dauer machen die Menschen das nicht mit, nicht in Frankreich und nicht in Spanien, auch nicht in Griechenland. Die dumme Politik der etablierten Parteien fördert Sozialismus und nationales Denken – eine gefährliche Kombination die man Nationalsozialismus nennt… wahrscheinlich wird Frankreich als erster den Euro verlassen und andere folgen… dann wird der Euro so stark das der Export zusammenbricht… dann rufen sie ihre arbeitslosen Mieter zum Hartz IV Verzicht auf und verzichten im Gegenzug vollständig auf die Miete…

    • FDominicus sagt:

      Was ein Zufall, gerade agieren wieder Ihresgleichen:
      http://www.zerohedge.com/news/2014-02-16/peak-stupidity-argentina-fines-walmart-violating-fair-price-pact-urges-citizens-deno

      Na denn, auf mit der Massenkaufkraft, her mit den „fairen“ Preisen und alles wird gut ™

    • Skyjumper sagt:

      Es ist doch immer wieder erstaunlich wie schnell sich sowohl die kapitalistische, aber auch die sozialistische Interessenssphäre auf alte, und von der Realität längst überholte, Denkschablonen stützt. Dabei werden auch gerne sachliche Fakten aus dem Zusammenhang gerissen um die eigene Denkschiene zu stützen.

      Zinsen sind niedrig, weil es so wenig Schuldner gibt? Nein, nicht wirklich. Die Zinsen sind so niedrig, weil wir in unserem System eine permanente Aufschuldung brauchen um den Zins und Zinseszins bedienen zu können. Es gäbe auch durchaus genügend willige Schuldner, allerdings fehlt es diesen an Solvenz. Und das ist etwas was die ZB´s mit noch so viel Liquidität nicht herbeizaubern können. Aus diesem Grund gehen auch gerade die Kreditvolumina TROTZ der extrem niedrigen Zinsen im Euroraum zurück.

      Steigende Masseneinkommen würden ein neues Wirtschaftswunder generieren? Kommt darauf an, was man unter Wirtschaftswunder versteht, und WO man dieses erwartet. Steigende Masseneinkommen würden garantiert zu steigenden Konsumausgaben führen, aber kaum zu einer Stärkung der innerdeutschen Wirtschaft. Vielmehr würden die Importe davon profitieren und das Wirtschaftswunder würde an den weltweiten Standorten der „billigen Werkbänke“ noch mehr explodieren. Hauptprofiteur davon wären die grossen internationen Handels- und Finanzadressen, was ja auch der Grund dafür ist, der deren Heimatländer, allen voran die USA und England, dieses vehement fordern. Was Herr Flassbeck stereotyp einfordert basiert auf überkommenen Wirtschaftsmodellen und verkennt, dass der deutsche Konsum sich (primär, nicht ausschließlich) auf Importartikel bezieht, während unsere Arbeitsplätze sich (wiederum primär, nicht ausschließlich) auf Exportartikeln beruhen.

      Die Firmen bunkern Geld? Ja, solche Firmen gibt es. Allerdings primär in den USA, z.B. Apple. In Deutschland sieht es da tendenziell eher armselig aus. Daimler hat in der Bilanz von 2012 zwar liquide (mehr oder weniger) Mittel in der Größenordnung von 50 Mrd, € ausgewiesen, nimmt aber gleichzeitig Fremdkapital in Höhe von 119 Mrd. € in Anspruch. Generell lässt sich sagen, dass der Eigenkapitalanteil in den meisten grossen deutschen Unternehmen beschämend niedrig ist.

      Nach meiner Wahrnehmung stimmen die alten „Kampfformeln“ schon lange nicht mehr. Wir nähren uns einem systemisch bedingten Zusammenbruch unseres zu lange gedopten Wirtschafts- und Sozialsystems. Die auf allem und jeden lastende Zinslast ist zu gross geworden, und sie wächst stetig weiter an.

  11. FDominicus sagt:

    „Tut mir leid FDominicus, wer so einen Satz von sich gibt: “…und mit wäre auch nicht bekannt, daß man Harz IV nehmen “muß”. “, den kann ich leider nicht ernst nehmen!“

    Das überrrascht micht nicht, was Sie nicht wollen existiert für Sie nicht. Und das Sie noch nicht einmal die Realität einsehen wollen. Nun ja, dann schließen Sie doch einfach weiter Ihre Augen. War mir sowieso schon klar als ich „masseneinkommen“ lag.

    Als Vermieter liegt es in meinem Interesse, daß die Mieter bezahlen. Derzeit übernehmen das immer mehr die staatlichen „Armutsbezahler“, was ja nur heißt irgendjemanden wird woanders etwas weg genommen. Aber gut.

    Und noch etwas. Niemand ist verpflichtet Harz IV in Anspruch zu nehmen, aber manchmal ist es doch so viel bequemer nicht wahr? Keine blöden Kollegen, kein Ausbeuter der einen auspresst.

    Es ist ein Witz in Ihrem Verstängnis von Sozialismus zu reden. Den Sie sich doch so herbeisehnen

    Und noch etwas was Sie stören wird. Kapitalgesellschaften sollten gar keine Steuern bezahlen denn so haben wir eine klare und umißverständliche Doppelbesteuerung. Nämlich a) auf Eben der Gesellschaft und b) bei den Anteilseignern. Ist wohl auch eine der Wahrheiten, die sich nicht sehen wollen.

    Sie sind leider so etwa von unbeflecht was die Akzeptanz der Realität angeht, daß es offenkundig leider zwecklos ist mit Ihnen logisch zu argumentieren. Sie gehen mit keine Satz auf die vielen Fragen ein, die ich Ihnen stellte. Ihre Welt ist so einfach und so ungerecht. Die „Armen“ werden ausgebeutet und das ist Ihre Mantra.

    Und im Kampf gegen die Armut ist Ihnen jedes Mittel recht. Klar das bei mir da alle Warnsirenen angingen. Es ist so unglaublich sinnlos sich mit Ihnen auseinanderzusetzen. Egal ob Sie wiederlegt werden oder nicht, Sie haben recht und alle anderen kann/muß/braucht man nicht Ernst nehmen.

  12. Zaubrberg sagt:

    In Japan hat die Regierung die Bedeutung der Löhne erkannt wie man hier: http://www.project-syndicate.org/commentary/shinzo-abe-unveils-a-concerted-effort-to-raise-japanese-workers–pay-/german

    nachlesen kann.

    Bei Flassbeck hier:
    http://www.flassbeck-economics.de/sigmar-gabriel-und-die-abenomics/
    wurde es kommentiert.

    Übrigens, wie Herr Meyer schon andeutete, bin ich tatsächlich Landwirt und sicher nicht Profiteur von höheren Löhnen. Die herrschende Politik fährt es aber derzeit gegen die Wand und überlässt es den Linken, richtige Antworten auf die Probleme der Volkswirtschaft zu geben.
    Unternehmer dürfen betriebswirtschaftlich denken, aber die Politik muss volkswirtschaftlich denken, sonst taugt sie nichts.

  13. FDominicus sagt:

    “ Die herrschende Politik fährt es aber derzeit gegen die Wand und überlässt es den Linken, richtige Antworten auf die Probleme der Volkswirtschaft zu geben.“

    Ach ja die Linken die haben gerade auch Landwirte enteignet und bis 19890 wohl auch die richtigen „volkskwirtschaftlichen“ Antworten gefunden, danach war dann wohl die Realität nicht mehr zu ignorieren. Danke Zauberberg, Sie haben mir wirklich gezeigt wie’s mit dem Willen zu lernen aussieht. Dazu hat mir sogar ein Wort gereicht „Masseneinkommen“, danke wie schön Sie alles bestätigt haben was ich damit verband.

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