Kleine Vorwarnung!

26. November 2017 | Kategorie: RottMeyer

von Frank Meyer

Jeden Moment kann jetzt der Konsumterror losgehen, der ja früher noch Weihnachten hieß. Dann heißt es: „Advent Advent, die Kasse brennt!“. Es geht ums Tauschen!

Dann wird bares Geld investiert in Krawatten, Strümpfe und anderen Plunder. In der besinnlichen Zeit jagen die Leute besinnungslos den Schnäppchen hinterher unter dem Einfluss von Glühwein und „Last Christmas“. Je mehr man kauft, desto mehr spart man, sagt der Experte. Ist der Wahnsinn groß genug, fällt er als solcher gar nicht mehr auf.

Und in was werden die Netto-Reste des 13. Gehalts investiert? Smartphones sind sehr beliebt, diese kleinen tragbaren Überwachungseinheiten und Zeitdiebe.

Mit dem „Black Friday“ gaben nun die USA den Startschuss für den Konsumzauber. In manchen Kauftempeln prügelten sich wieder die Kaufwütigen wie jedes Jahr. Der Konsum macht Dreiviertel der US-Wirtschaft aus. Kaufen ist dort viel wichtiger als das Produzieren.

Die US-Verbraucher geben Geld aus, das sie nicht haben und kaufen auf noch mehr Kredit Dinge, die sie oft nicht brauchen um Leuten zu imponieren, die das ja genau so machen. KONSUM steht nicht ohne Grund als Abkürzung für: „Kaufe Ohne Nachzudenken, Schnell Unseren Mist!“. Ohne Konsum wäre man womöglich auf der Stelle tot.

Man glaubt, es ginge uns hierzulande statistisch gesehen immer besser, während der Aufschwung an immer mehr Häusern vorbei zieht und drinnen offiziell Vollbeschäftigung bei stabilen Preisen gefeiert wird. Nach einer Umfrage plant angeblich jeder, diesem Jahr 465,70 Euro für Weihnachtsgeschenke auszugeben – und damit zwölf Euro weniger als 2016.

Seltsam, wenn immer weniger Leute immer mehr haben, und immer mehr Leute immer weniger, würde mich auch diesmal über das alljährliche Klagen des Einzelhandels nach dem Fest nicht wundern, bis auf Amazon. Aber die zahlen ja auch kaum Steuern.
© Frank Meyer, Kolumne aus den Lübecker Nachrichten

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Ein Kommentar auf "Kleine Vorwarnung!"

  1. Ed sagt:

    Nicht zu vergessen die Jubelmeldungen nach den Adventssamstagen – die Umsätze sind schon jetzt auf einem all-time-high.
    Im Februar korrigiert der HDE die Zahlen in der Regel. Aber anfixen hat noch nie geschadet.
    In Stuttgart hat sich das Warenhaus Karstadt verabschiedet – nach einer Umbauphase wird Anfang Dezember endlich der Mega-Primark in bester Lage Stuttgarts eröffnet.
    Im Einkaufszentrum Milaneo hinter dem HBF ( Lage nicht so toll – weil die Kundeschaft nicht so gerne läuft) hat es als Ankermieter nur zu 4250qm² Verkaufsfläche über 3 Stockwerke gereicht.
    Mitten in der City sind es unglaubliche 8.110qm²…man munkelt von 330€ Miete pro qm²…kalt natürlich = so um die 2,7mio € Monatsmiete. Das Gebäude gehört Union Investment.
    Natürlich dürfen die anderen Mieter nicht fehlen ? Alles Top-Player: Vodafone mit 1000qm², dm mit 1500qm²…und Primark macht ja weiter:
    „Vor Weihnachten eröffnen wir in Bielefeld, Münster und eben in Stuttgart. Im kommenden Jahr werden wir in Ingolstadt, München und Berlin eröffnen. Ingolstadt und München sind neue Städte für uns. In Berlin sind wir bereits am Alexanderplatz und in Steglitz und gehen jetzt an den Bahnhof Zoo.“
    …tja wer kauft dort ein ? Das sind zweifelsohne Läden für die neu Hinzugekommenen – natürlich nicht für die vielen Ärzte und andere Hochqualifizierte von denen wir massenhaft überflutet werden…das ist das Prinzip „die Masse macht´s“ ! Es soll ja noch immer Menschen geben, die das System „Grenzöffnung“ 2015 nicht verstanden haben und die sich nicht erklären können, warum nur 1x im Monat 12 Kulturbereicherer abgeschoben werden.
    Wer mitverdienen möchte und nicht dabei war, als man abgewrackte Immobilien mit 10-30jährigen Mietverträgen an Städte und Gemeinden teuer vermieten konnte, vielleicht wird man anderweitig fündig.

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