Achterbahnfahrt in den Ruin geht weiter

29. September 2013 | Kategorie: Gäste

von Claus Vogt

Seit Ausbruch der europäischen Staatsschuldenkrise lautet eine meiner Kernthesen, dass die Europäische Währungsunion auseinanderbrechen wird, weil die ökonomische Basis für ihren Fortbestand nicht vorhanden ist und auch nicht geschaffen werden kann…

Das Problem der mangelnden Wettbewerbsfähigkeit zahlreicher Mitgliedsländer kann unter dem Dach der Gemeinschaftswährung nicht gelöst werden, weil der dafür notwendige Reformprozess für die meisten Menschen der betroffenen Länder zu schmerzhaft ausfallen würde. Deshalb werden die nach den Regeln der Stimmenmaximierung agierenden Politiker diesen Weg nicht beschreiten. Sollten sie es dennoch wagen, würden sie auf massiven Widerstand in der Bevölkerung stoßen und zügig aus dem Amt gejagt.

Das Ende der Währungsunion wird nicht von Deutschland ausgehen

Das unvermeidliche Ende der Währungsunion sah und sehe ich allerdings nicht vom Zahlmeister Deutschland ausgehen, sondern von den ökonomisch schwächeren Ländern. Den Ausgang der Bundestagswahl interpretiere ich als klare Bestätigung dieser Prognose. Denn das schwache Abschneiden der AfD – der einzigen Partei, die sich gegen den eingeschlagenen Weg in den Staatsbankrott positioniert hat – zeigt, dass diese Position in Deutschland kaum Zuspruch erhält.

Die überwältigende Mehrheit der Deutschen hat mit CDU/CSU, SPD, Linken, Grünen und FDP erfahrene und überzeugte Gelddrucker und Staatsschuldenmacher gewählt. Das ist die klare Botschaft dieser Bundestagswahl: Die Achterbahnfahrt in den Ruin kann und wird ungebremst weitergehen. Der Wähler hat sie eindeutig legitimiert.

Der Ruf nach Mutti ersetzt den Ruf nach einem starken Mann

Nur die allerdümmsten Kälber wählen ihren Metzger selber, heißt es. Früher riefen die Deutschen in schwierigen Zeiten nach dem starken Mann. Das hat man ihnen glücklicherweise gründlich ausgetrieben.
Dafür ruft die verweichlichte Nation jetzt nach Mutti, die es schmerzfrei richten soll, die Zuspruch gibt und Trost spendet. Ein Konzept, eine langfristige Strategie oder gar ein ordnungspolitisches Prinzip sind offensichtlich nicht gefragt. Die große Mehrheit der Wähler will die so offensichtlichen Probleme gemeinsam mit der Bundeskanzlerin verdrängen und von sinnvollen Lösungsvorschlägen erst gar nichts hören. Angela Merkel, deren politischer Standpunkt nach all den Jahren an der Macht noch immer rätselhaft ist, wird diesen Wunsch souverän erfüllen.

Ob diese Bundeskanzlerin überhaupt ordnungspolitische Überzeugungen hat, darf durchaus bezweifelt werden. Das einzige, was wir sicher wissen, ist, dass sie alles – alles! – tun wird, um den Status quo so lange aufrecht zu erhalten wie irgend möglich. Mit dieser Grundhaltung reiht sie sich ein in die Riege zeitgenössischer Politiker, die Parteien-übergreifend und nahezu weltweit für eine Fortsetzung der verantwortungslosen Geld- und Staatsschuldenpolitik der vergangenen Jahre stehen.

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben

Im Moment scheint es sogar, als sei diese Politik erfolgreich gewesen. Die Krise scheint vorüber, die Welt gerettet worden zu sein. Aber dieser Schein trügt – leider. Denn die Ursachen der großen Krise des Jahres 2008 wurden nicht beseitigt, die Probleme nicht gelöst. Im Gegenteil. Sie wurden durch eine Fortsetzung und Verschärfung der Politik, die diese Krise überhaupt erst möglich gemacht hat, erheblich vergrößert.

Die Rechnung wird lang und länger, und der unausweichliche Zahltag rückt immer näher – ganz gleich, ob wir die Hände falten und um Erlösung beten, oder eine Raute bilden und an die Gelddruckmaschine glauben. Beides löst ökonomische Probleme nicht.

Ich wünsche Ihnen ein fröhliches Wochenende.
Ihr
Claus Vogt – Homepage von Claus Vogt

P.S.: Staatsfinanzierung mit der Notenpresse ist auch dann keine Lösung, wenn sie euphemistisch als „Quantitative Easing“ bezeichnet wird.

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9 Kommentare auf "Achterbahnfahrt in den Ruin geht weiter"

  1. cubus53 sagt:

    Das Geschäftsmodell von Frau Merkel ist verblüffend einfach, aber wird uns alle in die nächste Krise stürzen. Frau Merkel betreibt einen Krämerladen. Dieser Laden steht für die Exportwirtschaft Deutschlands. Die Partnerländer in der EU stehen für die Kunden dieses Krämerladens.

    Damit die Kunden auch in schlechten Zeiten bei Frau Merkel einkaufen können, leiht sie ihren Kunden Geld. Sie verleiht es nicht offensichtlich, sondern unter dem Deckmantel europäischer Solidarität und des europäischen Grundgedankens.

    Die Kunden kaufen also weiter ein, und der Umsatz des Krämerladens bleibt auf diese Weise konstant. Frau Merkel verkauft dieses Modell als grossen Erfolg. Das Dumme ist nur, dass Frau Merkel Ihren Umsatz nur mit Eigenkapital steigert und die Schuldner niemals in der Lage sein werden, die Schulden zu bezahlen.

    Auch Nicht-Betriebswirten wird klar sein, welches Ende dieses Geschäftsmodell nehmen wird.

    • bluestar sagt:

      @Cubus53
      Besser und allgemeinverständlicher kann man das Modell nicht beschreiben.
      Eigentlich alles logisch und einfach.
      Leider zu kompliziert für die Masse.
      „Die Achterbahnfahrt in den Ruin kann und wird ungebremst weitergehen. Der Wähler hat sie eindeutig legitimiert.“ Das glaube ich nicht, denn wie kann jemand mit mangelndem Verstand etwas legitimieren ? Das System sieht sich selbst legitimiert, indem es manipulierte Menschen umschmeichelt und auf Listen ein Kreuz machen lässt.
      Heraus kommt ein Votum für Mutti, welch infantiles Volk !

  2. wolfswurt sagt:

    Die Methode Merkel, Draghi&Co bedeutet einem Alkoholiker der 1 Flasche Korn pro Tag benötigte nun zwei zu verabreichen.
    Vorläufiges Resultat: Der Alkoholiker ist beruhigt. Kornproduktion verdoppelt.
    Endresultat: Alkoholiker stirbt schneller. Kornproduzent bankrott.

    Die Aussichten können natürlich nicht besser werden, denn ein von der Natur mitgegebener Mangel an Verstand läßt sich nicht abändern.

    Und wenn mangelnder Verstand mangelnden Verstand wählt, naturgesetzlich anders nicht möglich, endet alles im Mangel an allem.

  3. Adam Smith sagt:

    Hmmm, ich glaube nicht, daß die Währungsunion auseinanderbrechen muß oder einfach auseinanderbrechen wird. Schon gar nicht mit dem Argument der Wirtschaftlichen Diversität. Das läßt sich ganz gut leben, wenn mann den Sozialisten-Quatsch beiseite läßt: Sozialdumping, gleicher Lohn für gleiche Arbeit, Mindestlohn usw. Ob dafür aber Muddi die richtige ist?

    Es lassen sich gewaltige Ressourcen nutzbar machen bei Beseitigung dieser Marktstörungen, die eigentlich nur in D als Rechtfertigung für die gigantischen Transfers herhalten müssen, in den „ausgerutschten Ländern“ gab es andere Gründe: vor allem hat die plötzliche Entlastung der Betriebswirtschaft durch niedrigere Zinsen zu Überinvestitionen und überbordenden Lohnabschlüssen geführt. Also bei diesen Ländern ist das nie ein Thema gewesen und daher auch leicht zu korrigieren.
    Es sind nur zwei Dinge nötig: Jemand, der Klartext spricht und eine Veanwortungsstruktur in der jeder für seine eigenen Schulden aufkommt.

    Ob Muddi das kann? Ich glaube, sie fühlt sich einfach wohl, wenn sie unseren Geldsack aufmacht und ihr alle zuprostet. Die Zusammenhänge erschließen sich ihr wohl eher nicht. Und dabei hatte die FDP einen so guten Mann, in der zweiten Reihe versteckt.

    Nach langer Zeit mal wieder

    Ihr Adam Smith
    derjenige, der glaubt, es sei am besten, jeder kümmert sich um seinen eigenen Kram, dann gibt es den höchsten Wohlstand für alle. Createur der invisible Hand!

  4. FDominicus sagt:

    „Deshalb werden die nach den Regeln der Stimmenmaximierung agierenden Politiker diesen Weg nicht beschreiten. Sollten sie es dennoch wagen, würden sie auf massiven Widerstand in der Bevölkerung stoßen und zügig aus dem Amt gejagt.“

    Was spielt das für eine Rolle? Müssen die Nachfolger nicht die Schulden bezahlen? Das einzige was die Politiker doch noch machen können ist Ihre absolute Hilflosigkeit und den Bankrott erklären. Da ändert auch zig-mal wählen gar nichts dran.

    Das Geld ist nicht da und wir haben Schulden mit Schulden „gesichert“, das geht eben auf Dauer nicht. Je länger man hier so weitermacht umso schlimmer wird der unausweichliche Ausgang werden.

    • bluestar sagt:

      „Je länger man hier so weitermacht umso schlimmer wird der unausweichliche Ausgang werden.“
      Offensichtlich sind hier bereits die Würfel gefallen und wir steuern fröhlich diesem Ausgang entgegen. Die unwissende Masse ist das Problem, jetzt und auch beim bevorstehenden Aufprall in der Welt der harten Realitäten. Deshalb wird es wohl eine Inflation und Entschuldung über mehrere Jahre geben. Bei gewohnt guter Dauermanipulation durch die Einheitsmedien und Verblödungsindustrie besteht sogar Aussicht auf halbwegs friedlichen Ausgang der Maßnahmen.

      • FDominicus sagt:

        „Bei gewohnt guter Dauermanipulation durch die Einheitsmedien und Verblödungsindustrie besteht sogar Aussicht auf halbwegs friedlichen Ausgang der Maßnahmen.“

        Da habe ich leider sehr viele Bedenken. Denn das würde ja bedeuten die Leute glauben den Politikern und der Presse und solange es noch Brot und Spiele gibt, macht man alles mit. Bisher waren alle Zusammenbrüche meist mit eher mehr als weniger Gewalt gekennzeichnet, schauen wir speziell in die deutsche Geschichte zeigt sich die Systempartei(en) werden umso repressiver je mehr es auf den Untergang zugeht. Spuren verwischen, Zeugen beseitigen, das ganze Enteignungsprogramm, Zwangsanleihen, Preiskontrollen, Bekämpfung des „schwarzen“ Marktes usw usf. Und wie glauben Sie wird wohl die Inflation bekämpft werden. Denken Sie einfach an die 60 er und 70 er Jahre im letzten Jahrhundert. Inflation im zweistelligen Bereich und Zinsen irgendwo um 15 % , auf heute „gerechnet“ machen die 15 % mehr als 300 Mrd aus. Das bei einem Haushalt von gerade irgendwo um 350 Mrd. Preiskontrollen etc werden auch nichts fruchten, das hat auf Dauer nie geholfen. Und wie meinen Sie wird die „Entschuldung“ aussehen? Wahrscheinlich doch auch über irgendwo anziehende Steuern. Und das in einem System was schon mehr als die Hälfte der Zeit nur damit beschäftig ist für die Politik zu arbeiten…..

        Ob das alles auch nur halbwegs friedlich ausgehen wird?

        • bluestar sagt:

          Ob das alles auch nur halbwegs friedlich ausgehen wird ?“
          Ja das kann man nur hoffen, aber keiner weiß wie sich die Dinge entwickeln wenn die
          harten Realitäten kommen.
          Übrigens glaube ich an eine hohe Inflation zur Staatsentschuldung, jedoch im Gegensatz zum letzten Jahrhundert diesmal ohne hohe Zinsen. Dafür werden die Notenbanken sorgen.
          Ansonsten kollabieren die Staatshaushalte oder wir müssen mit neuen Zwangsabgaben rechnen. Klingt alles irgendwie nicht gut…

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