Kinder an der Macht…

24. Februar 2015 | Kategorie: RottMeyer

von Frank Meyer

Glauben Sie an einen Zufall, dass Griechenlands Hilfspaket plötzlich verlängert wurde? Im Sozialismus passieren Wunder nicht einfach so. Sie werden geplant….

Offiziell gab es ein lautes Gezerre um eine sogenannte Reformliste. Das Wort muss von „List“ stammen. Stundenlang warteten die aufgeregten Beobachter und Experten vor und hinter den Kameras auf Neuigkeiten. Wird Griechenland bestehen? Dann kam die Nachricht in großen roten Buchstaben: Oh ja! Das Hilfsprogramm wird verlängert. Was für eine gut gelungene Show voller Spiel, Spaß und Spannung. Nur Schokolade wurde vermisst. Die ergoss sich über die griechische Börse.

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Die Sache war längst klar: Am Morgen hieß es noch, die „Troika“, die man jetzt „Die Institutionen“ nennt, gab Griechenland „Formulierungshilfe“ beim Erstellen der Liste. Herrlich! Das bedeutet nichts anderes, als dass der Kontrolleur den Text diktiert. Das ist in etwa so, als ob Steuerhinterzieher die Steuergesetze schreiben oder der Fahrkartenkontrolleur dem Schwarzfahrer einen Fahrschein nachreicht.

Griechenland sagt in der Liste Schritte gegen Steuerhinterziehung zu. Das ist erstaunlich, dass das jetzt erst passiert, stand das Land doch jahrelang unter der Besatzungsaufsicht der Troika, die sich durch Blindheit auf allen Augen auszeichnete…

Der Schmuggel von Benzin und Tabak soll jetzt unterbunden werden. Ein paar Luftbuchungen später wird wohl alles in bester Ordnung sein. Damit wird Platz für das nächste Wunder geschaffen, wenn die nächsten sieben Milliarden Euro nach Griechenland fließen und kurze Zeit wieder zurück zu den Gläubigern, der öffentlichen Hand. Bleibt ja irgendwie in der Familie. Das wichstigste Untensil griechischer Regierungen war und ist das Streichholz…

streichholz

Ach, erinnern Sie sich noch daran, als 2010 der frühere Regierungschef Georgios Papandreou in Berlin den Quadriga-Preis überreicht bekam? Aus den Händen von Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann? Er wurde in der Kategorie „Kraft der Wahrhaftigkeit“ verliehen. Das war lustig! Beide haben sich inzwischen aus dem Staub gemacht.

„Wir setzen Reformen um, die seit Generationen nicht versucht und geschweige denn umgesetzt wurden.“

Darf man den Griechen jetzt gratulieren, dass sie vorerst im Euro bleiben? Man darf vor allem den europäischen Regierungschefs gratulieren, dass sie ihrem Steuervolk nicht den Verlust von 240 Milliarden Euro erklären müssen. Im Gegenteil: Sie machen Steuergeld locker, das nach Griechenland fließt und von dort wieder zurück. Etwaige Zinsgewinne verteilt die EZB unter ihren Mitgliedern.

Sandstreuen mit System

Und die Griechen dürfen weiterhin die verpulverten Milliarden ihrer alten ReGIERungen abstottern. Die wirklichen Nutznießer dieser verschwenderischen Politik hatten genügend Zeit, ihr Geld ins Ausland zu bringen. Was jetzt fehlt, sind die Details, wie Hellas Bürger an der Schuldenlast nicht sofort ersticken bzw. steuerfähig bleiben in der Hoffnung, die EZB inflationiert den Schuldenberg weg.

Schwarmdumm: So blöd sind wir nur gemeinsam

Es wird noch viele Reden geben, neue Schlagzeilen und eine „berlusconisierte“ Art des Verkleisterns der Realität. Dabei ist das Euro-Fundament weiter morsch. Es wird seltsam sein, wenn dann überall neue Gardinen angebracht und die Fassaden neu gestrichen werden mit Worten, deren Inhalt so leer ist wie die griechische Staatskasse. Noch ein Wunder…

Fein raus sind die Banken. Sie feierten mit aus dem Nichts geschaffenen Krediten an Griechenland eine super Sause mit super Zinsen. Als aber die Sache zu heiß wurde, gaben sie die Schuldscheine der öffentlichen Hand. Diese erzählte dann, alle Hilfsgelder wären für die Griechen, welchen es damit immer schlechter ging. Ja, Griechenland ist pleite, darf es aber nicht sein, nicht im Sozialismus.

Ein Geldsystem, welches auf Schulden basiert, benötigt mehr und nicht weniger Schulden. Dieser Laborversuch dürfte als gescheitert gelten und von der Politik begriffen worden sein. Diese aber versucht es noch mit neuer Fassadenfarbe – wie in der DDR. Ein Europa, wie wir es lieben sollen.

Ja, kaufen Sie ruhig griechische Aktien, sollten Sie unter Anlagenotstand leiden. Griechische Anleihen? Oder beides, allein aus Solidarität. Im europäischen Sozialismus ist es einfach sein Geld zu vermehren, indem man in Müll investiert und auf die Interventionen hofft, welche aus Stroh Gold machen. Ich kann mich nicht erinnern, dass diese Interventionen jemals ausgeblieben sind.




 

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