KfW-Gelder für die Ukrainische Einlagensicherung

3. April 2015 | Kategorie: RottMeyer

von Bankhaus Rott

Ein schöner neuer Morgen in Absurdistan, dem Land, in dem die Sonne des Wahnsinns an allen sieben Tagen der Woche strahlt. Eine besonders bemerkenswerte Nachricht für sonnige Gemüter lieferte in dieser Woche die Staatsbank KfW.

Offenbar erweitert man in Frankfurt die Mission Wiederaufbau nun auf die Ukraine. Nachdem in der EU der Auflösungspozess der Einlagensicherung offensichlich begonnen hat, möchte man sie andernorts stärken. Das wird den Steuerzahler sicher freuen, falls er es denn mitbekommt.

Während die Ukraine als Ganzes nicht mehr existiert und Teile des Landes sowie die gesamte finanzielle Lage des Landes in Tümmern liegen, öffnet die deutsche Staatsbank das Füllhorn. Ein paar hundert Millionen stellt man bereit.

(KfW) KfW steht für den Wiederaufbau bereit: 500 Mio. EUR für die Ostukraine

Pressemitteilung vom 01.04.2015 / KfW

  • Ungebundener Finanzkredit für Infrastrukturprojekte
  • Hilfe für Binnenflüchtlinge aus den Regionen Donetsk und Lugansk
  • Verbesserung und Bereitstellung von Straßen, Gesundheitszentren sowie Modernisierung von Stromübertragungsleitungen

Der Geschäftsbereich KfW Entwicklungsbank hat im Auftrag der Bundesregierung einen Rahmenvertrag für Darlehen in Höhe von bis zu 500 Mio. EUR unterzeichnet. Die Bundesregierung übernimmt die Garantie für diese Kredite. In erster Linie fließen die Kredite in die Modernisierung in den Bereichen Verkehr, Energiewirtschaft, Wärmeversorgung, Energieeffizienz, Wasserversorgung und Abwasserentsorgung, soziale Infrastruktur sowie den Wiederaufbau und den Bau von Wohnungen. Auch ist geplant, in der gegenwärtigen Krise des ukrainischen Finanzsektors die Ersparnisse der Kleinsparer durch die Stärkung des ukrainischen Einlagensicherungsfonds abzusichern.

Man weiß nicht, ob man eher wegen Euphemismen wie dem Begriff „Modernisierung“ oder über das dicke Ende der Verlautbarung den Kopf schütteln soll. Die Frankfurter Anstalt stärkt nun mit einer Garantie des Deutschen Steuerzahlers die Einlagensicherung in der Ukraine.

Natürlich stellen sich gleich weitere Fragen. Was machen beispielsweise die Kleinsparer in Libyen?

Falls Sie Fragen an die KfW haben sollten lohnt sich der Blick auf die Mitgliederliste des Verwaltungsrats. Danach hat man eigentlich keine Fragen mehr. Man beachte die Anzahl, die jeden etwaigen Mangel an Fachkenntnissen einzelner Mitglieder schlicht hinwegdiversifiziert. Mit diesem Team kann doch wirklich nichts schief gehen ….



 

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4 Kommentare auf "KfW-Gelder für die Ukrainische Einlagensicherung"

  1. Insasse sagt:

    Sehr geehrtes Bankhaus Rott,

    Sie übersehen geflissentlich, das die bunte Republik mit solchen Krediten immer nur super-duper (Zins-) Geschäfte macht. So lese und höre ich es jedenfalls allenthalben täglich in den hiesigen Mainstreammedien; derzeit hauptsächlich, wenn es um die „Hilfs“Kredite an GR geht („Deutschland ist der große Gewinner“).

    Im Ernst: Hier unterstützt die eine Politmafia die andere. Das Geld wird in irgendwelchen dunklen Kanälen versickern. Welcher von den hiesigen Politkaspern, will denn in diesem völlig kaputten Land wie kontrollieren, was mit dem Geld passiert?

    Als ein „Insasse in der Anstalt“ wage ich mich vor diesem Hintergrund mal unter die VTler: Mit der Kohle werden amerikanische Waffenlieferungen an die Ukraine bezahlt. Die „Anweisung“ hierfür kam aus Übersee.

    BTW: Selbstverständlich garantiert nicht die kriminelle Personenvereinigung, die sich Bundesregierung schimpft, für diesen Kredit, sondern der deutsche Steuerzahler. Aber das ist ja nichts wirklich Neues mehr in dieser irren Anstalt. Schmerz lass nach!

    In diesem Sinne: Frohe Ostern!

  2. Bankhaus Rott sagt:

    Guten Abend Insasse,

    da haben Sie Recht. Man wundert sich täglich, dass eine bekannte Postille noch nicht mit dem Titel „Wir sind Gewinner“ aufgemacht hat!

    Die Frage, wer in einer derart verfahrenen Situation in einem nicht erst seit letztem Jahr korrupten System überhaupt noch in der Lage (oder willens) ist, etwas zu kontrollieren, bleibt leider offen. Ein einfaches „niemand“ trifft wohl den Kern ziemlich exakt. Unter allen Absurditäten ist der Passus zur Einlagensicherung allerdings ein echtes Juwel.

    Alles Gute in die Anstalt und auch Ihnen Frohe Ostern
    Ihr Bankhaus Rott

  3. stonefights sagt:

    Vielen Dank für ihre Arbeit.
    Einen Gedanken zum „Mangel an Fachkenntnissen“.
    Da ich mittlerweile nur noch mit meiner täglichen Spritze (auf der Umverpackung steht: „Zynismus – 100% glut(en)frei“) über den Tag komme, sei mir mein unsachlicher Kommentar hierzu verziehen.
    Der CGB (Corporate Governance Bericht) der KfW lässt hierzu keinerlei Fragen offen:
    „…Die im Verwaltungsrat vertretenen Mitglieder der Bundesregierung
    erhalten seit dem Geschäftsjahr 2010 keine Vergütung mehr. Die übrigen
    Verwaltungsratsmitglieder erhalten eine vergleichsweise geringe Vergütung.
    Insofern wird der Selbstbehalt „null“ für die Mitglieder des Verwaltungsrats
    als angemessen erachtet…“
    Aufgrund der oben zitierten Nullen bei den Mitgliedern ergibt sich dann doch wieder
    der ein oder andere Interpretationsspielraum hinsichtlich getroffener Entscheidungen.
    LG, stonefights

  4. astroman sagt:

    Mich dünkt, das moderne Geldwesen ist entrückt und politisch abschließend instrumentalisiert.

    Dem pro-westlichen Teilen der Ukraine: Willkommen im Club. Mit ein bisschen Nachsitzen und Reformeifer gibt’s auch morgen noch frischen Kredit und ganz bestimmt auch Aufschwung.

    Kommt einem das folgende bzgl. der Thematik bekannt vor?

    „Die Kanzlerin hat der Ukraine „beachtliche Reformschritte“ bescheinigt und weitere Unterstützung zugesagt. […] Als Beispiele für die „beachtlichen Reformschritte“ nannte Merkel die entscheidende Bekämpfung der Korruption und mehr Transparenz im Steuersystem. […] Die Bundesregierung habe einen Kreditrahmen von 500 Millionen Euro zur Unterstützung der Ukraine zur Verfügung gestellt. 300 Millionen sollen laut Merkel jetzt gezielt eingesetzt werden, u.a. für die Modernisierung der ukrainischen Infrastruktur, der Wirtschaft und des Gesundheitswesens. “ (Quelle: http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Artikel/2015/04/2015-04-01-ukraine-merkel-jazenjuk.html)

    Hach, wat simma doch spendabel. Mittlerweile kann man ja doch schon wieder froh sein, dass es digitale Notenpressen mit verbalen Staatsgarantien zu Nullkosten gibt. Man stelle sich mal vor, das alles würde mit echtem Geld getan, womöglich auch noch aus dem Steuersäckel. Dann würde uns das Geld schon heute unmittelbar fehlen und nicht erst morgen auf versteckte Weise.

    Falls es mal ein Buch gibt, dass nicht allein erklärt, wieso das aktuelle Geldsystem doofe Ohren hat, sondern das neue Geldsystem abschließend mit seinen Vorzügen gut erklärt, so wäre ich offen dafür. Ich will’s ja auch nur verstehen, um mich nicht unzeitgemäß zu verhalten: So mit Sparen und Geld ausgeben, was man hat, und Kredit aufnehmen, den man zu Lebzeiten gut tilgen kann.

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