Keine Entwarnung bei den Minen

4. Oktober 2013 | Kategorie: RottMeyer

von Bankhaus Rott

In guten Zeiten wird im Bergbau viel über Reserven und strategische Projekte gesprochen. In harten Zeiten kann man sich von den Reserven nichts kaufen und die Pläne der Vergangenheit kosten Milliarden in der Gegenwart. In diesen Zeiten zählt nur Cash. Und davon haben viele Minen immer weniger…

Der Goldpreis ist trotz Korrektur immer noch mehr als vier Mal so hoch wie im Jahr 2000. Dennoch schaffen es viele Minen nicht, den Abfluss von Geld zu stoppen. Einige kleinere Minen sind bereits pleite, weitere werden folgen. Auch die großen Firmen sind nicht vor den Folgen des Missmanagements gefeit. Zu hohe Erwartungen und zweifelhafte Prognosen machen auch den Schwergewichten des Sektors zu schaffen.

Die immer noch kursierenden „Cash-Kosten“ vieler Bergbaufirmen sind nicht glaubwürdig. Wie auch immer die Unternehmen auf diese Zahlen kommen, selbst bei Preisen deutlich über diesen Kosten verbrennen die meisten Firmen Geld. Was nützen niedrige Kosten in Mine A und Mine B, wenn man im Minenprojekt B gleichzeitig ein paar Milliarden in den Sand setzt.

Trotz allein in den letzten 12Monaten um gut ein Drittel reduzierter Investitionen sind viele Firmen in mehr oder weniger akuter Geldnot. Während die großen Minen um den Preis hoher Zinsen noch Zugang zum Kapitalmarkt haben, hoffen viele Explorer auf ein Wunder oder auf naive oder verzweifelte Anleger, die an einer Kapitalerhöhung teilnehmen oder Anleihen zeichnen.

Allen emotional geprägten Manipulationsbeschwerden zum Trotz dürfen sich Unternehmen, die es bei diesem Goldpreis nicht schaffen, kein Geld zu verbrennen, an die eigene Nase fassen. Der gute alte Satz eine Goldmine sei ein Loch in der Erde mit einem Lügner, der daneben stehe erlebt eine Renaissance. Neben dem Loch in der Erde kommt bei den meisten nun noch ein wachsendes Loch in der Bilanz dazu. Wie die Entwicklung der Kurse des Goldbugs-Index (HUI) und der Free Cash Flows gerechnet auf den Index zusammenhängen zeigt die folgende Grafik.

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Schaut man sich die die Entwicklung bei einigen der bekannteren Einzeltitel an, sieht man das Ausmaß der Bescherung. Die derzeitige Situation ist keine kleine Delle, sie ist ein echtes Problem. Helfen würde den Firmen ein rascher und deutlicher Anstieg der Edelmetallpreise, aber Hoffnung ersetzt bekanntlich keine Strategie.

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So ist Vorsicht angebracht, wenn Unternehmensleiter von einer Vermehrfachung des Goldpreises ausgehen. Nicht weil so etwas unmöglich ist, was ist schon unmöglich. Das gefährliche an solchen Aussagen ist, dass sie vermuten lassen, auf welcher Basis die entsprechende Firma und deren Investitionen gesteuert werden… (Seite 2)

 

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