Keine Entwarnung bei den Minen (II.)

30. Dezember 2013 | Kategorie: RottMeyer

von Bankhaus Rott

Wenig erfreut starren derzeit vermutlich die Chefs der Edelmetallproduzenten auf ihre Bildschirme. Die Hoffnung auf eine rasche und nachhaltige Erholung der Quotierungen hat sich nicht erfüllt, so dass viele wohl eher dem Insolvenzrichter als ihrem Kursziel begegnen werden. Der Kampf ums Überleben geht weiter …

Die Anzahl der Kapitalmaßnahmen im Minen-Sekor hielt sich im laufenden Jahr in Grenzen. Das liegt jedoch nicht an der bilanziellen Gesundheit der Firmen. Die meisten Unternehmen sind schlichtweg nicht in der Lage, sich zu für Sie tragbaren Konditionen Fremd- oder Eigenkapital zu besorgen.

Ein Blick auf einen bekannten Branchenindex zeigt, warum eine nennenswerte Kapitalerhöhung über die Platzierung neuer Aktien vielen nicht behagt. Gut 70% hat der Index seit seinem Top im September 2011 verloren. Bemerkenswert ist die Stetigkeit des Rückgangs, der keine bedeutende Gegenwehr erkennen lässt.

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Nicht nur die Firmen im HUI sind betroffen. Auf Jahressicht zeigt Bloomberg für die großen und kleinen Firmen des gesamten Sektors immerhin mehr als 200 Kapitalerhöhungen an. Der Erfolg dieser Aktienverkäufe ist zumindest für die Käufer bisher äußerst bescheiden ausgefallen. Im Mittel liegen die neuen Aktien trotz des üblichen Abschlags bei der Platzierung um mehr als 25% im Minus. Das mag der eine oder andere sich als inkarnierter oder konvertierter Langfristinvestor schönreden, um dann die Entwicklung bis zum Totalverlust auszusitzen. Alleine eine Aktie lange zu halten macht jedoch aus einem Unternehmen noch kein Value-Investment.

Von „Value“ sind die meisten Firmen des Sektor noch immer noch ein gutes Stück entfernt, wenn sie sich auch alle Mühe geben, billiger zu werden. Selbst die eine oder andere Nahtoderfahrung hatten die Aktienverkäufer schon nach wenigen Monaten zu bieten. Ein Minus von mehr als 80% ist als Anlageergebnis für Teilnehmer einer diesjährigen Kapitalerhöhung kleinerer Firmen keine Seltenheit. Dies in weniger als einem Jahr zu schaffen ist eine stramme Leistung. Wie die Kurse bei dauerhafter Verwässerung überhaupt steigen sollen, bleibt ein Geheimnis der Firmenleitungen und der ins Horn stoßenden Finanz-Entertainer… (Seite 2)

 

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