Keine Angst, der will nur sparen

5. Juni 2015 | Kategorie: RottMeyer

von Bankhaus Rott

Der hoffnungsfrohe Zentralbänker hat eine herzerfrischend einfache Weltsicht. Die Basis dieser Sicht ist eine erprobte Mischung aus der wirren Scheinkomplexität fadenscheiniger Modelle und einem fest verwurzelten Hang zur Planwirtschaft. Über alle offiziellen Kanäle wird dieses Paradigma verbreitet und so erklärt der Wirtschaftsplaner dem widerborstigen Bürger, was der gefälligst zu wollen hat…

Wer heutzutage noch Sudoku-Hefte kauft, der kennt offenbar die wunderbare Welt der BBR (Brüsseler Bürokratische Republik) und ihrer Finanzierungs- und Regulierungsbehörde EZB nicht. Weiß der Konsument keinen Rat, warum oder ob er  überhaupt etwas von seinem Geld ausgeben soll, so lässt die Antwort nicht lange auf sich warten. Natürlich solle man das Geld ausgeben! Ein bisschen mehr Konsum ist schließlich gut für die Wirtschaft. Das ist wenig überraschend, jedoch ist die kaum verborgene Hektik bemerkenswert. So ist es für die Planer offenbar überlebensnotwendig, dass alle Bürger möglichst ihr gesamtes Geld, gerne auch mehr, so schnell wie möglich ausgeben. Sollte das Volk hier anderer Meinung sein, wird es mit Negativzinsen sanft in die gewünschte Richtung geschubst. Es gilt offenbar den finalen Konsumschub auszulösen, der es der Wirtschaft durch den geballten Kaufrausch der Massen endlich ermöglicht die Erdanziehungskraft zu überwinden.

Ist es nicht seltsam, wie viele es schaffen, bei einer Rückblende zum Thema DDR-Wirtschaft beflissen zu achen, beim leeren Geschwafel von Draghi & Co aber staatsmännisch dreinzuschauen und allem Unfug zum Trotz ernst bleiben?

bbr

Die Ideen sind aber auch glänzend. Besonders hübsch sind die vermeintlich so hilfreiche Geldentwertung und die Kreditgeber-Abgabe, wenn man sie in die Welt des Materiellen überträgt. Der Verlust der Kaufkraft lässt sich auch von Laien leicht am Getränkemarkt nachspielen. Einfach von jeder Kiste Bier direkt nach dem Kauf ein Zehntel der Flaschen den Gulli vor dem Supermarkt entleeren. Und? Vermutlich spüren Sie in der Sinnlosigkeit des Handelns bereits den Funken des nahenden Aufschwungs.

Auch über den Effekt der Qualitätssteigerung sollte man neu nachdenken. So hat ja die Veränderung der Produktqualität Einfluss auf die Berechnung der Indizes für die Preissteigerungen. Da der Bürger ja angeblich nur kauft, wenn eine Preissteigerung erwartet wird, darf man ja davon ausgehen, dass es für den Konsum ebenso toll wäre, wenn die Produktqualität bei stagnierenden Preisen nachlässt. In einigen Sektoren ist man von diesem Zielbild ohnehin nicht weit entfernt, man denke nur an toxische Chemotextilien so mancher Ramschkette. Die neue wirtschaftliche Hoffnung der Zentralplaner lässt sich also wie folgt zusammenfassen: Ein Produkt muss entweder teurer oder schlechter werden. Alle bezahlen mit Karte. Ganz schön trostlos.

Negative Zinsen und vor allem negative Risikoprämien könnten auch die Versicherungswirtschaft revolutionieren. Die Folgen wären denen manch anderer Revolution ganz ähnlich. Man stelle sich vor, sie schließen eine Feuerversicherung für Ihr Haus ab und die Allianz überweist Ihnen dafür jeden Monat 10 Euro. Der eingebildete Rauchgeruch ist lediglich die Hitze im Wirtschaftsmotor, der sich auf die künftige Vollbeschäftigung einstellt. Eine schöne neue Welt, der man voller Optimismus entgegen blicken darf. Es geht eben nichts über gute Planung.

Mit dem großen Besteck der EZB, etwa den Anleihekäufen und anhaltenden Liquiditätshilfen, fuhrwerkt man munter weiter am offenen Herzen des Patienten herum. Man darf lange darüber rätseln, warum jemand seinen Konsum steigern oder eine Investition tätigen sollte, weil er statt einer Staatsanleihe im Depot nun den entsprechenden Gegenwert auf seinem Verrechnungskonto findet. Fühlen Sie sich reicher, wenn Sie heute ihre zehn Daimler Aktien verkaufen? Falls nicht, dann sollte man über die hilflosen Versuche der Zentralbanken vielleicht noch einmal nachdenken.

All die schönen Dinge werden nicht funktionieren, weil sie nicht funktionieren können. So schön die eine Seite der Medaille glänzen mag, sie hat immer eine Kehrseite. Der einzige Effekt, den die Markteingriffe haben, ist preislicher Natur, was zweifellos nicht wenige Marktteilnehmer gefreut haben dürfte. Warum man das Geld nicht gleich allen Bürgern aufs Konto bucht, dürfte an einer genauen Vorstellung davon liegen, wem das Geld nutzen soll. Aber das ist natürlich nur eine finstere Theorie aus dem dunklen Schlund des Internets.



Der Umweg über den Finanzmarkt hat einen sehr hilfreichen Effekt. Er verschleiert äußerst wirkungsvoll, wie kaputt die Maschine wirklich ist. Die künstlich verkomplizierte Welt ähnelt der fremdsprachlich formulierten Diagnose des Hausarztes für den gewöhnlichen Schnupfen oder der auf der Bewahrung des Abstands ausgelegten Messe in lateinischer Sprache. Nicht ändern lässt sich durch diesen Umweg jedoch die immer tiefer sitzende Gewissheit vieler Bürger, irgendetwas sei komplett aus den Fugen geraten. Daran ändert die der DDR-Berichterstattung immer ähnlicher werdende offizielle Medienwelt. Selbst in der Wirklichkeit ernste Themen, wie etwa die seit Jahren absehbare und kommende Insolvenz des griechischen Staates, entfalten durch das slapstickartige mediale Wechselspiel zwischen Jubelarie (Eine Lösung – Ah!) und Enttäuschung (Doch nicht – Oh!) eine geradezu groteske Wirkung. Glücksrad. Staatspleite. Drohnenangriff. Bauer sucht Frau. Willkommen in der Verblödungsmatrix.

Auch der gern erwähnte und vermeintlich die Konjunktur stimulierende Effekt niedriger Zinsen gehört zu den Hoffnungsträgern der Planer. In der Tat ermöglichen niedrige Zinsen den Schuldnern derzeit, für lächerlich niedrige Sätze Geld zu leihen. Aber auch diese Medaille hat zwei Seiten. Was der eine nicht zahlt, bekommt der andere nicht. So freut sich der Schuldner und der Gläubiger ärgert sich. Will derjenige sein Geld, oft aus gutem Grund, nicht mehr verleihen, gibt es schnell Probleme. Ganz frei ist bei der Entscheidung, Geld zu verleihen oder dies nicht zu tun, nicht jeder, denn zur Kategorie Geld verleihen gehört es auch, sein Geld auf einem Bankkonto liegen zu lassen. Wer sein Geld nicht mehr verleihen will, der kann es abheben – dachte man. Mittlerweile gilt dieser Grundsatz offenbar auch bei nicht offiziell insolventen Banken nicht mehr. Das darf man ruhig eine Zäsur nennen. Vermutlich aus reinem Zeitmangel hat die Tagesschau nicht  über dieses Ereignis berichtet.

So geschehen bei einer Schweizer Pensionskasse, die keine Zinsen für das Guthaben auf ihrem Konto zahlen wollte. Der Kunde wollte der Bank keinen Kredit zu geben und dafür Geld zahlen. Dem Wunsch des Kunden wurde nicht entsprochen. Das sei so nicht vorgesehen wurde mit Hinweis auf die Schweizer Nationalbank SNB gesagt. Man muss sich vor Augen halten, was das im Kern bedeutet. Sie dürfen nicht über Ihr Geld verfügen, weil jemand etwas dagegen hat. Es ist schon eine tolle Freiheit. Wenn man sich sein Guthaben nicht auszahlen lassen darf, wenn man will, sollte man allerdings auch über höhere Zinssätze nachdenken. Ob diese der zwangsweise verlängerten  Leihfrist angepasst wurden? Wie wäre es mit einem von der Bank zu entrichtenden Strafzahlung, die sich an den Zinsen für Dispositionskredite orientiert? Denn eins ist klar, anders herum funktioniert diese Methode sicher nicht. Wer versucht, einer Bank das von ihr geliehene Geld nicht zurückzugeben, wird dies rasch zu spüren bekommen. Im Grunde aber sollte man eine Bank die angeblich täglich verfügbare Guthaben nicht auszahlen kann oder will umgehend schließen. Zumindest sollte man bei einer solchen Bank kein Geld mehr einzahlen. Ein einfacher Umweg wäre beispielsweise der Kauf kurz laufender Wertpapiere und der Transfer der Depotposition zu einer anderen Bank. Es wäre doch interessant zu sehen, ob es noch klappt.

Wie wäre es mit einer vergleichsweise einfach umzusetzenden Idee. Jeder Bürger erhält eine zusätzliche Karte, auf der er sein Geld parken kann. eine Art elektronischer Geldbörse – kein Konto. Es gibt keine Zinsen, weder positiv, noch negativ. Man kann die Karte nutzen, man muss nicht. Will er einer Bank Geld leihen, zahlt er es auf ein Bankkonto ein, wenn nicht, dann lässt er es bleiben. Das wäre doch eine schöne Sache. So entfiele auch der Zwang, sein Monatsgehalt regelmäßig zunächst in voller Höhe einer Bank zu leihen und damit zwangsweise ein Kreditrisiko einzugehen.  An bundesweiten Automaten der Bundesbank könnte man jederzeit Bargeld ziehen wie an den Maschinen der Geschäftsbanken. Ohne debile Werbung. Ein Traum! Eine Einlagensicherung braucht man auch nicht mehr, wer sein Geld bei der Bank parkt geht ein Kreditrisiko ein wie ein Anleihekäufer und ist dafür selbst verantwortlich. So könnte die Commerzbank, auch Loch Bless genannt, beruhigt pleite gehen. Wie praktisch! Aber allzu viel Bewusstsein für die Unterschiede zwischen (Bar)Geld und Kredit möchte man vermutlich nicht schaffen. Vermutlich würde so ein System auch nur der Abschaffung des Bargelds Vorschub leisten.

Aber nicht nur die zwar sympathische aber trügerische Hoffnung man habe sein Geld bei der Bank und nicht etwa  eine Forderung an die Bank hat sich hartnäckig festgesetzt. Auch in der Welt der Kapitalanlage existiert so manches Missverständnis. Darunter auch der Gedanke, Geld könne in eine Anlageklasse hinein oder aus dieser heraus fließen. Das ist falsch. Weder fließt Geld in Rentenpapiere, noch fließt es in den Aktienmarkt. Jedes Wertpapier wird zu jedem Zeitpunkt seiner Existenz von jemandem gehalten. Daher ist auch der Begriff vom Geld, das „an der Seitenlinie“ auf seinen Einsatz wartet wie der Bankdrücker des FC Bayern, Unfug.

Aggressive Käufer können den Verkäufern die gesuchten Papiere aus den Händen reißen und die Preise für die Aktien nach oben drücken. Fehlende Käufer können zu Luftlöchern führen, durch die die Kurse der Papiere herunter purzeln, wenn die Verkäufer panisch nach Angeboten suchen. Vor der Transaktion hat jedoch immer jemand die Aktie und ein anderer das Geld und nachher ist es anders herum. Wertpapiere kann man nicht in einer virtuellen Cloud parken und sie bei erneutem Interesse wieder herunterladen (Rotations-Irrsinn von Wolke 7).

Manchmal bezahlt jemand für die erwarteten Zahlungsströme, für die ein Wertpapier steht mehr, ein anderes Mal zahlt er weniger. Abgesehen von einigen Vermögenseffekten, die eher psychologischer Natur sind, sorgen auch die Zentralbankexperimente schlichtweg für eine aggressivere Haltung der Anleger. Sie sind bereit,, mehr für die zugrunde liegenden Cash Flows zu bezahlen. Wo das endet ist bekannt, von daher sind auch die empirischen Ergebnisse über den sehr geringen Einfluss eines steigenden Aktiendepots auf die Konsumneigung wenig überraschend. Da jemand vor dem Konsum die höher bewerteten Papiere bezahlen muss, kommt per Saldo auch über diesen Effekt nichts heraus. Aber alles andere wäre auch eine Überraschung gewesen.

So bleibt es also spannend. Jeder soll mehr Geld ausgeben, nur abheben darf man es nicht. Da ist doch irgendwo noch Sand im Getriebe.


 

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9 Kommentare auf "Keine Angst, der will nur sparen"

  1. Insasse sagt:

    Sehr geehrtes Bankhaus Rott, jetzt ist Ihnen der Sozialismus 2.0 (der eigentlich „Sozialismus westeuropäischer Prägung“ heißen müsste, denn seine Wurzeln liegen schon weit in der Zeit vor 1989) aber sehr auf den Magen geschlagen! Da geben sich die unfähigen Zentralplaner auf allen Ebenen so viel Mühe, um Ihnen ein gutes Gefühl in einer sicheren Gemeinschaft zu verschaffen und Sie finden ständig ein Haar in der Suppe. Wo gehobelt wird, fallen Späne! Das weiß doch jeder. Und dies gilt insbesondere für den Sozialismus, in dem eine immer größere Mehrheit von Nichtsnutzen über den immer kleiner werdenden Rest der Produktiven herrscht. Wobei auch die Produktiven in einem solchen System zuh Nichtsnutzen werden können. Nämlich dann, wenn ihr nicht überlebensfähiges Geschäftsmodell durch Manipulation der schon etablierten Nichtsnutze am Leben erhalten wird. Die Späne sind übrigens die Zwangsabgaben und oder die Zwangsenteignung für die Nichtsnutze, die sonst nicht überleben könnten. Einen Trost gibt es: Der Sozialismus erledigt sich zwangsläufig aus sich selbst heraus. Das Dumme daran: Man weiß nicht wann.

    In diesem Sinne ein schönes Wochenende aus der Anstalt vom Insassen

    • Bankhaus Rott sagt:

      Hallo Insasse,

      danke für die aufmunternde Nachricht!

      Wir werden die Suppe fortan einfach als planwirtschaftliche Spezialität „Haarsuppe“ in Ehren halten und auslöffeln! Wenn nur die verdammten Erbsen nicht wären, die müsste mal jemand zählen 😉

      Ihnen ein schönes Wochenende,
      Bankhaus Rott

  2. Skyjumper sagt:

    @ Bankhaus Rott
    „Jedes Wertpapier wird zu jedem Zeitpunkt seiner Existenz von jemandem gehalten. Daher ist auch der Begriff vom Geld, das „an der Seitenlinie“ auf seinen Einsatz wartet wie der Bankdrücker des FC Bayern, Unfug. ………../……….. Vor der Transaktion hat jedoch immer jemand die Aktie und ein anderer das Geld und nachher ist es anders herum.“

    Es ist ja manchmal wie mit Radio Eriwan: Im Prinzip ja, aber …….

    Das ist alles richtig. Aber selbstverständlich gibt es gleichwohl Geld dass „an der Seitenlinie wartet“. Nämlich die Sichtguthaben die eben bisher gegen kein Wertpapier (gleich welcher Art) getauscht wurden, obwohl dies das prinzipielle Ziel der Gutahabenhalter wäre. Was Sie beschreiben (und „unterstellen“) ist der Austausch des FC-Bayern Spieler von der Reservebank gegen einen aktiven Feldspieler. Ja: Durch diesen Austausch reduziert/erhöht sich die Zahl der Spieler am Seitenrand natürlich nicht. Genausowenig wie sich die Sichtguthaben durch eine Kauf-/Verkaufstransaktion mit bestehenden Wertpapieren verändern würde. Der Saldo aus Wertpapieren und Guthaben bleibt unverändert. Dennoch macht dieser Tausch mit schöner Regelmässigkeit für den einen Sinn, für den anderen nicht. Das aber nur am Rande.

    Anders sieht es jedoch aus, wenn NEUE, bisher nicht existente Wertpapiere mit in die Betrachtung einbezogen werden. Und gerade das Bankhaus Rott weist erfreulicher Weise mit schöner Regelmässigkeit darauf hin mit welch irrsinniger Geschwindigkeit in den letzten Jahren derartige neue Wertpapiere kreiert werden. Seien das nun neue Aktien der Mienenunternehmen (Kohle, Gold) zur Deckung ihrer Fehlinvestitionen, neue Aktien in der Bankenbranche zur Deckung ihrer Unterkapitalisierung, neue Unternehmensanleihen (auch vorzugsweise in den bereits genannten Branchen, oder auch neue Staatsanleihen (sofern deren Erlös nicht gerade zur Tilgung auslaufender Anleihen genutzt wird). All diese Fälle thematisieren sie regelmässig und warnen berechtigt (und unterm Strich wohl vergeblich) davor bei der Jagd nach Rendite das Risiko zu unterschätzen.

    In diesen Fällen verschwindet das an der Seitenlinie wartende Geld tatsächlich ersatzlos (im Sinne von Austausch) und lässt den „System-Saldo“ wachsen. Und je nach Umständen ist es vorwiegend als die eine Assetklasse, mal die andere. Mir ist daher nicht ganz klar mit welcher Intention Sie die eingeengte Systemvariante (ohne neue Wertpapiere) so betonen?

    • gilga sagt:

      Auch wenn es „neue“ Papiere bzw. Anleihen sind in die getauscht wird… wo kam das Geld her? Wenn es sich nicht um Bargeld handelte war es ebenfalls irgendwo investiert. Auch die Forderungen von Privatpersonen an Kreditanstalten (gemeinhin Konto genannt) sind ja irgendwo investiert… in der Regel in (Staats)Anleihen. Und selbst wenn es sich um Bargeld handelt, stellt das halten eine Form der Investition nicht unähnlich zu Anleihen dar (m.E. nach handelt es sich um sowas wie eine endlos laufende Anleihe/Zertifikat mit 0-Zins wobei der Herausgeber die jeweilige Zentralbank ist). Insofern stimme ich dem Bankhaus Rott zu: Es gibt keine Rotation sondern nur einen Tausch durch Marktteilnehmer 1 von A in B und Marktteilnehmer 2 von B in A zum zu diesen Zeitpunkt gültigen Marktpreis. Dieser Preis und dessen Bewertung (vor allem im Nachgang) ist dann allerdings eine ganz andere Geschichte.

  3. anonym sagt:

    Der Vergleich mit der EU-Sowjetunion hinkt aber, so gern er von vielen auch benutzt wird.

    In der Sowjetunion ging es sozialistisch zu (einheitliche Preise staatlich vorgegeben, Staatsbetriebe usw.). Wir hingegen haben ja immer noch den Kapitalismus.

    Nur daß der jetzt immer diktatorischer daher kommt, was aber absolut nichts mit Sozialismus zu tun hat. Es ist diktatorischer Kapitalismus. Ja, den gibt es auch.

    Wenn Sie so wollen wir jetzt das negative von beiden Systemen vereint.

    • Bankhaus Rott sagt:

      Hallo anonym,

      „Nur daß der jetzt immer diktatorischer daher kommt, was aber absolut nichts mit Sozialismus zu tun hat“

      Besondere Mühe, einen demokratischen Eindruck zu machen, hat sich allerdings auch so mancher Sozialismus-Versuch nicht.

      Beste Grüße
      Bankhaus Rott

  4. Bankhaus Rott sagt:

    Hallo Skyjumper,

    danke für Ihre Anmerkungen.

    Uns geht es in diesem Artikel gar nicht um die Details am Rande der Cash-Flows. Vielmehr sollte, wie sie richtig anmerken, nicht zum ersten Male, auf einige grundsätzliche Missverständnisse am Finanzmarkt und in der Berichterstattung hingewiesen werden. Daher beziehen sich die Aussagen wie erwähnt auf existierende Wertpapiere, die den Löwenanteil des Marktes ausmachen. Die Einschränkung hält sich aufs System bezogen daher in Grenzen.

    Natürlich liegt der Fall bei neuen Wertpapieren möglicherweise anders. Generalisieren kann man diesen Fall jedoch ebenfalls nicht, dazu wäre eine Unterscheidung vonnöten, ob es sich bei einer Anleihe beispielsweise um eine Anschlussfinanzierung oder um wirklich neue Schulden handelt. Ein anderes Beispiel wäre ein Aktienrückkauf, der über einen Anleiheverkauf finanziert wird.

    Gleiches gilt für Fälligkeiten, daher der Hinweis auf die „Dauer der Existenz“ des Wertpapiers.

    Beste Grüße
    Bankhaus Rott

  5. Michael sagt:

    In der Praxis, stellt man sich jetzt vor ein wenig Geld das am Monatensende übrig bliebe käme aus dem Lohntütchen, wird die sog. Spareinlage vernichtet und aufgeschrieben – am Tage XYZ wurde Kaufkraft bewertet 1:1 in Währung abgegeben am Bankschalter. Das steht im Sparbuch und auch im Kontoauszug. Geld resp. angesparte Kaufkraft die ‚Wirtschaft‘ nicht benötig resp. gebraucht wird heute in der Praxis vernichtet. Bei einer volksnahen Bank – traditionelle Mittelstandsbank – wäre eben die Differenz zwischen Zinseinnahmen und Kreditausfällen die Basis für etwaige Zinszahlung auf Sparguthaben.

  6. FDominicus sagt:

    Gerade gestern abend, hat mir meine Frau was über angebliches Vollgeld vorgelesen. Wo ich Ihr erklärt habe, auch das kann nicht funktionieren, weil eben Sichteinlagen immer noch verliehen werden können, d.h. ein Bank Run ist immer noch möglich und umso wahrscheinlicher je enger es wird.

    Es ist völlig klar, warum es um Geld und Geldgeschäfte immer so nebulös gesprochen wird. Man muß sich ja bemühen einen Betrug zu decken und so tun als ob das alles „in Ordnung“ wäre.

    Komischerweise brauchen das nur die VWL Mainstream Leute, die angestellten Banker, aber nicht die „Österreicher“ – daraus könnte man seine Folgeerungen ziehen – die Betonung liegt auf könnte….

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