Kein Spaß! Fuß vom Gas!

25. Februar 2012 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

(von Frank Meyer) Inzwischen ist Tanken zum Hort der Heiterkeit schlechthin geworden. Wir sind auf dem richtigen Weg, wenn man sich an die Aussagen der Grünen von damals erinnert, wohl der einzigen richtigen Prognose… Fünf Mark pro Liter Benzin. Wir kommen! Yeah! Noch ist es aber nicht so weit. Der Weg bekanntlich ist das Ziel…

Aber die Drei-Mark-Grenze hat Super schon mal locker genommen und der Benzinpreis entwickelt sich auch super. Die Forderungen nach Eingriffen des Staates werden lauter. Warum sollte er das aber tun, wenn gerade im Finanzministerium die nie endenden Feierlichkeiten in Sachen Steuereinnahmen von Höhepunkt zu Höhepunkt eilen? 40 Milliarden Euro an Energiesteuer spülen allein die Zapfpistolen und deren Halter jährlich in die Berliner Kassen. Wie aber setzt sich so ein Tankstellenpreis zusammen?

Soweit ich es heraus bekommen konnte, fasst mein Tank 40 Liter dieser edlen Flüssigkeit. Kostenpunkt gerade: 65,20 Euro –  oder politisch unkorrekte 127 D-Mark.

Im Januar stand der Benzinpreis durchschnittlich bei 1,57 Euro pro Liter. Rund ein Drittes des Preises macht der so genannte Produkteinstandspreis aus. Das ist die Summe, die die Industrie laut Branchenverband in Rotterdam zu zahlen hat, oder rund 56 Cents. Diese Menge muss natürlich transportiert und gelagert werden. Auch Verwaltung und Kosten für eine 90-tägige Treibstoffreserve schlagen zu Buche wie auch die Beimischung vom so genannten Bioethanol, bzw. Essen für Räder. Kostenpunkt: 11 Cents pro Liter oder 4,40 Euro für meine o.g. Tankfüllung.

Vergessen Sie das Wort „Mineralölsteuer. Diese gibt es nicht mehr, bzw. wurde modernisiert oder auch reformiert und neu verpackt nach folgender Formel:

Energiesteuer = Mineralölsteuer + Ökosteuer

Seitdem sind die Aufwendungen hierfür leider etwas gestiegen. Für Benzin fällt ein Unkostenbeitrag von preisunabhängigen 65,45 Cents pro Liter. Das sind rund 40 Milliarden für den Staat. Oder 26,18 Euro oder eine jährliche Griechen-Rate aus.

Und dann schlägt ein weiterer Kostenfaktor auf den Benzinpreis zu – die Mehrwertsteuer in Höhe von 19 Prozent. Im Januar lag diese Abgabe bei 25 Cents pro Liter. Je höher also der Benzinpreis, desto mehr freut sich Herr Schäuble. Anders gerechnet, fehlen diese Gelder wo anders in den Geldbeuteln der Bürgen, Pardon, Bürger. Es ist ein fest einkalkulierbarer Posten, ganz ohne Werbung für weitere Konsumausgaben machen zu müssen. Das Risiko der Kaufzurückhaltung und damit verbundener Eintrübung der Konsumlaune

Zusammen gerechnet, fließen die an der Tankstelle gelassenen Beträge für Benzinpreis zu rund 57 Prozent in die Finanzkasse und zu 43 Prozent zur Mineralölwirtschaft.

Meine 40-Liter-Tankfüllung schlug heute Morgen mit bei 1,63 Euro pro Liter mit 65,20 Euro zu Buche und in die Magengegend. Die Mineralölkonzerne erhalten von mir 28,60 Euro und Herrn Schäuble stelle ich 36,60 Euro zur freien Verfügung.

Laut dem Bund der Steuerzahler haften die Deutschen in Sachen Euroopa inzwischen mit 320 Milliarden Euro. Um diese Zahl ins Verhältnis zum Tanken zu setzen, müsste ich 874 Millionen Mal tanken. Bei 29,3 Millionen Autofahrern (mit Führerschein) in Deutschland müssten diese nur 109 Mal tanken. Tue Gutes und habe Spaß!

P.S. Wie oben angedeutet, geht der Karneval weiter. Und morgen schauen wir mal, wie lange Sie das Licht zu Hause eingeschaltet lassen müssen, um Griechenland ein drittes Mal zu retten.


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20 Kommentare auf "Kein Spaß! Fuß vom Gas!"

  1. wolfswurt sagt:

    Nur mal so zur Info:

    „Einen besonderen Schachzug hat man sich bei der Mehrwertsteuer einfallen lassen: Nominal beträgt die Mehrwertsteuer zwar auch nur 19 Prozent, wie bei anderen Produkten. Das wären bei einem Produktpreis von 50 Cent/Liter für den Kraftstoff rund 9,5 Cent/Liter. Als Berechnungsgrundlage für die Mehrwertsteuer wird bei Kraftstoffen aber nicht nur der reine Warenwert ohne Mineralölsteuer genommen, sondern der Produktpreis zuzüglich der Mineralölsteuer. Das bedeutet, dass in diesem Beispiel die Berechnungsgrundlage für die Mehrwertsteuer bei Benzin auf 115,45 Cent/Liter angehoben wird. Das ergibt 21,9 Cent/Liter und damit mehr als das Doppelte des Mehrwertsteuerbetrages, der sich ohne diesen Berechnungstrick ergeben würde. Im angeführten Rechenbeispiel beträgt die Gesamt-Steuerbelastung damit gut 87 Cent/Liter“

    aus: http://www.exxonmobil.com/Germany-German/PA/products_fm_kraftstoff_preise_steuer.aspx

    Steuerterrorstaat!

    • hughunter sagt:

      Dabei sollte nicht vergessen werden, dass das „Geld“, mit dem ich meine Tankstellenrechnung zahlen muss, ja bereits versteuert werden musste…
      D.h. für eine Tankfüllung (65l Diesel bei meinem L200, 7,5 l/100km) bezahlte ich am Donnerstag exakt 99€…dafür musste ich jedoch Brutto ersteinmal rund 200€ verdienen…
      Das ist für mich als „Leiharbeitsingenieur“ mit täglich 100km Arbeitsweg und einem Tariflohn von 17,17€ die Stunde in etwa 20% meines Nettoeinkommens…
      Da stehe ich kurz vor dem „Ich kann leider nicht mehr zur Arbeit kommen, da ich mir den Sprit nicht mehr leisten kann“…

    • Peter G. sagt:

      Aber das ist längst nicht alles. Die EU plant die Besteuerung derKraftstoffe auf deren Energiegehalt abzustellen. D.h., für Diesel würde der Steueranteil von jetzt 47 Cent/Liter auf 75 Cent/Liter steigen, vorausgesetzt, die Referenzsteuer auf Benzin bliebe bei 64 Cent/Liter.
      Würde das realisiert, wären alle die die Dummen, die im Vertrauen auf den Preisvorteil für Diesel (dem ja andererseits eine höhere Kfz-Steuer gegenüber steht)ein Dieselfahrzeug gekauft und das mit höheren Anschaffungskosten bezahlt haben.
      Einen Vertrauens-/Vermögensschutz gibt es mit dieser EU nicht mehr.

  2. samy sagt:

    …. noch nicht mal ein Salatdressing kann man machen, ohne Mineralölsteuer zu berappen, … c’est la vie.

  3. DukeNukem sagt:

    Mensch Frank, was fährst du denn fürn Bobbycar mit nem 40L Tank? Mein Wägelchen fasst 85L oder umgerechnet 138,55€! Dafür braucht der Gute aber auch nur 16L 😉

    Nunja… ich weiß noch wie ich April 2008 mit meiner Karre an der Tanke vorbeigefahren bin und der Liter Super unfassbare 1,60€ gekostet hat! Anfang 2009 hat der Spaß dann nur noch 1,08€ gekostet! Wenn die Konjunktur mal wieder einbricht könnte ja auch der Spritpreis wieder fallen?! Trotz irrsinniger Geldmengen die u.a. im Rohstoffsektor angelegt werden! Oder ist das bloß Wunschdenken?! 😀

    • Frank Meyer sagt:

      Das kommt davon, wenn man einen Leihwagen betankt. Sonst fahre ich Diesel. Da passen aber auch nur 45 Liter rein. Für Diesel finde ich die Statistik nicht bzw. den Beschaffungspreis in Rotterdam.
      Da hast Du also pro Tankfüllung 270 DM los. Das ist ja der Wahnsinn.
      Nun frage ich mich, ob nicht die Konjunktur einbrechen kann und die Preise trotzdem steigen können.

      • samy sagt:

        Moin,

        ja, könnte, wie du das schelmisch sicher schon andeutest. Jetzt einmal unabhängig vom Iran-Israel-Konflikt oder Peak (Salat)-Oil.
        Bricht die Konjunktur ein, dann werden wohl neue Konjunkturprogramme aufgelegt bei einbrechenden Steuereinnahmen. Die werden entweder aus neuen Schulden und/oder (Mineralöl)Steuererhöhungen finanziert. Der steigende Zinsdienst auf die steigenden Schulden müssten dann zum Teil aus nochmals steigenden Steuern finanziert werden, falls die Konjunktur nicht wieder anspringt. Mein Salat und eure Tankstellenbesuche werden teurer, wie soll da die Konjunktur anspringen? Also geht der Blödsinn von vorne los, sobald das schuldenfinanzierte Konjunkturprogramm verpufft … .

        Eben einen schönen Blogartikel gelesen, den ich in weiten Teilen nicht inhaltlich teile (z.b. Peak), der aber die Mineralölsteuer und Inflation mal auf’s Korn nimmt. Da gibt es auch eine Graphik „Gold vs. Ölpreis“

        Aber das Blogdesign ist ja sooooo verdammt blond!

        http://jennyger.blog.de/2012/02/26/die-ursachen-hohe-spritpreise-12935554/

        VG

      • Marcus W. sagt:

        Nicht von ungefähr ist es eine Investment-EMpfehlung in der Stagflation Rohstoffe zu präferieren…
        Leider höre ich (Fiat-) armer Student die Metallwoche nicht mehr, aber Silber ist und bleibt mein Favorit im derzeitigen wirtschaftlichen Umfeld.

      • DukeNukem sagt:

        Das ist in der Tat Wahnsinn! Ist aber zum Glück nur mein Sonntagswagen 😉

  4. Hans Zahm sagt:

    Gestern waren mal wieder viel zu viele Autos unterwegs, da macht das Motorradfahren keinen Spass, wo die alle wohl hin wollten? Nix freie Fahrt für freie Biker, 3 Euro für den Saft wird höchste Zeit. Dann erst ist Platz auf den Straßen – freie Fahrt für freie Biker.

    Das Thema Freiheit liegt übrigens voll im Trend:-)

  5. Fnord23 sagt:

    Hallo in die Runde,
    es hilft kein Gejammer. Die Fahrwut der Menschen einzudämmen funktioniert eben nur über den Liter-Preis. Was ist daran unvernünftig?

    Ich hab meine Familie letztes Jahr mit guten Bikes ausgestattet.
    Es gibt für die Kinder eine Fahrgemeinschaft zur Schule. Allein das bringt 1 Tankfüllung/pro Monat.

    Jetzt überlegen wir noch, ob wir uns so was anschaffen:
    w w w .patrick.mehner.mobasi.com/wp-content/uploads/2008/08/simson-krause-duo.jpg

    Sieht bestimmt cool aus, wenn ich da mit meiner Frau zu Netto fahre.:-)

    @ Hans Zahm.
    Freiheit ist eben auch die bewußte Entscheidung weniger mit dem Auto zu fahren.

    Als nächstes werden eben kleine Autos gekauft und für größere Strecken wird was gemietet.

    Was solls. Da ist noch Spielraum, um ein paar Preisrunden auszugleichen.

    VG aus Sachsen

    • DukeNukem sagt:

      Jau, das mit der Fahrwut ist wohl richig! Man muss nu wirklich nicht jeden Meter mit dem Auto fahren!

      Wenn man sich beim Fahren stark einschränken muss ist das allerdings ein deutlicher Verlust von Lebensqualität!
      Btw: Man muss sich auch nur mal ansehen was in Amerika in den 70ern für Autos unterwegs waren und heute! Damals zählten Wagen mit 5m Länge und nem ´´kleinen´´ 5L V8 zur Kompaktklasse.
      Wenn man heute von Kompaktklasse redet dann hat man nen billigen Plastikbomber mit 1L Nähmaschinenmotörchen!

      Ich denke nicht dass diese Entwicklung mit dem gestiegenen Umweltbewusstsein der Menschen zu tun hat sondern einfach daran liegt dass die Leute keine Kohle mehr haben!

      Genug gejammert, erstmal ne Runde drehen 😉

      • Fnord23 sagt:

        Hallo DukeNukem,

        Lebensquallität?

        Mach ma ma ein Saldo:

        Plus:
        Ich kann immer ständig überall hin. Die Freiheit nehm ich mir.

        Minus:
        Kosten pro Monat mindestens 500 Euronen. Also mit Anschaffung, Steuern, Kraftstoff, Knöllchen, Scheibenzusatz, Reifen, Versicherungen, Wartung, Werkstatt, etc… Manch einer wäscht das Ding ja sogar noch. Von der Umweltverschmutzung gar nicht zu reden. Was da so alles ausläuft…

        Dann ärgere ich mich auch noch, weil der Diesel bei 23 Grad miese nicht anspringt. Ist ne Lampe defekt, muß ich nun sogar in die Werkstatt, weil das Teil so verbaut ist….

        Parkplatzsuche in den Innenstädten? Dann noch die Drängler, Lichthuper, intoleranten Egomanen und Glücksritter, die mich und meine Kinder mit Ihrem waghalsigen Fahrstil, der Freiheit wegen, fast um die Ecke bringen…

        Wie blöd ist das denn alles? Es kann sich also meist nur um irrationale Entscheidungen handeln, oder?

        Ich mach da ja auch tw. mit. Aber besonders schlau finde ich das alles nicht!

        VG aus Sachsen

        PS: Ich bin übrigens gelernter KFZ-Mechaniker.

        • DukeNukem sagt:

          @Fnord23

          Nun… das mit den Kosten sieht bei mir anders aus:
          Ich fahr als Alltagswagen nen E30 und ich hab so ca. 250€ Kosten im Monat wenn ich alles zusammennehme! Wenn man es nötig hat ein neues Auto zu fahren ist man, wegen dem Wertverlust den man in Kauf nimmt, sowieso mit dem Klammerbeutel gepudert. Dann wird man sicherlich bei 500€ monatlich oder sogar noch mehr liegen.

          Ich fahr nen Benziner, der springt auch bei minus 23 Grad an.

          Bei meinem Auto kann ich nicht nur selber ne Birne wechseln, sondern so gut wie alles selber machen (ohne Kfz-Mechaniker zu sein)! Muss man halt nicht sonen modernen Schrott fahren 😉

          Mit der Parkplatzsuche hatte ich noch nie Probleme und von anderen Leuten lass ich mich eh nicht stressen…

          Für mich ist mein Auto sehr wichtig und wenn ich es nicht zur Verfügung hätte würde mir auf jeden Fall was fehlen! Aber das scheint wohl bei jedem verschieden sein 😉

    • Hans Zahm sagt:

      @Fnord23
      Mein Nachbar hat so ein Dreirad-Simson-Schwalbe-Teil – damit fahren ist ne prima Methode sich näher zu kommen – vor allem in den Kurven wenn’s kippt – dann liegt man aufeinander. Liegt man lieber oben, dann fährt man als Fahrer eine zu schnelle Linkskurve…

      • Fnord23 sagt:

        Supi, du sollst damit auch keine Rennen fahren. Das DUO war in der DDR als Behindertenfahrzeug gedacht. Eigentlich nicht zu bekommen.

        Irgendwie kann ich schon verstehen, dass einige die Ossis für komische Käuze halten. Wer so lustige Dinge wie das DUO erfindet.

        VG aus Sachsen

      • Frank Meyer sagt:

        Planbar war die ganze Sache auch.. 3 Liter auf 100 Kilometer und der Preis für Benzin stand immer bei 1,50 Mark.

        • gilga sagt:

          Meinst wird Zeit für eine neue EU-Verordnung? Neben dem Krümmungsgrad der Bananen wird nun auch festgeschrieben, dass die Motoren immer genau 5l/100km verbrauchen dürfen und sowohl Diesel als auch Super werden per Verordnung aus Brüssel auf 1,50€/l festgeschrieben (außer für Minderheiten wie EU-Minister, EU-Abgeordnete, …).

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