Kaufsignal für Gold: Erst das vierte Signal seit 1975

15. November 2015 | Kategorie: RottMeyer

von Claus Vogt

Mitte Oktober durchbrach der Goldpreis in Dollar die massive Widerstandszone bei 1.150 $ bis 1.180 $. Damit sah es so aus, als habe der Goldmarkt nach vier Baissejahren endlich nach oben gedreht und eine neue Hausse begonnen, zumal sowohl die fundamentalen Rahmenbedingungen als auch die Extremwerte der Sentimentindikatoren ausgesprochen bullish sind für Gold.

Wie Sie auf dem folgenden Chart sehen, kam es zunächst aber ganz anders. Anstatt nach oben durchzustarten, ging es mit dem Goldpreis in einer sehr schnellen Bewegung wieder zurück in den Bereich der Jahrestiefs bei rund 1.080 $. Damit hat sich das unmittelbar bullishe Szenario, das zuvor so überzeugend aussah, wieder in Luft aufgelöst.

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Das bullishe Signal, das durch den Ausbruch über die getrichelte Widerstandslinie gegeben wurde, erwies sich leider als Fehlsignal.

Langfristig spricht alles für Gold

An den langfristigen Argumenten, die für eine fulminante Goldhausse sprechen, hat sich dadurch aber nichts geändert. Die völlig unseriöse Geldpolitik, die inzwischen sogar in großem Stile Staatsfinanzierung hoffnungslos überschuldeter Länder betreibt, zwingt vorausschauende Anleger regelrecht dazu, einen großen Teil ihres Vermögens in Gold zu halten.

EZB-Präsident Draghi hat bereits durchblicken lassen, dass er nicht nur an seiner unseriösen Geldpolitik festhalten, sondern diese sogar noch unseriöser gestalten wird. In das gleiche Horn blasen auch seine kommunistischen Kollegen aus China und die Vorreiter des erfolglosen Quantitative Easing, die japanischen Zentralbanker. Und die Damen und Herren der US-amerikanischen Gelddruckmaschine schwadronieren im Moment zwar wieder einmal von einer minimalen Zinserhöhung, aber da die treffsicheren US-Frühindikatoren immer klarer auf eine Rezession hindeuten, wird auch die US-Zentralbank schon bald wieder ganz andere Töne anschlagen.

Dass die Wahrscheinlichkeit einer Rezession in den USA deutlich zugenommen hat, was das bedeutet und worauf Sie in diesem Zusammenhang jetzt achten sollten, lesen Sie in der am Dienstag erscheinenden aktuellen Dezember-Ausgabe meines Börsenbriefs Krisensicher Investieren.

Nicht nur die Sentimentindikatoren geben klare Kaufsignale für Gold, …

Der erneute Rückgang des Goldpreises hat dazu geführt, dass die Sentimentindikatoren inzwischen wieder klare Kaufsignale geben. Sie deuten darauf hin, dass sich die jüngste Abwärtswelle bereits in ihrer Endphase befindet.

Dafür spricht auch das extrem einseitige Geschehen am Goldmarkt während der vergangenen Tage. Der Verkaufsdruck gemessen an Abwärtstagen innerhalb eines Dreiwochenzeitraums (also 15 Börsentage) hat seit Freitag, den 6. November 2015, mehrmals einen Rekordwert von 13 Abwärtstagen erreicht. Von den letzten 20 Handelstagen schloss der Goldpreis sage und schreibe 17 Mal im Minus, und von den letzten 10 Handelstagen endete nur ein einziger im Plus.

Solche Serien von Minustagen sind selten. Beispielsweise gab es eine Serie von 8 Minustagen in Folge, wie wir sie gerade gesehen haben, seit 1975 nur sieben Mal. In allen Fällen notierte der Goldpreis drei Monate später auf einem höheren Niveau.

… sondern ganz aktuell auch einer der treffsichersten Langfristindikatoren

Inzwischen hat auch ein langfristig orientierter Indikator ein Kaufsignal für den Edelmetallsektor gegeben. Und hier wird es besonders spannend. Seit 1975 hat dieser Indikator nur 3 Kaufsignale gegeben, die alle drei als Volltreffer bezeichnet werden müssen, da ihnen jeweils jahrelange Bullenmärkte folgten. Ich gehe davon aus, dass dem gerade erst gegebenen vierten Kaufsignal ein vergleichbarer Erfolg beschieden sein wird.

Claus Vogt – Krisensicher Investieren

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4 Kommentare auf "Kaufsignal für Gold: Erst das vierte Signal seit 1975"

  1. […] Rott & Meyer: Kaufsignal für Gold: Erst das vierte Signal seit 1975 […]

  2. heyjay sagt:

    Nein, nein, nein!

    Hier steigt überhaupt nichts in nächster Zeit und das ist auch gut so (zumindest wenn man real in Gold investiert).
    Es wurde so wie ich das sehe ein broadening wedge nach unten aufgelöst. Ausserdem steht dice 1000er Marke noch im Raum, die wird bestimmt abgearbeitet. Ob das niedrigere EUR Preise nach sich ziehen wird, keine Ahnung….

  3. Helmut Josef Weber sagt:

    Langfristig sind wir alle tot.
    Aber wer hat denn Probleme mit der Kursdrückerei?
    Ich habe 2009 meine Altersversorgung in Edelmetalle umgetauscht, als die Preise gedrückt waren und verkaufe heute mal eine Unze (auch zu gedrückten Preisen) wenn meine Minirente nicht ausreicht.
    Dazwischen liegen etwa 45% Kurssteigerung.
    Wenn ich 2018/19 immer noch zu gedrückten Preisen kaufen kann, dann schicke ich den Zentralbanken einen Dankesbrief, denn 2018/19 kann ich dann einen Immobilie verkaufen und in Unkaputtbares umtauschen.
    Ich halte mir die Daumen.
    Ich denke auch, dass meinen Kinderchen lieber ist, wenn sie später einen kleinen Goldschatz erben, als eine Immobilie in Spanien, wo die Erbschaftssteuer recht happig ist.

    Viele Grüße aus Andalusien
    H. J. Weber

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