Kaufkraft aus dem Nichts

13. Januar 2015 | Kategorie: RottMeyer

von Bill Bonner

Erst kürzlich hatte ich ein Dinner mit der Leiterin der amerikanischen Börsenaufsicht (SEC). Nun, eigentlich hatte Ms. White ein Dinner am Tisch neben meinem. Aber dennoch gab es mir das Gefühl, mitten unter den einflussreichen Personen in der Zombie-Hauptstadt zu sein…

Das „Occidental Grill & Seafood“ ist ein charakteristisches Restaurant in Washington D.C. Für etwa 120 Dollar kann man hier ganz ordentlich essen und die Mächtigen im Raum beobachten.

Nicht für die Öffentlichkeit bestimmt

Am nächsten Morgen schloss ich mich einem Meeting einiger der führenden konservativen Aktivisten der Stadt an. „Alles ist nicht für die Öffentlichkeit bestimmt“, warnte eine junge ernsthafte Frau. Eines der vertraulichen Dinge war ein Einblick in College Campus Vergewaltigungen. „Das ist gar nicht so gängig, wie man vielleicht denkt. Ich sage nicht, dass das keine schlimme Sache ist. Es ist ein furchtbares Verbrechen. Es ist einfach nur nicht so üblich. Die Linken benutzen das lediglich als einen Weg, ihre Agenda an Colleges zu pushen.“

Das war nur eins der Geplänkel, über das die Konservativen streiten. Ein anderer Aktivist bot einen Kommentar zur sogenannten „CRomnibus Bill“ – die um 1 Uhr in der Nacht vom Kongress gebilligt worden war. “Wir müssen unseren Kollegen Anerkennung zollen. Es gab dabei 50 verschiedene Dinge, die unserer Seite zugutekommen.“ Welche das waren, sagte er nicht. Und es fragte keiner. Aber wenn man zigtausende Dollar im Dunkeln der Nacht ausgibt, ist es praktisch vorprogrammiert, dass ein paar Geschenke unter dem Baum liegen. Zumindest einer der Sprecher war eifrig dabei, „die Botschaft zu verkünden“, über die verstärkten Verhörmethoden der CIA.

„Folter wird definiert über den zugefügten Schmerz. Wasserfolter ist nicht schmerzhaft. Also ist es auch keine Folter. Unsere eigenen Soldaten durchleben dies als Teil ihres Trainings.“ Ein weiterer Sprecher wollte uns wissen lassen, dass eine bedeutende Ansammlung von „unserer Seite“ aufkommen wird. Die konservative Bewegung sponsert jedes Jahr eine riesige Tagung, erklärte er. „Das gibt uns die Chance, den Leuten zu vermitteln, woran wir glauben“

„Und was glaubt ihr wirklich?“, war die Frage, die ich nicht stellte. Viele bei dem Treffen schienen bereit zu sein, alles Mögliche zu glauben. Waren diese Männer und Frauen mutige Zombie-Jäger oder selbst getarnte Zombies. Ich war mir nicht ganz sicher.

Kapitalismus ohne Kapital

Im Jahre 1950 stellte der „Diners Club“ seine erste Kreditkarte vor (oder „Charge card“ wie man sie damals nannte). Acht Jahre später führte „American Express“ ihr eigenes Kreditkarten Netzwerk ein. Durch das neue Fiat-Finanzsystem unterstützt und begünstigt durch das, was dem „Nixon-Shock“ 1971 folgte, kamen auch weitere Kredit-Innovationen auf: Autofinanzierungen ohne Tilgungen, subprime-Energieschulden etc. pp. Daraus entstand ein ganz neues Finanzsystem: Kapitalismus ohne Kapital!

Man brauchte gar kein reales Geld mehr. Man konnte lebeninvestierenGeschäfte machen.alles auf Kredit. Und ohne Bezug zu Gold war die Menge an Krediten, die die Bank schaffen konnte unendlich (zumindest in der Theorie). In den späten 1960er Jahren gab es in den Vereinigten Staaten Kreditaußenstände von einer Billionen Dollar. 2010 hatte das Land (Regierung, Unternehmen private Haushalte) etwa 59 Billionen Dollar an Schulden. Davon waren 33 Billionen Dollar „Schulden über dem vorherigen Verhältnis“. Was ich mit dem letzten Begriff meine: Wenn das Verhältnis von Schulden zum BIP bei 1,4 geblieben wäre – dem Durchschnitt der ersten sieben Jahrzehnte des Jahrhunderts – wären es nur 26 Billionen Dollar an Schulden.

Niemals zuvor in der Geschichte des Geldes gab es eine solche Kaufkraft aus dem Nichts.

Quelle: Kapitalschutz Akte
Kaufkraft aus dem Nichts (von Bill Bonner)
Weitere Informationen: Investor Verlag

 

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