Kartoffelsuppen-Massaker… Nix Bio!

12. März 2013 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

von Frank Meyer Autsch! Ich habe mir derart böse in den Finger geschnitten. Und wie immer habe ich mich zu dämlich angestellt. Diesmal wollte ich nur eine Dose Kartoffelsuppe öffnen. Das Blut floss in Strömen. Das hatte ich mir wirklich verdient! Hätte ich BIO nehmen sollen?

Diese Geschichte hat eine Vorgeschichte und begann vor einem halben Jahr. Ich habe mal wieder ein paar Sachen für den Küchenschrank gekauft. Das Wort Krisenvorsorge ist sowieso „in“. Also was liegt näher, als ein paar Büchsen Suppe zu kaufen. Dabei erlitt ich einen großen Speichelsturz vor einem noch größeren Berg Dosensuppe in einem noch größeren Discounter. Das Etikett war so brillant gestaltet, dass die Synapsen mit mir komplett durchgegangen sind, dass die Leute schon schauten. Wie schaffen das die Designer bloß? Keine Ahnung…

Ich erinnere mich nur noch daran, dass ich es noch mit Mühe und Not nach Hause geschafft habe, obwohl ich die Suppe gerne auch noch im Auto ausgelöffelt hätte. Ich hatte an dem Tag noch nicht zu Mittag gegessen – und es war bereits 17 Uhr. Dazu kam es aber dann nicht. Warum auch immer…

Beim Umräumen meines Küchenschranks stach sie mir dann wieder ins Auge. Kartoffel-Eintopf! Die Verliebtheit war wieder da. Und auch der Hunger.

Kartoffeleintopf mit Würstchen und Speck. Eigentlich erbreche ich mich dann sofort. Diesmal war es aber anders.

Im Zuge des Lasagne-Skandals, Bakterien in Leberknödeln und der Betrügereien mit vermeintlichen Bio-Eiern war es ein guter Zeitpunkt für ein Experiment. Zudem wurde die Billig-Suppe 2011 mit dem goldenen Preis der DLG ausgezeichnet. Das klebt auf jeder Büchse. Als alter Goldbug werde ich da aufmerksam.

DLG –  nein, das sind nicht die Lebensretter. Das sind die Retter vor Hunger! Lebensretter wären mir in diesem Fall wirklich lieber gewesen, als sich das Blech der Büchse so schön quietschend in meinen Fingerknochen fraß. Herrlich!

Sogar ein Sträußchen Petersilie war auf dem Dosenbild abgedruckt, was die Sache noch leckerer anstrich, aber nicht viel besser machte. Außerdem war keine Petersilie zu sehen, als die Büchse offen war. Serviervorschlag… Ahhh ja.

Den Namen der Produktionsfirma unterschlage ich an dieser Stelle, wegen der vielen Klagen, mit denen man mich überziehen könnte. Ätsch, ihr Gauner! Verbrecher! Diebe! Mörder! Betrüger! Panscher! Ferkel!

Geht doch! Es sind ohnehin immer die Gleichen.

Wahrscheinlich handelt es sich beim Kartoffelsuppenkocher sowieso um eine Waffenfirma, wenn ich mir gerade meinen blutenden Finger ansehe. Dann könnte ich mich erbrechen, was in etwa so aussähe wie der Doseninhalt. Mit solchen Büchsen hätten die Neandertaler früher ihren Nachbarn erschlagen, wenn es solche Waffen schon gegeben hätte. Ist Euch das eigentlich klar? (Seite 2)

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6 Kommentare auf "Kartoffelsuppen-Massaker… Nix Bio!"

  1. wolfswurt sagt:

    Vor einiger Zeit kam mir folgender Spruch vor die Augen: Würde der Städter wissen was er ißt, würde er umgehend Bauer werden.

    Allerdings sollte man den Bauer nicht mit heutigen Industrielandwirten verwechseln.

    • blackwind sagt:

      Es würden leider nur die wenigsten Bauer werden, da nach teurem Lifestyle (Auto, Kleidung, Urlaub, Wohnen) das Portemonnaie oft leer ist; und sollte doch noch etwas drin sein, wird eher „hochwertig“ Gucci als wie Lebensmittel gekauft. -Ist ja eigentlich auch sinnvoll, wenn man sich anschaut wie genutzte Lebensmittel nach 2 Tagen aussehen.-
      Ich als Bauer (Industrielandwirt) kann mich nur sehr schwer gegen den (Indusrie-) Trend stellen. Klar, könnte ich, dh. weniger Geld, mehr Arbeit, höheres Risiko und evt. in 10 Jahren pleite oder aufgekauft.
      Der Kauf anonymisierte Lebensmittel (super Deklaration!) ist wie der Kauf eines ETF. Der Kauf beim Metzger, Hofladen oder Anbau im eigenen Garten ist weniger hübsch präsentiert und deklariert aber mit Vertrauen garantiert.

  2. EuroTanic sagt:

    Die Krönung der Nahrungsmittelhersteller Evolution ist es, wenn die Verpackung mehr Vitamine Nährstoffe enthält als der Inhalt. 😀

  3. Bummbumm sagt:

    #Bestimmt kann man die Pampe auch als Tapetenkleber einsetzen?#

    Soweit ich weiss, hat diese Pampe bereits von der Klebeleistung her versagt und konnte deshalb NICHT als Tapetenkleister eingesetzt werden. Daher die Ersatzverwendung. Tapetenkleister im Essen ist schließlich nichts Neues.

  4. rolandus sagt:

    Wunderbar!!!

    Wohl dem, der sein Löffel Rohkostpulver am Morgen noch ohne Sorgen verzehrt und seinen Darm damit in Partylaune bringt ;-)))

    Schön Gruss ins Ried
    rolandus

    p.s: Wer noch kein metallwoche Abo hat, möge es sich leisten, es bleibt unschlagbar und rentiert sich zu „200“ %

  5. pat sagt:

    Fertigsuppen wird fast immer das Exzitotoxin (http://de.wikipedia.org/wiki/Excitotoxizität) Glutamat zugesetzt. Auf diese Weise schädigen sie das Gehirn. Vielen anderen Nahrungsmitteln wird auch Glutamat zugefügt um den Umami-Geschmack auch ohne teueres Fleisch hinzubekommen.

    Die Liste der Zusatzstoffe zeigt wie Einfallsreich die Nahrungsmittelindustrie inzwischen ist diesen Umstand zu verschleiern. Bei dieser Suppe dürfte es das „Milcheiweiß“ sein (http://dasmigraeneprojekt.wordpress.com/2011/04/09/liste-mit-bezeichnungen-fur-glutamat/).

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